30 Days of Night – Blutspur

Blu-ray Review

30 Days of Night - Blutspur Blu-ray Review Cover
MiG Filmgroup, seit 04.05.2016

OT: 30 Days of Night: Dust to Dust / Blood Trails / Devil’s Trade

 


18. November

Ein paar Jahre nach 30 Days of Night gibt’s verspäteten Nachschub.

Inhalt

30 Days of Night - Blutspur Blu-ray Review Szene 1
George erlebt, was die Vampire aus Menschen machen: Blutfontänen

New Orleans, irgendwann im Jahre 2007: Ex-Junkie George wird von einem verblutenden Fremden berührt, der ihm mit Lebenssaft irgendeinen Code auf den Unterarm schreibt. Kurze Zeit später muss sich er sich gemeinsam mit seiner süchtigen Freundin äußerst aggressiver Blutsauger erwehren …

Nachdem die Vampire sein Mädchen einen Kopf kürzer gemacht haben, setzt man George unter Arrest, denn man verdächtigt ihn, die Tat begangen zu haben. Doch auch der Knast ist kein sicherer Ort, wie George bald merken wird …

Nachdem Derek übers Internet ein seltsame Kreuz, das aus Holz vom Teufelsbaum gefertigt wurde, gekauft hat, wird ein Fluch aktiv, der seine Freunde und Schwester mit einbezieht und blutig endet …

30 Days of Night - Blutspur Blu-ray Review Szene 3
Sara lernt die Vampire aus nächster Nähe kennen

Zunächst mal, um Unklarheiten zu beseitigen: Bei 30 Days of Night – Blutspur handelt es sich nicht um eine Fortsetzung des düsteren Vampirhits mit Josh Hartnett und Danny Huston aus dem Jahre 2007. Vielmehr ist es ein dreiteiliger Episodenfilm, dessen erste zwei Geschichten aus dem Umfeld des Kinofilms kommen und dessen dritte es als artfremde Bonus-Story auf die Disk schaffte. Blood Trails und Dusk to Dusk entstanden als Webserie, die 2007/’08 über Fear.net lief und sich den Comic, auf dem auch der Kinofilm basiert, als Grundlage nahm. Jeweils knapp 25 Minuten laufen die beiden Short-Cuts Während die erste Epidose, Blood Trails vor den Ereignissen des Films spielt und schildert, wie Bewohner von New Orleans erstmals mit den Vampiren in Berührung kommen, schildert Dusk to Dusk, wie es gut drei Monate nach den Geschehnissen des 2007er Kinofilms aussieht. Devil’s Trade, der „Bonusbeitrag“ hat mit dem Kosmos der Vampire rein gar nichts zu tun und sollte wirklich als kostenlose Beigabe gewertet werden, nicht als Hauptbeitrag. Dann fällt der Ärger darüber, dass er thematisch und inhaltlich nicht mithalten kann, auch nicht so groß aus. Qualitativ, so ehrlich sollte man sein, kann keiner der beiden ersten Beiträge an den Langfilm heranreichen, dafür sind die Sequenzen zu bruchstückhaft geschnitten und liegen filmisch wie atmosphärisch eher auf Amateurniveau. Allerdings ist gerade Blood Trails richtig schön dreckig, für einen Kurzfilm erstaunlich blutig und während der Vampirattacken ebenso dynamisch und unbarmherzig wie man das aus 30 Days of Night kennt – inklusive der unangenehm-kreischigen Geräusche der Blutsauger. Sogar Gorefans dürften ihre Freude daran haben, wenn der Computer-Nerd sein letztes Sekündchen Leben haucht. Und Regisseur Victor Garcia (Mirrors 2) versteht es sogar, ein dramatisches und unangenehmes Finale für sein „Prequel“ zum Kinofilm abzuliefern. Überdies erfährt man ein wenig mehr über die Kommunikationswege der Vampire und wie sie nach Kanada kamen. Dusk to Dusk, der die Geschehnisse von Blood Trails wieder aufgreift, zeitlich jedoch nach dem Kinofilm spielt, hat immerhin Shawnee Smith (die Genrefans als Amanda aus der SAW-Reihe kennen) sowie Ted Raimi und Ken Foree (Dawn of the Dead) zu bieten. Überdies wird auch hier ziemlich blutig zu Werke gegangen, wenngleich die Schnitte derart rasant sind, dass man vieles vom Gezeigten nur erahnen kann.
Bei Devil’s Trade handelt es sich ebenfalls um einen Kurzfilm, der für Fear.net produziert wurde und der als Short-Cut über ein verfluchtes Kruzifix gar nicht mal so schlecht ist. Komprimiert auf 25 Minuten reicht die Zeit aus, um zügig das zu erzählen und zu visualisieren, wofür manch okkulter Schocker 90 Minuten braucht. Auch hier sind Schauspiel und Inszenierung sicherlich nicht auf höchstem Niveau, insgesamt get das aber in Ordnung.

Bild- und Tonqualität

30 Days of Night - Blutspur Blu-ray Review Szene 7
Sonne und Licht sind immer noch nicht gut für Blutsaugerhaut

Das Bild der Blu-ray von 30 Days of Night – Blutspur bleibt beständig von ausgeprägt durchschnittlicher Schärfe und ist in Sachen Kontrastumfang auch nur durchschnittlich. Die Nachtszenen sind schwach aufgelöst und liefern nur wenig Detailtiefe, schwarz versumpft fast vollkommen. Auf der Habenseite steht ein (bis auf wenige Einstellungen) relativ rausch- und kornfreies Bild.
Akustisch darf der deutsche Käufer von 30 Days of Night – Blutspur sich immerhin über eine 5.1-Spur freuen, die in dts-HD-Master vorliegt. Gegenüber der Stereofassung des Originals hält sie ein paar dezente Surroundinformationen parat und wird während der Vampirattacken sogar ein wenig dynamisch. Allerdings ist in Sachen Differenziertheit und Klarheit hörbar Luft nach oben.

Bonusmaterial

30 Days of Night - Blutspur Blu-ray Review Szene 2
Die drei Kurzfilme sind für Gore-Fans gar nicht mal so uninteressant.

Im Bonusmaterial von 30 Days of Night – Blutspur gibt’s je ein Making-of zu Blood Trails und Devil’s Trade. Das Erstere klärt ein wenig über die Arbeit an den Webisoden auf, schildert, wie die Geschichte ihren Lauf nahm und Regisseur sowie Darsteller hinzukamen. Gleiches gilt für das Zweite des ebenfalls für fear.net produzierten Kurzfilms – selbst wenn der thematisch nicht in den 30-Days-of-Night-Kosmos passt.

Fazit

Wenn man keine Fortsetzung des Kino-Horrorhits von 2007 erwartet, kann man mit Blood Trails und Dust to Dust durchaus einen blutigen und kurzweiligen Abend erleben, der das Universum der Blutsaugergeschichte um ein Kurz-Prequel und einen Kurz-Epilog erweitert.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 50%
Tonqualität (dt. Fassung): 55%
Tonqualität (Originalversion): 55%
Bonusmaterial: 30%
Film: 60%

Anbieter: MiG Filmgroup
Land/Jahr: USA 2007-2008
Regie: Victor Garcia, Ben Ketai, Toby Wilkins
Darsteller: Shawnee Smith, Andrew Laurich, Marina Resa
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de // dts HD-Master 2.0
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 79
Codec: AVC
FSK: 18 (ungeschnitten)

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