American Muscle – Du schuldest. Du zahlst.

Blu-ray Review

American Muscle - Du schuldest. Du zahlst. Blu-ray Review Cover
AL!VE/Alamode, seit 10.10.2014

OT: American Muscle

 


Zahltag

John Fallon findet gar nicht lustig, dass er zehn Jahre im Knast saß, für Morde, die er nicht begangen hat.

Inhalt

American Muscle - Du schuldest. Du zahlst. Blu-ray Review Szene 1
John ist raus aus dem Knast – und stinkesauer

„Werd‘ nicht lange genug draußen sein, um sie benutzen zu können“ – Die Antwort auf die Frage der hübschen Brünetten, ob er ihre Nummer haben wolle, macht klar, wohin John Falcons Weg geht – auf (fast) direktem Wege zurück in den Knast. Allerdings nicht bevor er sich nicht an jenen gerächt hat, die ihn damals bei einem Überfall ins offene Messer haben laufen lassen. Angefangen bei seinem sauberen Bruder, der ein Verhältnis mit der ebenfalls in den Verrat einbezogenen Ehefrau Falcons hatte. Doch Brüderchen Sam erwartet John bereits und schickt seine besten Killer …

American Muscle - Du schuldest. Du zahlst. Blu-ray Review Szene 5
Die Rache fällt großkalibrig aus

In der Kürze liegt die Würze dachte sich wohl Regisseur Ravi Dhar, als er American Muscle inszenierte. Denn für die „nur“ 77’35 Minuten ist nicht (wie sonst schon mal) die Zensurschere verantwortlich – der Film liegt uncut mit einer FSK-18-Freigabe vor. Das wiederum verwundert in der Tat zur Abwechslung mal, denn Johns Rachefeldzug fällt ultrablutig aus. Gewürzt allerdings mit einer großen Portion Ironie und von daher tonal etwas „entschärfend“. Langeweile jedenfalls kommt nicht auf und unter den Trashfilmen der letzten Zeit darf American Muscle durchaus als Perle gelten. Immerhin sind die teils irren Kameraeinstellungen und -fahrten sowie die Actionelemente durchaus gelungen und nicht mal die Darsteller sind unterste Schiene. Beinahe das Gegenteil ist der Fall, denn Nick Principe empfiehlt sich mit seiner Statur und Präsenz mindestens für Expendables 4 (dort fält dann auch nicht weiter auf, dass er hölzern agiert) und sein Filmbruder Todd Farmer hat schon fast etwas von einem richtigen Schauspieler. Das Mad Max mäßige Setting trägt optisch ebenfalls zum Gelingen bei, funktioniert das Ganze doch auch als Mischung aus Roadmovie und Revenge-Action. Was bei einer Story rund um Drogengeschäfte, ebenso coole wie harte Typen sowie weite Straßen, die durch Wüstenei führen, nicht fehlen darf, sind ein paar zünftige Nacktszenen. Und so wird der blutige Rachefeldzug immer wieder durch Stripclubaction und eindeutige Aktionen aufgelockert. Ein paar coole Muscle-Cars (der Filmtitel muss ja gerechtfertigt sein), die treibende Punkmusik und lockere Sprüche perfektionieren das Gesamtbild vom lupenreinen Guilty-Pleasure-Feature.

American Muscle - Du schuldest. Du zahlst. Blu-ray Review Szene 3
Es braucht schon mehr, damit ein John Falcon sich ergibt

Bild- und Tonqualität

American Muscle - Du schuldest. Du zahlst. Blu-ray Review Szene 4
Standesgemäßes Gefährt für einen tätowierten Glatzkopf mit Rachedurst

Das während Nahaufnahmen ansprechend scharfe und grundsätzlich gut kontrastierte Bild von American Muscle leidet in Bewegungen häufig unter einem deutlichen Ruckeln. Manchmal wirkt das gewollt, manchmal hat man den Eindruck, der Film wäre nur mit 16fps gedreht worden. Ebenfalls muss man mit Wischeffekten bei Bewegungen rechnen. Der Ton in American Muscle wummert schon von Beginn an während der Filmscore-Sequenzen recht gewaltig, bezieht den Subwoofer entsprechend häufig mit ein. Auch die Schüsse werden angenehm effektvoll platziert und der Achtzylinder vom gelben Killermobil blubbert authentisch vor sich hin. Das ist zwar alles nicht sonderlich homogen und fein, aber immerhin passend zum Film gestaltet.

Bonusmaterial

American Muscle - Du schuldest. Du zahlst. Blu-ray Review Szene 2
Job Done!

Sechs Trailer des Anbieters stehen im Bonusmaterial von American Muscle – Du schuldest. Du zahlst. zur Verfügung. Mehr hat leider nicht den Weg auf die Blu-ray gefunden.

Fazit

Manchmal darf’s auch einfach hohl und hirnlos sein – zumindest wenn eine überaus simple Story so lustvoll und kurzweilig inszeniert wird, wie hier in American Muscle. Sicher kein kultureller Hochgenuss, aber allemal unterhaltsames Guilty Pleasure im Stile der Grindhouse-Features von Tarantino und Rodriguez.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 60%
Tonqualität (dt.): 65%
Tonqualität (Originalversion): 65%
Bonusmaterial: 10%
Film: 60%

Anbieter: AL!VE/Alamode Film
Land/Jahr: USA 2014
Regie: Ravi Dhar
Darsteller: Nick Principe, Robin Dydney, Todd Farmer, John Fallon, Trent Haaga
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 78
Codec: AVC
FSK: 18 (uncut)