Atomic Blonde 4K UHD

Blu-ray Review

Atomi Blonde 4K UHD Blu-ray Review Cover
Universal Pictures, 22.12.2017
Atomi Blonde Blu-ray Review Cover
Universal Pictures, 22.12.2017

OT: Atomic Blonde


“Ninja-Dreifach-Agentin”

Charlize Theron im coolsten Frauen-Actionfilm aller Zeiten.

Inhalt

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Lorraine muss den Kollegen von Berlin erzählen

London im November 1989: Lorraine Broughton, Agentin im Dienst der Krone, ist gerade ziemlich ramponiert von einem Einsatz zurück, als ihr Vorgesetzter Eric Gray mitsamt dem CIA-Kollegen Emmet Kurzfeld sie zum Rapport bitten. Sie soll von den Geschehnissen in Berlin berichten. Dorthin war sie im Auftrag des MI6 gereist, um nach dem gewaltsamen Tod ihres Kollegen Gascoigne eine Schweizer Uhr zu sichern. Der Chronograph enthielt eine Liste mit allen aktiven Geheimagenten – ein Mikrofilm, der den Kalten Krieg um Jahrzehnte hätte verlängern können. Hinter dieser Liste war nun die halbe Welt her, auch Brit-Agent #1: David Percival. Der war ihr Kontaktmann in der der geteilten Stadt, stellte sich aber erst einmal als verantwortungsloser Macho-Arsch heraus. Außerdem gab’s auch noch Verräter und Doppelagenten zu entlarven. Lorraine, in Berlin unter dem Namen Elizabeth Lloyd unterwegs, musste also mal wieder die One-Woman-Army spielen und wurde dabei von Agenten aller Herren Länder gejagt. Denn was für die Briten und Amerikaner interessant war, wollten Russen und Franzosen natürlich auch haben. Und weil das so gewesen ist, musste sich Lorraine den Weg mit Fäusten, Füßen und allem anderen, das ihr gerade zur Verfügung stand, freimachen …

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Gegen die deutschen Polizisten reicht auch ein handelsüblicher Gartenschlauch

Zur Abwechslung heißt es mal wieder “Trauen sie niemandem!”, wenn eine britische Superagentin Anfang November 1989 (also kurz vor der Öffnung der Mauer und dem Ende des Kalten Kriegs) in die Stadt geschickt wird, die stets zentrale Auseinandersetzung zwischen Ost und West war: Berlin. Basierend auf der Comic-Vorlage “The Coldest City” (womit natürlich ebenfalls Berlin gemeint ist) fand man genau die Geschichte, die Charlize Theron sich offenbar lange gewünscht hatte. Atomic Blonde entsprach genau ihren Hoffnungen und Erwartungen, einen Film zu drehen, in dem eine gleichermaßen psychisch wie physisch starke Frau die Hauptrolle spielt – und das idealerweise als Start eines Franchise in Bourne-Manier. In David Leitch fand man den idealen Regisseur, der als Co-Direktor von John Wick sowie aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung als Stunt-Koordinator genau zu wissen schien, wie man Action filmt und gleichzeitig eine coole Hauptfigur etabliert. Sicherlich etwas, das ihm auch dabei half, das kommende Sequel von Deadpool zu inszenieren. Im Kino konnte Atomic Blonde zwar nicht die gleichen Zahlen erreichen wie John Wick, doch knapp 90 Mio. Dollar weltweites Einspiel lassen durchaus auf eine Fortsetzung hoffen. Und die hat der Film ebenso verdient wie seine Hauptdarstellerin. Was sich Theron (die in fast allen Actionszenen selbst agierte) hier innerhalb von drei Monaten mit einem Fünf-Stunden-Trainingstag an Beweglichkeit, Kraft und Fitness erworben hat, ist schlichtweg beeindruckend für die 42-jährige Aktrice. Sie nutzt ihre Übung aus Mad Max: Fury Road und Fast & Furios 8 und perfektioniert das rohe Auftreten nun. Einem Keanu Reeves in nichts nachstehend prügelt und säuft und flucht sie sich durch Atomic Blonde, dass es eine wahre Freude ist. Es war ihr gar so ernst mit der Rolle und ihrer Darstellung, dass sie sich während einer Stuntprobe dermaßen auf die Zähne biss, dass zwei Backenbeißer dem Druck nicht standhielten und abbrachen – Not-Zahn-Op inklusive.

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Französische Novizin auf dem Gebiet der Spionage: Delphine Lasalle

So viel Einsatz sollte belohnt und gelobt und nicht abgewertet werden. Denn allzu viele Feuilletonisten hatte Atomic Blonde nicht auf seiner Seite. Kritik an der dünnen Story und dem Anbiedern an den berühmtesten Geheimagent ihrer Majestät wurde laut. Wobei man dem Film nicht vorwerfen sollte, dass er daran scheitert. Denn ein weiblicher Bond will er gar nicht sein. Vielmehr wandelt Lorraine irgendwo auf den Pfaden eines Bourne, Wick, Bryan Mills (96 Hours) und fügt nur einen Hauch Bond mit einer Prise der Braut aus Kill Bill hinzu. Daraus macht sie, bzw. der Film, etwas Eigenes – und zwar etwas, nachdem das Kino sich gesehnt hat: Eine wirklich taffe und starke Frau, die als Actionheldin funktioniert und gleichzeitig eine coole Erotik verströmt. Dass man ihr eine (heiße) lesbische Szene/Affäre ins Drehbuch schrieb, ist da nur konsequent, wenngleich man das Thema vielleicht etwas zu locker integriert und die Rolle von Sofia Boutella tatsächlich papierdünn bleibt.
Locker indes ist auch Lorraines Humor und Sarkasmus. Wie sie dem Macho David Percival (fast so extrovertiert wie in Split: James McAvoy) bei ihrer Ankunft in Berlin einen um den anderen Spruch drückt – das ist einfach entwaffnend witzig und erfrischend.
Ein großer Teil der Atmosphäre ist allerdings nicht nur den Darstellern und der treffend umgesetzten Mode zu verdanken, sondern natürlich auch dem Schauplatz. Gedreht vor allem in Berlin und Budapest wird zwar gerade die damals noch geteilte Stadt anhand zahlreicher Klischees bebildert, dennoch reicht das Szenario, um Nostalgie zu wecken und Stimmung zu erzeugen. Schon alleine die sorgsam gegen alte Nicht-EU-Kennzeichen ausgetauschten Zulassungsschilder der Fahrzeuge zeigen, dass die Produktions-Assistenten auf Zack waren. Zu oft sieht man in anderen Filmen gerade anhand solcher Details, dass geschlampt wurde. Außerdem funktionieren die im Graffiti-Look eingesprühten Texttafeln super und passen perfekt zum End-80er Look.

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CIA-Mann Kurzfeld liefert ein paar wichtige Informationen

Zu den Schauplätzen gesellt sich natürlich auch die zeitgemäße Musik, die angefüllt ist mit Wave und Popnummern der 80er und entsprechend bewusst eingesetzt wird. Atomic Blonde scheut sich dabei auch nicht davor, zu zeigen, wie ein Breakdancer mit dem eigenen Skateboard zu Brei geschlagen wird, während im Hintergrund Nenas “99 Luftballons” läuft. Aber die deutsche NDW-Künstlerin liefert nicht den einzigen bekannten Song ab. Von David Bowie über The Clash bis hin zu Public Enemey setzt der Film seine Musik pointiert und zielgerichtet. Selbst wenn (aus Rechtegründen) nicht jeder Titel im Original unterlegt wurde und auch schon mal eine jüngere Band wie Health “Blue Monday” von New Order covert, ist das nicht weiter dramatisch. Vor allem, da die Musik teilweise wie eine eigene Choreographie wirkt (ohne allerdings die virtuose Untermalung eines Baby Driver zu erreichen).
Und weil David Leitch Action nicht nur versteht, sondern sie mit frischen Ansätzen füllen kann, gerät die Kampfszene im Treppenhaus/Wohnblock nach 71 Minuten absolut herausragend. Im Vorhinein ausgiebigst choreografiert und per Storyboards geplant, ging man hier so weit, dass die Kamera nicht vom eigentlichen DP (Director of Photography), sondern vom Stunt-Koordinator geführt wurde. Denn nur der konnte wissen, wo man die Steadicam hinführen kann und wo die Personen sich im jeweiligen Moment befinden. Was aussieht, wie ein One-Take-Shot, besteht in Wirklichkeit aus knapp 40 separaten Shots. Selbst Cutterin Elísabet Ronaldsdóttir war während der Aufnahmen am Set und man drehte in chronologischer Reihenfolge. Wenn die Kamera in Bewegung war (was sie praktisch immer ist), musste sie in exakt dem gleichen Winkel wieder aufgenommen und geführt werden, wie sie vor dem Cut bewegt worden war. Das ist in der Tat so gut gelungen, dass man einen Schnitt praktisch nicht wahrnimmt und einen Heidenrespekt vor der Arbeit aller Beteiligten bekommt – zumal man hier anschaulich zeigt, dass man es nicht mit Superhelden zu tun hat, sondern mit realen Menschen, die bluten und am Ende kaum noch auf den eigenen Beinen stehen können. Durchweg eine wirklich beeindruckende Sequenz.
Tatsächlich ist das größte Manko des Films dann aber doch seine Story – und das nicht, weil sie dünn ist, sondern weil sie den Film nicht über die volle Laufzeit von 110 Minuten trägt. Die Blenden in die Gegenwart, in der Lorraine die Geschichte den Vorgesetzten von CIA und MI6 erzählt, verschleppen das Tempo allzu oft und lassen bisweilen wünschen, dass man den Film gestrafft hätte.

Atomic Blonde (2017)
Lorraine: Meisterin der Verwandlung und des Nahkampfs

Bild- und Tonqualität BD

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Zehnminütige Plansequenz höchster Güte

Das Bild der Blu-ray von Atomic Blonde beginnt vor allem mit einer Farbe: Blau. Wenn Lorraine sich in der Badewanne aufrichtet und zitternd ihr Wodga-Glas ansetzt, gibt’s eigentlich keine anderen Farben. Über allem liegt ein graublauer Filter. Dennoch wirken die Kontraste hier schon recht knackig und bleiben das auch, wenn die Szenerie dann auch farblich wechselt. Stets ist der Look aber eher etwas kühl und farblich dezent entsättigt. Das ist vor allem in den Szenen der Nachbesprechung in London hauptsächlich der Fall. Die Schärfe ist im zentralen Bildbereich gut, manchmal sogar bestechend (Goodmans Gesicht: 8’06) lässt aber am unteren Bildrand öfter mal nach (Skateboard 20’09, 23’43). Während der Tageslichtszenen in Berlin, die ausnahmslos bei tristgrauem Wetter gefilmt wurden, geht der Kontrastumfang schon mal etwas in die Knie und in der Bar-Szene nach etwas über einer halben Stunde sieht man gar ganz ungewohnte Dinge: Digitale Artefakte in den Details während der kurzen Bewegungen (Lorraines Haare, 37’00) und dazu ein deutliches Korn. Gleichzeitig geht hier der Farbumfang in die Knie und die roten Lichter auf den Gesichtern sorgen für deutlichen Detailverlust und Vermatschungen (ab 37’30). Ebenfalls nicht schön: Die deutlichen Color-Banding-Probleme in der Unterwasser-Szene (82’14).
Beim Sound schöpft Universal Pictures dieses Mal tatsächlich aus dem Vollen und liefert sowohl für die Blu-ray als auch für die UHD vollwertigen 3D-Sound in dts:X (dts-HD-Master-Kern). Das ist nicht nur löblich, sondern wirklich klasse. Zumal der Ton schon auf der regulären Höhenebene überzeugt

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Spielt Percival ein doppeltes Spiel?

Denn akustisch fängt Atomic Blonde direkt schon mal mit einem Blue Monday an, der eine breite Bühne aufbaut und von einem Schuss abgelöst wird, der weit durch die Berliner Nacht und das Heimkino hallt (2’44). Klasse sind auch die ersten echten Actionszenen, die absolut exakte direktionale Effekte setzen – sensationell beispielsweise die Sounds während des Fights im Audi V8 oder auch das Splattern des Bluts nach der Attacke mit dem Skateboard (21’04). Und der visionäre Traum Lorraines zieht den Zuschauer durch seine extrem unmittelbaren Sounds mitten hinein ins Geschehen (27’30). Nicht ganz so schön sind die deutschen Dialoge, die eine Spur zu dumpf und bei entsprechenden Hintergrundgeräuschen schon mal etwas muffig klingen.
Höhen-Informationen gibt’s erstmals während des “Wusch-Effekts” auf David Percival in Berlin nach knapp elf Minuten. Auch der brennende Jeep, den David als Ablenkung loslässt, flambiert den Zuschauer von den rückwärtigen Heights (13’40). Gleiches gilt für die vorbeifliegenden Flugzeuge am Zentralflughafen (15’20). Pluspunkte gibt’s für den exakten Sound, den die Polizisten hören, als Lorraine ihre Kollegen im oberen Stockwerk auseinander nimmt (31’00). Weitere 3D-Sounds wie die Alarmglocke im Kino oder das Timelapse von Berlin in der Nacht (48’00) sind zwar kurz, aber atmosphärisch passend. Richtig klasse ist das Aufklappen der Regenschirme, deren Mechanik direkt ins Heimkino flappt und den Zuschauer zum Komplizen unter dem Schirm werden lässt (69’30). Das Feuerwerk zur Öffnung der Mauer schießt die Feuerwerkskörper hörbar in die obere Etage ab (95’00) und auch in der allerletzten Szene fetzen die Kugeln noch mal von allen Seiten und aus den Höhenlautsprechern zum Zuschauer. Auf die gesamte Lauflänge verteilt mag das zahlenmäßig nicht der 3D-Sound-Overkill sein, aber besser korrekt gesetzte Effekte, wo sie Sinn machen (wie hier) als pausenloses Dauerfeuer ohne Verstand und optische Entsprechung.
Kleines Detail am Rande: Die englischen Untertitel, die eingeblendet werden, wenn die Protagonisten auch im Original Deutsch oder Russisch sprechen, lassen sich nicht ausblenden!

Bild- und Tonqualität UHD

Atomic Blonde wurde mit Arri-Alexa-M und Arri-Alexa-XT-Plus-Kameras vollständig digital aufgenommen und liefert an deren Ausgang 2,8K. Fürs Kino (und somit auch diese UHD) wurde jedoch nur ein 2K-DI angefertigt. Dass das nicht zwingend etwas schlechtes sein muss, haben wir zuletzt schon öfter gesehen, wenn gut skalierte 4K-Disks ihren 2K-Blu-rays deutlich voraus waren. Bei Atomic Blonde ist die UHD-Fassung zwar in den Feindetails besser, was man bspw. bei Schriften auf Visitenkarten oder im bärtigen Antlitz von Goodman erkennen kann, doch der mitunter misslungene HDR-Effekt macht die bessere Auflösung bisweilen zunichte. Zudem leidet Ultra-HD unter den gleichen Problemen wie ihr Blu-ray-Pendant. Die stark rot eingefärbten Szenen in der Bar haben zwar einen Hauch weniger Neigung zu Farbartefakten, doch durch das noch intensivere und kräftigere Rot drohen Details hier noch ein Stückchen mehr zu versumpfen. Wirklich schön hingegen das Fehlen von Color-Banding-Effekten im Wasser, wenn Lorraine aus dem Fenster des Lada der Volkspolizei heraus schwimmt. Hier sieht man dann eben doch, was eine höhere Farbauflösung/-abstufung zu leisten imstande ist.
Dennoch: Der erweiterte Dynamikumfang der 4K-Disk schadet in den vielen stilisierten und gefilterten Aufnahmen mehr als er nützt. Nachtszenen von Berlin wirken zwar noch kräftiger und weniger flau (siehe Bilder unten), aber sobald Braun- oder Grünfilter hinzukommen, sobald Spitzlichter das Gesicht von Theron hell ausleuchten, verliert die UHD gegenüber der Blu-ray die Fassung. Gut erkennen könnt ihr dies an den unten folgenden Screenshots.**Gesichtet wurde im HDR10-, nicht im Dolby-Vision-Modus. Letzterer kann unter Umständen zu einem anderen Bildeindruck führen.
Atomic Blonde BD vs UHD Bildvergleich 1
Die Blu-ray hat trotz der stark stilisierten Bilder und unterschiedlichen Filterungen einen recht konsistenten Look mit gleichmäßigen Kontrastwerten
Atomic Blonde BD vs UHD Bildvergleich 2
Die UHD übertreibt es schon in diesem Bild mit zu hellen Spitzlichtern und damit überstrahlenden Kontrasten. Der dunkle Hintergrund ist zudem zu schwarz und undifferenziert
Atomic Blonde BD vs UHD Bildvergleich 3
Til Schweiger als Uhrmacher hat natürliche, leicht braun gefilterte Hauttöne über die Blu-ray
Atomic Blonde BD vs UHD Bildvergleich 4
Die UHD mit erweitertem Farbraum und höherer Dynamik übertreibt es mit dem Braun im Gesicht und überreißt die hellen Bereiche. Schweiger wirkt von der Sonne verbrannt
Atomic Blonde BD vs UHD Bildvergleich 5
Einzig in den nächtlichen Berlin-Szenen ist die Blu-ray mit etwas flacherem Kontrastumfang im Nachteil
Atomic Blonde BD vs UHD Bildvergleich 6
Hier wirkt die UHD stimmiger, intensiver und kräftiger
Atomic Blonde BD vs UHD Bildvergleich 7
Die Detailauflösung der Blu-ray ist zwar schwächer, wenn man sich an den Feinheiten des Barts orientiert, dafür ist aber die Zeichnung durchweg vorhanden
Atomic Blonde BD vs UHD Bildvergleich 8
Die UHD hat viel zu harsche Kontrastübergänge und verschweigt sogar die Feinheiten des Bartes im Kinnbereich durch zu helle Partien. Lediglich die Auflösung an Hautkonturen ist aufgrund des hochskalierten 4K etwas feiner
Atomic Blonde BD vs UHD Bildvergleich 9
Hier das von der UHD genommene Bild im Ganzen. Auch in der Totale wird ersichtlich, dass die Kontrastübergänge der Ultra-HD zu heftig sind
Kein Unterschied beim Ton: Die Ultra-HD liefert exakt die gleichen dts:X-Spuren mit den gleichen Kernen wie die Blu-ray auch schon.

Bonusmaterial

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Schauplatz mit Geschichte: Berlin

Im Bonusmaterial von Atomic Blonde gibt’s neben dem Audiokommentar, den Regisseur Leitch zusammen mit Cutterin Elísabet Ronaldsdóttir eingesprochen hat, zunächst sechs entfallene und erweiterte Szenen. Dazu gesellen sich insgesamt fünf Featurettes. “Willkommen in Berlin” schildert natürlich, dass die deutsche Hauptstadt der ideale Platz für eine Kalter-Krieg-Geschichte ist. “Blond und bewaffnet”  kümmert sich um die Hauptfigur und charakterisiert sie. “Meister der Spione” hingegen schildert den neuen und frischen Ansatz, den Regisseur Leitch dem Genre hinzufügte. “Anatomie einer Kampfszene” seziert die Fight-Sequenz im Treppenhaus, die in einem langen Schnitt gefilmt wurde. “Eine Geschichte in Bewegung” letztlich lässt sich mit einem Kommentar von Leitch abspielen und zeigt zwei Szenen im Animations-Stil – quasi ein animiertes Drehbuch.
Der Audiokommentar ist übrigens als einziges Extramaterial auch über die UHD anwählbar.

Fazit

Ja, die Story ist für eine Agentengeschichte ziemlich dünn. Und ja, der Film folgt eher dem Prinzip Optik und Action und Musik und Inszenierung vor Inhalt. Der Engländer aber würde sagen: “So fu**ing what!?”. Manchmal darf’s auch einfach mal was zum Hirn abschalten und Fetzen fliegen lassen sein – und das bekommt Atomic Blonde auf ziemlich einzigartige Art und Weise hin.
Die UHD ist in diesem Fall leider die schlechtere Alternative. Zum einen, weil ihr Bild zwar ein paar Highlights wie fehlendes Banding hat, zum anderen aber unter einem viel zu heftigen HDR10-Dynamik-Effekt leidet und Details verschluckt. Da es die dts:X-Fassungen für beide Sprachen schon auf der Blu-ray gibt, verpasst man auch akustisch nichts, wenn man sich die Single-BD anschafft.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 75%
Bildqualität UHD: 70% (im HDR10-Modus)

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 85%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 80%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 65%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 50%
Film: 70%

Anbieter: Universal Pictures
Land/Jahr: USA 2017
Regie: David Leitch
Darsteller: Charlize Theron, James McAvoy, Sofia Boutella, Bill Skarsgård, John Goodman, Toby Jones, Eddie Marsan, Daniel Bernhardt, James Faulkner, Johannes Haukur Johannesson
Tonformate BD: dts:X: de, en
Tonformate UHD: dts:X: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 115
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
FSK: 16

Trailer zu Atomic Blonde