Batman v Superman: Dawn of Justice Ultimate Edition 4K UHD

Blu-ray Review

Batman v Superman Dawn of Justice Blu-ray UHD 4K Review Cover A
Warner Home, seit 04.08.20116
Batman v Superman Dawn of Justice Blu-ray UHD 4K Review Cover
Warner Home, seit 04.08.20116

OT: Batman v Superman: Dawn of Justice

 


Bombastkino

Wenn die zwei größten Helden des DC-Universums im Clinch liegen, bleibt kein Stein mehr auf dem anderen.

Inhalt

Batman V. Superman: Dawn Of Justice
Schön und mysteriös – welche Rolle spielt Diana Price

Bruce Wayne, der als Kind mitansehen musste, wie seine Eltern bei einem Überfall umkamen, wird während des Angriffs von General Zod erneut Zeuge eines traumatischen Erlebnis. Als das Raumschiff von Zod sich eine Schneise durch Metropolis fräst, sieht er eines seiner eigenen Hochhäuser niedergehen – und mit ihm zahlreiche seiner Mitarbeiter. Wayne aka Batman gibt Superman die Schuld an diesen Ereignissen und glaubt daran, dass der Mann mit den überirdischen Kräften irgendwann gegen die Menschheit aufbegehren wird. Gut anderthalb Jahre später führen Gerichtsverhandlungen dazu, dass Senatorin Finch dem Mann mit dem Cape die Verantwortung für einen missglückten Drohnenangriff im Nahen Osten gibt, bei dem viele Zivilisten starben. Allerdings weigert sie sich, den Plan des Unternehmers Alexander Luthor anzunehmen, der ein großes Stück Kryptonit, das seine Schergen im Pazifik fanden, einführen lassen möchte, um Superman zu schwächen und auszuschalten. Es scheint, als durchschaue Finch dessen böse Absichten, denn Luthor geht es um nichts weniger als Superman und Batman gleichzeitig auszuschalten, um seinerseits an Macht zu gewinnen. Um das zu erreichen, forciert er den Konflikt zwischen den beiden Helden, damit die sich schlicht gegenseitig ausschalten. Der Mann im Cape und die Fledermaus merken spät, dass mit ihnen gespielt wird, fast zu spät und auch nicht ganz ohne Folgen. Wie gut, dass noch eine Dritte im Bunde auftaucht, um die Kräfte des Trios zu bündeln und gegen das ultimative Böse anzutreten, das Luthor aus der Leiche von General Zod generiert …

Batman v Superman Dawn of Justice Blu-ray UHD 4K Review Szene 4
Alexander Luthor verfolgt einen perfiden Plan

Während man bei DC Comics in den 70ern und 80ern mit den Superman-Filmen sowie dem Batman-Franchise, das Tim Burton ins Rollen brachte, eigentlich ganz gut unterwegs war, überließ man es im neuen Jahrtausend dem (künstlerisch und finanziell extrem erfolgreichen) Alleingang von Christopher Nolan, einen Helden des Comic-Universums zu inszenieren. In der Zwischenzeit hatte man bei Marvel erkannt, wie groß das Zuschauer-Interesse an den mit Superkräften oder einzigartigen Fähigkeiten ausgestatteten Figuren ist. Konsequenterweise bereitete man deshalb gleich eine ganze Horde an Comic-Heroen fürs Kino auf, die man geschickt und mit einem großen Plan in der Hinterhand auf die Leinwand brachte. DC Comics tat in dieser Zeit genau … nichts.
Da wirkt es nun schon fast ein wenig wie Torschlusspanik, wenn Zack Snyder (der vor drei Jahren mit Man of Steel bereits sein Interesse an den Stoffen kundtat) in seinem zweiten Film für DC hopplahop die beiden bekanntesten Figuren aus deren Comics zusammenführt. Und die Kritik wurde schon weit im Vorfeld laut. Ich gebe zu, zu denen zu gehören, die damals (vielleicht vorschnell) urteilten, dass sie sich nach einem großartigen Christian Bale kaum einen weichgespülten Allerweltstypen wie Ben Affleck als Fledermaus vorstellen konnten. DER Ben Affleck, der zwar als Regisseur hervorragende Arbeit zu leisten imstande ist, als Schauspieler aber regelmäßig (zu Recht) für den Anti-Oscar „Goldene Himbeere“ nominiert wird. Auch unkte man, dass die horrenden Produktionskosten des Films (über 250 Mio. Dollar) ein durchaus unkalkulierbares Risiko bedeuten würden. Jetzt spielte man zwar weltweit gut über 870 Mio. Dollar ein, gleichzeitig rauschte aber selbst ein sehr extrovertierter Charakter wie „Deadpool“ (zumindest in den USA) in Sachen Einspielergebnis am Gipfeltreffen der zwei berühmten Superhelden vorbei. Die Rezeption des Kinofilms war ebenfalls nicht ganz so, wie man es sich wünschen würde, sprach man doch von Storylücken, zu viel Inhalt und logischen Brüchen. Um die Wogen wieder zu glätten und vor allem die kommenden DC-Verfilmungen wie Suicide Squat oder vor allem die Justice League auf den Weg zu bringen, die ebenfalls von Snyder dirigiert wird und nach dem Avengers-Prinzip gleich zahlreiche DC-Helden zusammenführt, kündigte man schon frühzeitig eine erweiterte Fassung an. Der Extended Cut von Batman v Superman: Dawn of Justice darf nun im Heimkino genossen werden und, so viel sei verraten, er macht daraus den besseren Film.

Batman v Superman Dawn of Justice Blu-ray UHD 4K Review Szene 6
Nicht alle hassen Superman

Inhaltlich knüpft BvS praktisch direkt an die Geschehnisse aus Man of Steel an, lässt soger rückblickend noch einmal Revue passieren, wie General Zod halb Metropolis zerstört und damit auch ein Gebäude der Wayne Industries. Bilder, die nicht von ungefähr an den 11. September erinnern, erfüllen den Zuschauer (vor allem den amerikanischen) von Beginn an mit Emotionen. Dies ist die Ausgangslage für den Konflikt zwischen den beiden Titelhelden, denn Batman sieht die Schuld für die Verwüstung bei Superman. Das mag zunächst mal irgendwie unlogisch erscheinen oder die Fledermaus als ziemlich einfältigen Kerl dastehen lassen aber nun gut. Snyder biegt es irgendwie so hin, dass man die von Luthor initiierte Intrige glaubt. Die erste Hälfte von Batman v Superman konzentriert sich deshalb vornehmlich auf das sich anbahnende Aufeinanderprallen der zwei Kämpfer für Gerechtigkeit. Nebenbei führt man mit Wonder Woman noch eine weitere Figur aus dem DC-Heldenuniversum ein und gleichzeitig erfährt der Zuschauer, wie Lex Luthor sein intrigantes Spiel entwickelt, um der Menschheit die Furcht vor Superman einzubläuen. Das ist, wie es sich für einen Snyder-Film gehört, angemessen düster inszeniert – und damit ist nicht nur das braungefärbte, körnige Bild gemeint. Vielmehr führt der Regisseur den Tenor fort, den er mit Man of Steel begann. Die größte Überraschung dabei: Ben Affleck funktioniert – und das sogar recht gut. Jedenfalls schafft er es, möglichst grimmig dreinzuschauen und verwandelt den melancholischen Batman eines Christian Bale in einen oft von Wut getriebenen, sehr dunklen Rächer. Damit zeigt Affleck mehr Charaktertiefe als in den ungefähr 20 letzten seiner Rollen zusammen. Ganz nebenbei hat man ihm ein paar graue Schläfen und Strähnen verpasst, die ihn zwar immer noch nicht sonderlich hart aber immerhin recht erwachsen wirken lassen. Die erstaunliche Physis, die er sich in monatelanger Arbeit antrainiert hat, trägt dazu bei, dass man ihm den Batman abnimmt. An seiner Seite ist Jeremy Irons ein weniger auf hintergründigen Humor ausgelegter Alfred als es Michael Caine in den Nolan-Filmen war. Vielmehr stellt er den Assisten als großen Analysten mit leicht verbitterter Note dar. Henry Cavill, der nach Man of Steel erneut in den Umhang schlüpfen darf, ist charakterbedingt etwas auf auf den kantigen Betonschädel reduziert, macht aber das Beste draus und hat die Sympathien durchaus auf seiner Seite. Die Schau stiehlt ihnen allen aber Jesse Eisenberg als Luthor. Eisenberg gibt den Nemesis Supermans mit lustvoller Übersteigerung an der Grenze zum Irrsinn. Er fuchtelt wild herum, reißt Witze und coole Sprüche und hat mehr Mimik im Gesicht als Affleck und Cavill zusammen. Ab und an überschreitet er damit die Grenze zum Overacting, allerdings schafft er es, die Figur nicht der Lächerlichkeit preiszugeben. Amy Adams als Lois Lane gebührt die Rolle des Harmoniestifters – und das im positiven Sinne, denn immerhin wird sie durchaus als taffe Reporterin charakterisiert, die hin und wieder das Bedürfnis hat, ihrem Clark etwas näher zu kommen.

Batman v Superman Dawn of Justice Blu-ray UHD 4K Review Szene 3
Zweikampf der Superhelden

Da sich der Extended Cut relativ viel Zeit lässt, um seine Geschichte ins Rollen zu bringen, könnte man Batman v Superman: Dawn of Justice vielleicht hier und da etwas Zähflüssigkeit unterstellen. Doch 180 Minuten Spieldauer wollen ja auch erst einmal gefüllt werden. Und Synders erweiterte Fassung macht das trotz ein paar Längen deutlich besser als die 150-minütige Kinofassung, die viel zu wenig Hintergrund lieferte. Vielleicht kämpft der Film nach wie vor an einem oder zwei Schauplätzen zu viel und vor allem die Vorstellung von Wonder Woman gerät etwas holprig, doch ein Zack Snyder ist nun mal ein vornehmlich auf Action und Optik konzentrierter Regisseur. Was ihm ebenfalls abgeht, ist der Witz und Esprit eines Joss Whedon. Wenn er mal einen Spruch integriert, dann ist der vorhersehbar wie jener als Superman und Batman darüber flaxen, zu wem Wonder Woman den „gehöre“. Aber dafür funktioniert die Atmosphäre hervorragend. Im Verbund mit dem stilisierten Bild und der teuren Effektmaschine fühlt man sich während der Kämpfe wirklich spektakulär unterhalten. Und, bei aller Kritik: Die politische und sozialgesellschaftliche Relevanz sollte man ohnehin lieber den X-Men überlassen. BvS möchte nichts anderes sein als ein bombastischer Unterhaltungsfilm – und das ist Snyder durchaus gelungen. Sein Hang zum Übertreiben findet sich zwar auch hier in einer Batman-Rüstung wieder, die den armen Bruce Wayne vermutlich bewegungsunfähig machen würde, doch es sieht halt einfach spektakulär aus, wenn Superman diesen gigantischen Fledermaustypen in Rüstung mal eben 50 Meter durch den Raum stößt, als wäre er ein niedlicher Tennisball. Dazu kommt ein Batmobil, das mindestens so atemberaubend wirkt wie jenes aus den Nolan-Filmen und CG-Effekte, die schlichtweg atemberaubend sind. Der finale Kampf zwischen dem Trio und Doomsday sticht da nochmals heraus und kumuliert in einem Bombast, der seinesgleichen sucht. Wer dem Film genau das vorwirft, kann das sicher tun und abschalten. Der Rest lässt sich von einer Blu-ray unterhalten, die technisch (gerade in der UHD-Version) ganz vorzüglich geraten ist.

Batman v Superman: Dawn of Justice könnte im Übrigen zu den Filmen gehören, deren unterschiedliche Veröffentlichungen durchaus den Durchblick verlieren lassen. Die reduzierteste Möglichkeit ist die Single-Disk-Blu-ray mit der Kinofassung. Darauf aufbauend gibt’s die Triple-Disk, die den Kinofilm dann auf 2D, 3D Blu-ray und den Director’s Cut als 2D-Variante bietet. Amazon hält diese Version exklusiv noch als Steelbook parat und dann gibt’s noch die limitierten Collector’s Edition (ebenfalls Amazon exklusiv), die entweder mit einer Batman- oder Superman-Figur aufwarten und auch die 3 Disks inkl. der 3D-Fassung sowie dem Extended Cut beinhalten. Die längere Schnittfassung gibt es indes nicht als 3D-Version. Die 4K UHD enthält den Kino-Schnitt als reguläre Blu-ray und die UHD im Director’s Cut. Die kürzere Kino-Variante gibt es nicht in 4K-Auflösung – so weit, so unübersichtlich. Einheit herrscht beim Sound der UHD , denn sowohl die deutsche als auch die englische Tonspur liegen in Dolby Atmos vor.
Batman v Superman Dawn of Justice Blu-ray UHD 4K Review Szene 2
Betonkopf gegen Stahlhelm – wer gewinnt?

Unterschied zwischen Kinofassung und Extended Cut

Batman v Superman Dawn of Justice Blu-ray UHD 4K Review Szene 5
Bruce Wayne geht auf Tuchfühlung mit einer Frau, die ihm noch häufiger begegnen wird

Schon zum Kinostart von Batman v Superman: Dawn of Justice äußerte man sich dahingehend, dass es zum Heimkino-Release eine erweiterte Fassung des Films geben würde. Da Vieles im (mit zweieinhalb Stunden schon nicht knappen) theatralischen Release hektisch und lückenhaft, manchmal nur bedingt schlüssig wirkte, gibt auch Snyder selbst zu Protokoll, dass der Extended Cut „seine“ Fassung sei. Auch die Freunde zusätzlicher Gewalt kommen auf ihre Kosten. Wenngleich die deutsche Freigabe bei einer 12er-Einschätzung blieb, die USA allerdings auf ein R-Rated hochgingen. Hauptsächlich jedoch konzentriert sich die um gut 30 Minuten längere Fassung auf die ersten gut 90 Minuten, um die Hintergründe der Intrige um Superman besser zu erklären. Zum Teil sind gewisse Details aber auch komplett umgeschnitten worden (wer sich nicht spoilern möchte, der liest ab hier nicht weiter!)

Rogue Cut Spoiler

Bild- und Tonqualität Blu-ray

Batman V. Superman: Dawn Of Justice
Superman rettet seine Lois

Zack Snyder ist Stilistiker – und das schon seit seinem Remake von Dawn of the Dead. Auch in Batman v. Superman nutzt er ausgiebig seine Neigung zum körnigen Film. Da er teils analog, teils digital und mitunter auch in IMAX drehte, schwanken die Bilder ein kleinwenig. Innenraumszenen sind bisweilen sehr grieselig (49’25) und verlieren auch Schärfe (49’45). Dazu ist der Film deutlich braun-gelb gefiltert und nutzt praktisch ausschließlich warme Farbtöne. In dunklen Szenen gehen dadurch schon mal Details etwas unter (Gesichtspartien von Anatoli Knyazev 30’35). Der Kontrastumfang bringt die Spreizung zwischen hellen und düsteren Sequenzen/Details deshalb nicht immer perfekt rüber. Szenen in Clarks Redaktion geraten indes bisweilen sehr ruhig und weisen nur ein angenehmes, filmisches Korn auf (31’30). Auch die Schärfe kann hin und wieder überzeugen, wenn Batmans Konterfei (mal mit und mal ohne Maske) im Fokus steht und als Close-up eingefangen wird (98’25). Alles in Allem ist das Bild zwar gut aber nicht herausragend – gerade solche Filmfans, die gerne ganz klare und ruhige Bilder bevorzugen, werden hier etwas zu mäkeln haben. Freunde von Snyders Look indes werden sich wohlfühlen.
Aufatmen in Sachen Sound: Allen Unkenrufen skeptischer Fans zum Trotz spendierte Warner sowohl der UHD als auch der Blu-ray von Batman v Superman: Dawn of Justice einen Dolby-Atmos-Ton in deutsch und englisch – allerdings mit unterschiedlichem Kern. Während die deutsche Variante einen True-HD-Core aufweist, kommt die Originalfassung mit Kern in Dolby Digital Plus. Unabhängig davon sind beide Spuren schon in ihrer 7.1-Version auf herkömmlichen Receivern ein mustergültiges Beispiel für Dynamik, Effektreichtum und sensationelle Sounds. Jede Actionsequenz, jede Szene mit Batman und Superman, ja sogar die Stimmverzerrung der Fledermaus sind Demonstrationsbeispiele für wahlweise brachialen, innovativen oder höchst direktionalen Klang. Wenn man die zweieinhalb Stunden Film hinter sich gebracht hat, weiß man gar nicht, über welche der vielen Szenen man sich am meisten freuen soll. Einige Beispiele: Schon der Rückblick, in dem erzählt wird, wie Bruce‘ Eltern umkamen, wird von einem Score begleitet, der allgegenwärtig scheint und den Raum über sämtliche Lautsprecher füllt. Fledermäuse flattern in der Höhle umher und fallen dann dermaßen sensationell über den Betrachter her, dass man sich mittendrin fühlt – gerade beim Atmos-Sound (4’00). Beim Aufeinandertreffen der beiden Protagonisten nach knapp 99 Minuten lässt Batman den Mann im roten Cape in eine Akustikfalle tappen. Wer hier sein Heimkino sehr laut eingepegelt hat, wähnt sich selbst für kurze Zeit paralysiert – dermaßen sensationell und kräftig sind diese Momente. Der Regen prasselt dazu wild und authentisch von oben herab und die Selbstschussanlagen feuern kurze Zeit später aus allen Rohren – inklusive der Höhenkanäle. Das ist schon in 7.1 ein Genuss und in Dolby Atmos schlicht sensationell. Gänsehauterregend ist die Stimme Batmans, die, sobald er seine Maske angelegt hat, verzerrt ankommt und großartig aus dem Center raspelt. Mag man am Bild noch aus verschiedenen Geschmacksgründen Anlass zur Kritik finden, der Ton ist schlicht großartig. Alleine die Explosion des Kapitols hätte fünf Filmen an Druck, Gewalt und Effekten gereicht (90’35). Ein ganz klein wenig mehr Tiefbassinformation dürfte es vielleicht hier und da noch geben, wenn Superman die Fledermaus mit Schwung durch gleich mehrere Betonsäulen wirft – auch scheinen hier hin und wieder ein paar Informationen in der Brachialität unterzugehen. Auch die zu Boden donnernde Faust Doomsdays hätte etwas mehr Wucht vertragen können – aber das ist Mäkeln auf ganz ganz hohem Niveau (122’07).

Bild- und Tonqualität UHD

Batman v Superman Dawn of Justice Blu-ray UHD 4K Review Szene 8
BvS kann Bombast – und das nicht zu knapp

Warners Batman v Superman: Dawn of Justice ist die erste UHD, die im noch jungen BD-100-Diskformat daherkommt und somit noch einmal 33GB mehr Speicher bietet als die bisherigen 66GB-Varianten. Bei einem drei Stunden Film, der mit zwei Atmos-Spuren ausgestattet ist, ist das aber auch nötig, um all die Daten unterzubringen. Der Film selbst wurde größtenteils nicht in 4K gedreht und die visuellen Effekte sind in 2K gerendert. Allerdings wurde dennoch ein 4K-Digital-Intermediate verwendet, was BvS zu einer Art „halbechtem 4K“ werden lässt. Freunde von hoher Auflösung, klaren Bildern und augenblicklichen Wow-Effekten werden allerdings zunächst etwas enttäuscht sein, da der grundsätzliche Look von Snyders Film nicht zwingend zum Aha-Erlebnis führt. Das Düstere und Körnige der ursprünglichen Filterung existiert natürlich auch auf der UHD, die selbstredend mit HDR (High Dynamic Range) und erweitertem Farbraum ausgestattet ist. Auch die Verwendung unterschiedlicher Filmmedien (von analog über digital bis hin zu IMAX) bewirkt einen manchmal nicht ganz konsistenten Look. So viel also zur Kritik. Dennoch ist die UHD sichtbar besser als die Blu-ray und damit die Investition wert. Die Auflösungsvorteile finden sich im Detail wieder, die sogar dann besser aussehen, wenn die Action für hektische und kaum in sich ruhende Bilder sorgt. Aber auch die ruhigeren Sequenzen profitieren. Wenn der Zuschauer (und Wonder Woman) auf dem Empfang das Schwert von Alexander präsentiert bekommen, wirkt das durch das High Dynamic Range der UHD deutlich kraftvoller ausgeleuchtet und stellt deshalb viel feinere Details dar. Die Lampen der Vitrine liefern ein viel kräftigeres Licht und die Szenerie wirkt auch nicht ganz so bräunlich wie sie es auf der Blu-ray tut. Außerdem lassen sich viel mehr funkelnde Details am raffinierten Kleid der Dame ausmachen, wenn man die 4K-Variante wählt. Auch der Schriftzug der „White Portuguese“ ist plötzlich nicht mehr gelbstichig, sondern liefert gegenüber der Blu-ray ein kräftiges Weiß. Der Strahler über der Kommandobrücke sendet gleißendes Licht aus und die Nacht drumherum ist tiefschwarz (BD Kinofassung 59’27 / UHD Ext. Cut 74’16). Man kann dem Kerl, der im hell erleuchteten Kommandostand steht praktisch bei der Arbeit zusehen und die drei Männer vor den Containern rechts an Land perfekt erkennen, so klar sind sie aufgrund der höheren Bilddynamik umrissen. Die 2K-Variante sumpft hier im direkten Vergleich deutlich sichtbar ab. Die Details an Bord, die großen Stahlseilrollen und die Container, die hell erleuchtet gerade per Kran vom Schiff gewuchtet werden – all das ist um Längen plastischer und eindrucksvoller. Hier ist die 4K-Disk von Batman v Superman: Dawn of Justice ein mustergültiges Beispiel dafür, dass UHD-Scheiben nicht hauptsächlich von ihrer höheren Auflösung, sondern vornehmlich vom höheren Dynamikumfang und dem erweiterten Farbraum profitieren – gerade bei Bildschirmdiagonalen von unter 80 Zoll. Ebenso zeigt sie, dass es sich durchaus lohnt, sich UHD-fähig zu machen und aufzurüsten, selbst wenn der UHD-kompatible Flachbildschirm „nur“ 52“ aufweist. Ein leuchtendes Beispiel für den Farbraum nach Rec.2020-Standard bietet direkt das nächste Kapitel, wenn Superman vor der Menge auftaucht und rechts am Bildrand steht. Nicht nur löst die 4K-Version seinen strukturierten Anzug sichtbar besser auf, wirkt das Rot einfach viel kräftiger und satter (BD: 70’21 / UHD 88’22). Und damit es hier nicht nur um Superman geht, gibt’s auch noch einen Batman-Vergleich: Zu Beginn von Kapitel 11 prasselt Regen auf dessen Maske und seine lichternen Augen blitzen in der stürmischen Nacht. Dies tun sie auf der UHD noch durchdringender und man kann die Lichtreflexionen neben den Fledermaus-Ausprägungen des Helms deutlich krasser wahrnehmen (UHD 123’00 / BD 98’22) – zudem leuchten die Augen nicht so grün-bläulich wie auf der Blu-ray. Man muss, soviel sollte man sich vor dem Genuss von BvS bewusst sein, allerdings Freund von körnigen Filmen sein. Snyder war das schon immer (wer 300 gesehen hat, weiß, wovon die Rede ist) und nutzt das auch hier ausgiebig. Interessanterweise passiert bei der UHD nicht, was anderen hochaufgelösten Titeln wiederfahren ist, wenn man sie im direkten Vergleich zur Blu-ray angeschaut hat – das Korn nimmt durch die höhere Auflösung nicht zu. Im Gegenteil sorgt der hohe Dynamikumfang gerade auf hellen Hintergründen dafür, dass man weniger Unruhen auf der UHD wahrnimmt als auf der Blu-ray. Am Ende mag sich die 4K-Variante von Batman v Superman vielleicht nicht zu Demonstrationszwecken im ultrateuren Heimkino eignen, die sichtbar bessere Wahl ist sie gegenüber der BD aber auf jeden Fall. In Sachen Akustik gibt es keine Unterschiede zur Blu-ray – immerhin sind die gleichen Tonspuren an Bord.

Batman v Superman Dawn of Justice Blu-ray UHD 4K Review Szene 1
Vielleicht das berühmteste Symbol der Comicgeschichte?

Bonusmaterial

Batman v Superman Dawn of Justice Blu-ray UHD 4K Review Szene 10
Statue mit Bedeutung

Insgesamt elf Featurettes mit einer Laufzeit von über 120 Minuten weist das Bonusmaterial der Blu-ray (die UHD enthält diese Featurettes aus Platzgründen nicht) von Batman v Superman: Dawn of Justice auf. Synder, das weiß man, erklärt sich gerne in den Extras und kommt auch hier (neben Produzenten und Darstellern) ausgiebig zu Wort. Von „Der Vereinigung der (drei) Superhelden“ über „Götter und Menschen“ bis hin zu „Kriegerin und Mythos“, in der es explizit um Wonder Woman geht, reichen die Berichte. Natürlich kümmert man sich auch um das Design des neuen Batmobils. 22 Minuten lang erfahren wir, dass das ursprüngliche Artwork auf einer Serviette in einem Coffee-Shop festgehalten wurde und wie man es dann in die Tat umsetzte – ein Fest für jeden technikverliebten Auto- und Filmfan. Ein weiteres Feature klärt über die neue „Batcave“ auf und in „Die Macht eines Schlags“ geht es um den spektakulären Fight zwischen den beiden Helden. „Das Imperium von Luthor“ und „Rettet die Fledermäuse“, ein Bericht über die echten Fledermäuse und ihre Arterhaltung, runden das extrem aufschlussreiche und reichhaltige Bonusmaterial ab.

Fazit

Batman v Superman: Dawn of Justice mag vollkommen anders sein als die Filme aus dem Marvel-Universum – so schlecht, wie ihn viele Kritiker gerne gemacht haben, ist er allerdings nicht. Ganz im Gegenteil zeigt Snyders Formkurve mit diesem Mammutwerk wieder eindeutig nach oben. Dies vor allem im Extended Cut, der bedeutend schlüssiger geworden ist und trotz zusätzlicher Länge während der ersten 90 Minuten nur manchmal langatmig wirkt. Die Figuren werden deutlich tiefgründiger geschildert, Aktionen bekommen mehr Futter und dass Snyder Action kann, wissen wir schon lange. Ganz bewusst setzt er sich gerade in Sachen Düsternis von den hellbunten Avengers-Spektakeln ab und macht sich damit nicht nur Freunde. Doch haben die Zuschauer weltweit eine Kopie der Filme aus dem Marvel-Universum gebraucht? Sicherlich nicht. Fans der DC-Comics werden jedenfalls dankbar feststellen, dass der Film viele Motive einiger Vorlagen (bspw. „Der Tag, an dem Superman starb*) integriert und sich mit vielen Symbolen (das „verkehrt herum“ hängende Bild in Luthors Anwesen) auch in Richtung zukünftige Filme orientiert. Technikfans werden ebenfalls begeistert sein, denn während die Blu-ray schon über einen sensationellen Dolby-Atmos-Sound verfügt, addiert die UHD noch ein sehr gutes Bild hinzu. Fazit: Pflichtkauf fürs gut ausgerüstete Heimkino!
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 75%
Bildqualität UHD: 85%
Tonqualität BD (dt. Fassung): 95%
Tonqualität BD (Originalversion): 95%
Tonqualität UHD (dt. Fassung) 95%
Tonqualität UHD (Originalversion) 95%
Bonusmaterial: 80%

Film (Kinofassung): 65%
Film (Extended Cut): 75%

Anbieter: Warner Home
Land/Jahr: USA 2015
Regie: Zack Snyder
Darsteller: Henry Cavill, Ben Affleck, Amy Adams, Gal Gadot, Jesse Eisenberg, Laurence Fishburne, Diane Lane, Jeremy Irons, Holly Hunter
Tonformate (BD): Dolby Atmos: de (True HD 7.1), en (DD+ 7.1)
Tonformate (UHD): Dolby Atmos: de (True HD 7.1), en (DD+ 7.1)
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 152/182
Codec (BD): AVC
Codec (UHD): HEVC
Real 4K: Jein (4K Intermediate)
FSK: 12

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