Best of 4K UHD Ultimate Edition

Blu-ray Review

best of 4K Ultimate Edition UHD Review Cover
Busch Media/AL!VE AG, seit 06.05.2016

OT: –

 


Weltreise in UHD

16 Kurzfilme, die dokumentieren, wie schön neue Technologie sein kann.

Inhalt

best of 4K Ultimate Edition UHD Review Szene 2
Unfassbar schöne und beeindruckende Aufnahmen der Natur

Neben India 4K und der UHD zu TimeScapes – Die Schönheit der Natur und des Kosmos kam im Mai 2016 auch diese Best of 4K-Kompilation mit orginal in 4K aufgenommenen Kurzfilmen heraus. Basierend auf einer Blu-ray von März, bzw. Oktober 2015, der ein UHD-Stick beigelegt war, ist diese Zusammenfassung von 16 Shorts eine Demonstration dessen, was eine höhere Auflösung zu leisten imstande ist. Schauplatz der Kurzfilme sind unter anderem die antiken Stätten Roms sowie die hektische Großstadt Hong Kong. Auch Aufnahmen aus Amerikas Nationalparks sind zu bewundern und ein Abstecher in die Steppe Afrikas oder das Eis Islands sind ebenfalls mit an Bord. Besonders beeindruckend sind die Szenen vom indischen Holi-Festival, das auch „Fest der Farben“ genannt wird. Vom ersten Moment der Bilder wird klar, warum es diesen Titel zu Recht trägt. Globetrotter werden sich ohnehin wohlfühlen mit dieser Sammlung von kurzen Dokumentationen, denn Natur und Kultur gibt es reichlich und satt zu sehen in Best of 4K. Ob man nun schon mal in Schwarzwafrika war, Stockholm zu den Reisezielen gehörte oder man HongKong bereist hat – die UHD liefert ein Wiedererkennungserlebnis nach dem anderen. Viel wichtiger aber noch: Wie wirkt die 4K Disk im Heimkino? Wie gut ist die Bildqualität?

best of 4K Ultimate Edition UHD Review Szene 8
Orte, die so unglaublich sind, dass man sie kaum von dieser Erde wähnt

Bild- und Tonqualität

best of 4K Ultimate Edition UHD Review Szene 6
Blickwinkel, wie man sie so noch nicht gesehen hat

Zunächst mal sei gesagt, dass auch Best of 4K wie seine Kollegen India 4K und TimeScapes ohne HDR und erweiterten Farbraum Rec.2020 auskommen muss. Das ist vor allem deshalb schade, weil gerade die farbkontrasten Aufnahmen des Holi-Festivals hier nochmals profitiert hätten. Man muss also wissen, dass man hier „nur“ echtes 4K bekommt, nicht aber einen größeren Farbraum oder eine höhere Bilddynamik. Allerdings bedeutet „nur echtes 4K“ an dieser Stelle nicht einfach „nur“, sondern schlicht „Wow“. Denn in Sachen Auflösung und Detailzeichnung sind einige der Filme absolutes Referenzmaterial für UHD-Demonstrationen. Das fängt schon beim ersten Beitrag „Global Traveller Namibia“ an. Wer auf Full-HD-Filmen schon mal derart plastische Dickhäuter gesehen hat, deren Hautstruktur dermaßen dreidimensional wirkt, der hebe JETZT seine Hand … Keiner? Kein Wunder, gab’s auch nicht. Auch die Aufnahmen der Einheimischen sind von bestechender Qualität und erscheinen extrem plastisch vom Hintergrund abgelöst. Wechselt man dann auf Film #3, die Azoren, sehen die Pflanzen und Steine auf dem Bildschirm dermaßen realistisch aus, dass man sich vor Ort wähnt (0’36). Jetzt muss man sich zwar vor Augen halten, dass es demonstrativ ruhige Einstellungen ohne viel Bewegungsdynamik sind – eine Gemeinsamkeit, die Demobilder oftmals teilen, weil man auf diese Weise die „Problemzonen“ von Fernsehgeräten umgehen kann, doch davon ab ist das hier ganz großes UHD-Kino. Die Aufnahmen aus Kapitel vier kennt man im Übrigen schon, sie entstammen der India 4k-Disk.

best of 4K Ultimate Edition UHD Review Szene 7
Jedes Detail lässt sich auf der UHD-Disk erkennen

Während der Aufnahmen von „Made on Earth“ sind erstmalig leichte Abzüge in der B-Note vorzunehmen, denn hier rauscht es im Himmel ein kleinwenig – vermutlich aufgrund der notwendigen eingestellten ISO-Lichtempfindlichkeit der verwendeten DSLR-Kamera (0’50). Fantastisch sind hingegen die Time-Lapse-Szenen von „Shaped By Time“. Unglaublich ist die Tiefe und Kontrastintensität in den Höhlen sowie die Feinzeichnung der Felsmassive – Bilder zu denen man vorzüglich meditieren könnte, wenn man denn meditiert. Geht es dann in die senkrecht gebaute Metropole HongKong, weiß man, wofür hohe Auflösungen gut sind. Was hier an Detailtiefe und Bildruhe demonstriert wird, sucht definitiv seinesgleichen. Man kann noch bis in die hintersten Winkel Strukturen erkennen und die Feinheiten der großen Werbe-Schriftzeichen sind atemberaubend (0’28). „Postcards from Stockholm“ liefert dann wunderschöne Nachtaufnahmen der Altstadt über den Hafen gefilmt und wird bei jedem für Déjà-vus sorgen, der schon mal dort war. Qualitativ am „schlechtesten“ sind die Aufnahmen des Films „Mallorca Impressions“, die etwas unruhiger wirken, nicht ganz so viel Tiefe haben und von der Auflösung her etwas abfallen. An der Bilddatenrate kann das nicht liegen, denn diese liegt auch hier (wie während der anderen Filme auch) bei durchschnittlich 35Mb/s mit kurzzeitigen Spitzen bis zu 130Mb/s.

best of 4K Ultimate Edition UHD Review Szene 4
Wenn geschäftiges und hektisches Treiben fast poetisch wirkt

Akustisch liegen die ersten 14 Filme von Best of 4K leider nur in 2.0 vor, während „Aquarium“ und „Fireplace“ in 5.1 abgemischt sind – jeweils als dts-HD-Master. Schon die Stereo-Tonspuren wie die im ersten Film in Namibia oder jene aus HongKong glänzen mit hoher Dynamik und weiträumiger Bühne. Man kann erahnen, wie schön sich die Musik anhöhren würde, wäre sie über den kompletten Raum verteilt. Schade, dass man hier keinen vollen Surroundmix bei allen Filmen anbieten konnte. Der Mehrkanalmix von „Aquarium“ ist qualitativ nicht mal besonders gut, da ihm im Mitteltonbereich etwas die Puste fehlt und er leicht dröhnig wirkt. „Fireplace“ hält ohnehin nur das Knistern des brennenden Holzes parat – ob man das in 5.1 braucht? Leider verschenkt die UHD hier akustisches Potenzial, denn die Vertonung der ersten 14 Kurzfilme in 5.1 wäre wesentlich spannender gewesen.

Bonusmaterial

best of 4K Ultimate Edition UHD Review Szene 3
Beeindruckend im wahrsten Sinne des Wortes

Bonusmaterial enthält die UHD von Best of 4K leider nicht, lediglich vier weitere Trailer zu 4K-Titeln des Anbieters sind an Bord.

Fazit

Best of 4K trägt seinen Titel zu Recht. Denn was man hier zumindest bei 13 der 16 Filme zu sehen bekommt, ist schlicht Referenzmaterial in Sachen Feinauflösung und Detailtiefe. Dass HDR und Rec.2020 nicht an Bord sind, ist zwar schade, anhand der gebotenen Qualität der Aufnahmen aber fast zu verschmerzen. Deshalb gibt’s zwar nicht ganz die volle Punktzahl fürs Bild, aber wenn man seinen Besuchern wirklich mal demonstrieren möchte, wie großartig UHD sein kann, dann gehört diese Disk in jedes Repertoire.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität (UHD): 90%
Tonqualität: 65%
Bonusmaterial: 5%
Film: 70%

Anbieter: Busch Media/AL!VE AG
Land/Jahr: D/Spanien 2012-14
Regie: Enrique Pacheco (Time-Lapse-Filme)
Tonformate: dts-HD-Master 2.0 und 5.1 (non verbal)
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 90
Codec (UHD): HEVC
Real 4K: Ja
FSK: 0

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