Caged to Kill

Blu-ray Review

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Tiberius Film, 01.12.2016

OT: Riot

 


Gefängnisaufstand

Rachethriller in der Anstalt mit den orangen Overalls.

Inhalt

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Die Wärter machen Jack unmissverständlich klar, dass sie nicht auf seiner Seite stehen

Jack Stone ist ein ziemlich guter Cop und hatte mal eine glückliche Familie. Seitdem diese jedoch vor seine Augen von den Schergen des russischen Gansterbosses Balam umgebracht wurden, sinnt der kantige Kerl auf Rache. Um das zu erreichen, hat er sich extra bei einem Banküberfall erwischen lassen und sitzt nun im Gefängnis ein. Allerdings nicht in irgendeinem Knast, sondern in genau dem, in dem sich Balam seit Jahren schon befindet und ein erstaunlich komfortables Gangsterleben mit florierendem Drogenhandel führt. Da praktisch alle Insassen (und viele Wärter) nach Balams Pfeife tanzen, kommt Stone der geheimnisvolle Mann mit dem Wischmop gerade recht. Der tut zwar immer ein bisschen minderbemittelt, hat es aber faustdick hinter den Ohren. Und aus irgendeinem Grund unterstützt er Stones Vorhaben. Der hat indes noch ein weiteres As im Ärmel, denn eine Reporterin beginnt, die weitreichende Korruption hinter Balams Aktivitäten aufzudecken …

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Der Grund, warum Jack einsitzt: Ein gescheiterter Bankraub

Ein Gefängnis-Action-Thriller nach bestem 80er-Jahre-Muster und im lupenreinen B-Movie-Gewand erwartet den Zuschauer in Caged to Kill. Zwar spielt der prominent auf dem Cover prangende Herr Lundgren nur eine (altersmilde) Nebenrolle, doch das macht gar nichts, weil Protagonist Matthew Reese ganz offensichtlich leidenschaftlich bei der Sache ist. Der Taekwondo-Schwarzgürtelträger zeigt sich äußerst fit, beweglich und meistert seine Kampfszenen mit Bravur. Ohnehin ist die Action im Gefängnis solide und temporeich inszeniert – egal, ob die Jungs sich vermöbeln oder im Frauenknast nebenan die Mädels aufeinander losgehen. Die Rachegeschichte ist natürlich so simpel wie sie nur sein kann, die Motivation für die Vergeltung kommt aus der üblichen Ein-Mann-sieht-rot-Mottenkiste und die Gefängnisinsassen könnten klischeehafter kaum sein. Dankenswerterweise fügt John Lyde immer wieder ganz nette schwarzhumorige Momente hinzu und lockert das Geschehen mit augenzwinkernden Situationen auf (Stichwort: achteinhalb), die durchaus für ein Schmunzeln sorgen.

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Die Zwei werden in diesem Leben keine Freunde mehr

Lundgren steht die Rolle des nur nach außen naiv und grenzdebil wirkenden, nach innen aber umso abgeklärteren Putzmannes zudem ziemlich gut – könnte er öfter machen. So wirkt Caged to Kill am Ende nicht ganz so abgedroschen, wie viele seiner Genrekollegen. Als Bösewicht gibt Ex-UFC-Champion „Chuck“ Liddell eine gute Figur ab – zumindest im Englischen, wo der russische Slang nicht so vordergründig albern wirkt. Für ein klares Schwarz-Weiß-Verhältnis ist also gesorgt, selbst wenn man im letzten Drittel noch versucht, Balam etwas Emotion zu verleihen, indem man plötzlich seine Tochter vorstellt. Neben Lundgren, Reese und Liddell sorgt auch Danielle Chuchran für Lichtblicke. Die 23-jährige Aktrice, die in ihrer Rolle wirkt wie eine junge Kristanna Loken, darf ordentlich zulangen und zeigen, wofür man Einrichtungsgegenstände einer Großküche nutzen kann. Wenn kurz vor der finalen Konfrontation dann noch Oldboy zitiert wird, geht selbst das in Ordnung – ohne dem Original zu nahe treten zu wollen.

Bild- und Tonqualität

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Zwischen Putzlumpen und Gummigeschoss-Wumme: William

Das Bild von Caged to Kill liegt im Format von 1,78:1 vor und überzeugt in den Nahaufnahmen mit äußerst hoher Schärfe. Luftige Kamerafahrten während der Außenszenen ruckeln allerdings und Farben könnten während der Gefängnisszenen noch etwas natürlicher sein. Rauschfaktor und Korn liegen auf erstaunlich akzeptablem Niveau – selbst während der dunkleren Szenen wird’s nicht über die Maßen unruhig.
Der rockige Score, mit dem Caged to Kill beginnt, kommt mit einer relativ breiten Bühne rüber und die Soundeffekte während der computergenerierten Bilder vom Gefängniskomplex, füllen auch die rückwärtigen Lautsprecher mit Informationen. Dialoge sind relativ gut verständlich, allerdings ist nicht jede Synchronstimme geglückt – gerade der teils aufgesetzt wirkende russische Slang geht frühzeitig auf die Nerven. Die zünftige Schießerei nach dem Banküberfall könnte außerdem während der Explosionen noch etwas druckvoller sein, liefert aber durchaus direktional umherfliegende Projektile. Die Dynamik setzt dann im finalen Fight zwischen Balam und Jack ein, wenn deren Schläge in Zeitlupe gefilmt werden und dumpf-donnernd ins Heimkino transportiert werden.

Bonusmaterial

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Alena spielt eine wichtige Rolle für William und Jack

Im Bonusbereich von Caged to Kill gibt’s den Originaltrailer und weitere Programmtipps des Anbieters.

Fazit

Caged to Kill ist zwar kein sonderlich origineller oder gar logischer, dafür aber durchweg unterhaltsamer Gefängnis-Actionthriller mit rasanten Handkanten- und Faustkämpfen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 75%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 10%
Film: 60%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: USA 2015
Regie: John Lyde
Darsteller: Matthew Reese, Dolph Lundgren, Danielle Ryan Chuchran, Chuck Liddell, Michael Flynn, Renny Grames
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 87
Codec: AVC
FSK: 18 (ungeschnitten)

Trailer zu Caged to Kill

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