Crook – Tödliche Konsequenzen

Blu-ray Review

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Tiberius Film, seit 02.10.2014

OT: Crook

 


Alle gegen Alle

B-Exploitation-Thriller aus Kanada, der etwas mehr Tempo vertragen hätte.

Inhalt

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Bryce wirft sich immer dazwischen – egal wie brenzlig es wird

Bryce ist nicht erfreut darüber, dass ein paar Unbekannte ihm nach der Übergabe eine seiner Drogenladungen geklaut hat. Also macht er sich mit Kumpel Danny auf die Suche nach den Verantwortlichen. Bald schon stellt er fest, dass die zwei Novizen, die dahinter stecken, nicht allein gehandelt haben – weitere Gangster und ein korrupter Cop haben ihre Finger im Spiel. Zunächst jedoch wird Bryce von seinem Boss auf einen gewisser Weaver, einen schmierigen Typen, dem kein Geschäft zu heikel ist. Also ködert Bryce diesen mit der Prostituierten Tricky und erlebt eine faustdicke Überraschung …

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Weaver ist ein höchst schmieriger Gangster, der im Hintergrund die Fäden zieht

Puh … was uns Regisseur Adrian Langley mit Crook – Tödliche Konsequenzen auftischt, ist von Beginn an dermaßen kompliziert, dass man schon alleine bei den vielen Figuren (fast 15 werden alleine in den ersten 20 Minuten eingeführt) bald die Übersicht verliert – zumal helfende Erklärungen oder ein eigenständiges Aussehen nur bedingt vorhanden sind. Gefilmt ist das Ganze ziemlich behäbig, meist reichen zwei/drei Kameraeinstellungen für die diversen Szenen aus. In der Originalsprache merkt man zwar, dass die Darsteller fast allesamt leidenschaftlich bei der Sache sind (die Synchro ist leider etwas emotionslos geworden), dennoch will Crook nie so richtig Fahrt aufnehmen. Und wenn der Film dann irgendwo in der 65. Minute eine durchaus überraschende Wendung präsentiert, hätte das für einen Aha-Effekt sorgen können, wenn es bis dahin nicht so verworren und zäh gewesen wäre. Wenigstens darstellerisch weiß Crook hingegen zu gefallen: Adam Beach (der junge Navajo-Codierungsoffizier aus Windtalkers) hat zwar sichtlich Speck angesetzt, überzeugt aber als zwischen allen Fronten agierender Bryce. Leider kann er auch nicht gegen die behäbige Inszenierung ankämpfen, die nur hin und wieder von (unerwartet) drastischen Shoot-outs unterbrochen wird – was vielleicht ein zweites Argument für den Gangster-Thriller ist.

Bild- und Tonqualität

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Tricky trägt ihren Namen nicht ohne Grund

Das Bild von Crook – Tödliche Konsequenzen ist zwar in Nahaufnahmen schön scharf, leidet aber unter einem deutlichen Grünstich, unschönen Farbverläufen auf uniformen Flächen und wirkt in dunklen Szenen matschig. Der Kontrastumfang könnte ensprechend auch etwas höher sein.
Akustisch gibt es erst einmal ein Kompliment für die hervorragend verständliche Dialoge in Crook, die im Englischen noch etwas dominanter sind. Ein wenig komprimiert klingen sie zwar, doch das hat man auch schon schlechter gehört. Während der Schusswechsel kommt etwas Atmosphäre auch über die Rearspeaker auf (gerade bei den späteren Slow-Motion-Momenten) und wenn drei der Gangster in einem öffentlichen Klo aufeinander ballern, klingt das recht realistisch. Im Prinizp gibt es keine echte Filmmusik, es liegt aber dauerhaft ein dezenter Keyboardteppich im Hintergrund.

Bonusmaterial

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In „Crook“ wird geschossen, bevor geredet wird

Originaltrailer und Programmtipps – das war’s mit dem Bonusmaterial von Crook – Tödliche Konsequenzen.

Fazit

Crook – Tödliche Konsequenzen ist ein ambitionierter und von einigen auch leidenschaftlich vorgetragener Gangster-Thriller, der aber mehr Gähnen als Thrill verursacht. Schade, dass es sich Regisseur Langley unnötig schwer und kompliziert macht.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 65%
Tonqualität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität (Originalversion): 60%
Bonusmaterial: 10%
Film: 40%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: Kanada 2013
Regie: Adrian Langley
Darsteller: Adam Beach, Leah Gibson, Bill Lake, Jon McLaren
Tonformate: dts HD-Master 7.1: de, en
Bildformat: : 2,35:1
Laufzeit: 92
Codec: AVC
FSK: 16

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