Dark Invasion – Sie sind nicht von dieser Welt uncut

Blu-ray Review

OT: The Corrupted

Tiberius Film, ab 05.03.2015
Tiberius Film, seit 05.03.2015

 


Vielarmige Alien-Brut

Gib mir mehr von dem außerirdischen Schleim!

Inhalt

Sommer, Sonne, See - perfekte Bedingungen für nackte Haut, wildes Feiern und ein bisschen Alienattacke
Sommer, Sonne, See – perfekte Bedingungen für nackte Haut, wildes Feiern und ein bisschen Alienattacke

Ein paar junge Mädels und Typen sind auf dem Weg in ein Partywochenende auf einer entlegenen Hütte am vom Wald umgegenben See. Dort angekommen wartet auch schon der alte Kumpel Jeremy, der schon mal die Feuerstelle warm gehalten und den billigen Fusel an die Bar gestellt hat. Obschon der langhaarige Kerl sich noch sonderbarer benimmt als sonst schon, steht erst Mal Alkohol, Musik und Fete auf dem Plan. Doch dann, kurz nachdem man kollektiv etwas übers Leben philosophiert hat, zeigt Jeremy sein wahres Gesicht – ein von Tentakeln befallenes. Irgendetwas scheint sich seiner bemächtigt zu haben und holt, warum auch immer, jetzt eine der Herrschaften nach dem anderen …

Jeremy sieht nicht nur düster aus, er trägt das Böse in sich - klar, ist ja auch ein waschechter Heavy-Metaller
Jeremy sieht nicht nur düster aus, er trägt das Böse in sich – klar, ist ja auch ein waschechter Heavy-Metaller

Ein zotteliger Typ sitzt auf seinem Campingstuhl am Strand, klimpert im Emo-Stil auf seiner akustischen Gitarre, während die Titel hübsch animiert im Flow der anbrandenden Wellen eingeblendet werden – Low-Budget fing schon mal weniger sympathisch an als in Dark Invasion – Sie sind nicht von dieser Welt. Das setzt sich auch dann fort, wenn die jungen Leute zwischenzeitlich über das Leben, das Universum und den ganzen Rest philosophieren. Zwar erreicht Dark Invasion hier keine socrates’sche Tiefgründigkeit, doch immerhin ist’s mal was anderes. Ein wenig anders sind auch die tendenziell surrealen Einschübe, wenn Jeremy vom Bösen eingeflüstert bekommt, was er tun soll. Auch wenn die Darsteller allesamt eher auf Schultheater-Niveau agieren und die gespielte Panik tatsächlich nach gespielt aussieht, so kann man Dark Invasion einen gewissen Charme nie ganz absprechen. Den Effekten und Actionchoreografien sieht man die günstige Herkunft an, der vielarmige Alienglibber hat jedoch fast schon B-Movie-Qualität. Und da billige Trash-Horror-Sci-Fi-Streifen schon mal hässlicher in Erscheinung traten (immerhin ist der Ursprung eine Blodine im Heather-Thomas-Format) und der ganze Schwurbel nach 68 Minuten rum ist (der Abspann bringt’s tatsächlich auf sieben Minuten) kann man das durchaus mal machen.

Was man als Genrefan allerdings meiden sollte, ist die deutsche Synchronspur von Dark Invasion. Nicht nur sind die Sprecher (gerade die weiblichen) auf maximal Laien-Niveau, sondern wurden die meisten Gags mies eingedeutscht. Selbst die Untertitel gehen diesen Weg mit und präsentieren die abgedroschensten Trinksprüche seit Erfindung des Caipirinha. Die Aktivierung der Original-Tonspur wird deshalb zur Pflicht! Zumal nur dort der integrierte schwarzhumorige Witz zur Geltung kommt. Officer Brick beispielsweise lockert das etwas behäbige und klischeehafte Geschehen immer wieder mit komischen Auftritten auf.
Entlaufen aus "Planet 9 from Outer Space": Der Herr mit der Kirmesschminke und der aufgeschlitzten Kehle
Entlaufen aus „Planet 9 from Outer Space“: Der Herr mit der Kirmesschminke und der aufgeschlitzten Kehle

Bild- und Tonqualität

Officer Brick ist ein veritables A-Loch - ein bisschen Klischee wird ja wohl noch sein dürfen
Officer Brick ist ein veritables A-Loch – ein bisschen Klischee wird ja wohl noch sein dürfen

Das Bild von Dark Invasion liegt im ungewohnten Format von 2,20:1 vor und ist vornehmlich flau, kontrastschwach und dunkel. Während der Szenen, die nachts in der Hütte oder am Strand spielen, tut man sich schwer, Details zu erkennen. Und wüsste man nicht, dass der Film mit Red-One-Kameras gedreht worden wäre, käme es einem aufgrund immer wieder deutlich sichtbarer Treppenstufen vor, als hätte man es mit einer DVD zu tun. Hier scheint irgendwo auf dem Weg zur Blu-ray geschlampt worden zu sein.
Akustisch wird in Dark Invasion nicht viel geboten. Zwar plätschert das Meer ein wenig räumlich über die Lautsprecher, allerdings wirkt das weder differenziert, noch sonderlich dynamisch. Die dämonischen Stimmen und Tentakelgeräusche im Finale dringen etwas präsenter ans Ohr als der Rest und die Dialoge sind relativ gut eingebettet.

Bonusmaterial

Fünf Programmtipps und die beiden Originaltrailer stehen im Bonusmaterial von Dark Invasion zur Verfügung.

Fazit

Dark Invasion ist purer Horror-Sci-Fi-Trash von ambitionierten Filmemachern, die sicherlich Spaß an ihrer Sache hatten. Für eine entsprechenden „Müll“-Party ist das der perfekte Beitrag im Sugbenre – hohe Filmkunst geht natürlich anders.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 40%
Tonqualität (dt. Fassung): 55%
Tonqualität (Originalversion): 60%
Bonusmaterial: 10%
Film: 45%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: CA 2010
Regie: John Klappstein, Nighten Richman
Darsteller: Anuj Saraswat, Caleb Ian Morley Fischer, Keltie Squires, Jeremy Hook, Ashley Tallas, Kymberley Masters,  Sylvia Soo
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 1,85:1
Laufzeit: 75
Codec: AVC
FSK: 16

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