Day of the Dead: Bloodline

Blu-ray Review

Day of the Dead Bloodline Blu-ray Review Cover
EuroVideo, 25.01.2018

OT: Day of the Dead: Bloodline

 


Remake of the Dead

Wie schlägt sich die Neuverfilmung von Romeros drittem Zombiefilm?

Inhalt

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Max ist ein äußerst unangenehmer Patient

Fünf Jahre ist es her, dass eine Zombie-Apokalypse praktisch die ganze Menschheit ausgelöscht hat. Die seinerzeit angehend Ärztin Zoe war dabei, als Patient X in ihrem Institut für den Ausbruch sorgte. Seitdem lebt sie in einem militärischen Bunker, wo sie Forschungen betreibt, um die Epidemie möglicherweise doch noch in den Griff zu bekommen. Da man die Untersuchungen nicht ohne Versuche am “lebenden” Objekt betreiben kann, dienen Untote vor den Toren der Basis als Versuchsobjekte. Als Zoe mit einem Einsatzteam Medikamente besorgen will, stoßen sie auf weitere Zombies. Einer von denen kann die Verfolgung aufnehmen und sich in die Basis einschleichen. Als er Zoe gegenüber steht, beißt er jedoch nicht zu. Die Ärztin erkennt, dass es sich um Max handelt – einen aufdringlichen Patienten, der einst versuchte, sie zu vergewaltigen. Sein Blut scheint allerdings dermaßen hohe Konzentrationen von Immunität zu enthalten, dass er nicht zum völlig willenlosen Killer mutiert ist. Er könnte der Schlüssel für ein Heilmittel sein. Doch der Rest der Basis ist gar nicht entzückt darüber, einen lebenden Untoten gefangen zu halten …

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Patient Zero

Als die Produzenten von Day of the Dead: Bloodline sich nach einem Regisseur umsahen, der das Quasi-Remake von George A. Romeros Trilogie-Abschluss inszenieren sollte, stolperten sie über das spanische Genre-Highlight Die Leiche der Anna Fritz. Die frische Herangehensweise des Regisseurs Hèctor Hérnandez Vicens überzeugte die Macher, weshalb sie ihm den Job anboten. Vicens nahm dankend an und stellte sich einer großen Herausforderung. Nicht wenige Romero-Fans halten dessen dritten Zombiefilm für den besten der ursprünglichen Trilogie und eine mindestens gleich große Anzahl der Anhänger des Kultregisseurs mit der großen Brille sehen heilige Kühe geschlachtet, wenn man sich ihrer geliebten Filme annimmt. Nach Tom Savinis Remake zu Night of the Living Dead und Snyders viel diskutierter Neuinterpretation von Dawn of the Dead schien es aber durchaus an der Zeit, die Geschichte für das aktuelle Publikum neu aufzubereiten. Selbst wenn man der neuaufgeflammten Zombiefilm-Welle mittlerweile kritisch gegenübersteht, weil sie während der letzten Jahre eine Schwemme schwacher Subgenre-Werke zu verantworten hat, kann es ja durchaus möglich sein, dass einer der vielen Drehbuchautoren in Zusammenarbeit mit guten Produzenten und ebensolchen Maskenbildnern das Thema spannend und angemessen aufarbeiten kann. Das ist, sagen wir mal, bedingt gelungen. Während so mancher Ausflug der Überlebenden in die Umgebung durchaus Atmosphäre hat und Spannung aufkeimen lässt, sind die Darsteller leider bis auf wenige Ausnahmen durch die Bank hölzern. Schon Sophie Skelton in der Hauptrolle agiert ein wenig unglücklich, wobei man den Machern durchaus anrechnen darf, dass eine Frau als Heldin durch einen Zombiefilm führen darf.

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Gibt’s doch noch Hoffnung auf eine Zukunft?

Apropos führen: Was man sich dabei dachte, dem Hybrid-Untoten Max eine Frisur zu verpassen, die nicht nur entfernt an einen gewissen “Führer” erinnert, der die Welt in einen Krieg stürzte, das bleibt wohl das Geheimnis der Macher. Leider funktioniert das heute nicht mehr als Dämonisierung von Figuren, sondern endet eher in Belustigung. Johnathon Schaech, der einzige Darsteller, der so etwas wie internationales Format hat, kann nichts dafür. Er spielt die Schlüsselfigur des Max annehmbar und grunzt sich überzeugend durch den Film.
Was wirklich ärgert, sind die dummen Verhaltensweisen der Menschen. Da lebt man fünf Jahre lang in Angst und Schrecken, geht jede Vorsichtsmaßnahme ein und agiert dann bisweilen dermaßen dämlich, dass es kracht. Kein Wunder, wenn man dann gefressen wird. Aber es braucht natürlich auch Szenen, in denen die Maskenbildner zeigen dürfen, was sie können. Und hier punktet Day of the Dead: Bloodline tatsächlich. Die praktischen Effekte, Blutfontänen-Szenen und Masken der Zombies sind professionell und ragen vor allem dadurch heraus, dass sie digitale Bluteffekte prinzipiell vermeiden. Auch das Set-Design passt und nimmt es durchaus mal mit einer Folge The Walking Dead auf. Apropos TWD. Ziemlich unnötig war es, dass man die deutsche Synchronisation durch das Nutzen des Wortes “Beißer” für die Zombies, während im Original durch die Bank von den “Rottern” die Rede ist. Dadurch bewirkt man eine Anbiederung an die erfolgreiche Zombie-Serie, die dem Film eher schadet als hilft.
Schade ist auch, dass man die menschlichen Emotionen nur kratzt. Klar wird hier gerne mal Schuld verteilt, weil Zoe sich nicht so verhält, wie es das Militär gerne hätte und auch schon mal jemand dabei umkommt. Doch gerade in der Figur des Miguel hätte mehr Potenzial gesteckt. Man hätte ausweiten können, warum er am liebsten alles und jeden über den Haufen schießt, der ihm nicht passt – unabhängig ob Zombie oder Mensch. Immerhin funktioniert der tragische Hintergrund Zoes ganz gut und sorgt für Dynamik zwischen ihr und ihrem Freund Baca.

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Als Hybrid-Zombie ist Max auch nicht hübscher

Bild- und Tonqualität

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Zoe opfert sich für andere auf

Das Bild von Day of the Dead: Bloodline gefällt mit recht hoher Laufruhe und ansprechendem Kontrastumfang. Die Farben wurden etwas reduziert und manche Innenraumszenen sind etwas hell geraten. Dafür ist die Schärfe durchweg gut und vor allem homogen über den ganzen Bildschirm verteilt.
Während der Ton von Day of the Dead: Bloodline meist nur vordergründig abläuft und hauptsächlich die drei Frontspeaker beschäftigt, gibt’s nach dreißig Minuten erstmals direktionale Surround-Sounds, wenn Zoe und ihre Kollegen im Institut von den Zombies angegriffen werden und ihr Grunzen auf den Rears abgelegt wird. Auch das aggressive Raunzen von Max fächert sich hübsch auf alle Lautsprecher auf.

Bonusmaterial

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Mahlzeit

Im Bonusmaterial von Day of the Dead: Bloodline gibt’s ein kurzes Making-of, das die Besonderheit der Story innerhalb des Zombie-Kosmos herausstellt. Dazu gesellen sich sechs kurze Interviews mit den Darstellern

Fazit

Day of the Dead: Bloodline hat gute Blut- und Gore-Effekte und zeigt ein actionreiches Finale. Man sollte ihn aber vielmehr für sich betrachten und nicht mit Romeros Vorlage im Hinterkopf. Gegen die kann der Film von Hèctor Hernández Vicens leider nicht bestehen, was vor allem am schwachen Drehbuch und dem ärgerlichen Verhalten der Charaktere liegt.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 30%
Film: 50%

Anbieter: EuroVideo
Land/Jahr: Bulgarien/USA 2017
Regie: Hèctor Hernández Vicens, Pearry Reginald Teo
Darsteller: Sophie Skelton, Johnathon Schaech, Marcus Vanco, Jeff Gum, Mark Rhino Smith, Lillian Blankenship
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 90
Codec: AVC
FSK: 18 (ungeschnitten)

Trailer zu Day of the Dead Bloodline


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