Platz 2: Der Herr der Ringe I-III

Platz 2: Der Herr der Ringe I-III (Blu-ray Review)

Im Vertrieb von Warner Home
Im Vertrieb von Warner Home

OT: The Lord of the Rings I-III

 


Mein Schatz!

Hätte 1999 irgendjemand für möglich gehalten, dass die aktuell in Produktion befindliche Verfilmung der Fantasy-Romane von J.R.R. Tolkien einmal das Kino revolutionieren würde?

Story

Frodo muss "den einen Ring" zum Schicksalsberg bringen ...
Frodo muss „den einen Ring“ zum Schicksalsberg bringen …

Hobbit Frodo staunt nicht schlecht, als der waise Zauberer Gandalf vor ihm steht und ihn mit einer Aufgabe betreut, deren Tragweite nicht einmal ansatzweise absehbar ist.
Der gerade von seinem Onkel Bilbo Beutlin „geerbte“ Ring, welcher in der Lage ist, seinen Träger unsichtbar zu machen, wird als „Der Eine“ bezeichnet. DER Ring mit dem der mächtige und bösartige Herrscher Sauron ganz Mittelerde unterwerfen könnte.
Um dies zu verhindern, muss das Schmuckstück zerstört werden. Da kein Hammer und kein Amboss dazu in der Lage ist, muss Frodo einen weiten Weg antreten, um den Ring in das brennende Magma des Schicksalsberges zu werfen, auf dass er dort schmelze. Seine Reisebegleiter sind die drei Hobbitse Samweis Gamdschie, Peregrin Tuk und Meriadoc Brandybock. Außerdem mit dabei sind der Elb Legolas, Zwerg Gimli und Aragorn von den Menschen. Gemeinsam müssen sie gegen Trolle kämpfen und dem dunklen Zauberer Saruman die Stirn bieten. Dessen riesige Armee aus Orks scheint jedoch unbezwingbar und dann ist da auch noch der verunstaltete Gollum, der ganz eigene Interessen am Ring hat …

... daran wollen die Orks, Krieger Saurons, ihn hindern ...
… daran wollen die Orks, Krieger Saurons, ihn hindern …

Warum gerade „Der Herr der Ringe“?

... doch der kleine Hobbit erhält Schützenhilfe von Streicher, der sich ihm tatkräftig anschließt ...
… doch der kleine Hobbit erhält Schützenhilfe von Streicher, der sich ihm tatkräftig anschließt …

Weihnachten 2001: Ich saß gemeinsam mit ein paar Freunden in einer Vorstellung von Der Herr der Ringe – Die Gefährten. Als die Kamera über die saftigen grünen Wiesen des Auenlands flog, entwickelte sich eine Gänsehaut, die mich während der folgenden drei Stunden nicht mehr losließ. Was war passiert?
Es war im September 1999, dass mich die erste Fernreise meines Lebens nach Neuseeland führte. Vier Wochen lang bereiste ich Nord- und Südinsel, sah die unglaublich fantastische Landschaft, die Wiesen, die aussehen, als hätte jemand das kräftigste und gesundeste Grün darüber augeschüttet, sah den Mount Cook mit seinen viereinhalb Tausend Metern Höhe und die Alpen des Zwei-Insel-Staates am anderen Ende der Welt – erlebte den großartigsten Urlaub meines Lebens. Was ich nicht wusste: Zur exakt gleichen Zeit drehte mein Regie-Held Peter Jackson an Orten, die ich theoretisch zeitgleich besucht hatte, seine Vision der Herr-der-Ringe-Trilogie von J.R.R. Tolkien. Noch heute könnte ich mich dafür in sämtliche Körperteile beißen, dass ich davon nichts wusste. Jackson war seit „Braindead“ und spätestens seit Heavenly Creatures meine absolute #1 der Regiezunft und das Projekt war natürlich grundsätzlich episch.

... und Gandalf dem Grauen - Der Zauberer hat ohnehin noch eine Rechnung ...
… und Gandalf dem Grauen – Der Zauberer hat ohnehin noch eine Rechnung …

Dazu muss man wissen, dass ich mir an der Fantasyreihe von Tolkien zuvor die Zähne ausgebissen hatte. Ich gehöre tatsächlich zu jenen, die mit den Büchern rein gar nichts anfangen konnten und können. Zäh und langatmig, kompliziert und unübersichtlich empfand ich den ersten Teil, kämpfte mich nur mühsam hindurch, um dann zur Hälfte des zweiten Teils endgültig aufzugeben. Dazu stehe ich und musste mir schon unzählige Male ein „Banause“ gefallen lassen. Doch dann kam besagter Kinobesuch von Die Gefährten und erwähnte Gänsehaut wollte nicht mehr von meiner Haut weichen. Es war, als erlebte ich den Beginn der epischsten Filmtrilogie aller Zeiten bei zeitgleichen dauerhaften Déjà-vus den Urlaub betreffend.
Von diesem Moment an, also praktisch von der ersten Sekunde, hatte der Film gewonnen – konnte er doch alles bieten, was mich in irgendeiner Form bewegte:

– Peter Jackson
– Neuseeland
– Spezialeffekte zum Kiefer herunterklappen
– Neuseeland, Neuseeland und Neuseeland

Natürlich ist da noch so viel mehr. Immerhin schon 13 Jahre alt, ist Die Gefährten immer noch absolut auf der Höhe der Technik und Erzählstruktur. Auch heute funktioniert noch ALLES, was damals so atemberaubend gewesen war. Nur das, was damals schon nicht gut gegangen war, ist auch heute noch mies: Elijah Wood in der Rolle des Frodo.
Nichts gegen den Schauspieler. Ich halte ihn für einen der talentiertesten jüngeren Darsteller überhaupt. Aber Frodo ist in Peter Jacksons Trilogie einfach ein kleiner weinerlicher Versager ohne Rückgrat und Profil.

... mit seinem Gegenspieler der dunklen Seite offen
… mit seinem Gegenspieler der dunklen Seite offen

Aber wieder weg von dem einzigen Punkt, der mich an der Filmreihe überhaupt stört. Hin zu dem, was mich auch heute noch bewegt: Was Jacksons Film- und Effektecrew mit der Trilogie erschaffen hatte, toppte einfach alles, was ich bis zu diesem Zeitpunkt in der Kategorie des Eventfilms gesehen hatte. Und sie machten einfach alles richtig! Okay, bis auf Frodo.
Die erzählte Geschichte fesselte mich von Beginn an. Jackson entschlackte meiner Meinung nach an den richtigen Stellen das Buch, damit man der Story folgen konnte und hielt eine perfekte Waage zwischen Drama, Action, Spannung und Humor. Auch heute wird mir trotz der Laufzeit von insgesamt gut elf Stunden (nimmt man die Extended Versions) zu keiner Zeit langweilig. Nie habe ich das Gefühl, dass man hier mal hätte straffen können. Dazu besetzte er die Rollen perfekt – okay, bis auf Frodo. Sir Ian McKellen ist als grauer/weißer Gandalf einfach ideal getroffen – exakt, wie es sein Gegenspieler Christopher Lee als Antagonist ist. Der noch relativ unbekannte Viggo Mortensen ging in seiner Rolle des Streicher/Aragorn förmlich auf und Orlando Bloom war mit seinem ätherischen Aussehen genau der Richtige für die Figur des Elb Legolas. Bis in die kleinsten Nebenrollen wurde Acht gegeben auf möglichst hohe Authentizität.
Wenn man dazu die Tricktechnik betrachtet, die mit Massenszenen aufwartet, die bis zu diesem Zeitpunkt für unmöglich gehalten wurden und die schiere Anzahl unfassbar großartiger Kostüme und Masken, dann kann man nur zu dem Schluss kommen, dass hier eine einzigartige Filmreihe entstanden ist. Natürlich ergänzt, wie bereits erwähnt, um die passendsten und großartigsten Drehorte überhaupt. Dies alles wurde noch intensiviert, als man beim Video-Release der Extended Editions Bonusmaterial zu Gesicht bekam, das so umfangreich, interessant und emotional ebenfalls noch nie einer DVD beigefügt wurde.
Das erste Mal, dass ich den Darstellern Glauben schenkte, wenn sie sagten, dass die Dreharbeiten innerhalb einer großen Familie stattfanden und die gemeinsam verbrachte Zeit für alle Beteiligten unvergesslich bleiben wird. Das war und ist kein Geschwafel mit Werbecharakter, das ist für mich echt, wahrhaftig und real – genauso wie meine Gefühle beim Sehen der Filme.

Der degenerierte Sméagol/Gollum ist ebenfalls hinter dem Ring, seinem Ssssschatzzzz her
Der degenerierte Sméagol/Gollum ist ebenfalls hinter dem Ring, seinem Ssssschatzzzz her

Epilog

Stolz wie Oskar: Der Redakteur dieser Zeilen im Oktober 2007 vor dem Logo des Weta-Workshop, der großen Langfühlerschrecke "Wetapunga"
Stolz wie Oskar: Der Redakteur dieser Zeilen im Oktober 2007 vor dem Logo des Weta-Workshop, der großen Langfühlerschrecke „Wetapunga“

Um meinen „Fehler“ von 1999 wieder gut zu machen, bereiste ich 2007 das Land erneut und besuchte die Weta-Studios in Wellington. Dort ging ich mit erhöhtem Herzschlag zur Info, sah links und rechts die Ikonen der Herr-der-Ringe-Trilogie stehen und erzählte der jungen Frau am Empfang, wer ich bin, warum ich hier bin und dass ich 1999 quasi haarscharf an den Drehorten des Films vorbeigeschrammt war. Sie begegnete mir unglaublich freundlich, führte mich etwas im Vorraum herum und war ganz aufgelöst darüber, dass sie mir nicht mehr (z.B. die Trickstudios und Maskenräume von Weta) zeigen konnte. Es sei nämlich gerade ein Typ namens James Cameron da, um die Spezialeffekte für seinen neuen Film zu betreuen – alles wäre Top Secret. Ansonsten würde sie ja nur zu gerne mit mir in die heiligen Hallen gehen …
Ich verstand zwar ihre Trauer darüber, mir nicht alles offenbaren zu können, doch wer war dieser Cameron??
Spaß beiseite. Natürlich erstarrte ich erneut in Ehrfurcht und äußerte mein unbedingtes Verständnis darüber, dass das nun auch wirklich nicht nötig sei und er, ohne einen neugierigen deutschen Filmfreak an der Backe zu haben, gerne weiter an „Avatar“ arbeiten dürfe.
Also blieb ich noch ein paar Minuten, machte ein paar Fotos und sah im Besprechungszimmer, das direkt hinter dem offiziellen Eingang gelegen meine Aufmerksamkeit auf sich zog, sämtliche für die Trilogie gewonnene Oscar-Statuen stehen.
Ein Erlebnis, das ich niemals vergessen werde.

Fazit

Peter Jacksons Filmtrilogie von Der Herr der Ringe ist für mich Magie pur. Kein anderer Blockbuster, kein anderer Eventfilm nimmt mich auch beim fünften Ansehen derart gefangen, lässt mich Mitfiebern, bringt mich zum Lachen und Weinen gleichzeitig und besitzt eine derartige optische Kraft – Kino in Perfektion.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 95%
Tonqualität (dt. Fassung): 80%
Tonqualität (Geschwindigkeitskorrigiert): 95%
Tonqualität (Originalversion): 100%
Bonusmaterial: 100%
Film: 100%

Anbieter: Warner Home
Land/Jahr: USA/NZ 2001-2003
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Elijah Wood, Sir Ian McKellen, Liv Tyler, Viggo Mortensen, Sean Astin, Cate Blanchett, Billy Boyd, Orlando Bloom, Hugo Weaving, Dominic Monaghan, Andy Serkis
Tonformate: dts HD-Master 6.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 726
Codec: AVC

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