Die glorreichen Sieben 4K UHD

Blu-ray Review

Sony Pictures, 26.01.2017
Sony Pictures, 26.01.2017

OT: The Magnificent Seven

 


Gerechtigkeit und Rache

Von sieben Helden und gelungenen Remakes.

Inhalt

Die glorreichen Sieben 4K UHD Blu-ray Review Szene 10
Emma will den Verlust ihres Mannes nicht ungesühnt lassen

Rose Creek ist ein kleines, eigentlich unbedeutendes Dorf irgendwo im Nirgendwo. Wenn es nicht eine Goldader hätte, würde es wohl kaum jemanden interessieren. So aber bedroht der Industrielle Bartholomew Bogue die Einwohner, nutzt sie schändlich aus und verbreitet Angst und Schrecken – alles nur, um das Gold aus der Mine zu schürfen, für die er die Rechte gekauft hat. Jene, die meinen, sich ihm gegenüberstellen zu müssen und gegen seine unverschämten Enteignungsversuche zu protestieren, bringt der skrupellose Bogue kurzerhand und kaltblütig um. So wie Emmas Mann, der dumm genug war, ihm zu widersprechen. Emma, daraufhin zur Witwe geworden, sieht nicht ein, sich in ihr Schicksal zu fügen und macht sich auf, Hilfe zu suchen. Sie findet sie zunächst beim Kopfgeldjäger Sam Chisolm. Doch alleine kommt er kaum gegen die Horde von Bartholomew an. Unterstützung findet er nach und nach in sechs Mitstreitern – vom Spieler Farraday, über den Fährtenleser Horne und den Krieger Red bis zum Scharfschützen Goodnight, dem Gesetzlosen Vasquez und dem Auftragskiller Billy. Gemeinsam mit der mutigen Emma und den Bewohnern Rose Creeks, die sich fürs Kämpfen entschieden haben, verteidigen sie die Stadt und bieten Bogue die Stirn …

Die glorreichen Sieben 4K UHD Blu-ray Review Szene 9
Sam Chisolm hält zunächst nicht viel von der Idee, gegen Bogue aufzubegehren

1954 hatte Akira Kurosawa mit Die sieben Samurai einen Film abgeliefert, der praktisch direkt nach Erscheinen zum Klassiker wurde. So sehr, dass schon sechs Jahre später (in einer Zeit, da Hollywood noch nicht im absoluten Remake-Wahn war) John Sturges fürs heimische Publikum eine Neuverfilmung drehte. Und was heute nur noch selten klappt, gelang mit Die glorreichen Sieben vorzüglich: Ein Western, der aus dem Stand begeisterte und auch als Remake bis heute seine Berechtigung hat. Neben ein paar anderen Klassikern (genannt seien hier 12 Uhr MittagsSpiel mir das Lied vom Tod oder Für eine Handvoll Dollar) ist Sturges‘ rasanter Film mit einem großartigen Yul Brynner in der Hauptrolle bis heute einer der einflussreichsten und beliebtesten Genrewerke. Da grenzt es schon fast ein Wunder, dass es 55 Jahre dauerte, bis man die Geschichte mal renovieren und neu verfilmen würde. Gemeinsam mit Drehbuchautor Nic Pizzolatto (True Detective) zeichnet dafür nun Antoine Fuqua verantwortlich. Die beiden variieren die Figuren und den Ort des Geschehens, verfolgen aber natürlich dem Grundkonstrukt der sieben Outlaws, die eine Stadt vor einem fiesen Bösewicht retten. War es im 1960er Original jedoch eine mexikanisches Dörfchen und dessen Bevölkerung, das vor Banditen geschützt werden wollte, die sich jährlich über das Kaff hermachten, ist es nun eine amerikanische Kleinstadt und eine entsprend weiße Einwohnerschar, die als Oper dienen. Und die werden auch nicht von vermummten Bandenmitgliedern terrorisiert, sondern von einem Großindustriellen (sprich: Kapitalisten), der auf das ungestörte Schürfen von Gold aus ist. Die Abwandlung in der Geschichte sind aber im Prinzip gar nicht so wichtig, denn im Kern folgt man dem bleihaltigen Geschehen ohnehin eher aufgrund seiner Actionanteile. In Zeiten Donald Trumps wäre es zwar auch passend gewesen, wieder ein mexikanisches Dorf zu schützen, doch die Tatsache, dass eben keine sieben weißen Reiter zur Hilfe eilen lässt, sondern eine ganz besonders bunte Truppe, ist noch ein viel besserer Kommentar auf ein von seinem jetzigen Präsidenten gespaltenes USA.

Die glorreichen Sieben 4K UHD Blu-ray Review Szene 6
Der Spieler Farraday tut alles für Geld

Denn eine Abwandlung nutzt Fuqua ganz absichtlich und plakativ: Erschöpfte sich im 1960er Werk die Exotik auf den Deutschen Horst Buchholz (der einen mexikanisch-stämmigen Revolverhelden spielte) und auf die Glatze Yul Brynners, darf nun ein afroamerikanischer Held (Fuquas Lieblingsdarsteller Denzel Washington) eine multikulturelle Truppe anführen. Den glorreichen Sieben tut das gut, kommt so doch ein wenig mehr Leben und noch mehr Dynamik in die Truppe. Angeführt von den großen Namen Washington, Pratt, D’Onofrio und Ethan Hawke wurde das Septett um die zwei etwas unbekannteren Akteure Lee Byung-hun und Manuel Garcia-Rulfo ergänzt. Letztere sind koreanischer, bzw. mexikanischer Herkunft. Nummer sieben im Bunde der Darsteller ist Martin Sensmeier. Der Mann mit dem deutsch klingenden Namen hat die bunteste Mischung vorzuweisen und blickt auf indianisch-alaskisch-irische Vorfahren zurück. Alle Figuren haben ihre eigenen Gründe, unter Chisom die Pferde zu satteln und notfalls in den Tod zu reiten – und das bekommt man auch mit, ohne dass jeder Charakter sonderliche Tiefe bekommt. Fuqua ist auch viel zu sehr Actionregisseur, als dass er sich mit dramatischer Tiefe aufhält. Gerade das Nötigste wird vermittelt, damit der Zuschauer die Figuren differenzieren und gern haben kann. Wenig gern wird der Betrachter den Bösewicht haben: Peter Sarsgaard, dem man einen derart teuflischen Antagonisten erst gar nicht zugetraut hätte, demonstriert schon während seines ersten Auftritts, dass er keinerlei Feinde macht. Mit finsterstem Blick und ohne eine Miene zu verziehen versetzt er die ganze versammelte Gemeinschaft in der Kirche in Angst und Schrecken. Auf diese Art weiß man schon nach vier Minuten Laufzeit, dass Die glorreichen Sieben vollkommen zurecht gegen ihn in den (Klein)Krieg ziehen.

Auf diese Weise steht schon mal ein herausragendes Moment des Remakes, die Besetzung. Zwei weitere Elemente dienen dem Film und lassen ihn zur höchst unterhaltsamen Zwei-Stunden-Ballerei werden: Stil und Optik. Was Letztere angeht, locken schon zu Beginn wunderschöne Cinemascope-Aufnahmen der Landschaft und wenn Washington auf seinem schwarzen Ross Richtung Amador City reitet, fühlt man sich mitten drin in der Szenerie zwischen Sanddünen, Nadelwäldern und schneebedecktem Gebirge im Hintergrund. Dazu streut Fuqua Lens-Flare-Effekte ein, die hier ausnahmsweise auch mal passend wirken und die Sonnenstrahlen weit im Raum verteilen. Stilistisch letztlich nimmt sich der Regisseur in seinem Die glorreichen Sieben angenehm zurück. Keine verspielten Kamerawinkel, keine Shoot-outs in Zeitlupe, keine visuellen Mätzchen als Zugeständnisse an das moderne Actionkino. Dafür lieber klassische Posen, düstere Saloons und traditionelle Schusswechsel. Selbst im knapp halbstündigen Showdown wirkt das Geschehen nicht überhastet und von händischer Wackelkamera zermürbt. Man kann den Aktionen folgen und erfreut sich an einem mit heutigen Mitteln rasant umgesetzten Finale, das vor allem eins klarmacht: Es gibt auch Remakes, die gelingen – Die glorreichen Sieben ist eines davon.

Die glorreichen Sieben 4K UHD Blu-ray Review Szene 7
Die (bald) glorreichen Sieben reiten ihrem Schicksal entgegen

Bild- und Tonqualität BD

Die glorreichen Sieben 4K UHD Blu-ray Review Szene 1
Keiner schießt genauer als Goodnight Robicheaux

Was wäre ein Western ohne den entsprechenden Look. Wer glattgebügeltes Digitalkino möchte, ist hier definitiv am falschen Ort, denn das Korn ist ebenso deutlich wie atmosphärisch. Gedreht wurde auf 35mm Analogfilm, was Die glorreichen Sieben wunderschön klassisch aussehen lässt. Bei Einstellungen in Halbtotalen geht zwar bisweilen die Detailauflösung in die Knie und Gesichert wirken unscharf (4’42), doch dafür sind viele Close-ups mitunter absolut gestochen. Bisweilen lässt Fuqua seinen Kameramann Mauro Fiore ohnehin mit dem Fokus spielen und stellt selbst angewurzelt dastehende Charaktere für einen Moment leicht unscharf dar (22’34). Weniger beabsichtigt werden die leichten Randunschärfen sein, die sich schon mal am unteren Bildbereich offenbaren. Absolut gewollt hingegen ist die sichtbare Braun-Gelb-Filterung, die für genau das richtige Maß an staubtrockener Atmosphäre sorgt, die ein Western nun mal transportieren muss. In Sachen Kontrastumfang kann man sich kaum beschweren, denn für einen derart gefilterten Film sind sowohl Schwarz- als auch Weißwerte knackig.
In Sachen Sound muss ein Western moderner Machart natürlich knallen! Das tut Die glorreichen Sieben – und zwar so richtig. Angefangen bei den Explosionen in den Minen, die nicht nur die Schafe aus ihrem Schlaf, sondern auch den Heimkinozuschauer aus dem Sessel hauen. Wohl dem, der einen Buttkicker hat, denn dessen Besitzer wird vermutlich an die Decke gehen. Selten, wirklich selten hat man eine derart sensationell-weiträumige und gleichzeitig druckvolle Erschütterung auf einer Blu-ray erlebt. Dabei gelingt aber gleichzeitig das Kunststück, dass die Explosion realistisch aus der Ferne klingt – klasse (1’30). Die beiden dts-HD-Master-Spuren der deutschen und englischen Fassung unterscheiden sich dann glücklicherweise auch „nur“ darin, dass die Originalversion zwei Höheneffekt-Kanäle besitzt (7.1 zu 5.1). Da auch die deutschen Dialoge sehr harmonisch und prägnant eingebettet wurden, sind beide Tonspuren extrem hochwertig. Und während im Hintergrund noch weitere Dynamitzündungen zu hören sind, spielt sich im Vordergrund schon das extrem lebhafte Geschehen in der Stadt ab. Stimmen überall, dazu Pferde- und Kutschengeräusche, klirrende Sporen und aufwühlender Staub – selten gab’s zuletzt eine derart füllige und differenzierte Tonspur. Das nächste Highlight ist Bogues Auftritt. Wenn er und seine Mannen in die Kirche donnern, wacht man erneut auf und hat Angst um das Holz und die Angeln der Tür (4’53). Zu Beginn von Kapitel drei ist es dann ganz anders und man konzentriert sich auf die Stille der Zoomeinstellung von Chisolm und darauf, wie er aus der flirrenden Hitze im Hintergrund auftaucht. Nur das Windgeräusch, das den Sand aufwirbelt ist zu hören – mehr Atmosphäre geht nicht! Aber was wäre ein Western ohne Schießereien? Zunächst sind das einzelne Schüsse, die staubtrocken den Raum zerreißen und ein tolles Pfund haben (16’20). Im Showdown von Die glorreichen Sieben weitet sich das natürlich zu einem wahren Inferno aus, das vom donnernden Pferdegetrappel eingeläutet wird (97’00), erneut von wuchtigen Explosionen unterbrochen wird (98’22) und dann in Shoot-outs gipfelt, deren Querschläger nur so durchs Heimkino pfeifen. Ganz zu schweigen von der Gatling-Gun, die ab 106’10 das Zepter übernimmt und das Heimkino in seine Einzelteile zerlegt. Viel besser kann eine Vertonung kaum sein.

Bild und Tonqualität UHD

Die glorreichen Sieben 4K UHD Blu-ray Review Szene 2
Zwar gehandicapt, aber dennoch an vorderster Front: Farraday

Wie bei so vielen Titeln der ersten UHD-Veröffentlichungen, haben wir es auch bei Die glorreichen Sieben „nur“ mit einem 2K-Intermediate zu tun. Ergo bietet die UHD eben kein echtes 4K-Bild, sondern nur ein hochskaliertes. In der Praxis fällt die höhere Auflösung durch ein noch etwas feinere, aber auch etwas sichtbarere Körnung auf. Gerade während epischer Landschaftsaufnahmen kommt das zur Geltung (27’30). Figuren wirken ein wenig plastischer und schälen sich etwas griffiger vor dem Hintergrund ab. Auch Details in Westen oder am Geraffel der Pferde erscheinen noch ein wenig feiner. Insgesamt ist das Bild dadurch noch einen Hauch stimmiger und wirkt noch analoger. In Sachen Farbwiedergabe und Bilddynamik setzt man auf einen erweiterte Farbraum im Rahmen von Rec.2020 und statisches HDR. Beides führt dazu, dass beispielsweise während des anfänglichen Schwenks über die Landschaft das Weiß der schneebedeckten Berge knackiger ist und im dunklen Felsmassiv darunter noch mehr Zeichnung vorhanden ist. Allerdings gilt das vornehmlich für Szenen, in denen die Ausleuchtung noch gut ist. Während der dunkleren Momente verliert Schwarz an Zeichnung, was gegenüber der Blu-ray etwas weniger Details zulässt. Hier drängt sich ab und an der Eindruck auf, dass man das Bild lediglich abgedunkelt hat. Da durch die Braun-Gelb-Filterung jene Farben, die Rec.2020 massiv erweitert, anteilsmäßig eher gering bleiben, ist der Unterschied zur Blu-ray allerdings nicht extrem. Rot und Grün kommt so häufig nicht vor, wobei die teils durchrittenen Nadelwälder ebenso etwas kräftiger sind wie das Rot der Lippen. Deutlich prägnanter allerdings erscheint das kräftige Orange des Sonnenuntergangs zu Beginn von Kapitel 13. Hier wirkt die Blu-ray im direkten Vergleich fade und arg gelblastig (siehe Bildvergleich unten). Alles in allem liefert die UHD eine eher dezente Verbesserung und einen noch etwas filmischeren Look, zeichnet gleichzeitig aber Details in sehr dunklen Bereichen weniger gut aus.

Die glorreichen Sieben 4K UHD Blu-ray Review Szene 4
Grimmig gucken hilft, um den Feind zu verschrecken

Beim Ton von Die glorreichen Sieben liegen Licht und Schatten nahe beieinander: Zunächst zum Positiven und damit der Tatsache, dass der englische Sound in Dolby Atmos (True-HD-Kern) enthalten ist. Das wird Freunde mit entsprechender Atmos-Kette freuen. Nicht wirklich freuen kann man sich darüber, dass der deutsche Ton weder mit Dolby Atmos, noch mit dts-HD-MA, noch mit dts, sondern nur mit Dolby Digital ausgestattet wurde. Auch das kennt man bereits (vor allem von Anbieter Paramount). Doch das, was Sony hier macht, ist schon etwas frech: Denn wenn man doch in der Lage ist, auf die reguläre Blu-ray einen zumindest sechskanaligen (5.1) dts-HD-Master-Sound zu pressen, warum rückt man bei der technisch neueren, innovativeren Disk davon ab und geht den Schritt zurück auf Dolby Digital? Soll man als deutschsprechender Zuschauer nun die UHD schauen, um ein bestmögliches Bild zu haben und im Anschluss die Blu-ray, um sich den hochauflösenden Ton dazu zu denken? Sicher ist es ärgerlich, wenn auf einer UHD und der entsprechenden Blu-ray nur ein antiquierter deutscher DD-Ton enthalten ist, noch unverständlicher steht man aber davor, wenn derart unlogisch differenziert wird, wie es hier der Fall ist.
Dennoch schauen, bzw. hören wir natürlich, wie sich der Sound in der Praxis schlägt. Im Gegensatz zur BD und damit dem dts-HD-Ton kann die DD-Variante der UHD zwar nicht ganz deren Vehemenz und allgegenwärtige Räumlichkeit erzeugen, doch sie schlägt sich gut. Wirkt das vordergründige Geschehen in der Stadt ein wenig flacher und hat man das Gefühl, hier sind weniger Leute unterwegs, sind die Explosionen in der Miene für eine DD-Spur äußerst druckvoll und sogar differenziert. Bei aller Kritik an der grundsätzlichen Praxis, hier zwei Paar Schuhe auf zwei verschiedenen Disks anzubieten, hat man aus der Dolby-Digital-Spur zumindest das Bestmögliche rausgeholt.
Die Dolby-Atmos-Fassung (mit True-HD-Kern) von Die glorreichen Sieben klingt zunächst ebenso fantastisch, wenn es um die regulären sechs Kanäle geht, wie die dts-HD-Variante der Blu-ray. Die zusätzlichen Höhenkanäle nutzt der Film nicht vordergründig, sondern vornehmlich, um Atmosphäre zu erzeugen. Die Filmmusik wird dort zusätzlich gestreut, vor allem Streicher wurden dort platziert. Zu Beginn von Kapitel zwei hört man die Windgeräusche und den aufwirbelnden Sand räumlicher und innerhalb der Kirche fühlt man sich mehr im Raum sitzend. Ab und an gibt es aber doch dediziert genutzte 3D-Sound-Effekte. Beispielsweise die Fliegen, die in der Hütte herumfliegen (30’02) oder das leise Knarzen des Holzes in derselben. Während der finalen Verteidigung der Stadt splittert dann bisweilen Glas aus den oberen Etagen, Querschläger fetzen über die Köpfe hinweg wie springende Pferde. Die Einschläge der Gatling Gun werden teilweise ebenfalls gänsehauterzeugend auf den Höhenkanälen abgelegt. Alles in allem eine 3D-Vertonung, die nicht auf Krawall, sondern auf Differenziertheit aus ist und gerade deshalb wirklich gut gelungen ist.
Etwas ärgerlich bei der UHD ist übrigens, dass sich die Menüs nicht interaktiv einblenden lassen, sondern die Wiedergabe gestoppt wird und man ins Hauptmenü „zurückgeworfen“ wird.

glorreichen Sieben Bildvergleich UHD vs Blu-ray 1
Auf dem linken Bild sehen wir die Wiedergabe der Blu-ray (exakt gleiche Bedingungen), die insgesamt heller erscheint und im Himmel nicht so differenziert ist. Die hellen Bereiche im Sonnenuntergang überstrahlen. Allerdings haben die dunkleren Stellen noch Zeichnung.
glorreichen Sieben Bildvergleich UHD vs Blu-ray 2
Das rechte Bild zeigt die UHD bei exakt gleichen Einstellungen. Zwar wirkt das Bild grundsätzlich „einfach“ abgedunkelt, was weniger Detailzeichnung im Schwarz zulässt, dafür ist das Orange im Sonnenuntergang kräftiger/natürlicher/beeindruckender und die hellen Bereiche überstrahlen dort auch nicht. Die Farben der Zelte im Vordergrund sind ebenfalls kräftiger, das Helle innerhalb der drei kleinen Lagerfeuer kommt stärker zum Ausdruck. Dennoch: Schwarz hätte mehr Zeichnung verdient gehabt.

Bonusmaterial und Vengeance Modus / Rachemodus

Die glorreichen Sieben 4K UHD Blu-ray Review Szene 3
Showdown in Rose Creek

Das Bonusmaterial von Die glorreichen Sieben befindet sich ausnahmslos auf der Blu-ray. Enthalten sind neben vier entfernten Szenen insgesamt sechs Featurettes. Eines behandelt die bekannte und legendäre Filmmusik, die von James Horner etwas aufgefrischt wurde. Leider konnte der Komponist das finale Werk nicht mehr erleben, er starb vor der Fertigstellung des Films. In „Die Sieben“ sehen wir nicht nur Chris Pratt beim Blödeln am Set zu, sondern erfahren etwas mehr über die Hauptfiguren. „Die Regie zu Sieben“ stellt dann Antoine Fuqua als Regisseur vor, denn all seine Akteure natürlich als einen der besten Direkteure bezeichnen, mit denen sie jemals gearbeitet haben – was auch sonst. Fuqua selbst schildert seine Begegnung mit Kurosawas Original und seine Herangehensweise an den Film. „Die Einnahme von Rose Creek“ kümmert sich dann um die rasante Szene, in der Chisolm und seine Mannen die Stadt übernehmen und „Der Schurke Bogue“ nimmt die Figur des Antagonisten auseinander, den Peter Sarsgaard mit diabolischer Mine spielte. „Revolverhelden“ schließlich kümmert sich um das Schießprügeltraining der Darsteller – gar nicht so einfach, den Revolver oder die abgesägte Schrotflinte elegant zu bedienen, dafür aber ein riesiger Spaß für alle Beteiligten. Kernstück der Blu-ray ist allerdings der Rache-Modus oder Vengeance-Mode, den man schon von Equalizer, der vorherigen Zusammenarbeit zwischen Washington und Fuqua kennt. Startet man den Film in diesem Modus, blenden sich immer wieder Kommentare der Darsteller und Hintergrundvideos in den laufenden Film ein. Die Gesamtlaufzeit streckt sich so auf 173 Minuten gegenüber 133 Minuten regulärer Spielzeit. Gerade das lockere Zusammensitzen der Darsteller mit ihrem Regisseur, das sich oft einblendet, ist wirklich unterhaltsam geraten.

Fazit

Antoine Fuqua hat mit Die glorreichen Sieben einen durchweg unterhaltsamen, stark besetzten, stilistisch der Tradition verpflichteten und mit Kritik am Kapitalismus versehenen Western gemacht, der das Genre feiert und Action zelebriert – viel besser hätte ein Remake von einem Remake kaum ausfallen können.
Leider ist die UHD technisch inkonsequent. Möchte man das bessere Bild schauen, fällt die Wahl durchaus auf sie. Will man aber den besseren deutschen Ton hören, muss man die Blu-ray einlegen. Wer zwei Wiedergabegeräte und entsprechende Verkabelungen hat, der könnte in der Tat versucht sein, das Bild über den UHD-Player auszugeben und den Ton über sein Standard-BD-Wiedergabegerät, aber im Sinne des Erfinders ist das (abgesehen von frickeligen Synchronisieren) nicht.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 75%
Bildqualität UHD: 80%
Tonqualität BD (dt. Fassung): 100%
Tonqualität BD (Originalversion): 100%
Tonqualität UHD (dt. Fassung): 90% (im Rahmen einer Dolby-Digital-Bewertung)
Tonqualität UHD (Originalversion): 90% (im Rahmen einer Dolby-Atmos-Bewertung)
Bonusmaterial: 70%
Film: 80%

Anbieter: Sony Pictures
Land/Jahr: USA 2016
Regie: Antoine Fuqua
Darsteller: Denzel Washington, Chris Pratt, Ethan Hawke, Vincent D’Onofrio, Lee Byung-hun, Manuel Garcia-Rulfo, Martin Sensmeier, Haley Bennett, Peter Sarsgaard
Tonformate BD: dts HD-Master 7.1: en // dts HD-Master 5.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True HD 7.1): en // Dolby Digital 5.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 133 / 173 (Vengeance- / Rache-Modus)
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Nein (2K Intermediate)
FSK: 16

Trailer zu Die glorreichen Sieben


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