Endless Love

Blu-ray Review

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Universal Pictures, seit 31.01.2014

OT: Endless Love

 


Die erste große Liebe

Herzschmerz für alle, die auf Kaminfeuer und Blumenwiesen stehen.

Inhalt

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Blumenmädchen Jade …

Jade ist zarte 17 und ein wunderhübsches Mädchen. Allerdings bekommt das niemand so richtig mit, weil sie gut behütet im reichen Elternhaus aufwächst, niemals über die Stränge schlägt und vor allem seit dem Tod ihres jungen Bruders alles tut, um nicht wirklich aus der Masse herauszuragen. Einer allerdings himmelt das blonde Mädchen schon seit Jahren an, der lockere David, der aus bodenständigen Verhältnissen kommt und nie um einen coolen Spruch verlegen ist. Am Abend des gemeinsamen Highschool-Abschlusses begegnen sich die Zwei vor einem Restaurant – er als Fahrzeugeinparker, sie als Gast. Zum ersten Mal schauen sich beide tief in die Augen und verlieben sich augenblicklich. Jade erfährt zum ersten Mal, was Spaß und Lebensgenuss bedeuten – sehr zum Leidwesen ihres Vaters. Der überträgt sämtliche Erwartungshaltungen, die er einst seinem verstorbenen ältesten Sohn gegenüber hatte, nun auf Jade, was mit dem einhergehenden Über-Protektionismus eine ziemlich feindselige Mischung ergibt. So sehr David sich auch anstrengt, ihren Vater kann er nicht auf seinen Seite ziehen. Als sich Jade entscheidet, ein wichtiges Praktikum sausen zu lassen, um bei David zu bleiben, beginnt die Situation zu eskalieren …

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… und Mechaniker David …

Vom Highschool-Abschluss über „Hasch mich“ auf einer Frühlingsblumenwiese und Herzschmerz-Songs im Soundtrack bis zum ersten Sex vor dem angefeuerten Kamin – in Endless Love überlässt Regisseurin Shana Feste nichts dem Zufall und grast ein Klischee nach dem anderen ab. Vielleicht stellt sie sich aber auch tatsächlich genau so die erste Verliebtheit vor. Sei’s drum: die neuerliche Verfilmung eines Romans von Scott Spencer funktioniert als Romanze immerhin für ein junges Publikum ganz gut. Im Gegensatz zur Vorlage und der ersten Verfilmung von 1981, die beide deutlich bitterer und düsterer sind, wurde der dramatische Teil so weichgespült, dass aus einem niedergebrannten Haus ein illegaler Besuch im Zoo wird (Woohoo!!). Im Finale verdreht Festes Film sogar noch die Tatsachen, um ja am Image der Hauptfigur nicht zu kratzen.

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… lieben sich …

Dem weichgespülten Charakter der Verfilmung stehen allerdings ein paar gutgelaunte Darsteller und Co-Stars gegenüber. Endless Love würde (zumindest auf der romantischen Ebene) nicht funktionieren, wenn die Chemie zwischen Pettyfer und Wilde nicht so gut wäre. Die beiden harmonieren in der Tat hervorragend. Gabrielle Wilde nimmt man das brave Image jederzeit ab und die Art und Weise, wie sie auch physisch vermittelt, dass sie sich unsterblich verliebt hat, lässt tatsächlich nicht kalt. Alex Pettyfer wirkt zwar manchmal etwas unbeholfen und spielt zu plötzlich den Märtyrer, gibt im Gegenzug den geläuterten Ex-Rowdie aber glaubhaft. Bruce Greenwood als vom Leben enttäuschter Vater von Jade ist genau das Ekelpaket, das seine Rolle von ihm erfordert – ein wahrer Antisymphat, der sämtliche negativen Emotionen auf sich vereint und auf diese Weise erst ermöglicht, dass man sich mit den beiden Hauptdarstellern identifiziert. Robert Patrick als Davids Dad hingegen hat sämtliche Sympathien auf seiner Seite. Der für sein Geld redlich arbeitende Mann steht bedingungslos hinter seinem Sohn, versteht es, wenn dieser sich für seine Auserkorene prügelt und ist vermutlich die am vernünftigsten agierende Figur in diesem Spiel. Die Szenen zwischen ihm und Pettyfer sind die stärksten des ganzen Films.

Bild- und Tonqualität

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… gegen den Willen von Jades Vater

Während das Bild von Endless Love durch die Bank schön scharf ist und mit einer guten Tiefendarstellung punktet, nehmen Unruhen in dunklen Szenen deutlich zu. Gerade auf Gesichtern beginnt es dann etwas zu wuseln. Auch fehlt es dann immer wieder an Durchzeichnung, die Details versumpfen im Schatten.
Akustisch sorgen die Schmusesongs in Endless Love für ein wenig Räumlichkeit. Ansonsten dominieren sehr gut verständliche Dialoge, die auf der englischen dts-HD-Master-Tonspur noch etwas prägnanter wirken. Am Ende lodert das Feuer recht räumlich, was dann aber auch die einzige Möglichkeit für die Rearspeaker ist, von ihrem Dasein zu künden.

Bonusmaterial

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Innerhalb der Familie entwickeln sich immer mehr Konflikte

Neben einem erweiterten Ende und insgesamt 19 entfernten/alternativen Szenen enthält das Bonusmaterial von Endless Love noch ein 18-minütiges Making-of, in dem alle Filmbeteiligten von ihrer eigenen ersten Liebe erzählen und davon, wie sehr sie das Drehbuch mochten.

Fazit

Endless Love ist eine hübsch anzusehende Romanze, die von der literarischen Vorlage nur noch das Grundgerüst übrig lässt. Aufgrund der Darsteller, von denen vor allem Robert Patrick herausragt, ist der Film aber dennoch kurzweilig genug, um individuell gesehen für Unterhaltung zu sorgen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität (Originalfassung): 65%
Bonusmaterial: 20%
Film: 55%

Anbieter: Universal Pictures
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Shana Feste
Darsteller: Alex Pettyfer, Gabrielle Wilde, Bruce Greenwood, Joely Richardson, Robert Patrick
Tonformate: dts HD-Master 5.1: en // dts 5.1: de, fr
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 105
Codec: AVC
FSK: 6