Evil Feed

Blu-ray Review

Mad Dimension, seit 21.11.2014
Mad Dimension, seit 21.11.2014

OT: Evil Feed

 


Menschenfleisch à la carte

Evil Feed schickt sich an, Splatter-Meisterwerke wie Braindead zu beerben …

Inhalt

Pelz: Wie immer eine blutige Angelegenheit
Pelz: Wie immer eine blutige Angelegenheit

Seitdem Meister Steven das Long Pig Restaurant schnittigerweise von seinem Dad übernommen hat und dort mit Assistentin Yuki für , weht ein neuer Wind. Gab es früher schlicht Menschenfleisch, bekommt man heute individuelle Speiseplatte. Dazu werden im Restaurant Martial-Arts-Kämpfe zwischen den besten Kampfsportkünstlern und den hauseignen Gladiatoren veranstaltet. Nach dem Fight darf der Gast entscheiden, welchen Körperteil des unterlegenen Kämpfers er gern verschnabulieren möchte. Einer der zuletzt gekidnappten Sensei war Jennas Dad. Und da dieser nun vermisst wird, schleichen sich seine Schüler in das blutige Restaurant ein. Dort machen sie allerhand gruselige Entdeckungen, doch dem nicht genug, taucht auch noch Madame Dragonfly auf, die ganz gerne „das Rezept“ für den Erfolg des Long Pig Restaurants wüsste. Und um dies herauszufinden, ist ihr jedes Mittel recht …

Umgekehrte Vorzeichen: Im Long Pig Restaurant führt das Schwein den Menschen zur Schlachtbank
Umgekehrte Vorzeichen: Im Long Pig Restaurant führt das Schwein den Menschen zur Schlachtbank

Nackte Frauen, die in derben Schweinsmasken die GoGo-Stange rauf- und runterrutschen, ein Lokal, dessen Spezialität Menschenfleisch ist und dazu Mixed-Martial-Arts – Evil Feed dürfte der abgedrehteste Genremix aus Splatter-, Kampfkunst-, Kannibalen- und Erotikfilm sein, der zuletzt das Licht des Heimkinos erblicken durfte. Was praktisch augenblicklich nach Kult schreit, hätte zwar ein etwas stringenteres Drehbuch verdient gehabt, geht es doch im Ganzen etwas zu uninspiriert hin und her, doch eins kann man Evil Feed attestieren: Die Macher hatten sichtlich Spaß bei ihrem wilden Treiben und der derben Maskerade. Bei all dem gebotenen optischen Splatter ist es natürlich schade, dass die FSK (wie zuletzt beim neuerdings ungeschnittenen Inbred) hier die Überzeichnung nicht erkannte und der Film nicht ohne Schnittauflagen durch die Prüfung kam. Insgesamt dürften rund drei Minuten fehlen, was zu Beginn mal weniger, gegen Ende aber sichtbar auffällt und verärgert. Umso mehr, wenn man Szenen im Abspann als Standbilder zu sehen bekommt, die im Film selbst zuvor fehlten. Auch zwei der Szenenbilder, die der Verleih anbietet (und die auf dieser Seite zu sehen sind), können in Evil Feed nicht im laufenden Bild angeschaut werden – Zensur in Horrofilmen treibt schon oftmals seltsame Blüten.
Abseits der fehlenden (Splatter)Elemente weiß der tiefschwarze Humor durchaus zu gefallen, und auch die Martial-Arts-Einlagen hat man schon schlechter umgesetzt gesehen. Dazu die vielen durchgeknallten Figuren, von denen Alyson Bath als Yuki herausragt, und man kann mit Evil Feed durchaus seinen Spaß haben.

Yuki hat gerade eine Konkurrentin aus dem Weg geräumt
Yuki hat gerade eine Konkurrentin aus dem Weg geräumt

Bild- und Tonqualität

Neuer Trend bei den Herren in Evil Feed: Negatives Botox
Neuer Trend bei den Herren in Evil Feed: Negatives Botox

Das Bild von Evil Feed ist extrem schummrig und dunkel, dabei aber fast überkontrastiert, sodass die Farben über die Maßen kräftig sind, Gesichter allesamt sonnenverbrannt wirken. Auf der lichtabgewandten Seite kann man überdies kein einziges Detail mehr erkennen und die Prügelei in der Tiefgarage lässt nur deshalb zwischen Freund und Feind unterscheiden, weil die bösen Schergen weiße Totenkopfmasken tragen. Ob das so gewollt ist oder wie die gesetzten Schnitte ebenfalls eine „Zensurmaßnahme“ bleibt offen. Bewegungen im Film ruckeln mitunter, einzelne Nahaufnahmen weisen Doppelkonturen auf, wohingegen die Schärfe oftmals sehr gut ist. Allerdings nimmt auch der Rauschfaktor in den dunklen Szenen wiederum zu.
Akustisch reißt Evil Feed ebenfalls keine Bäume aus. Der Sound bleibt zumeist und selbst in den Actionszenen recht frontal. Lediglich die Filmmusik lässt sich mitunter von den rückwärtigen Speakern vernehmen. Die deutsche Synchronisation ist dafür halbwegs gelungen, wenngleich die zahlreichen Kraftausdrücke im Original echter klingen.

Bonusmaterial

Die beiden Originaltrailer sowie Programmtipps – das war’s im Bonusmaterial von Evil Feed.

Er leidet neuerdings unter Schwanzlosigkeit
Er leidet neuerdings unter Schwanzlosigkeit

Fazit

Von „Nippel-Tartar“ und „Schwanz im Schlafrock“ – in Evil Feed gibt’s nicht nur exotische Gerichte, sondern eine Menge abstrusen Humor, blutigen Splatter und abgedrehte Figuren. Schade, dass er nur gekürzt vorliegen wird. In der ungeschnittenen Fassung ist es (vermutlich) eine Splatterorgie, die in der Tradition eines frühen Peter Jackson für Furore sorgen könnte. Auch wenn der Mittelteil ein wenig zäh geraten ist – und das ist jetzt nicht kulinarisch gemeint.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 55%
Tonqualität (dt. Fassung): 55%
Tonqualität (Originalversion): 60%

Bonusmaterial: 10%
Film: 50%

Anbieter: Mad Dimension/AL!VE AG
Land/Jahr: CA 2013
Regie: Kimani Ray Smith
Darsteller: Laci J. Mailey, Alain Chanoine, Terry Chen, Alyson Bath, Derek Gilroy, Bishop Brigante
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 83
Codec: AVC
FSK: 18 (geschnitten)

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