Guardians of the Galaxy Vol. 2 – 4K UHD

Blu-ray Review

OT: Guardians of the Galaxy Vol. 2

© 2017 Marvel/Disney, 07.09.2017
© 2017 Marvel/Disney, 07.09.2017

Alles wegen einer Batterie

In Guardians of the Galaxy Vol. 2 begegnet Star-Lord seinem echten Hasselhoff.

Inhalt

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Die Hohepriesterin der Sovereign ist nicht glücklich über den Batterie-Diebstahl

Ein Jahr ist es her, dass Peter Quill, aka Star-Lord und seine Freunde den Planeten Xandar vor der Zerstörung des fanatischen Ronan gerettet und den mächtigen Infinity-Stein in Sicherheit gebracht haben. Die Guardians touren durch die Gegend und nehmen immer mal wieder Aufträge an. Aktuell helfen sie dem Volk der Sovereign, bzw. deren goldener Herrscherin Ayesha. Für die sollen sie ein Monster töten, das die heiligen Energiezellen des Volks bedroht. Für die gelungene Erfüllung des Auftrags könnten sie Gamoras Schwester Nebula auslösen, die von den Sovereign als Pfand gefangen gehalten wurde. Im Prinzip glückt der Auftrag, wenn Rocket nicht gierig ein paar der Energiezellen eingesteckt hätte, was dazu führt, dass die Guardians nun von den Drohnen der Sovereigns verfolgt werden. Bevor diese allerdings zuschlagen können, erhalten die „Wächter“ unerwartete Schützenhilfe von einem Fremden. Der stellt sich als Peters Vater „Ego“ heraus, der seinen Sohn sogar von seiner göttlichen Kraft überzeugen kann. Nicht verhindern kann er allerdings, dass Ayesha stinkwütend über die gestohlenen Energiezellen ist und Yondu Udonta mit dessen Söldnern auf die Suche nach Peter und seiner Crew schickt. Yondu kann auf die Schützenhilfe von Nebula vertrauen, die immer noch Rache an ihrer Schwester Gamora üben will. Derweil droht die vielleicht größere Gefahr aber von Ego, denn Peters Vater hegt ein düsteres Geheimnis …

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Und das nur, weil Rocket es „konnte“

Wer hätte 2014 damit gerechnet, dass ein originärer Stoff aus dem Marvel-Universum, also einer, der nicht auf einer schon bekannten Figur oder einem Vorgänger-Film basiert, der noch dazu Charaktere auf die Leinwand bringt, die Nicht-Comic-Lesern weltweit nur selten ein Begriff sein dürften, einen derartigen Erfolgsmarsch hinlegen würde. Guardians of the Galaxy startete in den USA nicht nur mit gut 30 Mio. Dollar ÜBER den prognostizierten 65 Mio. Dollar, sondern hielt sich insgesamt auch vier Wochen auf Platz eins der US-Kinocharts. Dass das fast schon anarchische Weltraum-Abenteuer weltweit so viele Fans bekam, war für Verleih und Kritiker dann durchaus überraschend. Bereits beschlossene Sache war deshalb schon sehr früh, dass es eine Fortsetzung geben würde. Drei Jahre mussten die Fans von Star-Lord, Gamora, Groot, Rocket und Drax nun warten, bis Guardians of the Galaxy Vol. 2 die Lichtspielhäuser enterte. Und weil das Warten nicht nur lang war, sondern auch echte Spannung erzeugte, wurde der Vorgänger, der mit 774 Mio. Dollar weltweitem Einspiel schon nicht gerade schlecht dasteht, glatt noch einmal übertroffen. Rund 865 Mio. Dollar stehen für die Fortsetzung zum Zeitpunkt des Reviews auf der Habenseite. Dieser Erfolg liegt sicherlich auch daran, dass der Vorgänger gerade auch auf Video/Blu-ray noch einmal zu einem riesigen Hit gedieh und auch heute gerne noch für einen bunten und lauten Heimkino-Abend sorgt.

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Ego hat Großes mit Peter vor

Regisseur James Gunn, der erneut auf dem Stuhl des Filmdirigenten Platz nahm, war sich natürlich bewusst, dass er bei der Fortsetzung die Latte noch mal etwas höher legen musste, weshalb er selbst das Drehbuch verfasste und die Gagdichte deutlich erhöhte. Hinzu kommt, dass offenbar eine ganze Menge illustrer Stars Spaß am ersten Teil hatten und das Cast von Guardians of the Galaxy Vol. 2 „mal eben“ um Kurt Russell, Sylvester Stallone, Ving Rhames, Jeff Goldblum und David Hasselhoff! erweitert wurde.
Aber kehren wir noch mal zurück zu den Gags: Es ist schon klasse, wie treffsicher die sarkastischen Sprüche Peters Richtung Rocket sitzen und wie witzig dessen beleidigte Reaktionen sind. Wenn Quill ihm alle möglichen Bezeichnungen an den Kopf wirft und Rocket nicht mal weiß, ob das nun schlimm war oder nicht, funktioniert der Humor perfekt. Auch die trockenen und selbstironischen Kommentare von Drax passen. Selbst wenn er sich über das Volumen seiner „Haufen“ amüsiert, driftet das nicht zu sehr ins Infantile ab. Gamora, die zwischen diesen männlichen Zicken immer wieder die Vermittlerin spielt, überzeugt derweil mit cooler Lässigkeit und dem gebotenen Ernst.
Abseits des Humors gelingt der Fortsetzung erneut, was schon den Vorgänger ausmachte: Die Charaktere besitzen trotz aller Frotzeleien durchaus Tiefe – und zwar bis in Nebenfiguren wie Yondu Udonta hinein. Michael Rooker hat dieses Mal eine deutlich ausgedehntere Rolle und kann sie mit tragischen Details füllen. Kurt Russell gibt dazu das göttliche Wesen mit obercooler Attitüde und fiesem Masterplan. Es ist schon erstaunlich, dass Marvel es immer wieder schafft, Unterhaltung, Action UND Charaktertiefe zu kombinieren, wie kaum ein anderes Studio bei deren Franchises.

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Baby Groot versteht nicht alles richtig, weiß das aber mit Charme zu überspielen

Inhaltlich ist Guardians of the Galaxy Vol. 2 zwar erneut nicht sonderlich tiefschürfend, integriert zum Weltraum-Rettungs-Szenario aber immerhin noch eine Vater-Sohn-Geschichte mit Winkelzug. Das hat man schon schlechter gesehen, wenn Quill seinem Vater vorwirft, seine Mutter auf dem Sterbebett alleine gelassen zu haben und ohnehin nie für ihn dagewesen zu sein. Gut, die kitschige Baseball-Metapher mit den Energiebällen hätte nicht sein müssen, wird aber von der eigentlichen Papa-Sohnemann-Wendung im Finale wieder aufgefangen.
Die Rahmengeschichte um die gestohlenen Batterien und die Verfolgung durch die Sovereign dient indes nur dazu, möglichst fantasievolle Wesen, Welten und Bilder zu transportieren. Tatsächlich muss man aber auch hier Respekt zollen, denn Gunn hat den an unterschiedlichen Alien-Rassen schon nicht armen Vorgänger noch mal um die skurrilsten Schöpfungen bereichert, deren Hauttöne/Köpfe in allen möglichen Farben erscheinen oder gar fluide gestaltet wurden. Schaut man sich den Film noch ein oder zwei weitere Male an, wird man immer wieder neue Figuren und Situationen entdecken, die irgendwo im Hintergrund (ab)laufen. Apropos Hintergrund: Dort spielen natürlich erneut sensationelle Musik-Klassiker der 70er und 80er Jahre. Denn Quill hat ja noch eine zweite Musikkassette seiner Mutter entdeckt. Von Sweets „Fox on the Run“ über Fleetwood Macs „The Chain“ und George Harrisons „My Sweet Lord“ bis hin zum unvermeidlichen „Father and Son“ von Cat Stevens reichen die Kultsongs und sorgen erneut für einen großartige Untermalung, die tatsächlich Ton und Tempo des Films vorgeben. Ebenso übrigens wie die Farben. Guardians of the Galaxy Vol. 2 nutzt eine Palette der unterschiedlichsten Kolorierungen. Der gelbgoldene Planet der Sovereign, die kunterbunte Welt Egos, die an die psychedelischen Plattencover der Progrock-Band YES erinnert oder das Grau im Inneren des Söldner-Raumschiffs – Farben bestimmen die Stimmung des Films und gäben eine gute Ausgangsbasis für eine umfassende Interpretation.

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Drax hat nicht die nettesten Worte für Mantis‘ Äußeres übrig

Bei allen zündenden Gags und dem tollen Soundtrack, bei aller Fantasie der Bilder und allen bunten Aliens ist es aber erneut ein digitaler Charakter, der allen die Schau stiehlt. War es im Vorgänger weitestgehend Rocket, dem die Sympathien der Zuschauer gehörten, bekommt er nun von Baby Groot starke Konkurrenz.
Mal ganz unter uns harten Männern der Heimkinofans: Dieses kleine Baumwesen ist dermaßen süß, dass es kracht. Wer im Anschluss an Guardians of the Galaxy Vol. 2 nicht augenblicklich den Wunsch äußert, auch so einen kleinen hölzernen Ableger großziehen zu wollen, der findet wahrscheinlich auch Agnes‘ „it’s so fluffy, I’m gonna die“ aus Ich, Einfach unverbesserlich doof und sollte mal seine DNA auf das Niedlichkeits-Gen prüfen lassen. Schon die Anfangsszene ist einfach grandios. Wenn die Kamera sich auf Baby Groot fokussiert, der zu ELOs „Mr. Blue Sky“ das hölzerne Tanzbein schwingt, während im Hintergrund für den Rest der Gang ein Kampf auf Leben und Tod entflammt, macht das schon einen höllischen Spaß. Sieht man ihn neugierig auf der Glasfront des Raumschiffs liegen und nach unten schauen, ist das zuckersüß und wenn er Drax einen Stein an den Kopf wirft, um ihm zu verstehen zu geben, dass er sich gerade unmöglich verhalten hat, darf herzhaft gelacht werden. Außerdem darf er den entscheidenden Schritt machen, um Rocket und Yondu aus dem Knast zu befreien, was für zahlreiche großartige Verwechslungen sorgt. Und wenn er in Richtung Finale mit dem roten Knopf betraut wird, drückt man ihm alle Daumen, dass er die Abfolge behalten hat.
All diese positiven Aspekte sorgen am Ende dafür, dass die leichten Zähigkeiten und Hänger nach etwa 75 Minuten wenig negativ im Gedächtnis bleiben. Das allerdings gilt nicht für die nach wie vor leider (oder besser: glücklicherweise) überhaupt nicht funktionierenden digitale Verjüngungen von Schauspielern – Kurt Russell als jüngere Version von sich selbst sieht einfach scheußlich aus.
Wie bei allen Marvel-Filmen lohnt sich auch hier das Dranbleiben, denn es gibt insgesamt fünf weitere Szenen im – oder nach dem Abspann. Zum Teil sind das nur witzige und kurze Sequenzen, werden aber um zukünftige Entwicklungen sowie um die Reaktion der geschlagenen Ayesha ergänzt.

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„I am Groot“ – was auch sonst?

Bild- und Tonqualität BD

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Müssen notgedrungen im Team arbeiten: Yondu und Rocket

Schon das Bild der Blu-ray von Guardians of the Galaxy war bis auf einige schwach durchzeichnete dunkle Szenen wirklich gut. Doch was man bei Guardians of the Galaxy Vol. 2 geleistet hat, ist aller Ehren wert. Die Bildruhe ist phänomenal und offenbart wirklich keinerlei Wuseln oder Nachlassen in Schwenks. Trotz des Herunterrechnens auf 2K sieht man dem Film seine extrem hoch aufgelöste Ausgangsbasis an (siehe verwendete Kameras im nächsten Kapitel), was sich niederschlägt in einer Detailauflösung, die im Full-HD-Bereich ihresgleichen sucht. Selbst die naturgemäß eher weicheren CGI-Effekte fallen dabei nicht deutlich aus dem Rahmen. So bleibt das Monster in Kapitel eins durchaus knackig und wirkt nicht wie ein Fremdkörper. Stehen die Guardians dann im goldenen Palast zu Beginn von Kapitel zwei, weiß man gar nicht, wohin man zuerst schauen soll, so prächtig sind die Kontraste, so lebhaft die Farben und so extrem gut aufgelöst sind die Details auf den Oberflächen. Lediglich die Randbereiche werden schon mal etwas unscharf, was aber mit den verwendeten Weitwinkel-Objektiven zu tun hat, die entsprechende Aufnahmen bewusst weiträumig gestalten (10’08). Bei Close-ups sieht man dafür jede der feinen Einzelheiten im golden Dress der Hohepriesterin (11’08). Unabhängig davon, in welcher Welt und welcher Farbstimmung sich der Film gerade befindet – hier sitzen sämtliche Parameter absolut auf dem Punkt. Ein Genuss, die feine Struktur in Gamoras grünem Gesicht oder ihren auberginefarbenen Haaren zu sehen; wunderbar, die kontrastintensive Blaustimmung zu Beginn von Kapitel sechs zu beobachten und ein absoluter Augenschmaus, die bunte Heimatwelt Egos zu begutachten. Alles in allem lässt sich zusammenfassend nur sagen: Wer braucht noch 3D, wenn er ein derart plastische 2D-Bild haben kann? Die Blu-ray von Guardians of the Galaxy Vol. 2 liefert jedenfalls das für Full HD maximal Mögliche.

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Lernt auf Egos Planeten ihre Schwester von einer anderen Seite kennen: Gamora

Der Sound von Guardians of the Galaxy Vol. 2 liegt auf der Blu-ray (disneytypisch) in dts-HD-MA für die Originalfassung und dts-HD-HR für die deutsche Version vor. Beiden gleich ist die umfassende und vorzügliche Räumlichkeit. Die direktionalen Effekte, die einem schon beim Kampf gegen das Monster im ersten Kapitel entgegenschlagen, gefallen schon gut, werden aber noch getoppt vom Weltraumgefecht mit der Drohnenflotte der Sovereigns (16’15). Was einem hier an Energiestrahlen und Raumgleitergeräuschen um die Ohren gefeuert wird, ist schlicht sensationell. Und wenn das Shuttle dann durch den Wald pflügt und die Bäume wie Streichhölzer vor dem Bug einknicken, könnten die Signale kaum platzierter und großartiger sein. Schön, dass die Dialoge absolut prägnant bleiben, gleichzeitig aber zu keiner Zeit übersteuern. Selbst dann nicht, wenn Peter und sein Vater sich lautstark streiten. Und wenn alle Parameter schon so gut passen, steht der Subwoofer dem auch nicht nach und lässt die Explosion des Söldner-Schiffs voluminös und wuchtig im Heimkino nieder – ebenso wie die anschließenden Dimensionssprünge, die Yondu und Rocket vollziehen (70’55). Und wenn im Finale Energieströme, Yondus Pfeil und andere Waffen das Zepter übernehmen, weiß man tatsächlich nicht, wohin man hören soll, weil es einfach von überall Soundeffekte hagelt. Ganz leichten Abzug gibt’s für die deutsche Fassung, weil sie die Stimmen nicht ganz so griffig wiedergibt und den Subwoofer noch eine Spur definierter hätte befeuern können.

Bild- und Tonqualität UHD

Guardians of the Galaxy Vol. 2 ist nicht nur Disneys Einstieg in die 4K-Welt, sondern der erste Film, der mit der Red-Weapon-Dragon-Vista-Vision-Kamera aufgenommen wurde. Diese liefert am Ausgang 8K und liegt damit in Sachen Auflösung aktuell am oberen Ende der digitalen Filmkameras. In einigen wenigen Aufnahmen kam zudem eine Phantom-4K-Drohne zum Einsatz. Obwohl also an der Quelle 8K in Redcode Raw vorlagen und selbst die Visual Effects (anders als sonst) in 3K gerendert wurden, gönnte man dem Kino-Digital-Intermediate nur 2K, weshalb auch GotG 2 auf der UHD lediglich mit einem von 2K auf 4K hochskalierten Bild daherkommt. Es gibt hier zwar Aussagen des Regisseurs, dass Teile immerhin 4K hätten, andere Indizien – wie beispielsweise Aussagen des Visual Effects Supervisors – sowie die Tatsache, dass der Film auch in 3D im Kino lief und 4K für 3D nicht spezifiziert ist, widerlegen dies jedoch. Das ist sicherlich schade und bedauernswert, dennoch betrachten wir das Bild zunächst einmal unvoreingenommen – zumal es ein Anliegen Gunns selbst gewesen ist, seinen Film auf Ultra HD zu veröffentlichen und er sich – so sagt man – damit sogar gegen die ursprünglichen Pläne von Disney durchgesetzt habe.
Gut, dass er es getan hat, denn obwohl die Blu-ray schon sensationell gut ist, setzt die UHD dem noch mal die Krone auf – was natürlich gar nicht einfach ist. Denn etwas fast perfektes noch besser zu machen, muss man erst einmal schaffen. Dennoch sind sämtliche Farben noch mal kräftiger, die Schwarzwerte besser und der Kontrastumfang höher. Naheinstellungen liefern trotz des „nur“ hochskalierten Bildes noch feinere Details und erscheinen im Zusammenspiel mit HDR10 (Dolby Vision bietet die UHD von GotG 2 entgegen anfänglicher Informationen leider nicht) einfach konturierter und mit (noch) mehr Dreidimensionalität. Der im Rahmen von Rec.2020 erweiterte Farbraum hat mit Guardians of the Galaxy Vol. 2 natürlich leichtes Spiel. Fast jede Einstellung ist kunterbunt und eine perfekte Vorlage für knackige Farben, die gegenüber der Blu-ray noch mehr Kraft und im Zusammenspiel mit der höheren Dynamik eine noch stärkere Wirkung haben.
Zur Bewertung: Aktuell stellt die UHD des Films das maximal Mögliche an subjektivem Bildeindruck dar. Dennoch sollte Kritik daran geübt werden, dass die Filmindustrie nach wie vor die Relevanz der höheren Auflösung unterschätzt. Wenn man in 8K dreht und ein 2K-Digital-Intermediate erstellt, ist das nicht nur ärgerlich und verschenktes Potenzial, sondern technisch rückschrittlich gedacht. Hier MÜSSEN sich Dinge ändern, damit der Endkunde sich nicht veralbert vorkommt.
Guardians of the Galaxy Vol. 2 BD vs UHD Bildvergleich 1
Die BD (links) ist trotz ihrer vorzüglichen Qualität gegenüber der UHD etwas im Hintertreffen. Helle Bereiche tendieren etwas zum Überstrahlen, der Kontrastumfang ist nicht ganz so intensiv, was sich gut am Himmel ablesen lässt, dessen Blau weniger Kraft hat. Auch die Kugel selbst wirkt nicht ganz so plastisch. (Für die Wiedergabe wurde nicht auf deutsches Menü umgestellt, daher die englische Einblendung)
Guardians of the Galaxy Vol. 2 BD vs UHD Bildvergleich 2
Die UHD (hier rechts) hat doch deutlich mehr Punch im Bild. Die Farben wirken einfach satter, der Kontrastumfang ist intensiver. Die hellen Bereiche und Spitzlichter sind zwar ebenso gleißend, überstrahlen aber nicht über die Maßen. Details wirken besser konturiert und dreidimensionaler
Guardians of the Galaxy Vol. 2 BD vs UHD Bildvergleich 4
Der obige Detail-Ausschnitt aus unten zu sehendem Komplett-Bild zeigt auf über die Blu-ray die deutlich softeren Details. Lippenkerben, Nasenumrandung, Struktur auf der Haut. Alles wirkt über die Blu-ray zwar sehr gut, aber nicht so gut wie auf der UHD
Guardians of the Galaxy Vol. 2 BD vs UHD Bildvergleich 5
Die 4K-Ultra-HD ist der wirklich guten Blu-ray trotz „nur“ 2K-Digital-Intermediate sichtbar überlegen. Der hier gewählte Ausschnitt ist nicht mal sonderlich klein, wenn man sich das komplette Bild unten betrachtet. Dennoch sind alle relevanten Auflösungsanteile besser als bei der BD
Guardians of the Galaxy Vol. 2 BD vs UHD Bildvergleich 3
Die Detailausschnitte (oben) wurden aus diesem Gesamtbild entnommen. Somit ist gut zu erkennen, dass der Ausschnitt nicht allzu klein gewählt ist und sogar im laufenden Bild aus angemessener Entfernung die UHD subjektiv wesentlich plastischer erscheint
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Wurde schon erwähnt, wie goldig er ist?

Beim Sound von Guardians of the Galaxy Vol. 2 bleibt auf der Ultra-HD nichts so wie es auf der Blu-ray ist. Der deutsche dts-HD-High-Resolution-Sound in 5.1 verwandelt sich in Dolby-Digital-Plus mit 7.1 Spuren und das englische dts-HD-MA 7.1 wird zu Dolby Atmos mit True-HD-Kern. Während man die Unterschiede zwischen der deutschen dts-HD-HR-Spur und der DD-Plus-Spur (mal abgesehen von den zwei zusätzlichen Kanälen) mit der akustischen Lupe suchen muss, liefert die Dolby-Atmos-Fassung natürlich mit der zusätzlichen Ebene auch ein Mehr an Raum und hat dem DD-Plus-Pendant auch den aktiveren und präziseren Basseinsatz voraus. Höheneffekte gibt’s erstmals, wenn die Kamera durch die Dimension von Egos Mitbringsel fliegt. Auch die Musik und einige Blitze hallen dort wider (2’40). Das gleiche gilt (ganz dezent) auch für die Halleffekte im Palast der Hohepriesterin zu Beginn von Kapitel zwei. Nicht unterstützt hingegen wird das dicke Schleimmonster, das immerhin aus dem Himmel auf die Plattform fällt – hier wäre durchaus mehr drin gewesen. Hübsch genutzt hat man die Höhen-Lautsprecher für kleine, feine Details. So zieht Gamora die Befestigung für Nebulas Handschellen hörbar von oben herunter und Rocket hüpft präzise ortbar durch die Wipfel der Bäume (39’26). Gerade solche Momente sind richtig klasse, wenngleich sie schlicht etwas zu kurz geraten sind. Dazu gibt’s ab und an den Soundtrack deutlich wahrnehmbar von oben, wenn Rocket dafür sorgt, dass Quills alte Musikkassette über die Lautsprecher des Söldner-Schiffs wiedergegeben wird (66’35). Dennoch bleiben die großen Geräusche und die deutliche Unterstützung von oben bis zum Finale hin aus. Selbst wenn Egos Schiff nach etwas über 20 Minuten landet und alle die Köpfe nach oben strecken, hört man nur einen ganz leichten Widerhall von oben. Ähnlich dezent geht’s zu, wenn Rocket mit den Söldnern Trampolin spielt und die Männer immer wieder hoch- und runterfallen. Auch hier hätte man mehr Unterstützung erwartet (38’40). Cool ist allerdings, wenn Yondus Pfeil völlig schwerelos durch den Raum flitzt und eine ganze Heerschar an Gegnern erledigt (67’30). Einen kurzen Celestial-Effekt gibt’s noch mal nach knapp 90 Minuten, wenn Peter von der Energie durchstoßen wird. Im Finale auf dem Planeten geht’s dann doch hörbar mehr zur Sache, wenn es um 3D-Sound geht. Blitzgeräusche erklingen (98’12) und wenn Peter Gamora oder Drax nach Klebeband fragt, kommt dessen Stimme präzise direktional aus einem der oberen vier Lautsprecher (101’18). Beim beginnenden Zusammenbruch des Planeten fallen die großen Brocken vernehmbar nieder und das abschließende Feuerwerk im All bietet Anlass für kompletten Rumdumsound (125’00). Dennoch bleibt hier ein etwas zwiegespaltener Eindruck. Während der Atmos-Sound auf der herkömmlichen Ebene Referenzqualität hat, hätte man auf der Höhen-Ebene mehr machen können.

Bonusmaterial

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Am Ende werden wieder die großen Waffen ausgepackt

Das Bonusmaterial von Guardians of the Galaxy Vol. 2 liegt komplett ausschließlich auf der enthaltenen Blu-ray des Doppel-Disk-Pakets. Selbst der Audiokommentar von Regisseur Gunn hat es nicht auf die UHD geschafft, was bei anderen Anbieter durchaus schon mal der Fall ist. Neben dessen informativen und oft witzigen Ausführungen gibt’s auf der BD noch die Möglichkeit, den Film mit einer kurzen Einführung des Regisseurs zu starten. Die enthaltenen Featurettes muten aufgrund des massiven Erfolgs des Films ein wenig mager an. Da wäre zunächst mit „Bonus-Runde: Making-of Guardians of the Galaxy Vol. 2“ ein vierteiliges Featurette, das insgesamt nur knapp 38 Minuten läuft. Der erste Teil „“In the Director’s Chair“ blickt noch einmal auf den ersten Teil zurück und schildert, wie man das Ganze noch einmal toppen wollte. „Reunion Tour: The Music of …“ kümmert sich in kurzen acht Minuten um den erneut coolen Soundtrack des Films. Regisseur Gunn findet, dass die Bedeutung von Musik immer wieder unterschätzt wird und hält im zweiten Teil erneut die organische Verbindung zwischen Songs und Film selbst für sehr gelungen. „Living Planets and Talking Trees“ geht knapp elf Minuten lang auf die CGIs und visuellen Effekte ein. Von der Previsualisierung über fantastische Zeichnungen, die für sich alleine schon Kunstwerke sind bis hin zu den vielen Szenen, die aus einem Mix von real gefilmten Elementen und CGI bestehen, bekommt man hier einen wirklich spannenden Einblick. In „The Cast of Vol. 2“ stellt man, der Name legt es nahe, die Besetzung vor und „Guardians Inferno“ liefert noch ein witziges Musikvideo, das im Stile der 70er inszeniert ist und den einzigen und nicht artigen David Hasselhoff featured. Vier deleted/extended Scenes und eine Gag Reel komplettieren das nicht sehr üppige Material.

Fazit

Witziger, bunter, besser besetzt und mit erstaunlicher Figurentiefe versehen – Guardians of the Galaxy Vol. 2 toppt seinen Vorgänger in allen Belangen und gehört zu den gelungensten Fortsetzungen der letzten Jahre. Blu-ray und UHD liefern dazu absolut referenzwürdige Bilder und einen absolut satten Sound, der in der Dolby-Atmos-Version allerdings erst im Finale so richtig aus der Höhe kommt.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 100%
Bildqualität UHD: 100%*

Tonqualität BD (dt. Fassung): 90%
Tonqualität BD (Originalversion): 95%
Tonqualität UHD (dt. Fassung): 90%
Tonqualität UHD (Originalversion): 90% (leichte Abwertung wegen der nicht ganz nach Möglichkeiten eingebundenen Height-Speaker)

Bonusmaterial: 50%
Film: 80%

*Die 100% Bildbewertung der UHD erklären sich aus der Tatsache, dass es aktuell kein besseres Spielfilm-Bild auf Ultra-HD gibt. Dennoch muss Kritik geübt werden, dass hier nur ein 2K-DI genutzt wurde, obwohl (größtenteils) in 8K aufgenommen wurde. Vermutlich hätte dies dem Bild noch das Krönchen aufgesetzt.

Anbieter: Walt Disney
Land/Jahr: USA 2017
Regie: James Gunn
Darsteller: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Karen Gillan, Kurt Russell, Glenn Close, Chris Sullivan, Pom Klementieff, Elizabeth Debicki, Nathan Fillion, Tommy Flanagan, Michael Rooker, Sylvester Stallone
Tonformate BD: dts-HD-Master 7.1: en // dts-HD-High-Resolution: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 136
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Nein (2K DI)
FSK: 12

Trailer zu Guardians of the Galaxy Vol. 2

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