Guns for Hire

Blu-ray Review

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Lighthouse Entertainment, seit 23.09.2016

OT: The Adventures of Beatle

 


Von Profikillern und Abschleppdiensten

Wendungsreicher Krimi mit guter Besetzung aus der B-Reihe.

Inhalt

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Beatle (rechts) gönnt sich den Luxus eines Callgirls …

Beatle ist Auftragskillerin – jedenfalls steht das auf ihrer Visitenkarte – und hat als solche nur zwei Kontakte: Zum einen ihren Psychiater, zum anderen eine Prostituierte, die sie wöchentlich bucht. Doch dann, eines Donnerstags im April 2006 begegnet sie der ebenso hübschen wie selbstmordgefährdeten Athena. Die hätte gerne, dass Beatle sie irgendwann umbringt. Zum Dank dafür würde Athena ihr die Lebensversicherung überschreiben. Einstweilen und bis dahin darf sie erst einmal bei Beatle wohnen. Dass sich gleichzeitig ein Profikiller auf die Fersen der beiden gesetzt hat, der von Athenas Ex-Arbeitgeber beauftragt wurde, wissen sie noch nicht. Doch das ist noch nicht einmal das einzige Geheimnis, das auf die beiden Frauen und den Detective wartet, der Beatle seit Stunden im Verhör sitzen hat …

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… sowie eine Psychiaters

Guns for Hire setzt sich mit der Schilderung seiner Story etwas zwischen alle Stühle – ob Komödie, Krimi, Thriller – man weiß nicht so Recht, was der etwas zerpflückt erzählte Film sein möchte. Die Geschichte wird rückblickend erzählt, während Beatle bei Detective Holt zum Verhör sitzt – und das gleich aus unterschiedlichen Blickwinkeln, da Beatles Version sich doch von Holts Fassung unterscheidet. Trotz der geringen Laufzeit von 79 Minuten muss man deshalb ein wenig am Ball bleiben, um der eigentlich unverzwickten, aber kompiziert erzählten Story zu folgen. Die findet zumeist in Innenräumen statt und bleibt praktisch actionfrei. Nach etwas über einer halben Stunde gibt’s mal eine körperliche Auseinandersetzung zwischen Jeffrey Dean Morgan (Grey’s Anatomy, Watchmen) und Sahra Shahi (Life), die zu ein bisschen Folter Light führt. Ansonsten dauert es knapp 65 Minuten, bis sich eine (durchaus faustdicke) Überraschung anbahnt, die auch erklärt, warum der Film so erzählt wurde, wie Regisseurin Donna Robinson es tat. Die Wendung der Story mag nicht ganz logisch sein und wirkt etwas aufgesetzt, aber man hat auch schon schwächere Twists gesehen. Die beiden Hauptdarstellerinnen geben sich dabei durchaus Mühe, ihren Figuren Leben einzuhauchen und sowohl die dramatischen als auch die absurden Szenen zu meistern – dies vor allem im Original, das bedeutend echter wirkt und klingt. Denn leider ist die deutsche Synchro arg amateurhaft geraten: Beatles Stimme ist zu schräg, Tony Shalhoub spricht nicht mit seingem gewohnten Organ und die Produktion selbst ist hörbar günstig. Man sollte also eigentlich dringend auf die Originalfassung von Guns for Hire wechseln, was allerdings für all jene etwas schwierig ist, die gerne Untertitel aktivieren, um alles zu verstehen. Denn Untertitel wurden dem Film leider nicht spendiert.

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Doch dann lernt sie die selbstmordgefährdete Athena (rechts) kennen

Bild- und Tonqualität

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Beatle weiß nicht nur mit der Knarre umzugehen

Das etwas flache und zweidimensionale Bild von Guns for Hire ist von den Farben her recht natürlich geraten, lässt in Sachen Kontrastumfang aber etwas Dynamik vermissen. Trotz der nicht perfekten Detailtiefe zeigen sich teilweise Überschärfungen an den Randbereichen der Gesichter und frei von Korn sind vor allem dunkle Szenen oder uniforme Hintergründe auch nicht (Bilder und Wand 44’00). Manche Aufnahmen sind zudem noch etwas weniger homogen geraten und fallen sichtbar aus dem Rahmen. Gut ausgeleuchtete Szenen gefallen allerdings durch einen sehr natürlichen Look.
Akustisch spielt sich Guns for Hire vornehmlich im Frontbereich ab, weist keinerlei Effektsituationen oder gar Dynamik auf, schafft es aber zumindest, die Dialoge homogen einzubetten. Die Filmmusik fordert den Subwoofer teilweise ein wenig, öffnet sich aber ebenfalls nicht in den Rearspeaker-Bereich – ein alles in allem sehr unspektakulärer Sound.

Bonusmaterial

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Athena möchte umgebracht werden

Das Bonusmaterial von Guns for Hire macht es sich etwas leicht – lediglich der Originaltrailer wurde abgelegt.

Fazit

Guns for Hire konzentriert sich ganz auf seinen finalen Twist, verliert dabei aber die Figuren zu Beginn aus dem Auge und liefert zu wenig Hinweise, damit der Zuschauer durchweg interessiert am Ball bleibt. Die teils bekannten Darsteller sorgen allerdings für Wiedersehensfreude und so sollten aufgeschlossene Kinofreunde mit guten Englischkenntnissen hier einen unterhaltsamen Abend erleben können.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 60%
Tonqualität (dt. Fassung): 50%
Tonqualität (Originalversion): 50%
Bonusmaterial: 5%
Film: 55%

Anbieter: Lighthouse Entertainment
Land/Jahr: USA 2015
Regie: Donna Robinson
Darsteller: Ever Carradine, Michele Hicks, Jeffrey Dean Morgan, Ben Mendelsohn, Tony Shalhoub, Sarah Shahi, Orlando Jones, Brooke Adams
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 79
Codec: AVC
FSK: 16

Trailer zu Guns for Hire

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