Helix – Die komplette erste Season

Blu-ray Review

Sony Pictures, 21.08.2014

OT: Helix

 


Eiskalter Genpool

Spannende Serie um den Ausbruch einer unbekannten Seuche in einer Polarstation.

Inhalt

Dr. Alan Farragut hat seine fähigste junge Wissenschaftlerin mitgenommen

Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Seuchenbekämpfungsbehörde (CDC) rund um den Teamleiter Alan Farragut wird zu einer Forschungsstation der Firma Arctic BioSystem in der Arktis gerufen. Diese hat offenbar einen Virusausbruch zu verzeichnen. Um vor Ort festzustellen, welches Virus das ist und womit man es zu tun hat, schart Farragut seine besten Mitarbeiter, unter anderem seine Ex-Frau, um sich – allerdings erst, als man ihm verrät, dass sein Bruder Peter unter den Mitarbeitern der Station ist und in Gefahr schwebt. Kaum ist man vor Ort angekommen, ist es eben genau dieser Peter, der scheinbar als einziger Infizierter überlebt hat. Mit überraschenden Kräften kann er sich von seinem Krankenbett lösen und schleicht fortan durch die Station, um einen nach dem anderen mit demselben Virus anzustecken. Während die Sicherheitsleute den Verbleib von Peter aufklären und ihn dingfest machen wollen, stellen sich Alan und seinem Team die Fragen, was wirklich hinter diesem Virus steckt und warum Forschungsleiter Dr. Hiroshi Hatake immer wieder wichtige Fakten verschweigt. Welche Experimente wurden dort wirklich gemacht?

Alan versucht alles, um seinen Bruder Peter zu retten …

Helix, die neue Serie von Ronald D. Moore, dem ausführenden Produzenten und Autor von Battlestar: Galactica, vermischt Elemente beliebter Serien wie Bones oder der seinerzeit viel zu früh abgesetzten kanadischen Show ReGenesis mit der klaustrophobischen Atmosphäre von Das Ding aus einer anderen Welt. Gerade Letztere funktioniert bei Helix von Anfang an gut und intensiviert sich mit jedem Cliffhanger weiter. Tatsächlich bauen sich Spannung und Faszination von Folge zu Folge aus, der Suchtfaktor nimmt zu. Das ist zum einen der Enge in der Eisstation zu verdanken, die dazu beiträgt, dass die Panik unter den Figuren immer stärker und die Angst davor, dass jeder infiziert sein könnte, irgendwann bestimmend wird. Zum anderen macht es durchaus Spaß, mitzurätseln, was für die Zustände und den Ausbruch eines unbekannten Virus in der Station wirklich verantwortlich ist. Die Besetzung der Figuren ist zudem gut gelungen: Hiroyuki Sanada, der als Dr. Hiroshi Hatake den eigentlichen Leiter der Einrichung verkörpert, ist durch seine Auftritte in Wolverine oder 47 Ronin auch einem größeren Kinopublikum bekannt und Bill Campbell, der den Teamleiter vom CDC spielt, gab schon im 80er-Jahre Denver Clan sein Seriendebüt. Fans von Star Trek: Voyager werden sich zudem über den Auftritt Jeri Ryans freuen.

… doch die Hoffnung darauf erscheint verschwindend gering

Während also die Geschichte originell daherkommt, die klaustrophobische Enge zum Spannungsverlauf beiträgt, die Cliffhanger mitunter richtig hart sind und die Darsteller im Prinzip alles richtig machen, torpedieren im späteren Verlauf immer schwächer werdende Spezialeffekte die Stimmung. Anstelle es schlecht zu machen, hätte man einfach auf mutierende Ratten oder seltsame schwarze Viruswolkengebilde verzichten sollen. Zumal die Maskerade bei den Infinzierten durchaus gelungen ist. Und wer bitteschön hat sich diese unsäglich furchtbare Fahrstuhlmusik während des kurzen Vorspanns einfallen lassen? Falls das irgendeinen Bezug zur Serie haben sollte, so scheint dieser kaum nachvollziehbar. Man wähnt sich vielmehr für einen Moment in einer schlechten TV-Soap. Davon abgesehen (man kann während des Vorspanns ja auch einfach kurz vorspulen) reiht sich Helix durchaus in die Reihe der gelungenen Serien der letzten Jahre ein.

Bild- und Tonqualität

Was verschweigt Dr. Hatake? An was wurde wirklich in der Station geforscht?

Beim Bild der Blu-ray liegen Licht und Schatten eng beieinander: Einerseits weiß beispielsweise die Totale von Atlanta zu Beginn der ersten Folge mit hoher Detailtiefe zu gefallen, andererseits könnten die Innenaufnahmen in der Station knackiger sein. Hin und wieder sind hier auch Doppelkonturen auszumachen. Der Kontrastumfang in Helix geht in Ordnung, wenngleich im Schatten von Gesichtern auch schon mal Details versumpfen. Hin und wieder färbt sich das Bild bei mäßiger Beleuchtung etwas grünlich.
Während die DVD von Helix noch mit schwachbrüstigem 2.0 Stereo auskommen muss, spendierte man der Blu-ray einen 5.1-Sound. Im Gegensatz zum englischen dts-HD-Master-Pendant allerdings „nur“ in Dolby Digital. Deren Dialoge (immer noch das Bestimmende in einer TV-Serie) ertönen klar verständlich aus dem Center, zwischendurch auftauchender Filmscore weist zumindest Stereoeffekte auf und zwischendurch gibt es sogar mal Anlass für die rückwärtigen Speaker, von ihrem Dasein zu verkünden. Dies geschieht immer dann, wenn in den Labors Action das Zepter übernimmt oder die Infizierten ihre Attacken ausführen.

Bonusmaterial

Ein Wiedersehen für Trekkies: Jeri Ryan (hier natürlich ohne Borg-Applikationen) gibt den Ton in der Station an

Für eine TV-Serie ist erstaunlich viel Bonusmaterial mit an Bord. Zwei Audiokommentare (zu „Tod im ewigen Eis“ und „Dans L’Ombre“), diverse entfallene Szenen, Outtakes und insgesamt sechs Featurettes warten auf den Käufer der Blu-ray von Helix. In „Ronald D. Moore: Sonderfall Science-Fiction“redet der genreerfahrene (Star Trek TNG, DS9, Battlestar Galactica) Moore über die Entwicklung der Idee zur Serie. In „Die Zukunft von Krankheiten“ versuchen die Serienschöpfer einen Brückenschlag zwischen real existierenden Seuchen und der Science-Fiction in ihrer Geschichte. Wer noch nicht alle Folgen gesehen hat, sollte beim Bonusmaterial vorsichtig sein, denn es enthält den einen oder anderen Spoiler. „Die Kunst der Isolation“ beschäftigt sich mit der klaustrophobischen Enge innerhalb der Polarstation und damit, dass der Schauplatz für den Erfolg der Serie immens wichtig ist. In „Die Anatomie der Figuren“ wird schließlich erläutert, wie man sich den Schauspielern für die Figuren näherte und warum die einzelnen Darsteller für ihren Seriencharakter so gut passen.

Fazit

Durchaus spannende und die TV-Landschaft bereichernde Serie, die allerdings noch etwas plausibler hätte ausfallen dürfen und unter teils schlechten digitalen Trickeffekten leidet.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 60%
Tonqualität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität (Originalfassung): 65%
Bonusmaterial: 60%
Film: 70%

Anbieter: Sony Pictures HE
Land/Jahr: USA/CA 2013
Regie: Jeffrey Reiner und andere
Darsteller: Bill Campbell, Hiroyuki Sanada, Kyra Zagorsky, Mark Ghanimé, Jordan Hayes, Neil Napier
Tonformate: dts HD Master 5.1: en // DD 5.1: de
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 530
Codec: AVC
FSK: 16

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