Human Meat – Mörder. Kannibale. Zombie.

Blu-ray Review

Human Meat - Mörder. Kannibale. Zombie. Blu-ray Review Cover-min
Tiberius Film, 04.01.2017

OT: Pretty Dead

 


Die Stevens-Protokolle

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Inhalt

Human Meat - Mörder. Kannibale. Zombie. Blu-ray Review Szene 4
Regina muss sich den Fragen des Psychiaters stellen

Regina soll vier Männer ermordet und gegessen haben. Das jedenfalls glauben die Verantwortlichen einer Psychiatrie, in der Regina seit einiger Zeit lebt und verhört wird. Ihr seltsamer Hautausschlag wäre ein Indiz dafür, dass ein echter Zombie ist. Denn das wiederum glaubt Regina von sich. Nachdem sie auf einer Party zu viel Alkohol und Drogen eingeworfen hatte, schmeckte ihr am nächsten Tag der Toast nicht mehr und der Joghurt war angeblich schlecht. Dafür entwickelte sie einen Heißhunger auf rohen Speck – ein Vorzeichen dafür, dass sie später ebenso Appetit auf Menschenfleisch bekam und die Taten begann, wegen derer sie nun inhaftiert ist. Gemeinsam mit ihrem Freund (dem sie beinahe die Brust rausgebissen hatte) macht sie sich daran, ihr Verhalten und ihren Verfall per Videodokumentation festzuhalten …

Human Meat - Mörder. Kannibale. Zombie. Blu-ray Review Szene 3
Gegen ihren Hunger auf Fleisch helfen zunächst noch Tierfett-Drinks

Mit vermeintlich wahrem Hintergrund lockt Human Meat – Mörder. Kannibale. Zombie., der im Original auf den Namen Pretty Dead hört. Schon 2013 produziert, gelangt der Mix aus Drama und Horrorthriller im Found-Footage-Gewand erst jetzt als Direct-to-Video hierzulande in den Läden. Was funktioniert, ist der Aufbau der Geschichte. Mit 77 Minuten ist der Film ohnehin angenehm kurz geraten, was dem Tempo zugute kommt. Außerdem wirkt das Spiel von Carly Oates als Regina durchaus engagiert und überzeugend. Ihre Wut gerät ebenso authentisch wie die Verzweiflung und ihr Hunger nach Fleisch. Der Filmscore begleitet das Geschehen dabei überraschend intensiv und passt sich der jeweiligen Situation mit spannenden oder dramatischen Klängen an. Nicht vollends überzeugen können die praktischen Masken, auch wenn sich jemand durchaus Mühe mit blasser Schminke und wucherndem Ausschlag sowie einer grafischen Schusswunde gegeben hat. Die Intensität des Geschehens erreicht in den letzten fünfzehn Minuten dann ihren Höhepunkt, wenn Regina zunächst in Untersuchungshaft kommt und die dortigen Überwachungskameras sie bei einer neuerlichen Tat beobachten. Der Found-Footage-Aspekt kommt in Human Meat – Mörder. Kannibale. Zombie. erstaunlich atmosphärisch zum Tragen und wenn nach gut einer Stunde ein durchaus überraschender Twist zum Tragen kommt, weiß man langsam auch, ob man Regina oder den Psychiatern Glauben schenken soll. Auch hier steigert sich der Score zu einem sehr stimmigen Klangteppich, der klarstellt, dass Human Meat weniger vordergründiger Horrorschocker als tragisches Horrordrama ist.

Human Meat - Mörder. Kannibale. Zombie. Blu-ray Review Szene 2
Der Herr bekommt gleich den Schock seines Lebens

Bild- und Tonqualität

Human Meat - Mörder. Kannibale. Zombie. Blu-ray Review Szene 1
Hat sich Regina wirklich erschossen und ist wieder auferstanden?

Das Bild von Human Meat hält sich möglichst nahe am Found-Footage-Amateur-Look und ist durchweg eher unscharf, wenig kontrastreich und ruckelt bisweilen auch etwas. Die Farben könnten natürlicher sein, die Auflösung offenbart Treppenstufen und helle Bereiche überstrahlen. Das sieht zwar nicht sonderlich hübsch aus, unterstreicht aber den Amateur-Charakter der Story.
Auch akustisch bleibt das B-Movie-Niveau erhalten. Die Effektlautsprecher bekommen keine direktionalen Sounds, sondern nur einen etwas erweiterten Hall vom regulären Filmscore und den Dialogen. Beides beschränkt sich ansonsten vollständig auf die Front, bezieht den Subwoofer auch nur dezent mit ein.

Bonusmaterial

Human Meat - Mörder. Kannibale. Zombie. Blu-ray Review Szene 5
Kann Regina noch geholfen werden?

Neben den üblichen Programmtipps und den Originaltrailern gibt es noch zwei Interviews mit den beiden Hauptdarstellern und dem Regisseur im Bonusmaterial von Human Meat.

Fazit

Human Meat – Mörder. Kannibale. Zombie. ist zwar günstig produziert und lässt sich anfänglich etwas Zeit, intensiviert dann aber Stimmung und Dramatik. Während der letzten Viertelstunde geht er durchaus an die Nieren – und das ohne in die Falle zu tappen, billige Schockeffekte liefern zu wollen, die aufgrund des geringen Budgets vielleicht ohnehin nicht funktioniert hätten.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 50%
Tonqualität (dt. Fassung): 50%
Tonqualität (Originalversion): 55%
Bonusmaterial: 20%
Film: 60%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Benjamin Wilkins
Darsteller: Carly Oates, Ryan Shogren, Quantae Love, Heather Anne Wood, Emily Button, Dave Matos
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 77
Codec: AVC
FSK: 18 (ungeschnitten)

Trailer zu Human Meat

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