Jarhead 2: Zurück in die Hölle

Blu-ray Review

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Universal Pictures, 25.09.2014

OT: Jarhead 2: Field of Fire

 


Gefährliches Paket

In Jarhead 2: Zurück in die Hölle ist etwas ganz anderes drin als der Titel es vermuten lassen würde.

Inhalt

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Gavins hat eine überraschende und nur bedingt erfreuliche Nachricht für Corporal Chris

Ja, Krieg spielen ist kein großer Spaß – das jedenfalls merkt Corporal Chris Merrimette als sein Sergeant während eines Scharmützels von einer Panzerfaust zerfetzt wird. Deshalb ist er auch wenig begeistert, als Major Gavins ihn zum Truppenführer macht – zumal seine Frau daheim in den Staaten kurz vor der Niederkunft ist. Nun muss Chris also anstatt die Army zu verlassen die Verantwortung für wichtige Versorgungskonvois im umkämpften Hinterland Afghanistans übernehmen. Und schon der erste Auftrag führt geradeweg ins Desaster, denn kurz nachdem sie zwei Navy SEALs, die eine einheimische Frau im Schlepptau haben, aufgenommen haben, werden sie aus allen Richtungen unter Beschuss genommen. Schon das erste Gefecht lässt die Einheit ohne taugliche Fahrzeuge zurück. Ebenfalls sind erste Verluste zu beklagen und man muss nun zu Fuß weitermaschieren. Was für ein Geheimnis steckt hinter der Unbekannten, dass sämtliche Taliban hinter hier her zu sein scheinen?

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So unbeschadet bleibt der Versorgungskonvoi nicht lange

Jarhead 2: Zurück in die Hölle hat mit dem Vorgänger lediglich gemein, dass irgendwo im Hintergrund mal Fußball gespielt wird und die Wüste des Mittleren Ostens den Schauplatz hergibt. Denn dort, wo in Jarhead – Willkommen im Dreck die Langeweile des Wartens auf den Krieg nach der Ausbildung zum Hauptthema geriet, wird in Jarhead 2 von Beginn an scharf geschossen. Aus einem meditativen und philosophischen Film wird ein Actionbeitrag. Das wird diejenigen, die an Sam Mendes‘ Werk gerade diese Auseinandersetzung schätzten möglicherweise stören. Wenn man jedoch weiß, dass man hier keinen tiefgründigen Kriegsfilmbeitrag erwarten kann, gelingt es auch, unvoreingenommener an Don Michael Pauls (Company of Heroes) Film heranzugehen. Denn eins kann man Jarhead 2 nicht absprechen: Er ist spannend. Trotz teilweiser Vorhersehbarkeit, gelingen einige Sequenzen (beispielsweise das Warten auf den Räummitteldienst) extrem packend. Abgesehen von den Szenen mit Stephen Lang (der seit Avatar offenbar auf die Rolle des patriotischen Soldaten abonniert zu sein scheint) sowie dem wahrhaft abenteuerlichen und arg heldenhaften Ende ist der Film bis auf die typischen markigen Sprüche überraschend sachte, was den Einsatz allzu pathetischer Momente angeht.

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Nicht schön, wenn man Kameraden sterben sieht

Jarhead 2: Zurück in die Hölle hat mit dem Vorgänger lediglich gemein, dass irgendwo im Hintergrund mal Fußball gespielt wird und die Wüste des Mittleren Ostens den Schauplatz hergibt. Denn dort, wo in Jarhead – Willkommen im Dreck die Langeweile des Wartens auf den Krieg nach der Ausbildung zum Hauptthema geriet, wird in Jarhead 2 von Beginn an scharf geschossen. Aus einem meditativen und philosophischen Film wird ein Actionbeitrag. Das wird diejenigen, die an Sam Mendes‘ Werk gerade diese Auseinandersetzung schätzten möglicherweise stören. Wenn man jedoch weiß, dass man hier keinen tiefgründigen Kriegsfilmbeitrag erwarten kann, gelingt es auch, unvoreingenommener an Don Michael Pauls (Company of Heroes) Film heranzugehen. Denn eins kann man Jarhead 2 nicht absprechen: Er ist spannend. Trotz teilweiser Vorhersehbarkeit, gelingen einige Sequenzen (beispielsweise das Warten auf den Räummitteldienst) extrem packend. Abgesehen von den Szenen mit Stephen Lang (der seit Avatar offenbar auf die Rolle des patriotischen Soldaten abonniert zu sein scheint) sowie dem wahrhaft abenteuerlichen und arg heldenhaften Ende ist der Film bis auf die typischen markigen Sprüche überraschend sachte, was den Einsatz allzu pathetischer Momente angeht.

Bild- und Tonqualität

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Wird misstrauisch beäugt: Der neue einheimische Kollege im Team: Faisal

Feinde wackliger Handkamera werden Jarhead 2 – Zurück in die Hölle nicht mögen. Seit Spielbergs Soldat James Ryan scheint es ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass in Kriegsfilmen die Kamera ständig zwischen den Protagonisten wuselt, umkippt, herumwirbelt und selbst von Schüssen getroffen wird. Das ist sicher authentisch, fordert aber mitunter während der hitzigen Gefechte einen starken Magen. Vom Look her geht Jarhead 2 ebenfalls den typischen Weg des Genres, setzt auf steile Kontraste und bräunliche Einfärbung sowie die Tendenz zur farblichen Entsättigung – zumindest das hat der Film dann mit seinem Vorgänger gemein. Schärfe und Auflösung sind sehr gut, gerade Nahaufnahmen der schweißnassen Gesichter gelingen sehr plastisch.
Nach all den dialoglastigen Filmen der letzten Tage ist so ein zünftiger Kriegsactioner akustisch eine wohltuende Abwechslung – und das, obwohl die deutsche Spur von Jarhead 2 „lediglich“ in schnödem dts 5.1 vorliegt. Das tut dem Vergnügen aber kaum Abbruch, denn schon zu Beginn werden die MG-Salven hübsch räumlich verteilt und der Subwoofer bekommt mit Granateinschlägen gut zu tun. Querschläger schlagen dicht neben den Köpfen der Heimkinozuschauer ein. Auch die Filmmusik pumpt ordentlich Dynamik ins Wohnzimmer und die Naturkulisse wird während der ruhigeren Momente sehr atmosphärisch wiedergegeben.

Bonusmaterial

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Welche Bedeutung hat die junge Einheimische?

Zwei entfallene Szenen befinden sich im Bonusmaterial von Jarhead 2: Zurück in die Hölle. In „Schießübung“ sehen wir Danni Allen dabei zu, wie sie den Männern im Team weit voraus ist und in „Es kommt auf darauf an“ gibt’s noch ein bisschen mehr Macho-Geplänkel während der Fahrt im

Fazit

Jarhead 2: Zurück in die Hölle ist wahrlich kein tiefgründiges Antikriegsfilm-Highlight wie sein Vorgänger. Ein annehmbarer Actionfilm vor Kriegskulisse ist er aber allemal und deshalb trotz klischeehafter Darstellung der Antagonisten durchaus sehenswert.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 80%
Tonqualität (dt. Fassung): 90%
Tonqualität (Originalversion): 90%
Bonusmaterial: 10%
Film: 60%

Anbieter: Universal Pictures
Land/Jahr: USA 2014
Regie: Don Michael Paul
Darsteller: Stephen Lang, Josh Kelly, Cole Hauser, Bokeem Wodbine, Jason Wong, Danielle Savre, Ronny Jhutti, Cassie Layton
Tonformate: dts HD-Master 5.1: en // dts 5.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 103
Codec: AVC
FSK: 16

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