Journey to Space 4K UHD

Blu-ray Review

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EuroVideo, seit 22.09.2016

OT: Journey to Space

 


Der Weltraum: Unendliche Weiten

Neues Futter für UHD-Demonstrationen.

Inhalt

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Auf in unentdeckte Sphären

Die für IMAX-Kinos produzierte Dokumentation Journey to Space erzählt von den Anfängen der bemannten Raumfahrt, konzentriert sich dann auf die Arbeiten an der ISS und schildert von den damit verbundenen Herausforderungen. Dabei werden die bitteren Stunden bei den Explosionen zweier Space Shuttles ebensowenig ausgespart, wie ausgelassene Rumblödeleien der internationalen Crew in der Schwerelosigkeit der Raumstation. Nachdem man die Grundlagen in spannenden und atemberaubenden Bildern präsentiert und erklärt bekommen hat, geht es vornehmlich um „Projekt: Orion“. Mit dieser Raumkapsel soll es möglich sein, Astronauten in absehbarer Zeit zum Mars entsenden zu können. Selbst wenn das noch ca. 20 Jahre dauern wird und die Reise sechs Monate dauern wird (wohlgemerkt: One Way)
Erstaunlich ist dabei, wie nahe die Kameras den technischen Entwicklungen der NASA kommen durften – ob das die aktuellsten Entwicklungen an den Raumanzügen oder den speziellen Fahrzeugen, mit denen man sich auf dem roten Planeten bewegen möchte, sind. Und mit welchem Sprecher hätte man diese Dokumentation besser vertonen können, als mit Cpt. Jean-Luc Picard aka Patrick Stewart? Schade, dass keine deutschen Untertitel vorliegen, sodass auch im Englisch weniger bewanderte Zuschauer lieber die Originalfassung wählen und diesem dem etwas drögen deutschen Kommentar vorziehen könnten.

Bild- und Tonqualität

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Akribische Arbeiten an der Orion-Raumkapsel

Journey to Space beinhaltet wohl einige der bis dato hochwertigsten technischen Aufnahmen, die je auf ein digitales Medium gebracht wurden. Aufgenommen wurden die Szenen mit unterschiedlichen Kameras – analog wie digital. Für das IMAX-Kinoformat produziert, fangen die verwendeten Medien bei 65mm-Film an, gehen dann über Digitalkameras mit 6K, 5,5K und 4K hin zu Timelapse-Aufnahmen über Canon-DSLRs. Das 65mm-Filmmaterial wurde mit 11K! gescannt, um die absolut bestmögliche Qualität zu erhalten. Auch bei den verwendeten Standbildern vom Hubble-Teleskop wurden solche Aufnahmen ausgewählt, die in mindestens 8K, besser noch 11K vorlagen. Im Gegensatz zu bisherigen 4K-UHD-Dokus wie India 4K oder Best of 4K wurde Journey to Space auch mit High Dynamic Range versehen, um die Bilddynamik weiter zu erhöhen. Dies lässt sich sogar vor dem Filmstart aus- oder abwählen. Ebenfalls ist das Bild im BT.2020-Farbraum abgelegt, was man schon nach gut 40 Sekunden lebhaft sieht, wenn die Kamera über die rotgrün bewachsenen Felsen der Brandung fliegt und das Meer in türkisgrün strahlt, als stünde man direkt davor – Wahnsinn. Manchmal wirkt das fest ein wenig übertrieben, aber eben auch einfach unglaublich beeindruckend. Man muss sich schon noch erst ein wenig an derart intensives Rot gewöhnen. In Sachen Auflösung und Bildruhe variiert die UHD ein kleinwenig. Die allererste Szene ist ein wenig körnig, wohingegen spätere Szenen aus dem All (mit IMAX-Kameras aufgenommen) einfach unfassbar gute Qualität liefern.

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Die Speerspitze moderner Raumfahrt

Die mit höchstmöglicher Auflösung gescannten Szenen haben eine Tiefenauflösung und Klarheit, die bisher noch nicht auf einem UHD-Display/-Beamer zu sehen war. Jede einzelne kleine Einheit des Solarpanels lässt sich erkennen und man könnte auf einer entsprechend großen Leinwand vermutlich auch noch lesen, wenn der in der Bildmitte befindliche Astronaut ein Namensschild auf seinem Rucksack hätte. Dazu kommen die großartig zu erkennenden Wolken am Himmel der Erde im Hintergrund – eine phänomenale Einstellung (6’55). Und dann immer wieder diese Farben und Reflexionen (Unsere Erde im Hintergrund, Satellit im Vordergrund 7’52). Ab und an, wie gesagt, ist das Korn etwas gröber, was aber nicht massiv stört – allenfalls deshalb, weil es (je nach verwendeter Kamera) mal auffälliger, mal weniger sichtbar ist. Qualitativ nicht ganz so gut (nachvollziehbarerweise) sind die verwendeten Archivaufnahmen, die deshalb bewusst in einem kleineren Bildfenster mit Rahmen eingefasst wurden.
In Sachen Soundqualität darf hier ebenfalls frohlockt werden. Die englische Tonspur von Journey to Space wurde nämlich sogar mit einem Dolby-Atmos-Track (True-HD-Kern) versehen. Aber auch die dts-HD-Master-Spur für das hiesige Publikum ist fernab langweiliger Filmscores, die Dokus normalerweise angefügt werden. Wenn die Space-Shuttle-Missionen abheben, bebt das komplette Heimkino und kurz ins Innere der Kapsel geschwenkt fühlt man sich mittendrin. Hier wackelt und klappert alles, was nicht niet- und nagelfest ist – sehr zur Freude des Akustikfans (7’29). Der größtenteils von Streichern getragene Score bleibt meist frontbezogen und überlässt die echten Soundeffekte den Rear- und Höhenlautsprechern.

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Atemberaubende Aufnahmen aus dem All

 

Bonusmaterial

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Computeranimationen ergänzen die Realszenen

Das Behind the Scenes, das sich im Bonusmaterial von Journey to Space findet, klärt in sechs Minuten Laufzeit vornehmlich auf, welche (teils unterschiedliche) Technik bei den Aufnahmen zum Einsatz kam.

Fazit

Während der Film selbst vor allem gegen Ende ein wenig zum NASA-Werbevideo verkommt, ist die Bildqualität der UHD bisweilen über jeden Zweifel erhaben. Auch wenn die Perfektion nicht in allen Einstellungen erreicht wird, sind viele der Szenen in Journey to Space dermaßen plastisch, dass es einem eine Gänsehaut verpasst. Aufgrund der Inkonsistenz der Aufnahmen reicht’s dennoch nicht zur Höchstwertung.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 90%
Tonqualität (dt. Fassung dts-HD): 80%
Tonqualität (Originalversion Dolby Atmos): 85%
Bonusmaterial: 30%
Film: 70%

Anbieter: EuroVideo
Land/Jahr: USA 2015
Regie: Mark Krenzien
Sprecher: Patrick Stewart (Originalfassung)
Tonformate: Dolby Atmos (True HD 7.1): en // dts HD-Master 5.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 42
Codec (UHD): HEVC
Real 4K: Ja (bis zu 11K Intermediate)
FSK: 0

Trailer zu Journey to Space

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