Life 4K UHD

Blu-ray Review

Life 4K UHD Blu-ray Review Cover
Sony Pictures, 03.08.2017
Life Blu-ray Review Cover
Sony Pictures, 03.08.2017

OT: Life


Calvin

Eine außerirdische Lebensform bedroht die Astronauten auf der ISS.

Inhalt

Life 4K UHD Blu-ray Review Szene 1
Dr. Hugh Derry kümmert sich um das Wesen, das sich aus den Zellen entwickelt

Acht Monate hat es gedauert, bis die Pilgrim-Sonde von ihrer Mission auf dem Mars zurück zur ISS kehrt. Nun ist sie zurück und die sechs Wissenschaftler an Bord der Raumstation sind voller Spannung auf das, was sie an Proben mitgebracht hat. Allerdings müssen sie dafür zunächst mal auf eine waghalsige Außenmission, denn die Sonde wurde von Trümmern getroffen und ist dadurch vom Kurs abgekommen. Rory Adams übernimmt die Aktion und schafft es tatsächlich, sie aus vollem Flug abzufangen. Die Freude ist groß, währt aber nicht lange. Denn die Kapsel hat tatsächlich eine außerirdische biologische Zelle an Bord. Was nicht schlimm, sondern eine bahnbrechende Entdeckung wäre – wenn sich dieser Organismus nicht reaktivieren würde. Er entwickelt sich daraufhin äußerst zügig und stellt sich rein biologisch als hoch überlegen heraus. So ist jede seiner Zellen zur gleichen Zeit praktisch alles: Augen, Gehirn, Muskel. Und Letztere nutzt es bald schon äußerst schmerzhaft für seinen Ziehvater. Zwar kann die Crew Hugh Derry retten, verliert aber ein anderes Mitglied und (noch schlimmer) verliert die Kontrolle über das Wesen. Bald schon heißt es: Besser es stirbt mit allen Astronauten auf der ISS als dass es zur Erde gelangt …

Life 4K UHD Blu-ray Review Szene 2
Sho hat gerade die Geburt seiner Tochter auf der Erde per Video-Chat verfolgt

Daniel Espinosa wollte einen echten Sci-Fi-Thriller inszenieren, der einerseits in der Tradition eines Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt steht, andererseits aber substanziell in der Realität verankert ist. Deswegen nennt er seinen Life auch gerne „Sci-Reality“-Film. Wichtig war ihm, dass die Ereignisse tatsächlich so eintreten könnten, weshalb er sein Werk nicht 200 Jahre in die Zukunft verfrachtet, sondern in einer möglichen Gegenwart spielen lässt. Des Weiteren merkt man vom ersten Moment der Aufnahmen innerhalb der Raumstation, dass es ihm äußerst wichtig war, die Nähe und Enge einer Raum-Mission zu zeigen. Sobald Life ins Innere der ISS wechselt, ist die Kamera stets extrem nahe an den Figuren, verfolgt sie bei ihren schwerelosen Bewegungen und „Flügen“ durch die Schleusen. Auf diese Weise lässt sie gerade die ersten Minuten zum Erlebnis werden, wenn sie ebenso ohne Gravität zu sein scheint und die Charaktere abwechselnd begleitet, sich dabei dreht, auf dem Kopf steht und so für den Zuschauer die Intimität kondensiert, die zwangsläufig auf einer Raumstation herrscht. Echte Privatsphäre gibt es dort nicht und man hat selten mehr als ein paar Meter Freiraum um sich herum. Da ist es auch nur konsequent, dass er auf ein hochkarätiges Ensemble vertrauen kann, das mit Ryan Reynolds, Jake Gyllenhaal, Rebecca Ferguson und Hiroyuki Sanada vier ebenso bekannte wie beliebte Gesichter liefert. So bekannt wie sie sind, so unterschiedliche Rollen haben sie. Während Reynolds typgerecht den polternden Amerikaner mit Hang zum oberflächlichen Humor gibt, darf Gyllenhaal einmal mehr zeigen, dass er die tiefgründigeren Figuren bevorzugt. Sein David Jordan ist am längsten auf der Station und vermisst das Leben auf der Erde mit all den Kriegen kein bisschen. Für ihn ist die Raumstation der pure Frieden mit einem leisen Summen und sauberer Filterluft. Dass dieser Frieden dann vehement gestört wird, ist ein zentrales Element des Films.

Life 4K UHD Blu-ray Review Szene 3
Miranda hält im Hintergrund die Fäden beisammen

Allerdings nicht bevor es noch eine Live-Geburt via Videochat gibt, als die Frau des japanischen Astronauten in der Heimat dessen junge Tochter zur Welt bringt. Zur gleichen Zeit beschreibt der Film das Wachstum des fremdartigen Wesens, das zunächst alle mit staunenden Augen betrachten. Es wird also gleich doppelt Leben geboren in Life. Symbolik ist ohnehin auf vielen Ebenen ein Thema des Films. So ist Dr. Hugh Derry derjenige, der sich vornehmlich um das wachsende Wesen kümmert und es gedeihen lassen möchte – nicht ganz ohne Grund. Denn er selbst ist querschnittsgelähmt und hätte nur allzu gerne wieder funktionierende Beine. Während er also selbst nur in der Schwerelosigkeit ein (fast) normales Leben führen kann, hilft er dem Alien auf die Sprünge – wohlweislich, dass dessen Zellentwicklung vielleicht Stammzellenforschung obsolet werden lassen könnte und man das Unheilbare heilen könnte. Espinosa (Kind 44, Safe House) tut gut daran, sich für die Entwicklung der Geschichte und die zwischenmenschlichen Dynamiken Zeit zu lassen. Mit sechs Astronauten, die allesamt sehr unterschiedlich sind, bleibt auch das Darsteller-Ensemble überschaubar, sodass man stets zwischen ihnen differenzieren kann. Der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz, was in der Regel auf Ryan Reynolds zurückzuführen ist, der ein kleines bisschen Sarkasmus seines Deadpool in seine Rolle einbringt und mit Filmzitaten für Nerds um sich wirft. Auch wenn er die Briten als „unterwaschene“ Nation bezeichnet, sorgt das für einen Brüller.

Life 4K UHD Blu-ray Review Szene 4
Rory ahnt: Hier kommt er nicht mehr raus

Nachdem Life dann für gut eine halbe Stunde Atmosphäre aufgebaut hat, entlädt sich das Geschehen blitzartig in einer hochspannenden Szene, die demonstriert, wie intelligent und kräftig die „Calvin“ genannte Lebensform schon ist, obwohl sie gerade mal so groß ist wie ein Tennisball. Gerade das Aussehen der Kreatur hat man ganz bewusst vollkommen anders gestaltet als man es von anderen Alien-Filmen gewohnt ist, was zum einen viel Spielraum bei dessen Aktionen lässt und zum anderen umso effektiver wirkt, wenn es zuschlägt. Denn wenn mal ein Wesen eigentlich gar nicht böse aussieht, im nächsten Moment aber eine Ratte innerhalb von Sekunden zu Staub atomisiert, dann ist das optisch herausragend und inhaltlich erschreckend unheimlich. Etwas vordergründiger wird es dann, wenn es sich das erste menschliche Opfer sucht – die grafisch sehr eindrucksvolle Szene rechtfertigt die FSK-16-Freigabe durchaus. Technisch beeindruckend ist Life ebenfalls und damit ist nicht nur das detailgetreue Innere der Raumstation gemeint, sondern vor allem der Umstand, dass der Film seine Figuren zu großen Teilen sichtbar im Schwebezustand zeigt. Für jeden einzelnen der sechs Schauspieler standen jeweils zwei Filmtechniker hinter der Kamera, die dafür sorgten, dass die an Drähten hängenden Darsteller genau dorthin gleiten konnten, wo sie hin mussten. Die große Kunst, das wirken zu lassen, als habe man in echter Schwerelosigkeit gedreht, kann man gar nicht genug herausstellen und wird im Bonusmaterial ausführlich beschrieben. Einfach war das ganz offensichtlich nicht.

Life 4K UHD Blu-ray Review Szene 5
David Jordan ist Weltrekordhalter im All

Bild- und Tonqualität BD

Life 4K UHD Blu-ray Review Szene 6
War von Anfang an nicht glücklich über das Heranzüchten des Organismus: Rory

Das Bild von Life beginnt mit dem kräftig-farbigen Sonnenaufgang hinter der ISS und wechselt dann ins Innere der Raumstation. Dort werden Details kontraststark und sehr gut aufgelöst dargestellt. Ein bewusst genutztes Filmkorn lässt den digital eingefangenen Film analog(er) wirken, was in den schnelleren Bewegungen innerhalb der ISS allerdings stärker wird und somit nicht ganz konsistent ist. Während der dunkleren Aufnahmen zeigt sich teilweise eine leichte Grünfilterung, die sicherlich auch absichtlich gewählt wurde, dem Ganzen aber bisweilen einen etwas kränklichen Look verpasst. Allerdings beschränkt sich das auf Einstellungen im Technikraum. Andere Bereiche werden farblich anders präsentiert, sind mal kühler und mal sehr natürlich. Nicht so schön ist der beständig etwas dunkle Look. Viele Details wirken verschluckt und gegen in der Kontrastdarstellung etwas unter. Dass es besser geht, zeigt die UHD (siehe nächster Abschnitt). Hervorragend ist bisweilen die Schärfe in Close-ups. Gerade Gesichter werden teils extrem plastisch und mit allen Details dargestellt (21’08). Während praktisch alle Parameter auf gutem bis sehr gutem Level sind, schleichen sich tatsächlich ein paar Mal unverständliche Doppelkonturen ein, die auch nicht dadurch erklärt werden können, dass es gerade im Raumschiff rumpelt (Shos Arm bei 54’24).
Wie gut die beiden Tonspuren klingen und was sie zu leisten imstande sind, zeigen schon die ersten zwei Minuten des Films. Wenn die Pilgrim-Sonde von Trümmern getroffen wird, fühlt man sich selbst mittendrin und geht unweigerlich in Deckung. Die Partikel schlagen dermaßen wuchtig ein, dass es eine Freude ist. Was Life aber ebenso beeindruckend hinbekommt, ist die gedrückte Atmosphäre, die im Inneren der ISS und während der Kommunikation in den Raumanzügen herrscht. Man bekommt aufgrund der leicht gedämpften Stimmen ein sehr authentisches Gefühl vom Leben im Weltall. Aber meist sind es dann doch die Actionszenen, die das Geschehen bestimmen und hier leisten die beiden dts-HD-Master-Spuren ganz hervorragende Arbeit. Die Surrounds sind allgegenwärtig und werden mit unzähligen direktionalen Sounds befeuert. Die Angriffe Calvins werden teils derart vehement ins Heimkino transportiert, dass man Angst um seine Komponenten hat – vor allem, wenn im letzten Drittel ein Loch an der Andockstation für das Ansaugen sämtlicher Gegenstände sorgt, was praktisch einem Meteoritensturm im Heimkino gleichkommt.

Bild- und Tonqualität UHD

Life wurde mit Arri-Alexa-65- und Arri-Alexa-Mini-Kameras volldigital aufgenommen und hatte an der Quelle 6,5, bzw. 3,4K. Daraus wurde ein 3,2K-Digital-Intermediate erstellt, weshalb die UHD zwar nicht die volle und native 4K-Auflösung aufweist, aber immerhin mit dreifacher Full-HD-Resolution aufwarten kann. Obendrauf gibt’s natürlich auch hier einen erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020 sowie die höhere Bilddynamik HDR. Aufgrund der beiden letztgenannten Komponenten möchte man den Film schon nach 2 Minuten und 40 Sekunden knutschen. Der Sonnenaufgang über der Erde mit der ISS im Vordergrund sieht dermaßen beeindruckend aus, dass man weiß, wozu ein erweiterter Farbraum in Kombination mit einem höheren Kontrastumfang fähig ist. Das von der Blu-ray schon bekannte leichte Korn ist auch hier zu sehen – Fans von glattem Digitallook werden damit leben müssen. Dass das 3,2K-DI, hochgerechnet auf die 4K der Disk tatsächlich mehr Tiefe und Auflösung mitbringt, zeigt sich eindrucksvoll bei der nächtlichen Vogelperspektive auf den Times Square nach einer Viertelstunde. Zum einen sind hier Farb- und Kontrastdarstellung absolut perfekt, zum anderen kann man die Menschen am Boden praktisch einzeln erkennen – sensationell (15’14). Zwar treten auch hier an zwei Stellen die oben bereits benannten Doppelkonturen auf, doch insgesamt ist die UHD der Blu-ray in Sachen Auflösung, Farbdarstellung und Dynamik wirklich überlegen. Vor allem die Bildhelligkeit ist wesentlich besser, ohne jedoch dunkle Bereiche stark aufzuhellen (siehe Szenenbilder). Die UHD ist hier bedeutend besser als die Blu-ray und gehört zu den Disks, bei denen der Unterschied zwischen BD und Ultra HD am auffälligsten gerät.

Life BD vs UHD Bildvergleich 5
Die Blu-ray verschluckt in den dunklen Bildanteilen deutlich Details und wirkt wesentlich weniger plastisch. Der Kontrastumfang leidet unter der geringeren Bilddynamik sichtbar
Life BD vs UHD Bildvergleich 6a
Selten war eine UHD der BD beim Kontrastumfang und der Detailzeichnung in dunklen Bildanteilen so weit voraus wie jene von LIFE. Schon alleine die blauen Augen von Rebecca Ferguson kommen viel besser zur Geltung und ihr Anzug offenbart auch dort noch Falten und Details, wo die BD sie verschweigt

 

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis Sony Pictures in Deutschland merkt, dass man die hiesigen Zuschauer an der Nase herumführt. Während die Blu-ray immerhin mit beidersprachigen dts-HD-Master-Spuren versorgt, liegt auf der UHD die deutsche Tonspur (mal wieder) nur in Dolby Digital vor. Ja, es ist eine internationale Disk und Deutschland hat mit seiner Synchronfassung global gesehen kein Gewicht. Aber dann muss man als deutscher Verleih halt auch mal selbst ein paar Euro investieren und eine eigene Fassung für das eigene Publikum produzieren. Andere Anbieter schaffen das ja auch. Und nicht jeder ist des Englischen so mächtig, dass er auf die Originalspur wechselt, die in Dolby Atmos mit True-HD-Kern vorliegt. Die ist grundsätzlich erst einmal um Längen dynamischer und weiträumiger als die DD-Fassung – und das ohne die zusätzlichen 3D-Soundsignale. Ein bisschen Erleichterung dürfte der Leser, der sich gerade noch über die deutsche Sprachausgabe in antiquierter Tonkomprimierung geärgert hat, erfahren, wenn er nun liest, dass die Dolby-Atmos-Fassung zu den durchschnittlicheren der letzten Monate gehört.

Life BD vs UHD Bildvergleich 3
Dass auch ein 3,2K-DI noch gut ist für einen Auflösungsvorsprung, zeigt die Detailvergrößerung. Die Blu-ray zeigt deutlich sichtbar Kantenabstufungen, weniger klare Zahlen (bspw. die 392 rechts im mittleren Bereich) und offenbart die Pixelstruktur
Life BD vs UHD Bildvergleich 4
Wesentlich mehr Detailabstufungen und deutlich rundere Kreise sowie die klarer definierten Zahlen sprechen für die UHD

 

Denn in der Praxis hätte man schon deutlich mehr Signale aus den Höhenlautsprechern hinzufügen können, wenn es zu Beginn in der ISS rumpelt, weil Rory die Kapsel einfängt. Auch die Trümmer, die in die Sonde einschlagen, kommen zunächst mal nur aus dem „gewöhnlichen“ Surroundumfeld. Erstmalig sanfte Informationen in Sachen 3D-Sound gibt es bei der Verkündung des Namens für die außerirdische Lebensform. Hier hört man dezenten Hall während das kleine Mädchen seine Ansprache hält (15’50). Die erste echte Soundinformation von oben gibt’s dann während des Alarms im Labor. Hier werden die Warnsignale auch über die Höhenlautsprecher wiedergegeben. Doch auch danach bleibt es wieder längere Zeit ruhig von oben und man hätte man sich immer mal die Unterstützung der Height-Speaker gewünscht. Wenn Rory das Wesen mit Feuer aus einer Brennstoffzelle beackert, ist das zum Teil optisch komplett raumfüllend. Akustisch bleibt’s beim regulären Surroundsound. Kurz darauf klimpert das Alien mit Flaschen und anderen losen Gegenständen, was Anlass geboten hätte, dies mit direktionalen Sounds auch aus der Höhe zu unterstützen, weil es sich praktisch überall in dem Quarantäne-Raum bewegt. Doch auch hier: Fehlanzeige.
Genutzt hat man hingegen den extrem wuchtigen Sound, wenn es Rory angreift (38’20). Allerdings ist das ein kaum differenzierter Geräuschpegel, den es nicht mal als 3D-Sound benötigt hätte. Und so unerstützt Life die Höhenkanäle weiterhin fast ausschließlich für brachiale Sounds wie das Abfeuern der Schubdüsen oder Calvins Sicht, nachdem es das Blut gewittert hat. Schade, dass man hier diesen Weg gewählt hat, denn die ganzen, sehr speziellen Geräusche auf der ISS sowie die differenzierten Aktionen des Wesens lässt man auf der regulären Ebene, während der (böse gesprochen) Soundbrei auf allen Ebenen transportiert wird. Selbst die Filmmusik wird dann über die Höhenlautsprecher wiedergegeben, was zwar zu einem insgesamt extrem druckvollen Erlebnis führt, auf der anderen Seite aber unglaublich viel Potenzial für feine und differenzierte Informationen ungenutzt lässt – okay, ein bisschen cool ist’s schon, wenn der bedrohliche Score kurz vor dem Abspann einen ganz bestimmten Sound von oben auf den Zuschauer herunterschickt.
Life BD vs UHD Bildvergleich 1
Auch bei diesem Szenenbild zeigt sich der Dynamikvorteil der UHD (rechts). Wo die Blu-ray den Sonnenaufgang teilweise noch verschweigt …
Life BD vs UHD Bildvergleich 2
… ist er bei der UHD schon deutlich weiter fortgeschritten und differenzierter in den Details. Dazu kommen die knackigeren Rot- und Orangetöne durch den erweiterten Farbraum

Bonusmaterial

Life 4K UHD Blu-ray Review Szene 7
Die werden doch nicht wirklich andocken wollen?

Im Bonusmaterial von Life, das komplett auf der Blu-ray abgelegt wurde, finden sich zunächst sechs gelöschte Szenen. Dazu gibt’s noch vier Featurettes. In „Klaustrophobischer Terror: Wie dreht man einen Thriller im Weltraum?“ beschäftigt man sich vornehmlich mit den Fragen, was sich die Macher bei der Story des Films gedacht haben und wie sie dies in der Praxis umsetzten. So ist es dem Regisseur wichtig gewesen, dass der Film stark in der Realität verankert ist. Die Schauspieler indes betonen, wie wichtig das enge Set für die Arbeit war. Wichtig, um nachvollziehen zu können, wie nahe man sich unweigerlich kommt und wie wenig Privatsphäre man am Ende hat. In „Völlig schwerelos“ geht’s dann deutlich stärker darum, wie man die Szenen verwirklichte, die unter Null-Gravität stattfanden und wie sich die Darsteller in ihren schweren Anzügen beim Dreh fühlten. Da an Drähten hängend gedreht wurde, mussten die Bewegungen so echt wie möglich wirken, was schon in dem Moment schwierig wird, wenn man einfach nur einen bestimmten Gegenstand hochhebt, der im All kein Gewicht hat – sehr wohl aber am Filmset. „Leben schaffen: Die Kunst und Wirklichkeit von Calvin“ geht es um das fremdartige Wesen des Films, das ganz bewusst weit entfernt vom menschlichen Vorbild gestaltet wurde. „Astronauten-Tagebücher“ liefert ein paar Fake-Einträge der Filmfiguren in ihren Logbüchern.

Fazit

Life ist ein spannender, visuell beeindruckender und schauspielerisch wirklich guter Sci-Fi-Film, dessen verhältnismäßig flaues Einspiel kaum erklärbar scheint. Natürlich schleichen sich ein paar logische Ungereimtheiten ein (wann sind Sci-Fi-Werke schon mal logisch) und ab und an verhalten sich die Figuren ziemlich dämlich. Dafür stimmt das Setting und die Spannung ist durchweg auf hohem Level. Noch dazu gibt’s endlich mal ein etwas andersartiges außerirdisches Wesen und technisch weiß die Blu-ray dazu mit tollen Sound und die UHD mit hervorragendem Bild zu gefallen – Life ist deshalb deutlich besser als sein Ruf.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 75%
Bildqualität UHD: 85%

Tonqualität BD (dt. Fassung): 90%
Tonqualität BD (Originalversion): 90%
Tonqualität UHD (dt. Fassung): 85% (im Rahmen einer Dolby-Digital-Bewertung)
Tonqualität UHD (Originalversion): 75% (im Rahmen einer Dolby-Atmos-Bewertung)

Bonusmaterial: 70%
Film: 75%

Anbieter: Sony Pictures
Land/Jahr: USA 2017
Regie: Daniel Espinosa
Darsteller: Rebecca Ferguson, Jake Gyllenhaal, Ryan Reynolds, Ariyon Bakare, Hiroyuki Sanada, Olga Dihovichnaya
Tonformate BD: dts-HD-Master 7.1: en // dts-HD-Master 5.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // DD 5.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 104
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Jein (3,2K DI)
FSK: 16

Trailer zu Life

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