Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel

Blu-ray Review

EuroVideo, 12.01.2017

OT: Mother’s Day

 


Familiengeschichten

Garry Marshalls letztes Werk ist ein durchweg unterhaltsamer Familienfilm.

Inhalt

Beste Freundinnen: Sandy und Jessi

Kurz vor Muttertag: Sandy hofft darauf, dass ihr Ex nach Jahren der gemeinsamen Trennung noch zu ihr zurückkehrt, muss jedoch mit der Information leben, dass der bereits neu verheiratet ist und der Papa sich plötzlich massiv mit den Kindern beschäftigen will. Bradley, dessen in der Armee dienende Frau vor einiger Zeit ums Leben kam, muss versuchen, den Haushalt mit seinen beiden heranwachsenden Mädchen zu schmeißen, was schon mal schwierig werden kann, wenn er für die Ältere Tampons besorgen muss. Die beiden begegnen sich per Zufall im Supermarkt und vielleicht funkt da was …
Jesse und Gabi, die ungleichen Schwestern, haben derweil ihren Eltern verschwiegen, dass die eine (Jessi) mit einem Inder verheiratet ist und die andere (Gabi) eine lesbische Beziehung führt – ist aber auch nicht leicht, bei Eltern, die noch im Sezessionskrieg kämpfen würden. Schwierig wird’s, als Mama und Papa auf Besuch vorbeikommen …
Kristin, die mit dem Engländer Zack zusammen ist, verweigert sich immer noch dessen Heiratsanträgen und verheimlicht ihm, dass sie erst einmal ihre Mutter aufsuchen möchte, von der sie nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurde …

Kristing hat noch etwas auf dem Herzen, bevor sie die Hochzeit mit ihrem Partner eingehen kann

Garry Marshall, der mit Pretty Woman und ähnlichen Romcoms Erfolge feierte (und nach Mother’s Day leider verstarb), stellte sich für seine romantische Ensemblekomödie ein äußerst prominentes Cast zusammen und spielt auf der gleichen Klaviatur, die schon bei bei xx oder xx funktionierte. Manchmal ist das ein wenig zu kitschig-süß und klischeehafte Väter, die ein Problem damit haben, ihren Töchtern Tampons zu kaufen, scheinen auch aus der Mottenkiste der Drehbuchschreiber zu kommen, doch irgendwie kann man Mother’s Day dafür nicht so richtig böse sein, denn viele Situationen scheinen dem Leben entnommen zu sein und die Probleme (wenngleich sie nicht soooo furchtbar schwerwiegend sind) wirken authentisch. Außerdem ist gerade die Geschichte zwischen Aniston und Sudeikis augenzwinkernd inszeniert. Aniston ist in solchen Rollen zwar keineswegs überraschend besetzt, aber sie kann Figuren am Rande des Nervenzusammenbruchs einfach perfekt spielen. Und es ist schon wirklich amüsant, wenn die Hardcore-Americans zu ihren Töchtern nach Hause kommen und ihnen die Wahrheit über die lesbische eine Tochter und ihr mit einem Inder verheiratetes zweites Mädchen verkündet wird.  Kaum überraschend hat auch Julia Roberts eine kleine Rolle als berühmte Shopping-Kanal-Moderatorin abbekommen und darf mal eine ungewohnt-arrogante Rolle spielen. Über knapp zwei Stunden Laufzeit bleibt das Tempo hoch, auch wenn die Geschichte um Zack und Kristin inhaltlich hinterherhinkt. Natürlich gibt’s hin und wieder auch Zeit für anrührende und melancholische Momente – sonst wär’s auch kein Marshall-Film. Wahrlich nett wird’s, wenn Mama Sandy zufällig mit Mama Russell skyped und kurze Zeit später ihre Großmutter-Instinkte beim Spiel mit ihren zwei Enkeln entwickelt. Ohnehin sind Margo Martindale und Hector Elizondo als Oma und Opa klasse besetzt. Gerade das oberflächlich rassistische Gehabe von Großpapa überspannt den Bogen und ist entwaffnend witzig. Am Ende ist überraschend, dass es weniger um romantische Neuverwicklungen geht, sondern schlicht um den Alltag und ein bisschen um Kindererziehung. Es wäre natürlich auch kein Marshall, wenn sich am Ende nicht alle Probleme ein wenig leicht in Wohlgefallen auflösen. Damit gedeiht Mother’s Day vor allem zum unterhaltsamen Familienfilm, der niemanden wehtut.

Bild- und Tonqualität

Werden die Eltern über die Partner ihrer Töchter begeistert sein?

Das 1,85:1-Bild von Mother’s Day ist sehr laufruhig und rauschfrei. Allerdings hat es auch den typischen Soap-Look, den RomComs oftmals nutzen – und das gilt nicht nur für die Aufnahmen aus den TV-Studios. Farben sind natürlich, der Kontrastumfang dürfte ein kleinwenig höher sein. Bei der Schärfe wurde ein Kompromiss zwischen etwas softerem, anschmiegsamem Look und relativ guter Auflösung gewählt. Der Fünftage-Bart von Timothy Olyphant ist jedenfalls gut bis in seine einzelnen Haare erkennbar.
Erstaunlich räumlich für eine Komödie beginnt Mother’s Day mit einem Filmsong, der sämtliche Lautsprecher beschäftigt. Danach dominieren meist die Dialoge und es gibt (abgesehen von den Songs) nur wenig Anlass für räumliche Effektorgien. Stereoeffekte beim Fußballtraining lockern aber dennoch den Sound etwas auf.

Bonusmaterial

Bradley wird gleich erfahren, warum man als weißer Mittvierziger keinen Hip-Hop tanzen sollte

14 Interviews und eine Gag-Reel wurden im Bonusmaterial von Mother’s Day abgelegt. Letztere offenbart, dass die Darsteller wirklich eine Menge Spaß beim Dreh hatten. Die Interviews sind charmant und vor allem das kurze Gespräch mit Regisseur Marshall geht ein wenig zu Herzen, wenn man bedenkt, dass es wohl eins der letzten gewesen sein muss.

Fazit

Gary Marshalls Vermächtnis ist eine zwar dauerhaft vorhersehbare und seichte RomCom, die allerdings stets temporeich und unterhaltsam bleibt.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität (Originalversion): 65%
Bonusmaterial: 40%
Film: 65%

Anbieter: EuroVideo
Land/Jahr: USA 2016
Regie: Gary Marshall
Darsteller: Jennifer Aniston, Kate Hudson, Julia Roberts, Jason Sudeikis, Britt Robertson, Timothy Olyphant, Hector Elizondo, Jack Whitehall, Jennifer Garner
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 1,85:1
Laufzeit: 113
Codec: AVC
FSK: 0

Trailer zu Mother’s Day

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