Mr. Right

Blu-ray Review

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Universum Film, 18.11.2016

OT: Mr. Right

 


Was soll’s!?

Höchst unterhaltsame Actionkomödie mit zwei tollen Darstellern.

Inhalt

Sind spontan voneinander begeistert: Martha und Francis

Marthas Freund ist gerade vor ihren Augen fremdgegangen, was ihn zur Aussage provoziert, dass sie durchaus etwas dran ändern könne, wenn sie ihm mehr Bestätigung gäbe – ähm ja. Kaum überraschend trennt sich sich von ihm und hinterlässt ihm als Abschlussgeschenk noch eine dicke Beule am Kopf. Sie selbst flüchtet sich für eine Weile in den Alkohol und feiert derbe auf Partys ab. Dann jedoch begegnet sie dem hawaihemdbewährten Francis, der ebenso verdreht erscheint, wie er geradeheraus ist. Man verabredet sich zum Hot-Dog-Essen, hat einen spaßigen Tag und verliebt sich. Deshalb fällt es Martha auch schwer zu glauben, als Francis ihr eröffnet, dass er ein Profikiller ist, dem ein paar unangenehme Typen auf der Ferse sind. Es dauert allerdings nicht lange und die Kugeln fliegen den beiden um die Köpfe, was Martha wiederum überzeugt – und schon ist sie mittendrin im Killergeschäft …

Hopper ist Francis auf den Fersen

Mr. Right beginnt mit einer schwungvollen Eröffnungssequenz, die Anna Kendrick in höchster Spiellaune zeigt. Sie darf auch mal ein Messer beim Jonglieren fallen lassen und sieht immer noch charmant-souverän aus. Wenn sie dann als Dancing Queen wild durch die Gegend tanzt, ist das zwar hart an der Grenze zum Overacting, aber eigentlich kann man es der Aktrice kaum übelnehmen. Dafür agiert sie aber auch einfach zu außergewöhnlich und mit dem Mut zur Extravaganz. Und dass Sam Rockwell ein großartiger Typ für schräge Charaktere ist, dass hat er schon ungefähr siebenhundert Mal gezeigt. Ergo darf er hier den killenden Clown mit roter Nase geben, der stets einen lockeren Spruch auf den Lippen hat, wenn ihn eine ganz Horde an schwerbewaffneten Gegnern (erfolglos) auf den Fersen ist. Die Shoot-outs sind bisweilen derbe und passen gut zum Ton der von Beginn an temporeichen Killer-Romanze-Komödie. Tim Roth als Profikiller-Antagonist darf den coolen und abgeklärten Gegenpart geben und tut das in seiner spätestens seit Reservoir Dogs unwiderstehlichen Art und Weise. Zu den drei coolen Performances gesellen sich Dialoge, die wie aus einer MG geschossen werden und weit besser ausfallen, als jene von 90% ähnlicher Comedy-Action-Genremixe. Die Actionszenen – egal, ob’s zünftige Fight oder Schießereien sind, sind durchaus ausgefeilt choreografiert und wenn Martha mit Francis nach etwa 35 Minuten Messerwurftraining betreibt, macht das wirklich Spaß. Ebenso wie die Momente, in denen Martha realisiert, dass Francis die ganze Zeit über die Wahrheit gesagt hat – viel verwirrt-witziger kann man auf diese Offenbarung kaum reagieren. Grandios auch Francis‘ Bedenken, von dem Moment an überhaupt noch jemanden zu töten – Bedenken, die Martha mit einem „ist mir egal, ehrlich“ zerstreut.

Bild- und Tonqualität

Manchmal sind die Killer, die Francis auf den Fersen sind, schon ein bisschen nervig

Mr. Right hat ein dezent zu helles, an Umrissen leicht ausreißendes und in Sachen Kontrast nur durchschnittliches Bild. Die Farben dürften durchweg kräftiger sein und haben mehr Punch verdient. Auch Schwarzwerte sind nur so lala und hätten deutlich mehr Kraft haben können. Noch dazu färben sie sich in dunklen Szenen immer mal bläulich oder grünlich. In Sachen Schärfe bleibt der Film auf gutem, aber nicht sehr gutem Niveau. Gerade Halbtotale wirken etwas soft – insgesamt wirkt das Ganze doch etwas milchig und flach.
Akustisch werden die Actionszenen durchaus mit räumlichen Elementen gefüllt. So kommt die Ballerei nach gut acht Minuten äußerst weiträumig aus sämtlichen Speakern und die Dialoge zwischen den Figuren kommen gut verständlich rüber. Ein wenig topfig klingen die Stimmen allerdings und wirken nicht ganz perfekt homogen ins Gesamtgeschehen eingebettet. Doch das ist vergessen, wenn den beiden Turteltauben nach 18’45 die Kugeln aus der Scharfschützenwaffe in Zeitlupe um die Ohren fliegen. Die Soundeffekte, die Mr. Right hier nutzt, sind für eine Komödie mit Actionanteilen aller Ehren wert. Das gilt gleichermaßen auch für die Handkantenkämpfe, die wuchtig über Center, Hauptspeaker und Subwoofer ins Heimkino dringen.

Bonusmaterial

Martha weiß ihren Francis zu unterstützen

Im Bonusmaterial findet sich neben einem Trailer auch noch ein SEHR kleines, einminütiges Featurette über Anna, bzw. ihre Figur.

Fazit

Mr. Right gehört zu den besten Killerkomödien der letzten Jahre, denn hier passt einfach alles. Von den gelungenen Dialogen zu den durchaus herzhaften Fights und Schießereien bis hin zu den grandios aufgelegten Darstellern – Pflicht für Freunde solcher Genremixe.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 60%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 15%
Film: 75%

Anbieter: Universum Film
Land/Jahr: USA 2015
Regie: Pablo Cabezas
Darsteller: Sam Rockwell, Anna Kendrick, Tim Roth, James Ransone, Anson Mount, Michael Eklund
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 93
Codec: AVC
FSK: 16

Trailer zu Mr. Right

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