Paranormal Asylum

Blu-ray Review

OT: Paranormal Asylum: The Revenge of Typhoid Mary

Paranormal Asylum Blu-ray Review Cover
KSM, 20.10.2014

 


Pfirsich und Escrème

Die besten Geschichten schreibt das Leben – so auch in Paranormal Asylum.

Inhalt

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Im Krankenhaus gehen seltsame Dinge vor sich

Mark reist per Zug aus L.A. an, weil er der Bitte seines Freundes Andy folgt, ihm bei einem Dokumentarfilm behilflich zu sein. Außerdem hat er ohnehin gerade nichts besseres zu tun. Andy möchte unbedingt eine Dokumentation über ein altes verlassenes Krankenhaus drehen, in dem es angeblich spuken soll. Es handelt sich um eben jenes Hospital, in dem dereinst die berühmte Typhus-Mary isoliert gehalten wurde. Das scheint vor allem auf Andys Freundin Michelle zu wirken, die nach einer Séance dauerhaft weggetreten und alsbald immer mehr Züge der typhoiden Mary anzunehmen scheint …

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Was wurde damals mit Mary veranstaltet?

Basierend auf der Geschichte der echten „Typhus-Mary“, die als irische Einwanderin 1883 in die USA kam und zwischen 1900 und 1915 fast 80 Menschen als immuner Typhus-Träger mit der Infektionskrankheit ansteckte, spinnt Regisseur Zalmanowitz in Paranormal Asylum das Ganze weiter, integriert bekannte paranormale Motive sowie ein bisschen Mockumentary. Überraschenderweise funktioniert dieser Mix zunächst erstaunlich gut, denn was an teurer Ausstattung fehlt, gleicht der Film mit atmosphärisch-schaurigen Kamera-Einstellungen und effetkvollem Filmscore, bzw. -geräuschen aus. Die integrierten visuellen Effekte sehen mal sehr billig, mal ganz gut aus, verfehlen aber (vielleicht gerade deshalb) ihre Wirkung nicht. So verbreitet die umherschlurfende Michelle durchaus gepflegten Grusel. Leider nur bis zu genau diesem Moment, denn dann verlässt Paranormal Asylum zu Beginn des letzten Drittels das Gruselthema und konzentriert sich auf den (manchmal etwas albernen) Wandel der Hauptdarstellerin. An der Stelle mutet Zalmanowitz seiner Darstellerin Laura Gilreath auch etwas zu viel zu.
Und dann ist da noch das Finale, in dem Gilreath mit Marilyn-Manson-Gedächtnis-Make-up rumlaufen und böse gucken muss. Das ist ungefähr so ängstigend wie „Süßes oder Saures“ zu Halloween und wirft die Frage auf, warum sich der Regisseur nicht durchgängig auf das verlassen hat, was er zu Beginn so atmosphärisch eingeführt hatte. Mehr von den Aufnahmen im Krankenhaus, mehr von den Schatten auf den Monitoren und dem suggestiven Grusel und Paranormal Asylum hätte ein annehmbarer Grusler werden können.

Bild- und Tonqualität

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Wehrlos?

Das Bild von Paranormal Asylum ist durchgängig stark stilisiert – ob’s Absicht war oder nicht? Man weiß es nicht. Die gesamte Bildoberfläche wirkt wie aquarellisiert. Einzelne Elemente stechen als Farbtupfer aus einem massiv blau gefiltertem Einerlei heraus. Die Schärfe ist durchgängig schwach und sobald es ein wenig dunkler wird, verliert Schwarz seine Durchzeichnung. Sobald die Aufnahmen von den DSLR-Kameras kommen, wird’s noch ein wenig schwächer und es gesellt sich das typische Mockumentary-Wackeln dazu.
Akustisch gibt’s bei Paranormal Asylum eine kleine Überraschung: Während der Originalsound mit einer 2.0 Stereovariante in dts-HD auskommen muss, hat man für die deutsche Fassung an den Reglern gedreht und den Ton aufgebohrt. Das wird vor allem am teils massiven Basseinsatz deutlich. Im Original nur ein laues Lüftchen, vibriert der Subwoofer auf der Synchronfassung vernehm- und wahrnehmbar. Die Stimmensynchronisierung ist gelungen und mit professionellen Sprechern umgesetzt worden.

Bonusmaterial

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Gruselige Atmosphäre: Vorhanden

Im Hintergrund-Featurette von Paranormal Asylum erfahren wir, wie die Schauspieler zum Film standen, was es mit der Originalgeschichte auf sich hat und an welchen Orten gedreht wurde. Dazu gibt’s Originaltrailer und eine Bildergalerie.

Fazit

Paranormal Asylum fängt gut an, lässt später aber ebenso stark nach und verliert sich in unmotivierten, scheinbar aneinandergereihten und wenig stimmigen Szenen – als hätte nach gut 60 Prozent des Drehbuchs der Autor gewechselt.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 40%
Tonqualität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität (Originalversion): 50%
Bonusmaterial: 30%
Film: 40%

Anbieter: KSM GmbH
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Nimrod Zalmanowitz
Darsteller: Aaron Mathias, Nathan Spiteri, Laura Gilreath, Grace Evans, Jenny Lee Mitchell
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 88
Codec: AVC
FSK: 16

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