Planet der Affen: Survival 4K UHD

Blu-ray Review

OT: War for the Planet of the Apes

Planet der Affen Survival 4K UHD Blu-ray Review Cover
20th Century Fox, 07.11.2017
Planet der Affen Survival Blu-ray Review Cover
20th Century Fox, 07.11.2017

Die letzte Schlacht

Die neue Planet-der-Affen-Trilogie kommt zu ihrem fulminaten Abschluss.

Inhalt

Planet der Affen Survival 4K UHD Blu-ray Review Szene 15
Den ersten Angriff können die Affen noch abwehren

Zwei Jahre ist es her, dass Caesar die Schlacht um den Turm gegen die Menschen gewonnen und seinen Widersacher Koba getötet hat. Seitdem lebt er – stets auf der Hut vor nachrückenden Feinden – mit seinem Gefolge im Wald. Als ein Trupp Soldaten einen Vorposten der Affen entdeckt, kann Caesar den Kampf zwar für sich entscheiden, ahnt jedoch, dass der Colonel, der die Männer geschickt hat, nicht nachgeben wird. Dennoch sendet er die Überlebenden unverletzt zurück, um die Botschaft zu überbringen, dass die Affen sich friedlich verhalten werden, wenn man ihnen den Wald lässt. Die Nachricht allerdings wird offenbar nicht verstanden, denn kurze Zeit später dringt der Colonel in das Schlaflager der Primaten vor und tötet Caesars Sohn und Frau. Erfüllt von Hass und Wut lässt der Anführer der Affen sein Volk nach einem sicheren Ort suchen, begibt sich aber selbst auf einen Rachefeldzug, an dessen Ende die Konfrontation mit dem Mörder seiner Familie stehen soll. Ohne sie darum gebeten zu haben, schließen sich Maurice, Rocket und Luca der Suche nach den Soldaten an und stoßen auf ihrem Weg auf ein ebenso kleines wie stummes Mädchen, dass Maurice kurzerhand aufnimmt und väterlich bekümmert. Auf ihrer Suche nach dem Colonel hilft ihnen außerdem bald ein ehemaliger Zoo-Schimpanse, der sich das Sprechen bei den Menschen abgeschaut hat und sich selbst so nennt, wie seine Wärter es getan haben: “Böser Affe”. Er führt sie schließlich zu einem Lager, in dem sie schockiert feststellen müssen, dass der Colonel sämtliche Mitglieder von Caesars Volk gefangen und versklavt hat. Es beginnt ein schier aussichtsloser Kampf um Freiheit, der einige schmerzhafte Überraschungen mit sich bringen wird …

Planet der Affen Survival 4K UHD Blu-ray Review Szene 10
Doch Caesars Familie ist dennoch nicht sicher

Nach 2011 und 2014 ließ man sich erneut drei Jahre Zeit, um die “neue” Planet-der-Affen-Reihe zu einem würdigen Abschluss zu bringen. Zum zweiten Mal sitzt Matt Reeves auf dem Regiestuhl und knüpft an, wo er mit Planet der Affen: Revolution aufhörte. Dort ließ er den Affenfreund Malcolm Caesar gegenüber die Bedrohung durch Soldaten schildern – eine Bedrohung, die nun den Anfang von Planet der Affen: Survival darstellt. Reeves, der schon im Vorgänger zeigte, wie gut man Action und modernste Technik mit zutiefst menschlichen Werten anreichern kann, schafft das auch dieses Mal scheinbar mühelos. Wenn ein Primat zur Identifikationsfigur in einem Konflikt der Rassen wird, dann ist das nicht nur mutig anders (gerade im Vergleich zum deutlich konservativeren Original), sondern höchst selten in einer Hollywood-Blockbuster-Welt, in der die gleichen Geschichten ständig wiederholt werden. In Suvival geht der Regisseur nun aber noch einen guten Schritt weiter und lässt die finale Auseinandersetzung zwischen Mensch und Affe auf beinahe philosophische Art und Weise kumulieren. Es ist schon unglaublich, dass ein im Motion-Capture-Verfahren realisierter CGI-Charakter mit einer Fülle an Motiven und Eigenschaften ausgestattet wird, an denen die meisten menschlichen Figuren (und Schauspieler) scheitern würden. Caesar besitzt Einfühlungsvermögen und Pragmatismus, er hat Zweifel und agiert höchst moralisch. Die Tatsache, dass man ihn in die Ecke drängt, fördert zudem auch gerechtfertigte Wut und Gewalt zu Tage. Andy Serkis, der immer wieder betont, dass es für ihn viel spannender ist, als Darsteller von CGI-Figuren zu agieren, leistet auch in Planet der Affen: Survival wieder Großartiges und bringt all diese genannten Eigenschaften absolut authentisch und beängstigend glaubwürdig rüber. Ohne allzu ausfallende Worte gegenüber der Academy zu bemühen: Er hätte verdammt noch mal eine Oscarnominierung für seine Darstellung verdient gehabt. Wenn er an einer Stelle des Films bemerkt, dass der Hass in ihm möglicherweise nicht zu besänftigen ist, dann bekommt man unwillkürlich einen Gänsehaut. Gleichzeitig schaut er das kleine Mädchen mit einer unglaublichen Traurigkeit im Gesicht an, sodass man weiß, welcher Schmerz ihm selbst zugefügt wurde. Und Caesar gehört diese Show, denn Woody Harrelson als Colonel kann ihm mit seinem kühl-dämonischen Spiel nicht die Stirn bieten. Andererseits schafft Reeves es dennoch, diesem Soldaten ein Gesicht zu verpassen und ihn nicht eindimensional als Abziehfigur eines jeden Bösewichts wie eine Karrikatur dastehen zu lassen – ein tragischer Kniff in der Story sorgt dafür.

Planet der Affen Survival 4K UHD Blu-ray Review Szene 16
Der Colonel kommt praktisch unbemerkt in der Nacht und tötet scheinbar gezielt

Was man schon bei der Figurenzeichnung und ihrer Leinwandzeit erkennt, stellt einen weiteren Faktor heraus, der Planet der Affen: Survival zu einem sehr mutigen Film werden lässt. Immerhin nahm man hier 150 Mio. Dollar in die Hand, um ein Sequel zu produzieren, das mit sehr reduzierten Dialogen, sehr viel (untertitelter) Zeichensprache und dem lange Zeit kompletten Fehlen von humanoiden Charakteren daherkommt. Nach der Eingangssequenz und zwei kleineren Momenten, dominieren hier (im Gegensatz zu den beiden Vorgängern) ausschließlich die Primaten das Geschehen. Gute 90 Minuten gibt es praktisch nur Caesar und seine drei (später vier) Gefolgs-Affen, die nur um das kleine, aber stumme Mädchen ergänzt werden. Man mag sich (mit Recht) fragen, warum Malcolm aus Planet der Affen: Revolution nicht mal mit einem Wort genannt wird, doch wirklich vermissen tut man einen Menschen als Bezugspunkt nicht. Zu gut ist die Charakterzeichnung der Affen, zu bewegend deren Motivation. Dass sich Survival von dem Moment an, da er seinen Schauplatz auf das Camp des Colonel verlagert, auch zur Analogie auf das Sklaventum, auf Internierungslager wie ein Guantanamo Bay, ja sogar auf die Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg bezieht, macht die entstehenden Emotionen nur noch intensiver. Wenn Harrelson wie ein Amon Göth in Schindler’s Liste am Morgen mit nacktem Oberkörper auf seinen Balkon tritt, sich die Glatze rasiert und von seinen Soldaten in der Hundertschaft begrüßen lässt, läuft es einem eiskalt den Rücken runter. Nicht nur hier zeigt sich, dass Planet der Affen: Survival wesentlich düsterer ausgefallen ist – und das ist nicht nur dem Kriegs-Szenario und dem Umgang mit Caesars Gefolge geschuldet, sondern auch der apokalyptischen Stimmung, in der sich die übrig gebliebenen Menschen befinden. Die scheinen ihre Hoffnung auf Überleben bereits begraben zu haben, sind die Affen doch nicht mehr nur ihr einziges Problem.

Planet der Affen Survival 4K UHD Blu-ray Review Szene 4
Nur noch Caesar und sein jüngster Sohn Cornelius bleiben übrig

Aufgelockert wird das düstere Geschehen durch die nachvollziehbare Integration eines “Sidekicks” – eines Schimpansen, der seine Zeit früher als Zoo-Attraktion verbrachte. Die Rolle des “Bad Ape” (im Original von Komiker Steve Zahn verkörpert) sorgt immer wieder für witzige Situationen, die nur manchmal etwas drüber und geringfügig unpassend sind. Die meiste Zeit aber schafft es der stets eher (Achtung: Zivilisationskritik) menschlich angezogene “böse Affe” durchaus, mit Humor und seiner etwas ängstlichen Ader für Entspannung zu sorgen, wo ansonsten extremer Thrill und Anspannung herrschen. Denn der dritte Teil ist vor allem eins: In höchstem Maße fesselnd. Wo in den ersten beiden Filmen immer mal wieder Actionsequenzen eingestreut wurden, ist Survival über weite Strecken sehr ruhig und konzentriert sich darauf, dass die Affen sich vorsichtig und unerkannt bewegen müssen. Das führt immer wieder zu äußersten Nägelkau-Szenen und nimmt im wahrsten Sinne des Wortes mit. Natürlich ist für gebührende Action aber auch hier durchaus Platz. Was Reeves in der Eingangssequenz inszeniert, erinnert dabei nicht von ungefähr an die Kriegsfilme der späten 70er und 80er Jahre – Apocalypse Now oder Platoon standen sichtbar Pate, wenn die Soldaten mit Aufschriften wie “Bedtime for Bonzo” auf ihren Helmen durch den Wald pirschen. Und wenn im Finale für gut 20 Minuten ein Kriegsszenario eröffnet wird, ist das ebenso spektakulär wie tosend. Dennoch sollte man sich als Zuschauer darauf einstellen, dass der komplette Mittelteil des Films eher dafür sorgt, still und gebannt vor der Leinwand/dem Fernseher zu sitzen. Gerade dann ist Planet der Affen: Survival aber herausragend gut. Wenn er immer wieder ganz nahe an die Gesichter seiner Hauptfiguren geht; wenn er die Dynamik innerhalb der kleinen Gruppe herausstellt, den inneren Konflikt Caesars beleuchtet und in den weisen, vernünftigen Positionen des Maurice einen Ausgleich zu dessen Wut findet – dann ist das großes Kino voller Gesten, Symbole und Metaphern, das seine Hoffnung in das unschuldige Gesicht eines stummen Mädchens legt.

Planet der Affen Survival 4K UHD Blu-ray Review Szene 1
Maurice kann das stumme Mädchen nicht zurücklassen

Bild- und Tonqualität BD

Planet der Affen Survival 4K UHD Blu-ray Review Szene 8
Der Colonel nutzt die Hilfe von “Donkeys”, den ehemaligen Gefolgsleuten von Koba

Planet der Affen: Survival kommt im Breitbildformat von 2,35:1 daher und offeriert damit schon während der Waldszenen am Anfang epische Bilder. Das Grün der Blätter und Farne ist äußerst kräftig und die Bildruhe trotz der relativ dunklen Szenen hervorragend. Die Detailtiefe erreicht bisweilen Referenzniveau und die Schärfe ist absolut homogen über die gesamte Bildfläche verteilt – toll. Der Kontrastumfang während der Szene, in der Caesar zu seinen verteidigenden Truppen schreitet, ist dermaßen gut, dass man sich hier bereits auf der UHD wähnt (8’30). Auch die Schärfe in den Nahaufnahmen ist exzellent und zeigt beeindruckend, wie gut und detailliert die Animationen des Fells und der Gesichter von Caesar & Co. sind. Auch der Schnee auf dem Boden im Gefängnis ist brillant aufgelöst (88’42). Das erreicht schon fast Pixar-Niveau – und das in realen Umgebungen. Tatsächlich gibt’s nur wenig zu bemängeln. Ab und an sind Szenen in sehr dunkler Umgebung etwas zu schwarz und hätten ein wenig mehr Zeichnung verdient gehabt, einige wenige Spitzlichter wirken ein kleines bisschen zu hell, aber alles in allem gehört die Blu-ray optisch zum Besten, was man in den letzten Monaten zu sehen bekam.
Ja, auch hier integriert Anbieter 20th Century Fox in Sachen Akustik mal wieder “nur” reguläres dts für die deutsche Spur. Doch wenn alle dts-only-Tonfassungen dermaßen räumlich, offen und effektvoll wären, müsste man sich darüber auch nicht ärger. Planet der Affen: Survival nutzt den Raum schon während der ersten Bilder derartig stimmungsvoll, dass man sich im Urwald wähnt. Von überall her hört man Tiergeräusche, nimmt leise fallende Wassertropfen wahr und hört die Soldaten im Anschluss durch das Unterholz schleichen. Der Score schwillt bedrohlich an und der feuerstarke Angriff nutzt sämtliche Lautsprecher intensiv. Wechselt man auf die Originalfassung, bekommt man noch etwas griffigere Gewehrsalven und ein bisschen mehr Druck, im Bassbereich bei Explosionen. Dennoch kann sich der dts-Sound der deutschen Fassung wirklich hören lassen. Exemplarisch großartig klingen die rauschenden Pfeile, die von den Primaten nach gut sieben Minuten abgeschossen werden und praktisch überall im Heimkino landen. Und selbst wenn der Film im Mittelteil überwiegend ruhigere Töne anschlägt, funktioniert eben gerade auch diese Stille hervorragend. Denn dann ist immer etwas Platz für atmosphärische Geräusche, die von der Umgebung oder den Primaten selbst erzeugt werden. Auch der Filmscore übernimmt dann schon mal und fächert sich räumlich auf oder überzeugt mit Dynamik während der Befreiungsszenen im Finale. Apropos Finale: Wenn das Lager dann von außen angegriffen wird, herrscht wahrlich Krieg im Heimkino und der komplette Showdown liefert immer wieder referenzwürdige Momente für Heimkino-Abende – selbst wenn’s hier “nur” auf der Ohrhöhen-Ebene abgeht.

Bild- und Tonqualität UHD

Wie oben bereits erwähnt, wurde mitunter mit einer 65mm-Kamera gedreht, um die teils gigantische Größe der Sets einfangen zu können. Bei den anderen Szenen kamen herkömmliche 35mm-Geräte zum Einsatz. Beiden gemein ist die volldigitale Ausstattung, denn es handelt sich um Arri-Alexa- und Arri-Alexa-65-Kameras. An der Quelle lagen 6,5K an, die allerdings fürs Kino-Digital-Intermediate auf 2K heruntergerechnet wurden. Die UHD von Planet der Affen: Survival bietet also keine native 4K-Auflösung, sondern “nur” hochskaliertes 2K, das mal irgendwann 6,5K war. Dass das aber nicht unbedingt ein Manko sein muss, zeigt schon die Blu-ray, die ihre 2K-Auflösung maximal ausnutzt und die 6,5K-Ausgangs-Auflösung durchaus nicht verschweigen kann. Die UHD muss sich da schon anstrengen, der wirklich guten BD noch eins drauf zu setzen. Doch sie schafft es. Tatsächlich sehen die Einstellungen noch mal knackiger und krisper aus. Das Fell ist noch ein Stückchen feiner aufgelöst und die Bildruhe bleibt bestehen. Ausgenommen einiger weicherer CGI-Szenen (vornehmlich Hintergründen), die auch von der BD nicht knackscharf wiedergegeben werden, liefert diese UHD momentan neben jener von Guardians of the Galaxy Vol. II das beste Bild eines Nicht-Animationsstreifens überhaupt ab. Gegenüber der BD verändert die höhere Bilddynamik (HDR10) und der im Rahmen von Rec.2020 erweiterte Farbraum den Kontrast nicht erheblich. Allerdings ändert sich die Farbigkeit ein wenig. Während die BD für sich genommen toll aussieht, hat sie im Vergleich mit der UHD einen deutlichen Grünfilter. Die Ultra-HD hingegen kommt etwas blau-violetter daher. Welchen Look man hier bevorzugt, ist sicherlich Geschmacksache. Hervorragend hat man die Schwarzwerte umgesetzt, denn hier versumpfen dunkle Bildanteile nicht – wie bei manch anderer UHD.

Planet of the Apes Survival Bildvergleich BD vs UHD 1
Die Explosion zu Beginn zeigt: Die Blu-ray ist bereits sehr dynamisch und schafft den Spagat zwischen hellen und dunklen Anteilen sehr gut
Planet of the Apes Survival Bildvergleich BD vs UHD 2
Die UHD hat das geringfügig bessere Schwarz und die etwas helleren Spitzlichter. Allerdings übertreibt sie es glücklicherweise nicht und bleibt im Dunklen gut durchzeichnet
Planet of the Apes Survival Bildvergleich BD vs UHD 3
Die Naturszene zeigt bereits ansatzweise die andere Farbigkeit von BD und UHD. Während die Blu-ray eher dem grünen Wald Beachtung schenkt und die Blüten etwas blasser zeigt …
Planet of the Apes Survival Bildvergleich BD vs UHD 4
… reduziert die UHD das Grün der Büsche etwas und legt mehr Augenmerk auf die Farbigkeit der Blüten
Planet of the Apes Survival Bildvergleich BD vs UHD 5
Richtig auffällig wird der Unterschied zwischen den Farben dann bei den grau-monochromen Szenen mit den Primaten. Caesar zeigt sein Antlitz hier eher grün-grau
Planet of the Apes Survival Bildvergleich BD vs UHD 6
Die UHD liefert das augenscheinlich etwas homogenere Bild ab und tendiert zum Blauviolett. Das Fell wirkt dafür schwarzer und nicht ganz so farbstichig
Planet of the Apes Survival Bildvergleich BD vs UHD 7
In der Nahaufnahme lässt sich im direkten Vergleich erkennen, dass die BD zwar schon sehr gut aufgelöst ist, die UHD …
Planet of the Apes Survival Bildvergleich BD vs UHD 8
… es aber durchweg noch besser macht. Ohne auf den dunklen Elementen zu versumpfen, kommen Haare, Falten und auch das Leuchten in den Augen sichtbar plastischer rüber
Beim Ton von Planet der Affen: Survival ändert sich gegenüber der Blu-ray fürs deutsche Publikum erst einmal nichts. Die UHD enthält exakt die gleiche dts-Tonspuren für das Deutsche. Freunde des Originaltons kommen hingegen in den Genuss einer Dolby-Atmos-Spur (True-HD-Kern). Und die arbeitet nach dem Prinzip der exakten, feinsinnigen Vertonung, nicht des kalkulierten Bombasts. So bleiben Explosionen und Gewehrsalven in der Anfangsszene im Vordergrund des Bildes und werden auch akustisch nicht von oben begleitet. Erst wenn sich der als Stilmittel eingesetzte dumpfe Ton nach knapp sieben Minuten wieder öffnet und die Gasbomben von oben ins Heimkino fliegen, gibt es erstmalig (korrekt) vertonte Höhen-Effekte (7’05). Hier hört man das “Wuschen” der Objekte perfekt ortbar oberhalb an sich vorbeiziehen. Auch der sich daran anschließende Pfeilbeschuss wird erst dann von den Heights wiedergegeben, wenn die Flugobjekte sich oberhalb der Kamera befinden (7’33) und nicht in den Momenten, wo sie auf die Kamera zufliegen. Das mögen Freunde von Haudrauf-Sound bemängeln, dennoch ist es korrekt. Ein bisschen strittig ist sicher der von oben fallende Regen. Denn diesen hört man zwar in der Tat als 3D-Sound, doch er fällt eigentlich schlicht auf den Boden. Da man Regen nur fallen hört, wenn man sich unter einem Unterstand (egal welcher Art) befindet, hat man es hier eigentlich schon zu gut gemeint (12’13). Aber es klingt natürlich nett. Beim Wasserfall macht es dann sogar wieder Sinn, wenn er von oben herunterrauscht (15’08) und richtig klasse sind die Tropfen, die von der Höhlendecke herunterplätschern – hier fühlt man sich dann wirklich vom akustischen Geschehen rundherum einbezogen (19’42). Es liegt in der Natur des Films, dass er über weite Strecken zwischendurch sehr ruhig ist und auch keine Unterstützung aus den Height-Speakern benötigt. Deshalb ist die quantitative Anzahl an Effekten eher etwas geringer. Aber wenn welche vorhanden sind, klingen sie authentisch und stets glaubwürdig. Wie nach dem lange geräuschlosen Mittelteil, wenn die Flugabwehrraketen gen Himmel fliegen und die Hubschrauber das Feuer äußerst effektvoll erwidern, während sie genauso authentisch über die Köpfe hinwegfliegen (ab 112’30). Und fliegen tun auch die Fetzen im explosiven Finale, wenn Trümmer der Feuersbrunst über dem Zuschauer hinabregnen. Wie gesagt: Quantitativ über den Film verteilt ist das nicht viel, aber ein Mehr hätte hier aus visueller Sicht auch keinen Sinn gemacht. Während der Lawine zum Schluss, so fair muss man sein, wäre allerdings mehr drin gewesen – immerhin befindet sich die Kamera hier bisweilen mittendrin, wenn Schnee und Geröll über sie hinwegrollt.
Abgesehen von der addierten Höhenebene bleibt der Sound auf Ohrhöhe übrigens auf dem gleichen Niveau wie der dts-HD-Master der Blu-ray.

Bonusmaterial

Planet der Affen Survival 4K UHD Blu-ray Review Szene 13
Bad Monkey sorgt für Humor im düsteren Film

Das Bonusmaterial von Planet der Affen: Survival liegt auf der Blu-ray vor und beginnt neben dem Audiokommentar des Regisseurs (auch enthalten auf der UHD) mit zehn entfernten Szenen (ebenfalls mit optionalem Audiokommentar von Reeves). Witzig hierbei: Die Affen-Animationen sind teilweise noch nicht gemacht und man sieht die Darsteller der Motion-Capturing-Szenen in ihren grauen Anzügen. Das Making-of läuft gut 30 Minuten und erzählt, wie man vom zweiten zum dritten Teil kam und worum es im Finale geht. Dabei gibt’s durchaus interessante und zahlreiche Einblicke in die Arbeit hinter der Kamera. Auch hier ist es wirklich aufschlussreich, wenn man sieht, wie Andy Serkis und Co. im Motion-Capturing-Anzug sämtliche schauspielerischen Arbeiten ihrer Figuren umsetzten. An das Making-of schließen sich insgesamt fünf kleinere Featurettes an, die sich um die Entwicklung von Caesar kümmern, die visuellen Effekte darstellen und sich um die Filmmusik kümmern. Wirklich herausragend sind die Künstler bei WETA, die das ohnehin schon fantastische Aussehen der Primaten noch einmal verbessert und perfektioniert haben. In “Die Hintergründe der Planet-der-Affen-Filme” erzählen Darsteller und Filmemacher, wie sie die Originalfilme seinerzeit erlebt haben – nette Anekdoten inklusive. “Eine Hommage an die klassischen Filme” wiederum klärt darüber auf, welche Verbindungen die Macher der modernen Trilogie mit den 70er-Jahre-Originalen knüpften – von einzelnen Einstellungen über exakte Textzitate bis hin zu sehr subtilen Hinweisen.

Fazit

Nach Planet der Affen: Survival dürften auch letzte Zweifler bekennen, das kaum ein Franchise der jüngeren Zeit über drei Filme hinweg derart hohe Qualität und inhaltliche Tiefe liefert. Der Abschluss der Trilogie lässt die teilweise trashigen Orginalfilme (Kult hin oder her) ziemlich alt aussehen – und das nicht nur aus technischer Sicht.
Die UHD liefert dazu ein gegenüber der bereits sehr guten Blu-ray noch mal etwas mehr Feinzeichnung und den vielleicht insgesamt stimmigeren Farblook. Außerdem kann der Atmos-Sound der Originalfassung durch die Qualität und gezielte Akzentsetzung seiner Effekte überzeugen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 95%
Bildqualität UHD: 95%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 90%

Tonqualität 3D-BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität 3D-BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität 3D-BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 80%
Film: 90%

Anbieter: 20th Century Fox
Land/Jahr: USA 2017
Regie: Matt Reeves
Darsteller: Andy Serkis, Judy Greer, Woody Harrelson, Steve Zahn, Ty Olsson, Amiah Miller, Sara Canning, Max Lloyd-Jones, Terry Notary, Aleks Paunovic, Alessandro Juliani, Gabriel Chavarria
Tonformate BD: dts-HD-Master 7.1: en // dts 5.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True HD): en // dts 5.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 140
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10
FSK: 12

Trailer zu Planet der Affen: Survival


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