Proxy – Wenn Alpträume wahr werden!

Blu-ray Review

Proxy - Wenn Alpträume wahr werden! Blu-ray Review Cover
Ascot Elite, 14.10.2014

OT: Proxy

 


Überschrift

In Proxy hat der Zuschauer es gleich mit drei Filmen auf einmal zu tun.

Inhalt

Proxy - Wenn Alpträume wahr werden! Blu-ray Review Szene 1
Der Täter lässt Esther blutüberströmt zurück

Die hochschwangere Esther Woodhouse ist gerade auf dem Weg vom Untersuchungstermin bei ihrer Frauenärztin, als sie am hellichten Tag überfallen und brutal niedergeschlagen wird. Ihr ungeborenes Kind stirbt, bevor die Ärzte es holen können. Auf Anraten einer Psychologin besucht sie eine Selbsthilfegruppe, in der die schüchterne Frau von der freundlichen Melanie angesprochen wird. Die bietet ihre Freundschaft und Hilfe an, falls Esther mal reden möchte. Melanie selbst hat angeblich ihre Familie bei einem Unfall verloren und teilt damit ein schweres Schicksal. Doch bald schon findet Esther heraus, dass Melanie gelogen hat und zieht daraus völlig falsche Schlüsse, die kurz darauf katastrophale Auswirkungen haben …

Proxy - Wenn Alpträume wahr werden! Blu-ray Review Szene 2
Melanie hütet ein Geheimnis, das Esther verwirrt

Proxy, der neue Film von Zack Parker, beginnt mit einem ziemlich drastischen Paukenschlag, wenn der Regisseur nicht davor zurückschreckt, darzustellen, wie der Täter mit einem Ziegelstein den Bauch der schwangeren Esther derart bearbeitet, dass man bereits davon ausgehen kann, dass dies kein gutes Ende nimmt.
Aber, Horror-, Blood- & Gorefans aufgepasst: Hier gibt’s nichts zu gaffen. Nach dem beschriebenen ersten Moment nimmt Proxy eine Wendung hin zu einem (Beziehungs)Drama, wiederum später hin zu einem Thriller. Parker, dessen letzter Film Scalene dem Zuschauer bereits einiges abverlangte, geht auch hier den ungewöhnlichen, sperrigen und unbequemen Weg. Er positioniert sich nur selten, lässt seine Hauptdarstellerin durch allerlei kalte Situationen gehen, um zu vermitteln, dass sie kaum noch etwas spürt und … verabschiedet sich dann von ihr – ebenso plötzlich (und äußerst blutig) wie er innerhalb der Genres hin- und herspringt.

Proxy - Wenn Alpträume wahr werden! Blu-ray Review Szene 3
Der kleine Peyton ist Auslöser einer Tragödie

Im weiteren Verlauf betrachtet er das Leben einer Familie, der man gewaltsam den Sohn entrissen hat, schildert, wie sich Mann und Frau entfremden und welche Auswirkungen die Tat auf das Verhalten und die Psyche der Hinterbliebenen hat. Dabei legt er den Finger tief in die offenen Wunden und ändert den Ton erst während der letzten Dreiviertelstunde wieder, in der sich ein gar hitchcock’esker Thriller seinen Weg bahnt. Klingt ungewöhnlich, ist ungewöhnlich und überrascht immer wieder. Allerdings muss man sich darauf einlassen können, denn knapp 123 Minuten Laufzeit und die beschauliche Erzählweise von Proxy entsprechen nicht gerade heutigen Sehgewohnheiten.

Bild- und Tonqualität

Proxy - Wenn Alpträume wahr werden! Blu-ray Review Szene 4
Esther hat die Dinge vollkommen missverstanden

Dem Bild von Proxy fehlt es etwas an Kontrastumfang. Die hellen Bereiche wirken etwas zu stark, dunklere Elemente könnten knackiger sein. Teilweise sind Randbereiche bewusst unscharf gehalten, was als Stilmittel fungiert. Die grundsätzliche Schärfe geht in Ordnung, ohne große Bäume auszureißen. In etwas schnelleren Szenen wird’s schon mal etwas unruhig.
Akustisch nimmt sich Proxy – Wenn Alpträume wahr werden! überraschend zurück. Erst im späteren Verlauf gesellt sich etwas lautere und dynamischere Filmmusik hinzu. Bis zu diesem Zeitpunkt setzt Parker den Score nur sehr sparsam ein. Unterbrochen werden die Stille und die Dialoge nur von den einzelnen Gewalteruptionen. Die Synchronisation ist gelungen, die Sprecher agieren professionell.

Bonusmaterial

Proxy - Wenn Alpträume wahr werden! Blu-ray Review Szene 5
Patrick dreht durch

Im Bonusmaterial von Proxy befindet sich ein kurzes Behind the Scenes sowie sieben Behind the Scenes Clips, die Einblicke in die Musik oder die visuellen Effekte liefern. Drei Interviews mit den Hauptdarstellern runden das Angebot ab.

Fazit

Zack Parkers Genremischung Proxy überzeugt mit einem hohen „Ich-will-wissen-was-dahintersteckt-und-wie-es-endet“-Faktor, wenngleich das Tempo niedrig und nicht alle Handlungen nachvollziehbar sind – ein im besten Sinne außergewöhnlicher Filmmix.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität (Originalversion): 65%
Bonusmaterial: 30%
Film: 70%

Anbieter: Ascot Elite
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Zack Parker
Darsteller: Alexia Rasmussen, Alexa Havins, Kristina Klebe, Joe Swanberg, Brittany Wagner
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 123
Codec: AVC
FSK: 18 (uncut)

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