Running Girl

Blu-ray Review

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Tiberius Film, 01.12.2016

OT: Fugitive at 17

 


Zum Nägel kauen …

Nach Dr. Kimble nun Holly Hamilton.

Inhalt

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Holly beteuert, mit dem Tod ihrer Freundin nichts zu tun zu haben

Holly Hamilton ist bisweilen etwas anarchisch unterwegs, tief im Inneren aber eine konservative Bald-Uni-Besucherin, die hier und da schon mal die Finger nicht von der Tastatur lassen kann und sich gerne überall reinhackt. Immerhin hat sie so ihrer kranken Großmutter zu einer Krankenversicherung verholfen. Als sie mit ihrer Freundin Blake auf eine Party geht, dient Holly als Aufpasser. Was auch nötig scheint, denn die 17-jährige Blake bandelt direkt mal mit einem mehr als doppelt so alten Typen an. Der setzt sie mit Drogen außer Gefecht, was leider zum Herzstillstand führt. Als Holly Blake entdeckt, ist es zu spät. Und weil der unbekannte Fremde ihr die Rauschmittel quasi in die Hand drückt, fällt der Verdacht erst Mal auf die junge Hackerin. Da Holly das Gegenteil nicht beweisen kann und Blakes Mutter sie der Schuld bezichtigt, zieht sie die Flucht vor und macht sich selbstständig auf die Suche nach dem wirklichen Mörder …

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Auf der Flucht ist Haare färben Verhaltensregel #1

Da rennt sie wie einst Harrison Ford als Dr. Richard Kimble in Auf der Flucht, die junge Marie Avgeropoulos, die man als Octavia aus der postapokalyptischen Serie The 100 kennt. Und Rennen kann sie nicht mal schlecht. Immerhin entkommt sie ihren teils männlichen Häschern in Running Girl immer wieder und legt dabei auch den einen oder anderen selbstausgeführten Stunt hin. Das Tempo bleibt zwar trotzdem gemächlich und enge Budgetgrenzen erforderten von den Filmemachern, dass man die Musik aus dem gemafreien Sammelbecken für Thriller nehmen musste (außerdem sehen die Wände in den Polizeibüros aus, als hätte man sie aus Pappe geschnitzt) doch die Darsteller geben ihr Bestes. Avgeropoulos gibt eine glaubwürdige Flüchtige mit Gerechtigkeitssinn ab und ihr Sidekick Daniel Rindress-Kay als Dan ist durchaus charmant-normal. Starship Trooper Casper van Dien (Skin Collector) darf ein bisschen auf übler Kerl machen und braucht dafür nicht viel mehr als sein kantiges Gesicht und lange Fingernägel. Spannung kommt erstmals auf, wenn Holly bei Olyphant auftaucht und seine Wohnung nach Drogen durchsucht. Zwar bleibt die Geschichte dennoch von vorne bis hinten vorhersehbar und die Frage nach der Logik der Vorgehensweise von Detective Cameron (die serienerprobte Christina Cox) sollte man erst gar nicht stellen, doch gerade weil Running Girl bereits aus dem Jahr 2012 datiert, ist es eine interessante Momentaufnahme für Fans der Hauptdarstellerin. Die lässt sich, um den Täter zu überführen, auf ein gefährliches Spiel ein und überzeugt sogar in den dominanten Hacker- und Nachforschungsszenen. Vielleicht liegt das aber auch daran, weil Avgeropoulos ein kanadisches Kind vom Lande ist – ein echtes Naturmädchen, das Fischen und Jagen kann. Als solches traut man ihr auch zu, dass sie einen Mörder im Alleingang überführt.

Bild- und Tonqualität

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Holly erhält Hilfe von Partybekanntschaft Dan

Das durchweg erstaunlich helle Bild von Running Girl liefert kräftige Farben und ist äußerst laufruhig. Gerade Aufnahmen ohne hektische Kamerabewegungen offenbaren keinerlei Körnung und sind bis in die Randbereiche scharf. Ein wenig soapähnlich wirkt das zwar, ist aber eben auch sehr kontraststark und nett anzuschauen. Ganz vereinzelt zeigt sich ganz leichtes Rauschen in dunklen Bereichen oder während schnellerer Schwenks. Im Keller von Olyphant gibt es dann auch bei schwächerem Kontrastumfang etwas unschönes Farbrauschen.
Während die Stimmen in Running Girl gut verständlich und für die Synchro einer relativ günstigen Videoproduktion sogar recht hochwertig geraten sind, bleibt das Geschehen oft etwas vordergründig. Die Diskothekenszene zu Beginn trumpft dann allerdings zumindest mit relativ fetten Beats aus dem Subwoofer auf. Allerdings wird es auch hier nicht sonderlich räumlich. Während des weiteren Verlaufs ist es dann meist die Filmmusik, die etwas Raum vermittelt, denn großes Actiongekrache bleibt bis zum finalen Schuss des Gewehrs aus.

Bonusmaterial

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Es wird ernst für Holly

Das Bonusmaterial von Running Girl bleibt leider ohne Inhalt.

Fazit

Running Girl ist zwar vorhersehbare Thrillerware von der (TV)-Stange, hat aber ein paar gute Momente und ist vor allem für Fans von Marie Avgeropoulos sehenswert.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 75%
Tonqualität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität (Originalversion): 65%
Bonusmaterial: 0%
Film: 60%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: USA 2012
Regie: Jim Donovan
Darsteller: Marie Avgeropoulos, Casper Van Dien, Christina Cox, Danny Blanco Hall, Daniel Rindress-Kay, Frank Schorpion
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 91
Codec: AVC
FSK: 16

Trailer zu Running Girl

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