Suicide Squad Ext. Cut 4K UHD

Blu-ray Review

Warner Home, 19.12.2016
Warner Home, 19.12.2016

OT: Suicide Squad

 


Psychotische asoziale Freaks

Zwischen BvS und Justice League ist noch Platz für ein paar Superschurken-Superhelden.

Inhalt

Deadshot droht Rick – keine sonderlich schlaue Idee

Superman ist weg und die USA wirken ein wenig schutzlos. Seit Jahren schon hat die Agentin Amanda Waller die Idee, festgesetzte Superschurken zu rekrutieren, um gegen neue Außerirdische oder andere fiese Böslinge vorzugehen. Allein das Militär sah bisher stets die große Gefahr. Nun allerdings hat Waller einen neuen Start gewagt, da ein mächtiges Energiewesen in der U-Bahn für Unruhe und Tote gesorgt hat. Da Amanda ein Druckmittel in Form einer mächtigen Hexe in der Hand hat und außerdem jeder der ausgewählten Verbrecher eine Sprengkapsel injiziert bekommt – Snake-Plissken-Style – geht man den Deal ein und setzt auf den Teufel. Die so geformte Suicide Squad besteht aus Deadshot (einem zielsicheren Profikiller), Harley Quinn (einer verrückten Psychopathin), Diablo (einem gar feurigen Kerlchen), Boomerang (einem australischen Bankräuber) sowie Killer Croc, dessen Krokodil-Äußeres nicht über seine sensible Seele hinwegtäuschen sollte. An die Seite gestellt bekommen sie ihren Aufpasser Rick Flag, einen knallharten Soldaten, der nicht zögert, den explosiven Körper in den Hälsen seiner Mitstreiter zu zünden. Stellt sich die Frage, wie sich dieses ungleiche Team zusammenraufen soll, um den gemeinsamen Gegner zu besiegen …

Enchantress, die Hexe, deren Herz Amanda kontrolliert

Schon der erste offizielle Trailer von Suicide Squad versprach einen riesigen Spaß. Was kann man mit einem Film denn schon falsch machen, der kantige Typen hat, die zum Rhythmus von Queens „Bohemian Rhapsody“ prügeln und schießen dürfen? Die paar Nachdrehs, die das Studio dem Film kurz vor der Kinoauswertung noch auferlegte – geschenkt. Das Publikum jedenfalls honorierte diesen ersten richtig dreckigen Anti-Superhelden-Film, der noch weitaus anarchischer daherkommt als die etwas softe Variante von Marvel bei den Guardians oft the Galaxy. Immerhin rechnete niemand wirklich mit einem Einspiel von 325 Mio. Dollar alleine in den USA (weltweit gar 745 Mio. Dollar). Was vor allem verwunderte, war die Tatsache, dass sich Ayers Suicide Squad als Steher erwies, der nicht am ersten Wochenende nur die Neugierigen anlockte, sondern auch über Weiterempfehlung funktionierte. Kein kleines Risiko für das Studio, da es sich um einen originären Stoff handelt, von dem es noch kein Prequel gab und deren „Helden“ weltweit auch nur wenig Bekanntheitsgrad haben (sieht man mal vom Joker ab).

Deadshot und Harley – ein neues Dreamteam der Anti-Superhelden

Ähnlich wie der Trailer beginnt auch der Kinofilm an sich. Wie ein Ballett werden die Figuren vorgestellt, die zu den Klängen von cooler (und pro Charakter sehr individueller) Musik von den Wachen gedemütigt und gequält werden. Auch die nachfolgende Schilderung der Fähigkeiten unserer „Helden“ nutzt eine perfekte Soundtrack-Untermalung sowie schicke Comic-Einschübe. Manchmal, das könnte man Suicide Squad sicher ankreiden, überschreitet Ayers Film dabei die Grenze zur Nummernrevue, die nach und nach wichtige Stationen abhakt und währenddessen coole Musik unterlegt. Doch das sind ja noch die Figuren, an denen man sich als Zuschauer abarbeiten kann. Man hörte viel von der extravaganten oder wahlweise ziemlich akribischen Vorbereitung der Darsteller für den Film. Während Jared Leto seine Mitakteure mit Clownsgags auch nach Drehschluss veralberte (und noch heute sagt, dass der Joker noch an seiner Seite sei), konsumierte Jay Courtney angeblich halluzinogene Drogen oder setzte sich wahlweise Brandzeichen mit Zigarrenstummeln.

Guckt grimmig, ist aber eigentlich gaaaanz lieeeeb

Im Film wirkt sich das so aus, dass eben jene Charaktere, die ihre Screentime bekommen, wirklich Spaß machen. Will Smith, der den Film und die Suicide Squad leitet, tut zwar nicht sonderlich viel mehr als man von ihm gewohnt ist, aber das macht er eben auch stets gut. Ob man ihm so viel gutes Herz hätte andichten müssen sei mal dahingestellt. Interessant wäre es schon gewesen, wenn er mal einen bedingungslos skrupellosen Bösewicht hätte spielen dürfen. Beherrscht wird der Film aber ohnehin von Margot Robbie. Sie hat Harley Quinn praktisch verinnerlicht und man kann sich ab sofort keine andere mehr in der Rolle vorstellen. Ob sie neckisch Kaugummi kaut oder diabolisch lächelt – selten kam ein Comic-Charakter authentischer auf die Leinwand. Auch wenn ihre Sprüche in der deutschen Fassung nur halb so cool rüberkommen (die englische Version ist hier um Längen witziger), ist es grandios, wenn sie ihre männlichen Squad-Mitglieder mal wieder als „Pussies“ bezeichnet. Viel wurde zuvor über Leto als Joker gesagt und geschrieben – und das nicht nur, weil er das schwere Erbe von Heath Ledger antreten musste. Jetzt ist Leto ein absoluter Method-Acting-Schauspieler und sicherlich völlig abgedreht in der Rolle. Im Prinzip kann er auch nichts dafür, dass seine Figur im Film selbst praktisch keinen Sinn macht. Weder ist er der fiese Hauptgegner, noch gehört er zur Squad, weshalb er immer mal am Rande erscheint und aus seinem Platingebiss herausnuscheln darf. Ledger kann er damit (noch) nicht das Wasser reichen, weil er zu keiner Zeit dessen fiesen Diabolismus ausstrahlt. Sein Overacting aber macht Spaß und vielleicht gibt’s ja in der Fortsetzung einen intensiveren Nachschlag.

Wo er hinkommt, gibt’s Ärger und Tote: Der Joker

Womit wir bei den Figuren wären, die (leider) zu blass bleiben. Jay Courtney als Boomerang hätte Potenzial für eine coole Figur gehabt, verkommt aber bisweilen zum Sprücheklopfer ohne in den Schlachten großartig von Hilfe zu sein. Croc, der im Gegensatz zu Boomerang nicht mal coole Sprüche bekommt, darf einfach nur ein bisschen rumgrummeln. Und dann ist da noch der Antagonist, der in seiner ägyptischen Energie-Erscheinung einem gewissen Electro aus dem anderen Comic-Universum nicht ganz unähnlich sieht. Geradezu lächerlich fehlbesetzt ist zudem Cara Delevingne als Enchantress. Weder wirkt sie furchteinflößend, noch hat man das Gefühl, dass sie sich in der fantastischen Rolle wohlgefühlt hat. Außerdem hat sie die trashigsten Dialoge – Cara, wir sehen uns im nächsten romantischen Film, das kannst du besser. Es bleibt also ein etwas zwiespältiger Eindruck. Zum einen hat man einen Heidenspaß mit Harley Quinn (wo bleibt ihr filmischer Soloausflug?) und freut sich am düsteren Setting und der an sich großartigen Idee, Superbösewichte zu Superhelden zu machen, auf der anderen Seite sind viele Dinge einfach nicht konsequent zu Ende gedacht. Dazu gehören nicht nur einzelne Figuren, sondern auch Details der Story selbst. So wird die Bedrohung kaum näher geschildert und bleibt diffus. Außerdem hätte es ruhig mehr bösen und zynischen Humor geben dürfen, die Figuren luden doch geradezu dazu ein. Vielleicht hat die Macher dann doch irgendwo im Zuge von Drehbuch und Vorproduktion der Mut verlassen und man konzentrierte sich auf handfeste Action. Für DC-Fans (und auch für den nicht-comic-vorbelasteten Zuschauer) sind natürlich die zahlreichen Hinweise auf die Justice-League und die anderen Helden des Kosmos ein Fest. Gut, die Szenen mit Batman hätte Zack Snyder wohl etwas cooler inszeniert, doch die Hinführung zu den kommenden Filmen funktioniert gut und macht im Falle von „The Flash“ richtig Spaß. Man darf also gespannt sein, was sich Snyder und seine Mit-Produzenten für die kommenden Filme aus dem Universum ausgedacht haben.

Weiß genau, wie sie ihren Baseball-Schläger einsetzen muss: Harley Quinn

Unterschied zwischen Kinofassung und Extended Cut von Suicide Squad

Diablo kommt noch nicht so richtig aus sich heraus

Ein bisschen verwirrend ist’s ja schon, was Warner da mit Suicide Squad veranstaltet hat – zumindest was die UHD angeht. Dass 3D für UHD nicht spezifiziert ist, man deshalb aber auch meist der regulären Blu-ray nicht die 3D-Fassung spendiert, ist bei bisherigen Disks schon zur Gewohnheit geworden. Man bekommt also meist „nur“ die UHD- und die 2D-Blu-ray-Fassung des jeweiligen Films. Hier ist es nun so, dass sowohl die Kinofassung als auch der Extended Cut auf die Scheiben gepresst wurden – aber auch das nicht auf beide. Konkret: Auf der UHD befindet sich die Kinofassung (und zwar nur die) und auf der Blu-ray ist die erweiterte Version enthalten (und auch hier nur diese). Die hatten Fans schon direkt nach dem Kinobesuch „gefordert“, da augenscheinlich sogar bekannte Szenen aus den Trailern der Schere (und vermeintlicher Tempoverschärfung) zum Opfer fielen. Der Unterschied zwischen den beiden beträgt 12 Minuten und setzt sich aus Folgendem zusammen (erneut für die, die sich die Spannung bewahren wollen, unter dem Spoiler-Balken verborgen).

Rogue Cut Spoiler

Bild- und Tonqualität Blu-ray

Sechs gegen irgendwie alle anderen

Suicide Squad, das verraten schon die Szenenbilder, ist primär ziemlich dunkel und düster. Weite Teile des Films spielen während der Nacht oder in dunklen Räumen. Auch der Kontrastumfang wurde für einen möglichst schmutzigen Look etwas beschränkt und bleibt bei schwarzen Details etwas gräulich. Manche Einstellungen, wie der Anflug auf das Pentagon bei 20’24 sowie die ersten Momente aus der Konferenz direkt danach, sehen richtig gut aus und wirken sehr plastisch. Hier fallen auch deutlich weniger die Probleme auf, die Suicide Squad hat. Denn leider zeigt sich auch hier, wie zuletzt bei vielen (auch teuren) Titeln, dass die Randbereiche mit Unschärfen zu kämpfen haben. Gerade am unteren Rand wirkt es oftmals weich und matschig, obwohl man auf der gleichen Tiefenebene ist wie in der Bildmitte. So ist bspw. die Schrift auf Harleys T-Shirt bei 81’28 unklar, während ihr Halsband scharf ist. Eklatant krass fällt es zu Beginn von Kapitel vier auf, wenn der Joker Besuch bekommt. Die wie Dominosteine aufgereihten Sekt- und Bierflaschen am Bildrand links unten sind kaum als solche zu erkennen. Auch die „Ha! Ha!“-Schrift am oberen Bildrand wirkt matschig (31’20). Und das setzt sich auch beim Kamera-Drehschwenk fort, wenn der Joker inmitten seines Handwerkzeugs liegt. Kommt die Kamera zur Ruhe, sind die Babysachen oben rechts (gerade der dunkle Strampler) überhaupt nicht klar gezeichnet. Auch die Füße des demontierten Flügels unten rechts bleiben matschig, während in der Bildmitte ein „scharfer“ Joker liegt (32’00). Im Gegensatz zu diesen wenig schönen Eigenschaften muss man den Bildgestaltern hier mal ein Kompliment für das Nutzen des Korns aussprechen. Ja, Ayers Film ist dezent körnig. Das aber niemals übertrieben stark und über die gesamte Laufzeit hinweg konsistent. Das unterstützt einen angenehmen und sehr analog-filmischen Look. Die grundsätzliche Schärfe der im Fokus stehenden Figuren und Details ist in Ordnung, ohne dass hier neue Maßstäbe in Sachen Detailvielfalt gesetzt werden. So passt sich das allerdings ganz gut ans Gesamtgeschehen der manchmal etwas softeren CGI-Shots an.

Rick und Deadshot diskutieren noch die Bedingungen ihres Vertrags aus

Was bei den unterschiedlichen Filmfassungen auf UHD bzw. Blu-ray anfing, geht beim Ton weiter – hier allerdings viel ärgerlicher. Zunächst mal ist es durchaus lobenswert, dass die UHD sowohl den deutschen als auch den englischen Sound in Dolby Atmos (mit Dolby-True-HD-Kern) präsentiert. Hier ist Suicide Squad den Kollegen von Star Trek Beyond oder Independence Day 2: Wiederkehr schon mal Lichtjahre voraus. Doch was man erlebt, wenn man die reguläre Blu-ray einlegt, kann hoffentlich nur damit erklärt werden, dass man für die erweiterte Fassung keine konsistente deutsche Atmos-/True-HD-Mischung anfertigen konnte. Denn WENN doch für die UHD für beide Sprachfassungen die hochwertige 3D-Sound-Mischung existiert, ist es einfach unerklärlich, warum auf die Blu-ray für die deutsche Version lediglich ein schmächtiger Dolby-Digital-Ton gelangen konnte. War es ein Platzproblem, hätte sicher jeder hiesige Käufer darüber hinweg gesehen, wenn man ein Extra oder eine der fremdsprachigen Tonversionen weggelassen hätte. So muss der Anbieter an dieser Stelle leider Abzug gegenüber der englischen Fassung hinnehmen. Gehen wir aber zunächst ohne Voreingenommenheit und ohne direkten Vergleich mit dem Originalton an die deutsche Dolby-Digital-Spur. Durchaus dynamisch und griffig ertönen die Rocksongs der ersten 20 Minuten aus allen Lautsprechern. Die Bassunterstützung ist vorhanden und Stimmen gehen nicht unter. Die Effektkanäle werden häufig bedient und wenn Deadshot vor Amanda demonstriert, was er drauf hat, dann glühen nicht nur die Metal-Dummies. Allerdings kann die englische Fassung das alles besser, voluminöser, druckvoller und vor allem viel präziser – siehe Tonbeschreibung der UHD im nächsten Kapitel.

Bild- und Tonqualität UHD

Manchmal braucht Deadshot eine Maske – ist ja auch nicht mehr der Jüngste

Zur UHD sei zunächst gesagt, dass sie keine durchgängige 4K-Kette aufzuweisen hat. Das Filmmaster wurde lediglich mit einer 2K-Abtastung weiter prozessiert und über das entstandene 2K-Digital-Intermediate auf die 4K-Auflösung hochskaliert. Damit ist der Auflösungsvorsprung gegenüber der Blu-ray verhältnismäßig gering. In der Tiefe sind hier und da ein paar mehr Details zu sehen, wenn man sich sehr nahe ans Display oder die Leinwand begibt. Die Abstufungen sind natürlich ebenfalls schöner und weisen keine Kanten mehr auf. Ansonsten gilt vom reinen Look und der Schärfeverteilung das gleiche (auch kritische) wie für die BD. So sind auch auf der UHD die gleichen Randunschärfen zu bemängeln und der Kontrastumfang ist trotz HDR innerhalb anderer, vergleichbarer UHDs etwas geringer. Doch das ist nicht das einzige Problem der 4K-Disk. Denn wo eigentlich High Dynamic Range und kräftigere Farben (die UHD nutzt einen erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020) für mehr Punch und Dynamik sorgen sollten, hat man beim Mastering irgendwie die Regler verwechselt. Suicide Squad erscheint über die hochauflösende Scheibe drastisch dunkler, ohne bessere Durchzeichnung zu haben (eher das Gegenteil ist der Fall) und nutzt gleichzeitig auch keine helleren Spitzlichter. Amanda Wallers dunkles Gesicht schält sich manchmal kaum aus dem Hintergrund heraus (46’42) und im Hubschrauber auf dem Weg nach Midway City hat man teilweise Mühe, die einzelnen Figuren zu erkennen (ab 49’00). Da schon die 4K-Auflösung „nur“ hochgerechnet ist und kaum Vorteile bietet, sind auch die zwei anderen theoretischen Vorteile von UHDs nicht schlagkräftig genug. Die mangelnde Helligkeit kann man nur umgehen, indem man HDR am Player oder TV deaktiviert, was aber nicht Sinn der Sache wäre und die UHD ad absurdum führen würde. So seltsam es klingen mag: Die Blu-ray ist in Sachen Bildqualität die bessere Wahl, wie auch die folgenden Beispielbilder demonstrieren.

Scheinbar verkehrte Welt: Während der linke Screenshot von der Blu-ray stammt und farblich recht intensiv sowie mit relativ gutem Schwarzwert daherkommt, kämpft …
… auf dem rechten Bild die UHD mit dem sichtbar dunkler gemasterten Bild, das an die anfänglichen Probleme erinnerte, als UHD-TVs noch nicht HDR-fähig waren, allerdings mit einem HDR-Signal gefüttert wurden. Hier versumpfen Details und die Farben wirken deshalb auch ein wenig flacher, obwohl das Rot in Smith‘ Halskrause etwas weniger orange und dafür purpur-roter erscheint.
Werden alle diesen Einsatz überstehen?

Akustisch hat, das ist schon aus der Beschreibung der Qualität der Blu-ray herauszulesen, die UHD aufgrund der Dolby-Atmos-Spuren für beide Sprachen die Nase vorne. Tatsächlich ist die hochaufgelöste deutsche Tonfassung nicht nur lauter, sondern ebenso dynamisch, effektvoll und turbulent wie die englische Dolby-Atmos-Version. Endlich bekommt man auch hier die Informationen, die von der Dolby-Digital-Fassung unterschlagen werden. Gerade in Sachen Effekthäufigkeit, Präzision und Basseinsatz reicht dem Sound von Suicide Squad so schnell keiner das Wasser. Allerdings gibt es zwei kleinere Mankos: Zum einen ist die 3D-Soundinformation nur mittelprächtig. In Sachen Effekte und Höheninformationen hat man schon bessere Dolby-Atmos-Spuren gehört. Wenn mal Informationen von den Kanälen auf der zweiten Ebene kommen, sind diese zwar direktional und plastisch (wie bspw. bei der absoluten Demoszene des Flugzeugs bei 22’35), aber es kommt für solch einen Actionfilm eben etwas zu selten vor. Zum anderen klingen die deutschen Stimmen etwas zu dumpf im Mittel- bis Tieftonbereich. Was bei Crocs extremem Organ noch Sinn (und Spaß) macht, ist bei Amanda Waller fehl am Platze und dröhnt zu sehr. Gleiches gilt für den Joker, dessen „Blablablablabla Bla“ nach gut 31’20 den Center zum Dröhnen bringt. Doch davon ab macht der Sound durch die Bank Spaß. Gerade die fluiden Bewegungen und flüsternden Stimmen von Enchantress scheinen von überall her zu kommen und wenn die erste große Actionsequenz den Geschäftsmann in der U-Bahn zum Incubus werden lässt, glaubt man wirklich, selbst vor Ort zu sein. Zumindest, wenn er brutal auf den Boden stampft. Sein Energie-Tentakel-Arm hingegen lässt ein paar Informationen vermissen, wenn er gleich reihenweise die Pfeiler in der U-Bahn durchpflügt. Sensationell allerdings, wenn sich die von Enchantress gewünschte Waffe gen Himmel öffnet und eine großartige Akustikwelle durch den Raum schickt. Dass es Suicide Squad aber auch etwas sanfter kann, zeigen die strategischen Verteilungen der Soldaten in Midway City vor dem ersten großen Kampf (ab 53“00). Hier rieselt der Staub fein unter den Schuhen

Bonusmaterial

Amanda Waller ist der Kopf hinter der Operation

Das Bonusmaterial von Suicide Squad wurde komplett auf der Blu-ray abgelegt, die UHD ist frei von Extras. Insgesamt sieben Featurettes haben es auf die BD geschafft und werden von einer Gag Reel ergänzt. In „Task Force X“ wird die Story erzählt, die hinter dem Einsatzteam aus Schwerverbrecher-Superhelden steht. „Chasing the Real“ beschreibt, wie Ayer jeder seiner Figuren Authentizität verlieh und wie wichtig es für ihn war, die Geschichte in der realen Welt zu verankern. „Joker & Harley“ kümmert sich um das sehr spezielle Verhältnis zwischen den beiden Anti-Helden, wohingegen „Squad Strength and Skills“ zeigt, wie sich die Darsteller selbst auf ihre physisch herausfordernden Rollen vorbereiteten. „Armed to the Teeth“ nimmt das Waffenarsenal des Teams auseinander und „This is Gonna Get Loud“ schildert das Zusammenspiel aus physischen Stunts und CGI während der epischen Schlachten. „The Squad Declassified“ schließlich analysiert die Kampfeigenschaften und die individuellen Waffen der Task Force X anhand der Auseinandersetzung mit den EAs bei der Schlacht um Midway City. Die Gesamtlaufzeit der Featurettes beläuft sich auf knapp 83 Minuten.

Fazit

Suicide Squad hat Harley Quinn und außerdem noch Harley Quinn. Eigentlich reicht das schon, denn es macht einen Heidenspaß, Margot Robbie in der Rolle zuzusehen, wenn sie kaugummikauend ihren Baseball-Schläger schwingt. Weniger schön ist das nicht zufriedenstellende UHD-Bild und der Dolby-Digital-Ton auf der regulären Blu-ray. Da muss es der sehr gute Dolby-Atmos-Sound auf der UHD rausreißen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 75%
Bildqualität UHD: 60%

Tonqualität (dt. Fassung UHD): 85%
Tonqualität (Originalversion UHD/BD): 90%
Tonqualität (dt. Fassung BD): 75% (im Rahmen anderer Dolby-Digital-Spuren)
Bonusmaterial: 70%
Film: 65%

Anbieter: Warner Home
Land/Jahr: USA 2016
Regie: David Ayer
Darsteller: Will Smith, Margot Robbie, Jared Leto, Joel Kinnaman, Viola Davis, Jai Courtney, Jay Hernandez, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Ike Barinholtz, Scott Eastwood, Cara Delevingne, Karen Fukuhara
Tonformate (Blu-ray): Dolby Atmos (Dolby-True-HD-7.1-Kern): en // Dolby Digital 5.1: de, sp, fr, it
Tonformate (UHD): Dolby Atmos (Dolby-True-HD-7.1-Kern): de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 123/135
Codec (BD): AVC
Codec (UHD): HEVC
Real 4K: Nein (2K Intermediate)
FSK: 16

Trailer zu Suicide Squad

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