Tatsächlich … Liebe

Blu-ray Review

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Universal Pictures, seit 05.11.2009

OT: Love Actually

 


I Feel it in my Fingers …

Zehn Jahre ist es nun schon her, dass „Tatsächlich … Liebe“ die Herzen der Zuschauer eroberte – doch die Beliebtheit des Films steigt mit jedem Weihnachten.

Inhalt

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Daniel ist froh, dass Sam „nur“ verliebt ist

Fünf Wochen vor Weihnachten:
Billy Mack, abgehalfterter Ex-Rockstar, muss auf Geheiß seines dicken Managers Joe den Klassiker „Love is All Around“ in eine unsägliche Weihnachtsversion verwandeln.
Der frisch vereidigte Premierminister trifft in der Downing Street auf die bezaubernde, etwas tollpatschige Angestellte Natalie und verliebt sich gegen jede Vernunft.
Schriftsteller Jamie macht sich, wie jedes Jahr, auf nach Südfrankreich, wo er an seinem aktuellen Buch schreibt. Dieses Jahr mit dem traurigen Hintergrund, dass seine Frau ihn mit dem eigenen Bruder betrügt. Doch in Frankreich läuft ihm die wunderschöne Aurelia über den Weg.
Harrys Sekretärin Mia flirtet ihren Chef immer wieder an und scheint dabei langsam auf Gegenliebe zu stoßen – sehr zum Leidwesen von Harrys Frau Karen, die davon Wind bekommt.
Sarah, eine Mitarbeiterin von Harry, ist seit über zwei Jahren in ihren Kollegen Karl verknallt, traut sich jedoch nicht, einen Schritt auf ihn zuzugehen.
Peter hat gerade Juliet geheiratet und sein bester Freund Mark überrascht das Paar mit einem tollen Event in der Kirche. Was Juliet nicht weiß: Mark ist seit langem in sie verliebt.
John und Judy sind Lichtdoubles bei Dreharbeiten für eine Erotikproduktion und lernen sich, je nackter sie dabei werden müssen, immer besser kennen.
Daniel hat vor kurzem seine Frau an den Krebs verloren und muss sich nun mit dem jungen Stiefsohn Sam zusammenraufen. Als der sich in die Austauschschülerin Joanna verliebt, hält das Leben für beide eine Überraschung parat.

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Sänger Billy ist rotzig wie eh und je – landet er dennoch den großen Weihnachtshit?

Mit einem wohl einmaligen Staraufgebot in der britischen Filmhistorie realisierte das Team von Vier Hochzeiten und ein Todesfall, sowie Notting Hill 2003 diesen Film, der episodisch ein halbes Dutzend Geschichten verfolgt, sie teilweise zusammenführt und mit einem großen Weihnachtsrahmen umgibt. Mit herzerfrischendem britischen Humor, lebensnahen Figuren und einem Blick für das Bewegende im Kitsch ist Tatsächlich … Liebe seit seinem Erscheinen zu einem neuen Weihnachtsklassiker gereift, der letztlich alles richtig macht. Jede der erzählten Geschichten berührt oder unterhält auf ihre eigene Art und Weise, die grandiosen Darsteller sind bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt und gleich mehrere der hier noch relativ unbekannten Schauspieler wurden im Laufe der darauf folgenden Jahre zu Stars (bspw. Chiwetel Ejiofor, der junge Thomas Brodie-Sangster oder auch Andrew Lincoln, der seit einigen Jahren als Rick die Welt von Untoten in „The Walking Dead“ befreit). Dass die Figuren allesamt einem Klischee entsprungen zu sein scheinen und die Geschichte selbst dünn ist wie ein Blatt Papier, ist in dem Moment völlig unbedeutend, wenn Eröffnung und Finale die Betonung auf die ganz gewöhnlichen Menschen setzen. Sie alle sehnen sich nach Zuneigung und Liebe – und das beschreibt Tatsächlich … Liebe so authentisch wie kein anderer Film. Richard Curtis‘ Werk ist kein gesellschaftspolitischer Film, der die Welt erklären möchte. Faktisch reduziert er menschliche Interaktion auf ein Thema, was man ihm sicher vorwerfen könnte, da Liebe sicher nicht sämtliche Probleme löst. Aber für diese 130 Minuten eben doch!
Gerade die unterschiedlichen Geschichten bieten so ziemlich jedem einen Identifikationspunkt, ob das nun die witzige Story zwischen Sänger Bill und seinem Manager ist, die niedliche Liebesgeschichte des Premierministers und seiner Angstellten oder die zutiefst berührenden Momente zwischen Sam und seinem Stiefvater Daniel – Tatsächlich … Liebe trifft zu jeder Zeit den Ton.
Und wer in dem Moment, als der kleine Sam seiner jungen Herzensdame Joanna im Flughafen hinterherrennt und schließlich den erwünschten Kuss erntet, nicht mit Tränen der Rührung kämpft, sollte schleunigst mal seinen eigenen Puls fühlen.

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Der Premierminister und die Angestellte: Ein Klischee, aber ein schönes

Bild- und Tonqualität

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Als er noch keinen Untoten hinterherjagte: Andrew Lincoln als stiller Verehrer

Das sehr hell gemasterte Bild von Tatsächlich … Liebe dürfte etwas konstraststärker sein und Farben prächtiger leuchten lassen. Die Bildruhe geht dafür in Ordnung, Rauschen oder grobes Korn sieht man hier so gut wie gar nicht. Eine leichte Bewegungsunschärfe steht gegen recht detaillierte Close-ups von Gesichtern.
Akustisch konzentriert sich der Film vor allem auf die Dialoge. Die jedoch sind sowohl auf der deutschen, als vor allem auch auf der englischen Spur etwas übersteuert. Musik lockert das Ganze immer wieder auf und füllt dann auch die Rearspeaker.

Bonusmaterial

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Liebe überwindet (tatsächlich) auch Sprachbarrieren

Die Blu-ray von Tatsächlich … Liebe enthält einen Audiokommentar, unveröffentliche Szenen, sowie ein Feature über die Idee zum Film und über die Musik. Dazu gesellen sich zwei Musikvideos. Zum einen ist das Kelly Clarksons „The Trouble with Love is“ und zum anderen das großartige „Christmas is All Around“ von Billy Mack – ähm… Bill Nighy.

Fazit

Kurz und knapp: Für mich ist Tatsächlich … Liebe der schönste Weihnachtsfilm aller Zeiten!
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität (Originalversion): 65%
Bonusmaterial: 60%
Film: 100%

Anbieter: Universal Pictures
Land/Jahr: GB 2003
Regie: Richard Curtis
Darsteller: Hugh Grant, Emma Thompson, Bill Nighy, Andrew Lincoln, Keira Knightley, Chiwetel Ejiofor, Liam Neeson, Colin Firth, Thomas Brodie-Sangster, Heike Makatsch, Alan Rickman, Martin Freeman, Rowan Atkinson, Laura Linney, Andrew Lincoln, Nina Sosanya, Billy Bob Thornton, Kris Marshall
Tonformate: dts HD-Master 5.1: en // dts 5.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 135
Codec: AVC
FSK: 6

Trailer zu Tatsächlich … Liebe