Terminator 2 – Tag der Abrechnung 4K UHD 3D

Blu-ray Review

Terminator 2 Tag der Entscheidung 4K UHD Blu-ray Review Cover
Studiocanal, 23.11.2017
Terminator 2 Tag der Entscheidung 3D Blu-ray Review Cover
Studiocanal, 23.11.2017

OT: Terminator 2: Judgment Day


Zurück mit einem Knall!

Terminator-Kult in 4K und/oder 3D.

Inhalt

Terminator-2-Tag-der-Entscheidung-4K-UHD-Blu-ray-Review-Szene-1.jpg
He is back!

L.A. 1994: Aus dem Nichts heraus tauchen zwei Roboter-Killermaschinen aus dem Jahr 2029 in der Gegenwart auf. Die eine, ein hochmodernes T-1000 Modell aus Flüssigmetall, kommt im Auftrag der Maschinen und soll den zehnjährigen John Connor beseitigen. Dessen älteres Ich wird 35 Jahre später nicht nur zum Revolutionsführer werden, sondern ist dafür verantwortlich, dass ein altmodischer T-800 umprogrammiert und zum Schutze seines jungen Selbst in die Vergangenheit entsendet wird. Während der T-800 den jungen John Connor schnell von seinen guten Absichten überzeugen kann, sieht dessen Mutter Sarah in dem äußerlich unveränderten Roboter immer noch den Killer, der sie zehn Jahre zuvor beseitigen sollte. Doch Sarah und ihr Sohn haben gar keine andere Wahl, als dem Muskelberg mit Roboter-Skelett zu vertrauen, denn der T-1000 ist in allen Belangen überlegen und tötet ohne jede Gnade. Während sie als Trio vor ihm fliehen, versuchen sie gleichzeitig, den nuklearen Holocaust zu verhindern, der 1997 (fast) alles Leben auslöschen wird. Dazu sind sie auf die Hilfe des IT-Spezialisten Dyson angewiesen, der nicht ahnen kann, was seine Forschungen an der Robotertechnik der Überbleibsel des alten T-800 für Auswirkungen haben könnte …

Terminator-2-Tag-der-Entscheidung-4K-UHD-Blu-ray-Review-Szene-2.jpg
Der T-800 tut sein Werk: Beschützen des jungen John Connor

Frühling 1992 in Tettnang am Bodensee: Ein angehender Radio- und Fernsehtechniker hat sich zwangsläufig wochentags in dem kleinen beschaulichen Städtchen einkaserniert und schlägt sich die Abende wahlweise vor einem Röhrenfernseher mit hundsmiserablem TV-Empfang über eine Zimmerantenne um die Ohren, oder mit kurzen Ausflügen in die Altstadt. Dort findet er Plakate über eine Art Frühlingskino, in dem jeden Abend andere Film im Untergeschoss einer Bücherei? stattfinden. Platz nehmend auf herkömmlichen Bürostühlen flimmert das Logo der Carolco Pictures über die Leinwand in einem viel zu hellen Raum, der das Restlicht nur schwach ausblenden konnte. Doch trotz dieser widrigen Umstände, trotz eines Mangels an Surround-Sound – das Filmerlebnis, das sich mit Terminator 2: Tag der Abrechnung seinerzeit anschloss, beeindruckte den 17-jährigen nachhaltig. Heute ist der Kerl 42, schreibt diese Zeilen und erinnert sich an eine Zeit, in der das große Blockbusterkino des James Cameron sich anschickte, praktisch jeden von ihm inszenierten Film mit einer technischen Revolution zu begleiten. Dass der zweite Teil des mit Arnold Schwarzenegger ikonisch besetzten Sci-Fi-Hits ebenso spektakulär wie witzig und unterhaltsam war, soll hier zwar erwähnt werden, muss es aber eigentlich nicht. Obwohl Cameron sich vom Erzählton her meilenweit von seinem Erstling entfernte (und sich dafür schon ein paar Kritiken anhören musste), ist es heute eher Terminator 2 und nicht das Original, das die meisten im Kopf haben, wenn es um die Figur des Roboters aus der Zukunft geht.

Terminator 2 Tag der Entscheidung 4K UHD Blu-ray Review Szene 5
Die Zukunft: Maschinen kontrollieren die Menschen

Das liegt zwar sicherlich auch an den unglaublichen Special Effects, die Industrial Light & Magic (ILM) damals eigens entwickelten und ebenso am Actionanteil, der bei einem Budget von 94 Mio. Dollar massiv hochgefahren wurde. Doch es liegt vornehmlich an der Art und Weise, wie Arnold Schwarzenegger die Figur des Terminator neu interpretierte und dabei erste Züge seiner heutigen Selbstironie offenbarte. Dazu gesellen sich Sprüche wie „I’ll be Back“ oder „Hasta la vista, Baby“, die heute zum Sprachjargon eines jeden Filmfan und sicher zu den berühmtesten Filmzitaten aller Zeiten gehören. Über die Jahre ist Terminator 2: Tag der Abrechnung immer noch aktuell geblieben und lässt sich auch heute noch anschauen, ohne dass man die Augen vor Peinlichkeit ob der Trickeffekte schließen muss. Gut, eine Atombomben-Walze kann man heute sicher eindrucksvoller gestalten, aber die fluiden Effekte der „Wunden“ des T-1000 sind auch heute noch spektakulär anzuschauen. Und weil das so ist, hat man sich auf Seiten des Regisseurs dazu entschlossen, den Film noch einmal für eine kurze Zeit und mit einer 3D-Portierung ins Kino zu bringen. Cameron, der auch 3D-Pionier ist, hatte schon bei Titanic bewiesen, dass nachträglich konvertierte Filme durchaus gutes stereoskopisches Erlebnis ohne Kopfschmerz liefern können. Und weil man gerade dabei war, hat man für die Digitalisierung vom 35mm-Material einen 4K-Scan gemacht. Das führt nun zu einer ziemlich umfassenden Heimkino-Veröffentlichung mit unterschiedlichen Disks.

Terminator 2 Tag der Entscheidung 4K UHD Blu-ray Review Szene 6
Sarah Connor ist zwar stark, aber alles schafft sie dann auch nicht alleine

Zu den unterschiedlichen Versionen und Filmfassungen:
Die remasterte Fassung von Terminator 2: Tag der Abrechnung erscheint in insgesamt drei Versionen auf Blu-ray. Zunächst einmal ist da die 4K UHD, die gleichzeitig natürlich auch die reguläre Blu-ray enthält. Des Weiteren gibt es die 3D-Fassung inklusive der regulären 2D-Blu-ray im Steelbook und für die ganz besonders sammelaffinen Käufer gab es die limitierte Endo-Arm-Special Edition. Diese enthält neben einer Original-Replik des Terminator-Arms die 4K-UHD, die reguläre Full-HD-Blu-ray, die 3D-Blu-ray und den Soundtrack des Films auf CD. Diese gab es exklusiv nur bei Studiocanal selbst zu kaufen. Vielleicht lohnt es sich, den Link zum Shop abzuspeichern, falls doch noch ein paar weitere Exemplare aufgelegt oder „gefunden“ werden. Der Endo-Arm ist es auch, der die Veröffentlichung verzögerte. Denn ursprünglich war der Output auf den 05. Oktober gesetzt. Produktionsprobleme bei der Replik verzögerten die Veröffentlichung, die nun auf dem 23. November liegt. Selbst zu diesem Zeitpunkt werden aber zunächst „nur“ die Disks ausgeliefert. Käufer der Endo-Arm-Edition müssen sich vermutlich noch bis ins nächste Jahr gedulden, bis sie zu ihren Blu-rays auch das begehrte Sammelobjekt in die Vitrine stellen können.

Terminator 2 Tag der Entscheidung 4K UHD Blu-ray Review Szene 8
Der T-1000 überlebt jede Art von konventionellem Schusswaffengebrauch

Bei den integrierten Fassungen ging man den Weg des sogenannten Seamless Branching, bei dem alle drei Versionen (Kinofassung, Special Edition und Extended Special Edition) auf einer Disk integriert sind und sich die Silberscheibe genau den Film und die etwaigen zusätzlichen Szenen rauspickt, die zur übers Menü ausgewählten Fassung gehören. Allerdings gibt es sowohl die 3D-Portierung als auch die 4K-Restaurierung ausschließlich für die Kinofassung. Wählt man auf der regulären 2D-Blu-ray (die 3D-Blu-ray enthält nur die Kinoauswertung) also eine der beiden längeren Versionen an, muss man in den entsprechenden Szenen, die der Kinoversion fehlen, mit einer geringeren Bildqualität rechnen. Das wirkt sich dann in den altbekannten eher wenig scharfen und von der Kolorierung her deutlich anders geprägten Bildern aus. Auch die 4K UHD von Terminator 2 hält nur die ursprüngliche Lichtspielhaus-Fassung parat. Das ärgert Fans der zwei später veröffentlichten Versionen, mindert aber nicht die Qualität des 4K-Remasterings (siehe Bildqualität in den nächsten Kapiteln).

Bild- und Tonqualität BD

Terminator-2-Tag-der-Entscheidung-4K-UHD-Blu-ray-Review-Szene-4.jpg
Der Kampf mit dem T-1000 hinterlässt Spuren

Wenn James Cameron technisch etwas anpackt, dann hat das Hand und Fuß. Schon das Bild der regulären Blu-ray von Terminator 2: Tag der Abrechnung ist schlicht sensationell gut für das Alter des Films. Offenbar hat da jemand richtig Ahnung von dem gehabt, was er tut. Der 4K Scan wurde unter Aufsicht von Cameron von Deluxe LA hergestellt und das Material zuvor aufwendig von DMG Entertainment und Studiocanal restauriert. Die digitale Bearbeitung fand dann bei Technicolor Hollywood statt. Dabei wurde vor allem auch der Blaustich entfernt, der noch der bisherigen (wahrlich nicht schlechten) Blu-ray während der Innenraumszenen so deutlich innewohnte. Aber auch die grundsätzliche Auflösung ist bisweilen eklatant besser. Wo die bisherige Blu-ray im direkten Vergleich geradezu matschig und flau wirkt, setzt die remasterte Fassung in jeder Situation einen drauf. Die Kontrastierung ist um Längen besser, die Farbdarstellung natürlicher und kräftiger und Schwarz ist wesentlich satter. Hier wurde im Prinzip alles richtig gemacht – und zwar bis zur Entfernung kleiner Schmutzpartikel und der Reduktion des Korns. Lediglich in ganz wenigen Situationen wirken Gesichter mal etwas arg gefiltert und bekommen einen etwas wachsartigen Look. Das kann man ankreiden oder es lassen. Denn bei so vielen positiven Aspekten fallen ein paar Kleinigkeiten dann doch eher wenig ins Gewicht.

Terminator 2 Tag der Abrechnung Bildvergleich 4KBD vs BD alt 3
Die bisherige Blu-ray war zwar nicht schlecht und konnte in Außenszenen durchaus überzeugen. Doch wenn man genau hinschaut, sieht man auch ohne Vergleich hier schon den etwas flauen Kontrastumfang und die trüben Hauttöne. Die Schatten in den Haaren neigen zusätzlich zu leichtem Banding
Terminator 2 Tag der Abrechnung Bildvergleich 4KBD vs BD alt 4a
Die remasterte Blu-ray mit 4K-Scan macht einfach alles besser und ist in jeder Hinsicht ein herausragendes Beispiel für vorzügliche Bearbeitung
Terminator 2 Tag der Abrechnung Bildvergleich 4KBD vs BD alt 1
Noch eklatanter wird der Unterschied in den Innenraum-Aufnahmen. Gerade die Szenen in der Psychiatrie und bei Skynet kurz zuvor leiden unter einem massiven Blaustich mit kaum vorhandenen Kontrasten
Terminator 2 Tag der Abrechnung Bildvergleich 4KBD vs BD alt 2
Ich denke, hier muss man nicht beschreiben, was man geleistet hat – das Bild wirkt für sich

Beim Sound von Terminator 2: Tag der Abrechnung hat man keine neuerliche Arbeit mehr in das Material gesteckt. So haben die Disks den gleichen deutschen Sound in 7.1-dts-HD-Master, der zwar hochwertig kodiert ist, aber unter einem Mangel an Dynamik leidet. Die Effekte wirken stets ein bisschen krachledern und die deutschen Synchronstimmen sind dünn. Gerade jene des jungen John wirkt arg spitz und übersteuert bisweilen. Dennoch werden die Rearspeaker häufig mit Effekten beliefert und während der Actionszenen ist eine Menge los. Dass man heute mehr gewohnt ist, liegt einfach an der Art und Weise, wie heute vertont wird. Die englische Fassung liefert allerdings die präsenteren Effekte, ist etwas differenzierter und hat vor allem die authentischeren Dialoge, die noch dazu harmonischer eingebettet sind.

Bild- und Tonqualität UHD

KORREKTUR: Aufgrund eines bedauerlichen Fehlers des zuständigen Redakteurs wurden die Screenshots der UHD und Blu-ray vertauscht. Deshalb entstandt der Eindruck, dass die UHD heller abgestimmt sei als die BD. Das Gegenteil ist der Fall. Die Screenshots wurden jetzt korrekt gesetzt und beschrieben – der zuständige Redakteur muss sich nun im Zweikampf mit dem T-1000 schlagen, um sich zu rehabilitieren.

Cameron ist, wie oben beschrieben, ein Perfektionist. Und das sieht man dem 4K-Transfer des 35mm-Materials an. Mit einer Laufruhe, die man heute sogar bei digital gefilmten Werken suchen muss und einer Defektfreiheit, die für einen 26 Jahre alten Film Maßstäbe setzt, überzeugt auch das native 4K-Material auf der UHD von Terminator 2: Tag der Abrechnung. Die Auflösung lässt sich gerade an Close-ups ablesen, die dermaßen plastisch sind, dass man das Make-up der Darsteller erkennen kann. Klar, damals kannte man solche Auflösungen noch nicht und musste nicht dermaßen genau schminken. Wenn Arnolds Gesicht zur Hälfte die Roboter-Teile freilegt, kann man den das Make-up am Übergang klar ausmachen. Aber auch die regulären Details auf Furlongs oder Hamiltons Gesicht sind noch mal besser als über die Blu-ray schon. Durch die Integration von HDR und einen erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020 gelingen auch die Kontraste noch mal eindrucksvoller. und das glücklicherweise, ohne zu übertreiben. So sind Feuereffekte zwar strahlender und oranger, wirken jedoch nicht, als hätte man den Farbtopf über dem Negativ ausgeleert. Auch Hauttöne profitieren ohne zu überkontrastieren. Insgesamt ist der Film dezent abgedunkelt, was gerade in schwarzen BereichenDetails etwas verschluckt. Dennoch kann es die UHD von T2 aber mal ganz locker mit aktuellen volldigitalen 4K-Produktionen aufnehmen – besser sah der Film noch nie aus. Und weil das so ist, verzeiht man schon mal ganz leichte Unruhen in kurzen Bewegungen oder Schwenks, die davon zeugen, dass die Filter ein wenig aus dem Tritt kommen.

Terminator-2-Tag-der-Abrechnung-Bildvergleich-BD-vs-UHD-2
Gut zu erkennen: Die Blu-ray hat das insgesamt etwas heller abgestimmte Bild, das im Schattenbereich von Arnolds Gesicht sowie auf der Waffe ein paar Details mehr zeigt
Terminator-2-Tag-der-Abrechnung-Bildvergleich-BD-vs-UHD-1
Die UHD punktet hier mit weniger Überzeichnung auf den Lichtern, verliert aber im Schwarz an Feinheiten
Terminator 2 BD vs UHD Bildvergleich 11
Bei den Feuereffekten zeigt die BD zwar etwas mehr Kontur im Körper des T-1000, die Farben der Flammen sind allerdings weniger kräftig und wirken flauer
Terminator 2 BD vs UHD Bildvergleich 12
Die UHD punktet hier mit kräftigeren gelb-orange-Tönen und dem intensiveren Flammenmeer
Terminator 2 BD vs UHD Bildvergleich 9
Auch Linda Hamilton liefert über die Blu-ray schon ein eindrucksvolles Bild ab. Bei sehr hellen Szenen überstrahlt die Blu-ray allerdings ein wenig
Terminator 2 BD vs UHD Bildvergleich 10
Die UHD liefert diese Details und ist auch ansonsten besser aufgelöst. Das Überstrahlen in hellen Szenen ist ihr fremd
Terminator-2-Tag-der-Abrechnung-Bildvergleich-BD-vs-UHD-6
Beim Zoom in das Bild zeigt sich, dass die Blu-ray nicht ganz so fein aufgelöst daherkommt. Ihr fehlen die etwas detaillierteren Strukturen in den Lippen und der Haut von Hamilton
Terminator-2-Tag-der-Abrechnung-Bildvergleich-BD-vs-UHD-5
Auch die Spiegelung in der Sonnenbrille kommt per UHD klarer und wirkt etwas plastischer. Sicherlich Details, die man hier ein bisschen mit der Lupe suchen muss, die im Ablauf des Films aber für subjektiv plastischere Bilder sorgen
Beim Sound gibt’s kein Update gegenüber der Blu-ray. Sowohl die englische als auch die deutsche Tonspur kommen mit den identischen Kodierungen, die auch auf der Blu-ray zu finden sind.

3D-Effekt

Terminator-2-Tag-der-Entscheidung-4K-UHD-Blu-ray-Review-Szene-3.jpg
Da war er noch jung und knackig – heute ist er nur noch knackig: Arnold Schwarzenegger

James Cameron war es, der mit Avatar das „neue“ 3D salonfähig machte und – zumindest in den Kinos – für einen nachhaltigen Trend sorgte. Nicht jeder 3D-Film ist sein Geld wert, nicht jede Story funktioniert in dreidimensionaler Optik, aber Cameron weiß als einer der wenigen Filmregisseure, wie er die Technik auch bei einer Konvertierung einsetzen muss. So ist sein Titanic bis heute einer der am besten nachträglich ins 3D konvertierte Filme überhaupt. Für Terminator 2 arbeitete er erneut mit der Firma Stereo D zusammen, die schon Titanic in 3D realisierte und auch für hervorragende Umsetzungen wie Jurassic Park 3D verantwortlich zeichnete. Dass sie ihr Handwerk verstehen, zeigen sie auch hier. Klar, der zweite Terminator mag noch nicht auf 3D ausgelegt und konzipiert worden sein, weshalb echte Pop-Out-Effekte eher Mangelware sind, aber die 3D-Tiefenstaffelung gelang wirklich hervorragend. Schon das Autofriedhof/Schrottplatz/Schlachtfeld-Szenario profitiert durch eine sehr greifbare Räumlichkeit. Kaputte Fahrzeuge bekommen eine erstaunliche Tiefe und die zahlreichen feinen Linien von Spielgerüsten werden selbst in den Schwenks so klar wiedergegeben, dass keine Details verloren gehen. Und wenn Connor dann neben dem MG steht und die Kamera langsam auf ihn zufährt, darf das Geschütz sogar mal kurz komplett aus der Bildfläche herausschauen 3’50. Das ist ungefähr der Pop-Out-Effekt, den man hier bekommt. Ebenfalls hübsch anzuschauen sind die Anzeigen, die der T-800 durch seine elektronischen Augen bekommt und die wie ein „frühzeitliches“ HUD im Vordergrund abgebildet werden, während die Köpfe der Rocker in der Bar sehr plastisch herausgeschält werden. Das ist alles in allem besser als man hätte erwarten dürfen. Natürlich geht während der schnellen Actionszenen schon mal etwas die Bildruhe verloren, was aber ein generelles 3D-Problem ist und auch der bekannte Verkleinerungseffekt tritt ein, wenn Objekte eher aus Halbtotalen fotografiert werden oder zwischen mittlerer und hinterer Bildtiefe sitzen. So wirkt Arnolds Sprung in den Kanal mit seiner Harley schon ein bisschen so, als handele es sich um ein Miniatur-Motorrad. Doch das kann man der Konvertierung nicht ankreiden, weil’s eben einfach ein Phänomen bei 3D-Wiedergabe ist. Umso cooler hält der T-800 kurz darauf die Schrotflinte in Richtung des Zuschauers. Hier möchte man sie fast am Lauf fassen und ihm aus den Händen ziehen (34’32). Ebenfalls nett schaut’s aus, wenn der T-1000 durch die Gitterstäbe der Psychiatrie hindurchwabert. Gerade die diagonale Position der Gitter lässt einen schönen Tiefeneffekt zu (57’20). Und wenn im Finale bei gefühlt 10.000°C das Antlitz des Flüssigmetal-Roboters noch etwas zuckt und seine Form verändert, hat man dies ebenfalls plastisch gestaltet (127’40). Ganz grundsätzlich gesprochen hat man aus dem vorhandenen Material auch in der 3D-Fassung das bestmögliche rausgeholt.

Bonusmaterial

Terminator 2 Tag der Entscheidung 4K UHD Blu-ray Review Szene 7
Selbst Sarah wird lernen müssen, dem Terminator zu vertrauen

Das Bonusmaterial von Terminator 2: Tag der Abrechnung liegt jeweils stets auf den ebenfalls enthaltenen Blu-rays vor – egal, ob es die 4K UHD (inkl. Blu-ray) oder die 3D BD (inkl. 2D BD) ist. Enthalten sind neben den drei Schnittfassungen zwei Audiokommentare. Einer davon wurde mit gleich 23! Mitgliedern von Cast und Crew eingesprochen, der zweite wird von Cameron und seinem Drehbuchautor William Wisher bestritten. Dazu gesellen sich bekannte Featurettes wie das Making-of der 2003er Edition, zwei entfernte Szenen, die in keiner der Schnittfassungen enthalten sind und wahlweise mit einem Audiokommentar anwählbar sind. Das extra für diese Edition realisierte „Reprogramming the Terminator“ läuft gut 54 Minuten und lässt Cameron und seine Crew retrospektiv auf den Film blicken. Exklusive Interviews mit Arnold Schwarzenegger oder Edward Furlong werden integriert und sorgen für ein fast schon melancholisches Gefühl. Warum gerade dieses neu produzierte Feature nur in 720p vorliegt, bleibt wohl ein Rätsel.

Fazit

Terminator 2: Tag der Abrechnung liefert in der 4K gemasterten Fassung eine Bildqualität ab, die selbst aktuelle Scheiben in den Schatten stellt. Wer als Fan hier prinzipiell nicht zugreift, verpasst die beste aller bisherigen Versionen des Films. Man kann darüber traurig sein, dass nur die Kinofassung bearbeitet wurde oder sich freuen, dass diese eben so wunderbar aussieht – das liegt (ebenso wie die Wahl zwischen 3D, 2D oder UHD) ganz beim Käufer.
Ob nun UHD- oder 3D-Version oder gleich beide, ist letztlich eine Frage der Präferenz. Denn sowohl BD als auch UHD und 3D-BD liefern in Anbetracht des Filmalters eine glänzende Vorstellung ab.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 90%
Bildqualität UHD: 90%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 70%
Tonqualität BD/UHD (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 70%
Film: 80%
3D-Effekt: 80%

Anbieter: Studiocanal
Land/Jahr: USA 1991
Regie: James Cameron
Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Edward Furlong, Robert Patrick, Joe Morton, Xander Berkeley, Earl Boen
Tonformate BD/UHD: dts-HD-Master 7.1: de // dts-HD-Master 5.1: en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 137/154/156
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10
FSK: 12

Trailer zu Terminator 2: Tag der Abrechnung

4 thoughts on “Terminator 2 – Tag der Abrechnung 4K UHD 3D

  1. Markus

    Ich bin etwas verwundert über die Tatsache, dass Sie die UHD als heller gegenüber der BR bezeichnen. Ich hatte die Discs heute in der Post und hab erst die neue BR angeschaut und war schlicht begeistert von der qualitativen Steigerung., Zum Vergleich kam dann die alte aus 2009 in den Player, welche dabei echt alt aussah. Jetzt dachte ich, die 4K-Disc würde dank HDR noch einen draufsetzen, aber weit gefehlt. Dem deutlich zu dunklen Bild (vermutlich ein Mastering-Fehler) fehlt es an Brillianz, sodass nur wenige Szenen wirklich knackig wirken. Die BR überstrahlt vielleicht im direkten Vergleich einen Tick, dafür wirkt der Film in Gänze plastischer und knackiger, was nicht zuletzt dem sehr guten Schwarzwert zu verdanken ist. Auffällig ist dabei, dass im Vorspann Untertitel richtig weiss wirken, Einblendungen von Namen dagegen eher hellgrau, was – wie nachzulesen ist – wohl auf ein Luminanz-Problem im Quell-Code zurück zu führen sein könnte… Vielleicht gibt es aber schon unterschiedliche Chargen, die den möglichen Fehler bereits behoben haben.

    • Hallo Markus.
      Die Verwunderung war gestern ganz auf meiner Seite.
      Der Fehler liegt bei mir. Und ich habe natürlich keine neue Charge ohne den vermeindlichen Fehler.
      Screenshots und Beschreibung sind nun korrekt gesetzt. Besten Dank für den Hinweis, der mich meine Screenshots und die Disks noch mal hat überprüfen lassen.
      Ergebnis ist definitiv genau anders herum: Die UHD ist dunkler, die BD heller.

  2. Maximilian Opelt

    Bei den Rezensionen bei Amazon herrscht einhellig die Meinung, dass der Ton (die deutsche Tonspur) im Gesamtbild dumpf und schlecht (wie die unremastered Version) sein soll, wovon ich in diesem Review aber kaum was mitbekomme. Stimmt dies?

    • Hi Maximilian.
      Also wenn du dir meine Zeilen oben durchliest, dann ist da schon relativ gut rauslesbar, dass die Tonspuren mit heutigen Abmischungen nicht mithalten können. Ich schreibe ja vom „Mangel an Dynamik“, „krachledernen Effekten“ und „dünnen Synchronstimmen“. Das sind schon alles relevante Kritikpunkte. „Schlecht“ ist der Sound deshalb für einen 25 Jahre alten Film noch nicht, aber eben nicht mit aktuellen Abmischungen vergleichbar. Im Internet herrscht allerdings stets eine sehr schnelle Verurteilung vor, weil es offenbar „cool“ ist, alles zu flamen, was einem nicht passt.
      Die 70% Tonbewertung, die ich am Ende gebe, sind für einen Actionfilm schon eine kleine Watsche, bleiben aber noch realistisch, ohne in den Kanon der Alles-Hasser einzustimmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.