The Devil You Know

Blu-ray Review

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Tiberius Film, 01.12.2016

OT: The Devil You Know

 


Was zur Hölle?

Lena Olin, Rosamund Pike und Jennifer Lawrence – was soll da schon schief gehen …?

Inhalt

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Zoe wäre gerne eine so tolle Schauspielerin wie …

Zoe Hughes ist zwar ein aufstrebender Stern am Hollywood-Himmel, dennoch droht sie am Vergleich mit ihrer Mutter Kathryn zu zerbrechen. Die war Zeit ihres Lebens eine Legende und wird auch heute noch hofiert – trotzdem sie ihre Karriere bereits beendet hat. Durch eine offene und ehrliche Biografie hat sie sich vor Kurzem wieder in die mediale Öffentlichkeit gebracht, weshalb man ihr prompt wieder eine Rolle anbietet. Kein einfaches Brot für Zoe, die gerade selbst in schwierigen Dreharbeiten für ihren eigenen nächsten Film steckt. Doch die Tochter macht sich das Leben ohnehin nicht leicht, hat sie doch ein Verhältnis mit dem Mann ihrer Mutter. Als Kathryn dann Drohbriefe für ein altes, ungeklärtes Verbrechen erhält, droht das Gefüge auseinander zu brechen …

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… ihre Mutter Kathryn

Kurz bevor Rosamund Pike in Finchers Gone Girl die berechnende Femme Fatale spielten durfte, gab sie schon die Hauptrolle in diesem Mix aus Drama, Thriller und Film-im-Film. In den knackig-kurzen 76 Minuten, die The Devil You Know läuft, agiert sie neben Lena Olin in der Rolle ihrer Mutter. Trotz der knappen Laufzeit entwickelt der Film nur ein dezentes Tempo und wirkt optisch wie eine Doppelfolge Denver-Clan. Das mag am teils genutzten 80er-Jahre-Retrolook der Mode (inkl. Schulterpolster und viel zu tiefen Ausschnitten) oder am softbraunen Bild liegen. Auch die Kulissen wirken, als hätte man sich im ehemaligen Studio der Soap-Opera eingenistet. Das größte Problem von The Devil You Know ist sein künstlerischer Ansatz, der auch nach einer halben Stunde noch nicht offenbart hat, wohin die Reise in diesem Film gehen soll. Wird es ein Eifersuchtsdrama zwischen Mutter und Tochter (wahlweise wegen eines Kerls oder der Berühmtheit) oder gibt’s doch noch Thrilleraspekte? Das Ganze plätschert gemächlich vor sich hin, streut ein wenig Erotik dazwischen und gefällt sich selbst in seinen stilvollen Bildern ziemlich gut. Sätze wie „Nach dem Essen sollten wir herumgehen und Renovierungen besprechen“ stehen sinnbildlich dafür, dass auch Ein-Einviertelstunde für einen Film zu lang sein können, wenn’s dermaßen zäh, kühl und künstlich inszeniert wird, wie’s hier der Fall ist. Etwas besser als der Drama-/Thriller-Ansatz funktioniert das teils bissige Entlarven des Showbiz. Bewusst gekünstelt wirkt Pike als Schauspielerin in ihrer Fim-im-Film-Rolle und beim Vorsprechen für den nächsten „de Palma“. Doch das sind nur kleine Teilaspekte in einem durchweg überflüssigen Film, dem nur Freunde von konservativen Krimidramen oder Jennifer-Lawrence-Fans (Mega-Kurzauftritt als „junge“ Zoe) etwas abgewinnen können. Erstaunlich übrigens, dass man die effektive Laufzeit von 66 Minuten noch mit einem knapp zehnminütigen Abspann aufblähen musste, um überhaupt auf die mageren 76 Minuten zu kommen. Noch erstaunlicher aber, dass man die Handlung auch in einer halben Stunde hätte abhandeln können.

Bild- und Tonqualität

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Diesen langweiligen Mann begehren sowohl Mutter als auch Tochter (verstehe es, wer will)

Das Bild von The Devil You Know nutzt seinen Soap-Look für warme und atmosphärische Bilder, die oft in Naturlicht getaucht werden, ohne zu viel künstliche Beleuchtung hinzuzufügen. Umrisse der Schauspielerinnen sind bewusst soft und ausgefranst. Dazu grieselt es auf uniformen Hintergründen und in dunkleren Szenen massiv. Die Schärfe ist nicht nur aufgrund der Absoftung um Köpfe herum nur mittelprächtig, sondern schafft es auch bei Halbtotalen und Totalen nicht, gut aufgelöst zu sein. Akustisch konzentriert sich das Geschehen auf die Front und die Stimmen. Letztere sind in der deutschen Synchro nicht immer ganz glücklich gelungen. Außerdem ist die Vertonung der Szenerie hörbar steril. Schon Schritte wirken unecht und auch Umgebungsgeräusche klingen wenig authentisch. Wenn dann mal ein Schuss abgefeuert wird, tönt der leidlich effektvoll.

Bonusmaterial

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Gottseidank: In zwei Minuten ist der Film vorbei

Im Bonusmaterial von The Devil You Know gibt’s nur die beiden Originaltrailer zu finden.

Fazit

76 Minuten, die man mit etwas Besserem verbringen kann – beispielsweise mit Küche aufräumen oder Bad putzen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 60%
Tonqualität (dt. Fassung): 55%
Tonqualität (Originalversion): 55%
Bonusmaterial: 5%
Film: 30%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: USA 2013
Regie: James Oakley
Darsteller: Rosamund Pike, Lena Olin, Dean Winters, Molly Price, Bern Cohen, Barbara Garrick
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 76
Codec: AVC
FSK: 12

Trailer zu The Devil You Know

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