The Disappointments Room

Blu-ray Review

The Disappointments Room Blu-ray Review Cover
Universum Film, 09.06.2017

OT: The Disappointments Room

 


Geheime Kinder

Was geschah in dem alten Haus, in das Dana mit ihrem Mann und dem Sohn einzieht?

Inhalt

The Disappointments Room Blu-ray Review Szene 1
Dana hat von Beginn an kein gutes Gefühl in dem alten Gemäuer

Rein in die ländliche Idylle: Nach einem tragischen Ereignis wollen Dana und ihr Mann David mit dem fünfjährigen Sohn Lucas einen Neuanfang wagen und ziehen in ein altherrschaftliches Haus weit außerhalb von Brooklyn. Zunächst scheint alles in Ordnung, auch wenn Dana von unangenehmen Träumen verfolgt wird. Die Architektin möchte das Haus in Eigenregie wieder auf Vordermann bringen und entdeckt dabei einen verschlossenen Raum, den ihr die Grundrisse verschwiegen haben. Nach einigem Suchen findet sie einen Schlüssel, der ihr Zugang zu dem Zimmer verschafft. Allerdings ist drinnen alles leer – sieht man mal von den schäbig bemalten Tapeten ab. Seltsame Kratzspuren auf dem Holzboden und eine kleine Spielfigur sind der einzige Beweis dafür, dass in dem Raum mal etwas vorgefallen sein muss. Da hinter ihr die Tür zufällt, ist sie einige Stunden eingesperrt. Ebenso plötzlich wie die Tür sich schließt, öffnet sie sich wieder und Dana macht David Vorwürfe, dass er nicht nach ihr gehört habe. Bei David läuten alle Alarmglocken, denn er fürchtet, dass seine Frau wieder in eine Psychose verfallen könnte, wie damals, als ihr Neugeborenes starb. Doch Danas Geisteszustand wird bald noch stärker auf die Probe gestellt, denn das Öffnen der Tür scheint eine unheimliche Macht freigesetzt zu haben. Und als sie erfährt, was die Vorbesitzer in dem Raum festgehalten haben, wird es richtig schaurig …

The Disappointments Room Blu-ray Review Szene 5
Dana wünscht sich, mit Mann und Sohn ganz neu anfangen zu können

Ein altes und ehrwürdiges Gemäuer, durchs Dach tropfender Regen, schlechte Träume und eine fragile Kate Beckinsale (Underworld) – D.J. Caruso (xXx – Die Rückkehr des Xander Cage) nutzt bekannte Versatzstücke, kombiniert sie mit der hübschen englischen Schauspielerin und inszeniert basierend auf einem Drehbuch, dass er mit Prison-Break-Star Wentworth Miller schrieb, einen Gruselhaus-Thriller mit Anleihen bei den prominenteren Vertretern der letzten Jahre (bspw. Der Babadook). Dabei arbeitet The Disappointments Room auf zwei Ebenen, ist zugleich Gruselhaus- und Psychothriller, da er immer offen lässt, ob die Geschehnisse sich nur im Kopf der Protagonistin abspielen oder die Geister wirklich echt sind. Caruso ist routiniert genug, seinen Film spannend zu gestalten. Gerade das Geheimnis um den unbekannten Raum bleibt lange rätselhaft und lässt beim Zuschauer Raum für angenehm-gruselige Interpretationen inklusive schauriger Geistergestalten. Zudem nutzt sein Kameramann Rogier Stoffers effektiv die Winkel, Ecken und Treppen des alten Hauses, um stimmungsvolle Einstellungen zu finden – gerade die schicke und mit rotem Teppich ausgelegte Wendeltreppe hat es Stoffers angetan.
Der größte Anteil der Spannung und des Thrills wird über die so erschaffene Atmosphäre erzeugt, während blutige Szenen die (effektvolle und im Falle des alten Mannes überraschend drastische) Ausnahme bleiben. Darstellerisch dominiert Kate Beckinsale Disappointments Room nach Belieben – egal, welche Emotionen und Verhaltensweisen ihre Figur gerade durch- und an den Tag legt. Erstaunlich ist die Rolle von Mel Raido als David. Selten wurde ein männlicher Partner in ähnlicher Konstellation derart devot angelegt. Das sorgt für eine wohltuende Abwechslung im Reigen der ähnlich gelagerten Filme. Lucas Till (Havok aus X-Men: Apocalypse), der als helfender Nachbar irgendwann auftaucht, sorgt für ein bisschen bedrohliche Stimmung, wenngleich die eingestreute Fremdgeh-Thematik nicht so ganz zum Film passen will. Für wirklich atmosphärische Momente sorgen die Rückblicke ins Leben der vormaligen Besitzer des Hauses. Wenn Dana nach und nach zu sehen bekommt, was mit der Familie und in dem Raum geschah, wünscht man sich fast ein bisschen, Disappointments Room spiele zu dieser Zeit. In diesen Szenen, die sich auch optisch abgrenzen, hat man sich besondere Sorgfalt mit Ausstattung, Bekleidung und Maske gegeben, was seine Wirkung nicht verfehlt. Schade, dass das Ende dann doch etwas unspektakulär gerät und einige Fragen offen bleiben.

The Disappointments Room Blu-ray Review Szene 3
Der Raum im Dachgeschoss hat eine brutale Vergangenheit

Bild- und Tonqualität

The Disappointments Room Blu-ray Review Szene 4
Der nette Nachbar soll bei den Ausbesserungsarbeiten helfen

Das Bild von Disappointments Room zeigt immer wieder leichte Farbverfälschungen auf Gesichtern und Hintergründen. Gerade in den dunkleren Szenen sieht das nicht wirklich schön aus (21’40) und wirkt deutlich gefiltert. Dafür ist es angenehm ruhig und zeigt nur ein geringes Korn. Die Schärfe kann durchaus überzeugen und präsentiert sowohl Nahaufnahmen als auch Halbtotale angenehm krisp. Die Farbgebung selbst (abgesehen von den Verfälschungen auf Hintergründen) überzeugt mit natürlichem Eindruck und meist warmer Grundeinstellung.
Die beiden dts HD-Master-Spuren in Deutsch und Englisch von Disappointments Room geben von Beginn an eine sehr räumliche Vorstellung ab. So fällt der Regen während des Gewitters im kompletten Heimkino und die Akustik im Zuffenhausener SUV klingt authentisch. Die Tropfen, die Dana im Traum hört, fallen direktional hinter und neben dem Zuschauer nieder (6’00) und hätten eigentlich eine Dolby-Atmos-Fassung verdient gehabt, damit das Tröpfeln noch authentischer von oben herab geschieht. Tiere auf dem Speicher flattern effektvoll durch den Raum (19’55) und Schockeffekte werden mit Dynamiksprüngen effektiv unterstützt – beispielsweise, wenn die Tür hinter Dana zufällt (26’40).

Bonusmaterial

The Disappointments Room Blu-ray Review Szene 2
Danas Visionen werden immer seltsamer

Das Feature „Unwanted – Inside the Disappointments Room“ gibt für knapp vier Minuten Einblick in die Produktion und erzählt auch etwas über die realen Hintergründe des Films.

Fazit

The Disappointments Room ist ein routinierter Haunted-House-Schocker mit guter Besetzung, dem ein bisschen Pfiff im Drehbuch fehlt, um aus der Masse heraus zu ragen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 80%
Tonqualität (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 20%
Film: 60%

Anbieter: Senator Film/Universum
Land/Jahr: USA 2016
Regie: D.J. Caruso
Darsteller: Kate Beckinsale, Mel Raido, Lucas Till, Gerald McRaney, Michaela Conlin, Duncan Joiner
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 92
Codec: AVC
FSK: 16

Trailer zu The Disappointments Room

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