The Flash – komplette zweite Staffel

Blu-ray Review

Warner Home, 08.12.2016

OT: The Flash

 


Der Schnellste aller Welten

In der zweiten Staffel von The Flash droht gleich mehrfach Unheil aus Multiversen.

Inhalt

Schneller als das Licht: Barry aka The Flash

Sechs Monate sind vergangen, seit die Singularität beinahe alles Leben in Central City ausgelöscht hätte. Doch während die Welt Flash als Helden feiert und ihm sogar einen eigenen Feiertag gewidmet hat, zieht sich Barry zurück. Zu viele seiner ihm nahestehenden Freunde musste dafür ihr Leben geben. Also entscheidet er sich dafür, alleine weiter zu arbeiten. Doch schon der erste Widersacher nach Monaten der Ruhe offenbart, dass Flash alleine nicht mächtig genug ist. Also schließt sich Team Flash wieder zusammen. Und das ist auch nötig, denn mit Zoom taucht ein Gegner auf, gegen den alle bisherigen aussehen wie Donald und Micky Maus. Zooms Ziel ist es, alle anderen Speedstern (ja, es gibt noch mehrere von Flashs Sorte) die Geschwindigkeit zu rauben, um selbst der König der Schnellen zu sein. Zoom kommt aus einer Parallelwelt, die Zugang zur Erde bekam, als die Singularität offen war. Und mit Zoom kommen noch weitere Metawesen, die alle im Auftrag des superschnellen Superschurken arbeiten. Der wiederum kennt nur ein Ziel: Sich die Geschwindigkeit von Flash zu Eigen machen …

Wettrennen zwischen Zoom und Flash

Die DC Comics Superheldenserie Flash gehört schon in Staffel eins nicht zu den übersichtlichsten ihrer Art. Das verstärkt sich in Season 2 noch deutlich. Gab es bisher „nur“ zwei Zeitebenen, gesellt sich im Verlaufe der zweiten Staffel noch das Thema „Multiversum“ hinzu. Gleich drei parallel existierende Welten werden geschildert und die Zeitreisethematik gesellt sich auch noch dazu. Würde man eine rein inhaltliche Zusammenfassung anhand der wichtigsten Fakten schreiben, hätte man beim Lesen das Gefühl, The Flash wäre eine höchst lächerliche Serie. Doch die Macher schaffen es durch die emotionale Aufladung der Figuren und den eingebetteten Humor, auch abstruse Personen-Doppelungen und Parallelwelt-Eigenschaften für den Zuschauer akzeptabel zu gestalten. Dennoch sollte man schon bei der Sache bleiben, um die Show um den schnellsten aller Superhelden nachhaltig verfolgen zu können. Flash selbst bekommt in Season 2 nicht nur neue Fähigkeiten und kann jetzt Blitze schleudern, es stellt sich auch heraus, dass Cisco durch die Dunkle Materie zum Metawesen wurde. Er hat plötzlich Visionen von allen möglichen zukünftigen und vergangenen Geschehnissen. Das wird Flash in Staffel zwei des Öfteren noch hilfreich sein.

Begegnung der dritten ARt

Wie es Kevin Smith im Bonusmaterial (auf Disk 4) sagt, macht The Flash aber auch die Emotionalität aus. Barry, der sich langsam vom jugendlichen Kid zum verantwortungsvollen (manchmal arroganten) Erwachsenen mausert, nähert sich langsam seinem Traum an, Iris‘ Herz zu erobern. Das auch deshalb, weil diese sich nach dem Tod von Eddie neu orientieren muss und immer mehr Respekt vor Barry bekommt. Aber auch die Verwicklungen um den Tod von dessen Mutter sowie die Freilassung des Vaters sorgen für einen hohen Anteil an Gefühl. Zwar bleibt das stets auf eher moderatem TV-Niveau, aber dafür gibt’s dermaßen viel für die Augen, dass man aus den Schauwerten oft nicht rauskommt. Angefangen bei den vielen Crossover-Auftritten (Arrow, Spartan, Black Siren, Ra’s Al Ghul oder Supergirl) bis hin zum Aufeinandertreffen mit den „Kollegen“ aus Legends of Tomorrow in Person von Wentworth Miller (Cpt. Cold/Leonard Snart) und Dominic Purcell (Mick Rory/Heat Wave). Miller und Purcell, die schon als Brüderpaar Scofield/Burrows in Prison Break überzeugten, schaut man gerne dabei zu, wenn sie irgendwo zwischen Gangstern und Helden im Grau agieren. Die Darsteller der Hauptfiguren machen ihre Sache nach wie vor gut – echte Ausreißer gibt’s hier nicht. Kevin Smith, der Schöpfer von Clerks, inszenierte mit Episode 21 die vielleicht filmischste Folge bisher. Natürlich besetzt er seinen Kumpel Jason Mewes („Jay“) und lässt ihn verzweifelt mit ansehen, wie ein wiedererweckter Metallmensch das Auto seiner Mutter zerstört. Das Staffelfinale führt dann zu einem außergewöhnlichen Ende, das widerspiegelt, wie geschunden Barrys Seele immer noch ist. Die Tricks können sich für eine Serie allemal sehen lassen. Gerade Flashs Geschwindigkeits-Animationen gelingen sehr gut. Dagegen wirkt der vier Meter große Atom Smasher in Episode eins wie ein unfertiger visueller Effekt. Speziell wenn man seine Hand am Hals von Barry sieht, ist diese zu weich und konturlos. Die Sandoptik von Sand Demon hingegen sieht richtig klasse aus.

Bild- und Tonqualität

Abschied von einem geliebten Mitmenschen

Das Bild von The Flash kommt stets sauber und ausgewogen daher. Die leichte Braunfilterung passt zum emotionalen Geschehen, während das leicht kühle im S.T.A.R.-Hauptquartier auch an dieser Stelle gut aussieht. Die Bildruhe ist erstaunlich hoch und auch in dunklen Szenen homogen und gleichbleibend. Schwarzwerte sind prägnant, während helle Elemente ebenfalls knackig und intensiv ausfallen. Farben gelingen natürlich und die Detailzeichnung auf Flashs Anzug oder auch Lisa Snarts Jacke (Episode 3, 12’20) ist hervorragend.
Beim Ton von The Flash muss man leider wieder sagen: Schade. Während Supergirl, die inszenatorisch weniger Action zu bieten hat, beide Sprachfassung mit einem dts-HD-Master-Sound beliefert, muss man hier wieder mit einer deutschen Dolby-Digital-Spur vorlieb nehmen, während das Original hochauflösend daher kommt. Das ist deshalb so ärgerlich, weil Flashs Geschwindigkeitsläufe von großartigen Soundeffekten begleitet werden und die zahlreichen Konfrontationen mit anderen Metawesen stets für viel Räumlichkeit sorgen. Die deutsche DD-Version ist zum einen fast halb so leise wie ihr englisches dts-HD-Master-Pendant und lässt zum anderen deren Präzision und Vielfältigkeit vermissen. Die Effektlautsprecher werden deutlich häufiger mit Sounds beliefert und die Differenzierung ist wesentlich besser. Auch Dialoge sind griffiger und klarer. Allerdings kann man der Dolby-Digital-Spur durchaus bescheinigen, dass sie zu den effektvollsten und dynamischsten Tonfassungen einer Serie überhaupt zählt.

Bonusmaterial

Kann Barry Jay und den Geschichten von Zoom trauen?

Das Bonusmaterial von The Flash fällt außergewöhnlich umfangreich aus und wurde auf alle Disks verteilt. Neben insgesamt elf entfernten Szenen und einer Gag Reel, warten satte 19 Featurettes auf den Zuschauer. Die regulären Hintergrundberichte laufen zwischen vier und sieben Minuten und klären über unterschiedliche Beziehungen zwischen den Figuren auf. Dazu gibt’s ein Feature über das Design von Earth 2 oder gleich mehrere über die visuellen Effekte der Show. In „Rogues Gallery: The Lewis Snart Story“ geht’s um den von Michael Ironside, der den Vater von Captain Cold in unnachahmlicher Manier spielt. „The Flash vs. King Shark“ kümmert sich um die Auseinandersetzung in Episode vier: Den Kampf zwischen dem Haiwesen und The Flash. Disk 3 hält neben einem weiteren Visual-Effects-Feature vor allem zwei Berichte von unterschiedlichen Festivals bereit. Knapp eine halbe Stunde läuft das Question & Answer mit Cast & Crew auf dem Paley Fest. Dazu kommen 15 Minuten Pressekonferenz von der 2015er Comic-Con. Das mit knapp über 50 Minuten kümmert sich dann um die spezielle Reise von Kevin Smith (Clerks), der Episode 21 „In der Speed Force“ inszenierte und davon erzählt, wie er (der sich für untalentiert hält) dennoch zum Drehbuchschreiben und Regie führen kam und was ihn ausmacht. Besonders charmant ist es, wenn er erzählt, was es für ihn bedeutet, eine Folge von The Flash zu inszenieren. Unglaublich zu sehen, wie ihm die Tränen rollen, wenn die Kamera aufnimmt, wie er das Staffelfinale der ersten Season sieht. Ein solches Feature über einen solchen Menschen gibt dem Zuschauer das Gefühl zurück, dass es in Hollywood nicht immer nur ums Geschäft geht.

Fazit

Sieht man von der manchmal unübersichtlichen Erzählstruktur ab, liefert auch die zweite Season von The Flash unterhaltsames und vor allem rasante Superhelden-Action. Für Fans von DC Comics ist die Serie über den Speedster auf jeden Fall Pflichtprogramm.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 80%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 90%
Film: 70%

Anbieter: Warner Home
Land/Jahr: USA 2015
Regie: David Nutter, Glen Winter, Dermott Downs, Ralph Hemecker, Larry Shaw, Kevin Smith
Darsteller: Grant Gustin, Candice Patton, Danielle Panabaker, Rick Cosnett, Carlos Valdes, Tom Cavanagh, Jesse L. Martin, John Wesley Shipp, Chad Rook
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 1.020
Codec: AVC
FSK: 12

Trailer zu The Flash