Platz 10: The Matrix

Platz 10: The Matrix (Blu-ray Review)

Blu-ray im Vertrieb von Warner Home
Blu-ray im Vertrieb von Warner Home

OT: The Matrix

 


Die rote Pille

Dieser Film richtete ein ganzes Genre neu aus!

Story

In der Welt der Matrix ist alles möglich
In der Welt der Matrix ist alles möglich

Als der junge Computerhacker Neo Besuch von ein paar zwielichten Gestalten bekommt, ahnt er nicht, welche entscheidende Rolle er in Kürze spielen könnte. Eine Gruppe, angeführt vom charismatischen Morpheus, hat Neo als den „Auserwählten“ entdeckt und man erklärt ihm, dass die Welt, wie er sie kennt, eine Scheinwelt ist. In Wahrheit werden die Körper der Menschen als Energielieferanten für alles kontrollierende Maschinenwesen gezüchtet und geerntet. Nur er, Neo, könne den Menschen die Augen öffnen und ihnen zeigen, wie man aus der falschen Wirklichkeit, der sogenannten „Matrix“ wieder ausbrechen könne …

 

Warum gerade „Matrix“?

Wer als Mensch in die Matrix eindringen will, dessen Körper ist schutzlos ausgeliefert
Wer als Mensch in die Matrix eindringen will, dessen Körper ist schutzlos ausgeliefert

Als ich, ein halbes Jahr vor dem Wechsel ins neue Jahrtausend, einer von vielen Kinogängern war, die sich diesen mit großen Vorschusslorbeeren ausgezeichneten Film ansah, ahnte ich ebensowenig wie Neo im Film, was mich erwarten würde.
Nach fast 2,5 Stunden war klar, dass von nun an kein Science-Fiction-Film mehr sein würde, wie vorher. Das eben Gesehene verschlug nicht nur mir, sondern allen den Atem, die mit mir in die Vorstellung gegangen waren. Ohne zu übertreiben, entsprach das, was Matrix an visuellen Ideen umgesetzt hatte, einer technischen und rezeptorischen Revolution. In meinen bisher gut 32 Jahren Kinogängerschaft ging ich vor und nach Matrix nie mit einem weiter aufgeklappten Mund aus einem Kinofilm.
Was war passiert?
Das Regieduo Larry (heute: Lana) und Andy Wachowski hatte ein Drehbuch verfasst, das voll war mit philosophischen und theologischen Verweisen und Metaphern. Sie hatten einen vollkommen wahnwitzigen Cocktail aus einer George-Orwell-Geschichte mit Elementen des Kung-Fu und klassischer Action gemixt, der das Kunststück vollbrachte, gleichzeitig großartig zu schmecken, aber noch lange nachzuwirken. Ich erinnere mich daran zurück, wie wir noch stundenlang über den Film diskutierten und dabei vermutlich nur die Oberfläche dessen kratzten, was an philosophischen Fragen in Matrix aufgeworfen wurde.

Revolutionäre Kameraaufnahmen ließen "The Matrix" zum Erlebnis auch für Technikfreaks werden
Revolutionäre Kameraaufnahmen ließen „The Matrix“ zum Erlebnis auch für Technikfreaks werden

Dies war aber eben nur ein Teil des Films. Der andere war die technische Revolutionierung von Actionszenen, die mit 360°-Kamera-Installationen in Superzeitlupe Dinge zeigten, die man bisher nicht mal im Ansatz für möglich gehalten hätte. Wer erinnert sich nicht an die legendäre Szene, in der Neo seine Macht erstmalig vollkommen ausspielen und den auf ihn zufliegenden Kugeln ausweichen kann? Matrix war Kino in Vollendung, optisch, technisch und inhaltlich, oder neudeutsch: ein absoluter „Mindfuck“! Mich begeisterte dabei die perfekte Vermischung der coolen und düsteren Optik sowie die unfassbaren Actionszenen, die so absurd sein durften und konnten, wie sie wollten – spielten sie doch in der Matrix und somit in der Imagination der Protagonisten. Dazu ein pumpender Soundtrack, eine Idealbesetzung bis in die kleinste Nebenrolle und ein Antagonist, der meinem bisherigen Lieblingsfilm-Bösewicht Hannibal Lecter den Rang abzulaufen drohte.
Die Technik wurde nach Matrix noch beeindruckender, die Spezialeffekte noch irrwitziger, aber eines gelang seitdem kaum noch: Ein Film, über den man noch Tage, ja Wochen später diskutieren kann und der überdies unglaublich unterhaltsam ist.

Neo beginnt zu verstehen, wie die Matrix funktioniert und zeigt, dass die in ihn gesetzten Hoffnungen offensichtlich nicht umsonst sind
Neo beginnt zu verstehen, wie die Matrix funktioniert und zeigt, dass die in ihn gesetzten Hoffnungen offensichtlich nicht umsonst sind

Fazit

Noch heute überkommt mich beim Einsatz der Filmmusik vor dem grün eingefärbten Warner-Logo und dem Anblick der im Anschluss über den Bildschirm regnenden Zeichen eine Gänsehaut: Matrix hat ein ganzes Genre wiederbelebt und neu ausgerichtet. Die beiden anschließenden Sequels erreichten trotz nochmals gesteigerter Actionszenen nie die Tiefe des Originals. Wer sich den Film auf Blu-ray kaufen möchte, der wähle die „Premium Edition“, die sensationell ausgestattet und sehr hübsch verpackt ist und außerdem mit einem fetten Booklet daherkommt. Warum „nur“ meine Nummer zehn? Lasst euch überraschen, was noch kommt!
Timo Wolters

Sind das die berühmtesten Symbole der Filmgeschichte?
Sind das die berühmtesten Symbole der Filmgeschichte?

Bewertung

Bildqualität: 80%
Tonqualität (dt. Fassung): 85%
Tonqualität (Originalversion: 95%
Bonusmaterial: 90%
Film: 100%

Anbieter: Warner Home Video
Land/Jahr: USA 1999
Regie: Andy und Larry (heute: Lana) Wachowski
Darsteller: Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Laurence Fishburne, Hugo Weaving
Tonformate: DD True HD 5.1: en // DD 5.1: de, en, sp
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 136
Codec: VC-1
FSK: 16

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