The Night Watchmen – Let’s Go Kill Some Dead People

Blu-ray Review

The Night Watchmen - Let's Go Kill Some Dead People Blu-ray Review Cover
Splendid Film, 24.02.2017

OT: Night Watchmen

 


Horror-Clowns

Launiger Splatterfilm mit kultigem 80er-Jahre-Soundtrack.

Inhalt

The Night Watchmen - Let's Go Kill Some Dead People Blu-ray Review Szene 1
Sollte eigentlich tot sein: Clown Blimpo

Rajeeve, Ex-Punkrock-Drummer, braucht endlich mal ein wenig ehrlich verdiente Kohle, weshalb er als Nachtwächter in einem Bürogebäude anheuert. Dort muss er zwar zunächst ein paar alberne Rituale seiner zukünftigen Kollegen Ken und Jiggets über sich ergehen lassen, doch er nimmt’s mit Humor und freut sich auf den Job. Dann jedoch tauchten Lieferanten mit einem Sarg auf, der eigentlich in die Pathologie nebenan müsste. Da es schon spät ist, werden die Nachtwächter mit ein bisschen Dope bestochen, damit der Sarkophag zumindest über Nacht vor Ort bleiben kann. Was sie nicht wissen: In dem Holzschrein liegt ein berühmter Clown, der irgendwo in Rumänien an einer seltsamen Krankheit verstorben war. Als einer der angestellten Bürohengste den Sarg öffnet und sich ein Geschäft mit den Hinterlassenschaften des Clowns verspricht, erwacht die Rotnase überraschend von den Toten und erweist sich in der Folge als ziemlich blutrünstig. Bald schon hat er den halben Bürotrakt infiziert und die Überlebenden sind in der Unterzahl. Denen bleiben nur Kreuze und Pflöcke, um die Zombie-Vampir-Horde in den Griff zu kriegen, doch selbst dafür müssen die Nachtwächter improvisieren …

The Night Watchmen - Let's Go Kill Some Dead People Blu-ray Review Szene 8
Vom Punkdrummer zum blutbesudelten Vampirjäger – und das als Vegetarier

Lange gab’s schon keine Splatterkomödie mehr, bis zuletzt der österreichische Angriff der Lederhosenzombies aufkreuzte, welcher nun wederum von The Night Watchmen flankiert wird. Hüben wie drüben geht’s um zombiefizierte/vampirifiziere Untote, die den Lebenden an den Kragen wollen und dabei zünftig zur Sache gehen. Der Humor in Night Watchmen ist natürlich größtenteils derbe, aber erstaunlich gut getimt (bspw. Fahrstuhl vs. Treppenhaus 23’00). Nichts und niemand nimmt sich hier ernst und wenn Zombie-Clown Blimpo mit seinen Plastikschuhen Größe 76 quietschend von dannen schreitet, nachdem er sein erstes Opfer blutleer gesaugt hat, ist das schon ziemlich absurd und witzig. Großartig auch die herrliche Selbstironie der Nachtwächter, die ihren Job so richtig niedermachen, aber voll dahinterstehen, dass der Anspruch an sie niedrig ist und die Arbeit praktisch aus Nichtstun besteht. Dazu gibt’s eine Menge Klischee-Büro-Hengste und ebensolche Damen. Genüsslich ergießt sich der Film in seinen Stereotypen und feiert den Trash, lässt ein paar bemerkenswerte Scream-Queens in die Kamera krakeelen und ist bisweilen erstaunlich blutig (ungeschnitten ab 18). Selbst die Actioneinlagen sind gut choreografiert und die Dialoge bisweilen witziger als in vermeintlichen Big-Budget-Produktionen. Kleine Details wie der aufgemalte Crowbar, der visualisieren soll, dass genau DORT der Crowbar zu hängen hat, tragen ebenfalls zum Gelingen bei und lassen darüber hinwegsehen, dass es bisweilen ein wenig arg hysterisch zugeht. Selbst die Witze über Rassen- und Religionszugehörigkeiten zünden und die Tatsache, dass Sicherheitschef Ken trotz Muskelbergen, Marine-Vergangenheit und martialischem Gehabe eine echte Memme ist, passt wie die Faust aufs Auge. Großartig, wenn er diverse Male mit zugekniffenen Augen völlig am Ziel vorbeischießt. The Night Watchmen macht dabei auch nicht vor Popkultur-Zitaten halt, was für Freunde von True Blood bspw. ein Fest ist. Regisseur Mitchell Altieri, der hier mal solo und nicht als Teil der Butcher Brothers (The Hamiltons) unterwegs ist, zeigt einmal mehr, dass er sein Genre versteht und l(i)ebt.

Bild- und Tonqualität

The Night Watchmen - Let's Go Kill Some Dead People Blu-ray Review Szene 2
Vier Waschlappen und eine New-York-Marathon-Läuferin – da lachen die Zombievampire doch drüber

Das Bild von The Night Watchmen wirkt im Vordergrund relativ plastisch, lässt im Hintergrund aber massiv an Schwarzwert vermissen. Praktisch alle Flächen, die hinter den fokussierten Figuren zu sehen sind, sind bläulich eingefärbt. Ohnehin ist die Farbgebung arg kräftig und wenig natürlich. Ab und an hat man das Gefühl, dass hier lediglich eine Blaupalette zur Verfügung stand. Der Vordergrund ist dafür schön scharf und die Bildruhe verhältnismäßig hoch.
Schön rockig und durchaus räumlich beginnt The Night Watchmen, der auch während der Jumpscares dynamisch zupackt und Stimmen der (überraschend gelungenen) Synchronisation harmonisch einbettet. Schüsse erzeugen durchaus direktionale Effekte und der 80er-Jahre-Synthie-Score kommt ebenfalls räumlich rüber. Wenn irgendwo im Technikraum eine Eisenstange zu Boden fällt, geschieht dies gut ortbar und mit dem passenden Hall über die Rearspeaker. Insgesamt dürfte es zwar druckvoller und mit mehr Tiefbass zugehen, doch man hat schon schwächere Tonspuren gehört.

Bonusmaterial

„Masel tov, miese Sau“: Jiggets ist ein schwarzer Jude mit Beatbox-Fähigkeiten – klar, oder?

Im Bonusmaterial von The Night Watchmen findet sich nur der Originaltrailer des Films.

Fazit

The Night Watchmen – Let’s Go Kill Some Dead People ist eine überraschend gelungene Splatterkomödie, deren Gags ziemlich gut zünden. Und weil sogar Atmosphäre, Spannung und ein bisschen Action aufkommt, dürfte einem zünftigen Genreabend nichts entgegensprechen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 60%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 10%
Film: 70%

Anbieter: Splendid Film
Land/Jahr: USA 2016
Regie: Mitchell Altieri
Darsteller: Ken Arnold, Dan DeLuca, Kevin Jiggetts, Kara Luiz, Max Gray Wilbur, Tiffany Shepis, James Remar
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 80
Codec: AVC
FSK: 18 (ungeschnitten)

Trailer zu Night Watchmen

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