Thor – The Dark Kingdom 3D

Blu-ray Review

Thor - The Dark Kingdom 3D Blu-ray Review Cover
Walt Disney, seit 20.03.2014

OT: Thor – The Dark Kingdom

 


Nachricht über den Äther

Der zweite Soloausflug des Sohns von Odin ist ein höchst unterhaltsame Actionspektakel geworden.

Inhalt

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Selbst im Angesicht eines Goliath noch einen coolen Spruch auf den Lippen: Göttersohn Thor

Nach den Geschehnissen auf der Erde, die von Loki beinahe unterworfen wurde, sorgt Odin dafür, dass Thors Adoptivbruder hinter Gittern landet, um keinen Schaden anzurichten. Auch scheint der lange währende Krieg der neun Welten vor dem Ende zu stehen, woran der Hammerschwinger einen großen Anteil hat. Doch dann entdeckt Jane Foster, Thors auf der Erde zurückgelassene Freundin und Astrophysikerin, in London eine äußerst seltsame und extrem mächtige Substanz. Als sie von dieser berührt wird, reaktiviert sie unbewusst den sogenannten Äther. Der wurde seinerzeit von Malekith, dem Herrscher der dunklen Elfen dazu genutzt, seine Armee mit unglaublicher Kraft auszurüsten. Sein Ziel damals: Die Unterwerfung der neun Welten. Genau das will er nun immer noch – und es könnte ihm gelingen, falls er erneut Kontrolle über den Äther bekommt. Thor muss das verhindern, auch wenn er dafür Jane in Gefahr bringen und einen Pakt mit Loki eingehen muss …

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Adoptivbruder Loki fristet sein Leben in der Zelle

Hier ist er nun: Mit Thor – The Dark Kingdom kommt die ersehnte Fortsetzung des hammerschwingenden Gottes aus dem Marvel-Universum. Die Figuren sind eingeführt, Thors stählernen Körper und seine wallende Mähne haben wir nun bereits in zwei Filmen bewundern dürfen und so taucht Regisseur Alan Taylor, der als Dirigent einiger Folgen Game of Thrones schon Erfahrung mit monumentalen Schlachtengemälden machen konnte, tiefer ein in die (auch mythische) Materie. Vor allem das Mehr an Mystik und Fantasy tut dem Film gut, der dieses Mal nicht die meiste Zeit auf der Erde, sondern innerhalb der Götterwelt spielt. Das allein steigert bereits die Atmosphäre, wird aber noch dadurch intensiviert, dass mit der Einführung der Dunkelelfen (deren Anführer Malekith von Christopher Eccleston bitterböse gegeben wird) ein ultradüsteres Element Einzug hält. So macht man aus einem recht unterhaltsamen und witzigen ersten einen bedeutend atmosphärischeren zweiten Teil. Sämtliche bekannten Darsteller sind wieder mit an Bord und natürlich hat auch Stan Lee wieder einen witzigen Gastauftritt – ebenso übrigens, wie Chris Evans, der als Cpt. America kurz vorbeischaut. Alle anderen Akteure machen ihre Sache gut, dienen der Geschichte und wirken mittlerweile wie vertraute alte Bekannte. Aus dem Ensemble ragt erneut Tom Hiddleston heraus, der als Loki wie immer lustvoll durchtrieben sein Bösewicht-Image pflegt. Erneut für einige Lacher gut ist Kat Dennings, die als Assistentin Janes Sarkasmus pur versprüht. Großartig, nein nahezu sensationell ist Stellan Skarsgard, der als mittlerweile ziemlich durchgeknallter Dr. Erik Selvig teils splitterfasernackt, maximal aber in Unterhosen durch die Gegend rennt. Natürlich ist auch bei The Dark Kingdom ein Abwarten bis zum Ablauf des Abspanns nötig, um zu wissen, dass- und wie es weitergeht. Ganz abgesehen vom überraschenden Ende der Geschichte an sich. Wenn man Dark Kingdom etwas vorwerfen möchte, dann die Tatsache, dass er vielleicht etwas schnell von Schauplatz zu Schauplatz rast. Ein wenig mehr Zeit und die Zusammenhänge der neun Welten und der dort stattfindenden Kriege hätte noch besser herausgearbeitet werden können.

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Den Dunkelelfen geht es um nicht mehr als die Kontrolle über alle neun Welten

Bild- und Tonqualität

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Malekith, Anführer der Dunkelelfen führt nichts Gutes im Schilde

Die Blu-ray hat ein extrem stabiles, sehr ruhiges Bild ohne jedes Rauschen oder Korn. Farben werden extrem kraftvoll und prägnant wiedergegeben. Dazu gibt es einen famosen Schwarzwert, der Lokis Haare und die Gewänder der Dunkelelfen knackig wiedergibt. Die dunklen Szenen wurden sehr spärlich und teils mit harten Schatten ausgeleuchtet, hier fehlt es hin und wieder an Durchzeichnung. Gerade beim Aufeinandertreffen von Thor und Malekith in der Dunkelwelt fällt es schwer, Details auszumachen. Die Schärfe, vor allem in Nahaufnahmen, gibt keinen Anlass zur Kritik. Hin und wieder werden bewusst Weichzeichner eingesetzt, um den Look Asgards zu treffen.
Schön, dass Walt Disney daran festhält, die meisten Filme mit einem hochauflösenden deutschen Ton zu versehen. Zwar ist das im Gegensatz zum oftmals in dts-HD-Master vorliegenden englischen Pendant mit variabler Bitrate meist „nur“ eine dts-HD-High-Resolution Version mit Begrenzung auf 2Mb/s, doch bei The Dark Kingdom hört man dadurch keinen Nachteil. Tatsächlich hat die deutsche Spur noch ein kleines bisschen mehr Druck. Allerdings muss man auf die zusätzlichen zwei diskreten Kanäle der 7.1-Originalfassung verzichten. Wenn man allerdings mitten im bombastischen Schlachtengetümmel bei den Kämpfen um die neun Planeten mit offenem Mund vor der Leinwand sitzt, vermisst man auch die zwei Back-Surroundkanäle nicht mehr. Es ist schon gewaltig, was die Soundtechniker hier aufgefahren haben. Ob das nun Thors kreisender Hammer ist oder das Aufstampfen des Felsentypen – der Subwoofer hat beständig gut zu tun. Wenn Heimdall seinen Traktorstrahl schickt, wackelt der Wonhzimmmerboden und man hat das Gefühl, gleich selbst in Asgard zu landen.

3D-Effekt

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Jane ist erstmals auf Asgard und trägt ein gefährliches Geheimnis in sich

Wie es bei Marvel-Verfilmungen mittlerweile üblich ist, wurde auch der zweite Auftritt vonThe Dark Kingdom nachträglich ins Dreidimensionale konvertiert. Das gelang bei den zahlreichen Special-Effect-Shots sehr gut, führt in der Darstellung von Gesichtern in Nahaufnahmen bisweilen aber zu leichten Unschärfen. Auch sind Doppelkonturen an stark vordergründigen Objekten erkennbar. Bei der Vorführung Lokis an den Thron seines Vaters ist die Tiefenstaffelung allerdings hübsch anzusehen. Im Kampfgetümmel bleibt der 3D-Effekt eher schwach ausgeprägt und während der Vogelperspektive von London zu Beginn von Kapitel drei sind die feinen Strukturen nicht immer an der richtigen Stelle. Richtig Spaß hingegen machen die waghalsigen Flugmanöver der Dunkelelfen beim Angriff auf Asgard in Kapitel sieben.

Bonusmaterial

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Stellan Skarsgard zeigt Bein in seiner Rolle als Dr. Erik Selvig

Neben dem Audiokommentar und zusätzlichen, bzw. erweiterten Szenen, ist das Hinter-den-Kulissen-Feature der Hauptbestandteil des Bonusmaterials. In zwei Teile aufgesplittet läuft das Quasi-Making-of gut 32 Minuten, behandelt aber unter dem Titel „Eine Reise von Brüdern: Thor und Loki“ vor allem im ersten Teil nicht die Produktionsumstände von „The Dark Kingdom“, sondern die Entwicklung der beiden streitenden Geschwister. Im zweiten Teil geht es dann um die Veränderungen der Charaktere und die neuartigen Ansätze. Natürlich wird auch ein Blick auf die riesigen Bauten und Bühnenbilder geworfen. Außerdem hat man in das „Hinter die Kulissen“ auch noch eine exklusive Vorschau auf den zweiten „Avengers“ und ein kurzes Spezial über die Entwicklung des Soundtracks untergebracht.
Wie von diversen Marvel-Verfilmungen bekannt, so findet sich auch hier ein „Marvel One-Shot“. In diesen Kurzfilmen gibt’s im Nachhinein Infos zu einem bereits in einem anderen Film integrierten Charakter. In diesem Fall geht’s um den „Mandarin“ aus „Iron Man 3“, von dem wir erfahren, dass er schon im Knast ein Blender war. Sir Ben Kingsley zeigt in diesen 14 Minuten mehr Talent und Spielfreude, als im ganzen „Ender’s Game“ zuletzt. Dreieinhalb Minuten Patzer runden das Bonusmaterial ab.

Fazit

Die Marvel-Comicverfilmungen jüngeren Datums liefern ein beständig hohes Niveau. Noch keins der Fantasywerke aus dem Avengers Umfeld war durchschnittlich, und auch Thor – The Dark Kingdom liefert prächtige und kurzweilige Unterhaltung. Bleibt nur zu hoffen, dass den Autoren die Ideen nicht ausgehen und die Darsteller nicht irgendwann genug von ihren Rollen haben. Denn was wäre der Donnergott ohne Chris Hemsworth oder der „eiserne Mann“ ohne Robert Downey jr.?
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 80%
Tonqualität (dt. Fassung): 95%
Tonqualität (Originalversion): 95%
Bonusmaterial: 60%
Film: 80%
3D-Effekt: 70%

Anbieter: Walt Disney Home Entertainment
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Alan Taylor
Darsteller: Chris Hemsworth, Natalie Portman, Kat Dennings, Stellan Skarsgard, Sir Anthony Hopkins, Jaimie Alexander, Christopher Eccleston, Tom Hiddleston
Tonformate: dts HD-Master 7.1: en // dts HD-HR 5.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 112
Codec: MVC/AVC
FSK: 12

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