Wonder Woman 4K UHD

Blu-ray Review

Wonder Woman 4K UHD Blu-ray Review Cover
Warner Home, 02.11.2017

OT: Wonder Woman


Im Namen der Amazonen

Wer hätte das gedacht: Die beste DC-Verfilmung bisher kommt ohne Batman oder Superman aus und liefert eine emanzipierte und witzige Heldin.

Inhalt

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Diana wohnt auf einer geheimen Insel, die kaum schöner sein könnte

Diana wächst unter Amazonen auf und wird von ihrer Mutter behütet – immerhin ist sie das einzige Kind auf der versteckten Insel Themyscira. Hippolyta, ihre Mutter, erzieht Diana mit positiver Botschaft und einer kritischen Einstellung dem Krieg gegenüber auf. Die Amazonen sollen in den kriegerischen Menschenherzen wieder Frieden erwecken. Einen Frieden, den Ares, der Gott des Krieges immer wieder zu stören versucht. Die Legende sagt, dass Zeus den Gotttöter erschuf, ein Schwert, das sogar Ares töten könne. Diana, die von Hippolytas Schwester Antiope im Kampf ausgebildet wird und sehr zum Leidwesen der Mutter zur kräftigsten und besten Amazone heranwächst, fühlt irgendwann, dass sie zu mehr berufen ist. Und als der Pilot Steve Trevor auf der versteckten Insel eine Bruchlandung hinlegt, könnte dieser Zeitpunkt gekommen sein. Nicht nur folgen Trevor deutsche Soldaten, deren Bekämpfung sogar Antiope das Leben kostet, sondern vermutet Diana, dass hinter den Schilderungen Steves über die Gräuel eines „Krieges ohne Ende“ Ares stecken muss. Und um den zu besiegen, klaut sie den Gotttöter, das Lasso der Wahrheit und eine rotblaue Amazonen-Rüstung. Nur um sich kurz darauf mit Steve auf den Weg zu machen, die Kämpfe in dessen Welt zu beenden und Ares zu besiegen …

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Wird der Gotttöter Diana den Weg zeigen?

Da lieferte Regisseurin Patty Jenkins 2003 mit Monster einen schwer konsumierbaren Indie-Hit mit einer grandiosen Charlize Theron ab und musste sich trotz der Anerkennung durch Kritik und Publikum im Anschluss mit einzelnen Episoden von TV-Serien rumschlagen. Irgendwann war sie dann mal im Gespräch für die Regie von Thor – The Dark Kingdom, was jedoch wieder verworfen wurde. Für Warner stand jedoch fest, dass man nach mehreren gescheiterten Anläufen, die Kriegs-Amazone Wonder Woman ins Kino zu bringen (unter anderem sollte um die Jahrtausendwende mal Sandra Bullock in das knappe Kostüm schlüpfen), auf eine weibliche Regisseurin setzen wollte. Und nachdem man sich mit der noch während der Vorproduktionsphase 2014 geplanten Michelle MacLaren überworfen hatte, wurde man als „Ersatz“ in Jenkins fündig. Gerade nach den bisher gescheiterten Versuchen, ein Solo-Kinoabenteuer für Wonder Woman zu realisieren, konnte aber niemand damit rechnen, dass der zweite abendfüllende Spielfilm der Regisseurin „mal eben“ den zweitgrößten US-Kino-Umsatz 2017 erzielen würde. Nur der uneinholbare Die Schöne und das Biest liegt noch vor der spektakulären Comic-Verfilmung aus dem DC-Kosmos, die unfassbare 412 Mio. Dollar in Amerika einspielen konnte. Damit liegt der Solo-Ausritt der Amazone sogar noch vor dem 2016er Batman v Superman: Dawn of Justice, der „nur“ auf 330 Mio. Dollar gekommen war und erstmalig Gal Gadot in der Rolle von Wonder Woman präsentierte. Sieht man sich an, was Patty Jenkins bisher inszeniert hatte und wie weit das vor allem in Sachen Bombast von diesem Werk entfernt ist, ist das umso verwunderlicher – oder eben auch nicht.

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Dr. Isabel Maru aka Doctor Poison werkelt an einem neuen Gift

Denn die Motive, die Wonder Woman anspricht, sind absolut universell. Jenkins selbst sagt, dass es sich um Coming-of-Age-Themen einer heranwachsenden Frau handelt. Einer Frau, die in eine Umgebung geworfen wird, welche ihr fremd ist und deren Aggressivität sie nur bewältigen kann, in dem sie fest an ihrem Glauben an eine Göttlichkeit und die Liebe festhält. Vielleicht ist es das, was die Zuschauer (neben dem Spektaktel) fasziniert hat. Denn Diana Prince (so der bürgerliche Künstlername von Wonder Woman) wird wie eine Unschuld vom Lande in den Ersten Weltkrieg auf das Festland katapultiert und erlebt einen heftigen Kultur- und Moralschock. Vielleicht ist es aber auch der feministische Ansatz, den schon der Comic verfolgte. Dessen Schöpfer William Moulton Marston war nicht nur ein bekannter Harvard-Professor, sondern auch Psychologe, dessen Theorie es war, dass ein Mann am glücklichsten würde, wenn er sich einem Matriarchat unterwerfe (womit Steve Trevor praktisch die Inkarnation dieser Hypothese ist). Marstons Leben in einer polyamoren Beziehung mit zwei Frauen enthielt viele Fetisch- und Bondage-Fantasien, weshalb das goldene Lasso, das von Wonder Woman benutzt wird, sicherlich nicht von ungefähr kommt. Ein bisschen ist die Titelheldin des Comics (und nun des Films) also auch der Spross eines verruchten und alternativen Lebenswegs und birgt damit sehr interessante verborgene Philosophien. In die muss man allerdings nicht zwingend einsteigen (oder sie verfolgen), wenn man Spaß mit Wonder Woman haben möchte. Denn schon alleine die Tatsache, dass es Jenkins und ihrer Hauptdarstellerin Gal Gadot gelingt, die Kampfamazone nicht in einem dicken Wust von Klischees zu ersaufen, gehört gelobt.

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General Erich Ludendorff plant den vernichtenden Schlag

Tatsächlich ist Wonder Women/Diana Prince eine emanzipierte Heldin. Aber eben eine, die ihr Heldentum nicht dadurch erwirkt, dass sie mit möglichst männlichen Eigenschaften Dinge zu kompensieren versucht, die sonst den Herren der Comics vorbehalten sind. Sie ist nicht übertrieben aggressiv und schrankhaft bodygeformt. Sie bezieht ihre Coolness und Überlegenheit eher aus ihrer Sanftheit und der Empathie – Eigenschaften, die den männlichen Superhelden in der Regel abgehen. Und Gadot ist eine perfekte Besetzung. Ihr scheint die sonst übliche Arroganz schöner Frauen (immerhin ist sie Miss Israel 2004) fremd und ihre Darstellung ist ein Mix aus naivem Charme und etwas blauäugigem Selbstbewusstsein. Man schmunzelt, wenn sie den nackten Trevor fragt, ob er ein „durchschnittliches Exemplar seiner Gattung“ sei und ihr einseitiger Augenbrauen-Aufschlag ist schlicht total niedlich. Wenn sie den Menschen den Spiegel vorhält, wie bescheuert bspw. ein Eheversprechen wirken kann, wenn sich kaum einer dran hält – das sind die Momente, die Wonder Woman von anderen und festgefahrenen Superhelden-Filmen unterscheidet. Gerade gegenüber dem schweren und fast humorfreien Batman v Superman ist Jenkins‘ Film ein ebenso luftiger wie höchst unterhaltsamer Vertreter, dessen erste Stunde schon wie im Flug vorbeigeht.

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Schneller als jede Knarre: Diana

Als weiser Kniff erweist sich übrigens, dass Drehbuchautor Allan Heinberg die Geschichte gut einhundert Jahre vor den Ereignissen von Batman v Superman: Dawn of Justice sowie dem aktuell in den Kinos erscheinenden Justice League passieren lässt. Auf diese Weise erfährt man im Nachhinein die entscheidenden Charakterentwicklungen von Wonder Woman und kann auch nachvollziehen, warum sie (im Original) mit einem Dialekt spricht, den sie dann einhundert Jahre später logischerweise abgelegt hat. Aber auch ansonsten ist das Setting extrem atmosphärisch und sorgt für viel Spannung. Während die Comics das Kennenlernen von Steve und Wonder Woman in den Zweiten Weltkrieg gelegt hatten, geht der Film noch einmal in der Zeit zurück und nimmt sich die Periode des Ersten Weltkriegs für das Aufeinandertreffen. Das nimmt dem Film zum einen etwas die Bedeutungsschwere, sorgt aber gleichzeitig für tolle Sets, grandiose Kostüme und Kulturschockmomente, die immer wieder für echten Witz sorgen. Dass sich die richtigen Superheldinnen-Szenen zunächst in Grenzen halten, ist übrigens ein weiterer Pluspunkt von Wonder Woman. Man wird eben nicht mit Bombast zugepflastert, sondern bekommt eine echte Geschichte präsentiert. Eine Story, die sich auf 140 Minuten entfalten kann und kaum nennenswerte Längen aufweist. Das ist natürlich nicht nur Gal Gadot zu verdanken, sondern auch Chris Pine, der gerne den devoten Handlanger gibt. Auch Ewan Bremner als dem Alkohol zugetaner Scharfschütze ist wie immer eine Wucht – gerade mit seiner Originalstimme und dem typischen schottischen Dialekt. Aber natürlich gibt’s auch Action, wenn die Zeit gekommen ist. Jenkins nutzt ihre Kampfszenen für durchchoreografierte Tänze mit zahlreichen Zeitlupen-Einstellungen. Das wirkt bisweilen fast ballettartig und kommt ungemein geschmeidig rüber. Auch hier hat Wonder Woman ihren DC-Kollegen die Leichtigkeit voraus, die ein Superheldenfilm heute braucht, um nicht albern oder zu dogmatisch ernst zu wirken.

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Diana findet die Menschen unlogisch und ziemlich feige

Bild- und Tonqualität BD

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Mutiger als alle zusammen: Wonder Woman

Da Wonder Woman fast komplett analog aufgezeichnet wurde, muss der Freund von glattem digitalem Look ganz stark sein. Denn hier körnt es doch gewaltig. Und das durchgängig und in dunklen Bereichen sogar noch stärker. Zum Film alerdings passt das hervorragend. Gerade der Schauplatz des Ersten Weltkriegs profitiert mehr von diesem Korn als dass es negativ auffallen würde. Ein glatter und völlig von Unruhen befreiter Kriegsfilm? Nein, das würde nicht funktionieren. Allerdings knabbert diese Körnung ab und an ein wenig an der Schärfe. Gerade in Halbtotalen lässt diese etwas nach. Die Blu-ray hat zudem einen leichten Einschlag ins Grün, was einige Einstellungen wenig natürlich wirken lässt. Ab und an sieht man leichte Banding-Effekte in dunkleren Bereichen. Close-ups indes sind superknackig und liefern trotz der Unruhen eine tolle Detailzeichnung. Ebenso wissen Totale zu gefallen – selbst wenn sie digitale Hintergründe zeigen. Der Kontrastumfang ist gut – gerade zu Beginn auf der Amazonen-Insel. Später dominieren Braun- und Sepiatöne, die natürlich perfekt zum Kriegsschauplatz passen.

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Was sich liebt, das neckt sich …

Akustisch liefert Warner mal wieder (fast) volles Programm. Sowohl für die deutsche als auch für die englische Sprachfassung steht in Wonder Woman eine Dolby-Atmos-Spur zur Verfügung. Allerdings muss die Blu-ray fürs Original mit DD-Plus-Kern auskommen, während der hiesige Zuschauer verlustfreies Dolby-True-HD bekommt. Und der liefert zunächst mal auf 2D-Ebene ab. Abgesehen von der etwas zu laut eingestellten und manchmal dumpfen Stimme für unsere Hauptfigur sind Filmscore und Kampfgeräusche schon äußerst wuchtig. Wenn Diana ihren Gegnerinnen einen gezielten Tritt verpasst oder erstmals ihre Kraft einsetzt, dann drückt eine beeindruckende Subwoofer-Welle durchs Heimkino (14’00). Allerdings ist man zunächst ein bisschen verwundert, dass die Surrounds nicht mit brutaler Gewalt gefüttert werden. Um wirkliche Effekte zu setzen, lässt sich der Film Zeit, bis es auch optisch nachvollziehbar ist. So zum Beispiel beim Flakfeuer auf Steves Flugzeug (26’25) oder das Tröpfeln in der Höhle, in der Trevor badet (32’40). Wonder Woman matscht die Speaker also nicht einfach nur zu, sondern setzt auf echte Direktionalität. Während der anfänglichen Szenen in England gibt’s dann nur wenig Anlass für Effektfeuerwerk, was sich ändert, wenn die Gruppe die Front erreicht. Hier fallen Geschosse pfeifend vom Himmel und schlagen überall verteilt ein (72’30). Die schon jetzt legendäre Szene auf dem Feld vom No Man’s Land wird begleitet von netten Zeitlupe-Soundeffekten.
Die Atmos-Höhenkanäle greifen zunächst nur insofern ein, dass sie den Score ganz sanft auch von oben begleiten und ihm so eine etwas breitere und Bühne geben. Der erste echte Effekt erfolgt nach 19 Minuten, wenn die Amazonen ihre Seile zur Seite werfen, um von der Klippe zu springen. In der folgenden Schlacht hätte man allerdings ein paar mehr von oben kommende Pfeile vermutet, den genau von dort kommen sie. Klasse allerdings, wenn nach etwas über 26 Minuten Trevors Propellermaschine über den Kopf der Zuschauer hinwegrattert. Danach dauert es bis gut zur 80 Minute, bevor wieder ein echter Höheneffekt eingesetzt wird. Zum einen rauscht das Geschoss des Panzers von vorne links an und der Sniper kurz darauf feuert gezielt von hinten (79’39). Wenn Diana dann die obere Etage des Bauwerks in Schutt und Asche legt, rumpeln ein paar Gesteinsbrocken herunter (80’48). Bis dahin sind es nur die brüllenden Soldaten, die schon mal etwas unterstützend mit Hall von oben kommen. Leider liefert auch das Finale keine zusätzlichen echten Sounds von oben. Obwohl sich die Kamera durchaus mal unterhalb des geschwungenen Lassos befindet oder auch inmitten der Energiestrahlen, die Diana und Ares aufeinander feuern. Hier wäre schon ein bisschen mehr drin gewesen, ohne blind einfach nur „irgendetwas“ von oben zu fordern.

Tonfehler auf deutscher Spur / Asynchronität

Schon früh nach Veröffentlichung der BD/UHD fiel einem Käufer auf, dass es bei mindestens einer Szene des Films zu einer Asynchronität zwischen Filmmusik und Bild kam. Nach etwas über 78 Minuten befördert Wonder Woman einen Soldaten per Fußtritt aus dem Fenster eines Gebäudes. Dort setzt in der deutschen Fassung der Score gut drei Sekunden zu früh ein, was nicht nur den Soundeffekt des berstenden Glas zumatscht, sondern sich einfach nicht richtig anfühlt (78’14). Zum Finale hin gibt es noch mal eine leichte Asynchronität, bevor das Flugzeug explodiert (121’08). Auf Nachfrage beim Anbieter Warner war bisher kein Statement zu bekommen, ob (wie seinerzeit schon beim Herrn der Ringe oder Matrix Reloaded) eine korrigierte Tonfassung im Austausch angeboten wird.
Update 16.11.2017: Allem Anschein nach wird Warner die fehlerhaften Disks austauschen. Wer eine solche hat und mit der Asynchronität nicht leben möchte, der kann sich an den Warner-Kundenservice wenden und sollte darüber eine positive Antwort erhalten.

Bild- und Tonqualität UHD

Wonder Woman 4K UHD Blu-ray Review Szene 6
Geborgtes Kleid steht ihr gut

Wonder Woman dürfte das Werk mit den vielfältigsten Kameras sein, die in den letzten Jahren innerhalb eines Films zum Einsatz kamen. Dabei wurde er bis auf wenige Ausnahmen nicht digital aufgenommen. Die Hauptarbeit erledigten eine Panavision Panaflex Millennium XL2 sowie die Arriflex 235 und 435 (allesamt analoge 35mm-Kameras). Dazu kamen für einzelne Sequenzen die Volldigital-Kameras Arri Alexa 65, Arri Alexa Mini und Arri Alexa SXT. Jenkins erklärte ihren Wunsch nach analogem Filmen damit, dass man eben immer noch nicht alles mit digitalen Kameras umsetzen kann und dass es einen Grund dafür gäbe, warum auch heute noch viele große Regisseure analog „schießen“. Es sei diese „gewisse Etwas“ von „epischer Wirklichkeitsflucht“, das einem nur Film geben könne und das man nur sehr schwierig auf Video einfangen könne. Kameramann Jensen sagt dazu, dass der analoge grobkörnige Look gerade für historische Aufnahmen Sinn mache (immerhin spielt Wonder Woman zur Zeit des Ersten Weltkriegs). Man könne zwar Korn auch auf digitalen Aufnahmen nachträglich hinzufügen, doch würde es sich nie so bewegen und verhalten wie auf analogem Material. Außerdem sei man als Kameramann viel geforderter und konzentrierter, da die ganzen Annehmlichkeiten wie bspw. die direkte Kontrolle des Aufgenommenem entfallen. Digital wurden beispielsweise nur die Flugszenen Trevors in der Türkei sowie die Unterwassersequenzen oder ein paar Luftaufnahmen in Italien „geschossen“. Vom entstandenen Filmmaterial wurde leider nur ein 2K-Digital-Intermediate angefertigt, sodass hier Potenzial auf der Strecke bleibt. In Sachen Auflösung ist es allerdings ohnehin schwierig, aus der UHD das Maximum raus zu holen. Den wer analog filmt, der bekommt auch einen analogen Look – und damit ein entsprechendes Korn. Das ist in Wonder Woman beständig sichtbar und in dunklen Szenen noch auffälliger. Wuselig und unruhig ist es über die UHD teils noch etwas mehr, weil die Kontrastanhebung gerade in dunklen Bereichen mehr Details – also auch mehr Korn hervorhebt. Dennoch wirkt die Ultra HD insgesamt plastischer und dreidimensionaler als die Blu-ray. Das liegt vor allem aber an der Integration von HDR10 sowie dem erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020. Die dynamische Kontrastvergrößerung sorgt für deutlich kräftigere Schwarzwerte, zeichnet aber dennoch besser durch. Hauttöne sind noch etwas kräftiger und erscheinen sehr authentisch auf dem Bildschirm. Das Grün der Wiesen in Dianas Heimat wirkt frischer und strahlender und helle Bereiche überstrahlen nie.

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Die Blu-ray offenbart in den helleren Bereichen leichte Überzeichnungen. Die Haut wirkt zudem etwas zu hell und Spitzlichter überreißen.
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Die Ultra-HD bietet die kräftigeren Farben, ohne zu übertreiben. Dazu kommt die griffigere Abgrenzung von Objekten zum Hintergrund. Helle Bereiche sind wesentlich besser und harmonischer gezeichnet
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Die Blu-ray verfärbt die graublaue Uniform Steves tendenziell ins Grüne, was in dieser Szene den kompletten Hintergrund flau und flach wirken lässt
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Ganz anders die UHD. Hier bleibt die Uniform in der Farbe echter und klarer definiert. Der Hintergrund wirkt dadurch viel griffiger
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Auf der Blu-ray hat Danny Huston das sichtbar überrissene Gesicht mit zu hellen Teilbereichen. Die Abzeichen wirken zweidimensional und weniger gut konturiert
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Die UHD zeigt, dass auch die Abzeichen und Bestickungen auf der Uniform viel dreidimensionaler erscheinen und mehr Tiefe haben. Gerade das goldene Muster auf dem Kragen kommt viel eindrucksvoller rüber. Allerdings intensiviert sich deutlich sichtbar auch das Korn
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Zur Veranschaulichung, um welche Ausschnittgröße es sich beim obigen Vergleichbild handelt, hier einmal das komplette Szenenbild (abfotografiert von der Bluray)

Beim Sound der UHD von Wonder Woman bleibt (fast) alles beim Alten. Lediglich der englische Core-Track der Atmos-Spur ist jetzt ebenfalls mit True-HD- und nicht nur mit DD+ kodiert. Das gibt dem O-Ton ein bisschen mehr Dynamik und Feinheit.

Bonusmaterial

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Eine Welt unter der Kontrolle von Amazonen wäre mindestens eine schönere

Im Bonusmaterial von Wonder Woman findet sich zunächst die zusätzliche Eingangsszene „Ettas Mission“, die eine Verknüpfung mit dem kommenden Justice League herstellt. Sechs erweiterte/alternative Szenen schließen sich an und eine Gag Reel gibt’s ebenfalls. Kern sind aber die insgesamt sechs Featurettes mit einer Gesamtlaufzeit von 106 Minuten. In „Entstehung …“ zeigt den Ablauf der Produktion und berichtet, wie man die Vision Realität werden ließ. Von den Anfängen der Story über die Erstellung der Kostüme, die Beleuchtung etc. Dabei kommen natürlich Jenkins selbst, sowie die Hauptdarstellerin und auch Chris Pine oder Zack Snyder zu Wort. Die Sets waren bisweilen derart detailliert, dass sogar Dokumente in den Schubladen lagen, obwohl diese nie offen von der Kamera fotografiert wurden. „Die Vision der Regisseurin“ begleitet Patty Jenkins entlang von sechs großen Schlüsselszenen. „Die Amazonen von Wonder Woman“ kümmert sich um das Training der weiblichen (Co)Stars, die durch ein intensives Workout von Gewichteheben und Martial Arts gingen, zumeist aber ohnehin eine Profisportart beherrsch(t)en. „Die drei großen Legenden“ lässt die Filmemacher und Comic-Schaffer von Wonder Woman zu Wort kommen, die über die Ursprünge der Figur und ihre Unterschiede zu Batman oder Superman referieren. „Hinter den Kulissen“ kümmert sich wiederum um die zahlreichen Frauen, die hinter der Verwirklichung des Films stecken – und das ist nicht nur Regisseurin Jenkins. „Die Bedeutung von Wonder Woman“ entfernt sich etwas von der Produktion selbst und zeigt mehrere ausgezeichnete Autoren und öffentliche Menschen, die über die Wichtigkeit von DCs prominenter Heldin erzählen.

Fazit

Wonder Woman dürfte der erhoffte Startschuss für eine erfolgreiche Fortführung des DC-Comic-Universums im Kino/Heimkino sein. Was mit Batman v Superman oder Suicide Squad nur bedingt gelang, schüttelt Regisseurin Patty Jenkins mit ihrer Hauptdarstellerin Gal Gadot praktisch einfach so aus dem Ärmel. Ihr Film ist gleichermaßen unterhaltsam wie modern, rasant, witzig und charmant gespielt – mit Leichtigkeit die beste der jüngeren DC-Verfilmungen.
Die UHD liefert das harmonischere und deutlich kontraststärkere Bild, der Atmos-Sound bleibt etwas unter seinen Möglichkeiten.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD: 85%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 85% (leichte Abwertung aufgrund vereinzelter Synchronitätsprobleme mit dem Score)
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 70%

Tonqualität BD 2D-Soundebene (Originalversion DD+): 85%
Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion True HD): 90%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 70%

Bonusmaterial: 80%
Film: 90%

Anbieter: Warner Home
Land/Jahr: USA 2017
Regie: Patty Jenkins
Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, David Thewlis, Robin Wright, Connie Nielsen, Elena Anaya, Lucy Davis, Doutzen Kroes, Ewen Bremner, Danny Huston, Eleanor Matsuura, Samantha Jo, Saïd Taghmaoui, Florence Kasumba, Lisa Loven, Mayling Ng, Emily Carey
Tonformate BD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de // Dolby Atmos (DD-Plus-Kern): en
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 141
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Nein (2K DI)
FSK: 12

Trailer zu Wonder Woman

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