X-Men: Zukunft ist Vergangenheit – Rogue Cut

Blu-ray Review

X-Men Zukunft ist Vergangenheit - Rogue Cut Blu-ray Review Cover
20th Century Fox, seit 16.07.2015

OT: X-Men: Days of Future Past – Rogue Cut

 


Rogue is Back

Ein neuer X-Men? Mit Patrick Stewart und Ian McKellen – und jetzt auch mit Rogue, bzw. Anna Paquin?? Das darf man sich nicht entgehen lassen!

Inhalt

X-Men Zukunft ist Vergangenheit - Rogue Cut Blu-ray Review Szene 4
Xavier und Magneto scheinen dazu verdammt, auf unterschiedlichen Seiten zu stehen

Die Zukunft: Ein Programm des Wissenschaftlers Dr. Trask, das in den 70ern losgetreten wurde und zur Entwicklung hochspezialisierter Mutanten-Killer-Roboter geführt hat – nahezu unanfällig gegenüber den Fähigkeiten der X-Men – hat zur Ausrottung beinahe sämtlicher Mutanten geführt. Und noch mehr: Die sogenannten Sentinel sind sogar in der Lage, das X-Gen in zukünftigen Generationen ausfindig zu machen. Das Resultat ist ein fast vollständiger Genozid. Um zu verhindern, dass Trask die Sentinel entwickelt, schließen sich Charles Xavier, Erik Lehnsherr und Wolverine zusammen und nutzen die Kraft von Kitty Pryde. Die schickt Wolverine zurück in die Vergangenheit, wo er innerhalb kürzester Zeit die zerstrittenen Lensherr und Xavier zusammenführen und davon überzeugen muss, Mystique von einem Attentat auf Trask abzuhalten. Denn nur dieses Attentat sorgt letztlich dafür, dass die Regierung das Programm bewilligt. Doch kann die Zukunft in der Vergangenheit überhaupt geändert werden oder sind die Ereignisse vorherbestimmt …?

Unterschiede zwischen Kinofassung und Rogue-Cut

X-Men Zukunft ist Vergangenheit - Rogue Cut Blu-ray Review Szene 1
Wird Raven/Mystique mit ihrer Entscheidung das Schicksal der Mutanten besiegeln?

Schon lange weiß der aufgeschlosssene Filmfan, dass es eine längere Fassung von X-Men: Zukunft ist Vergangenheit geben wird. Nun ist sie im Handel und der Anhänger des Mutanten-Franchise wusste auch schon länger, dass es vor allem die Konzentration auf die Rolle der Rogue sein würde, die den Film nun um eine echte Episode erweitert. Tatsächlich waren die Szenen, die man mit Anna Paquin filmte, sogar die ersten der Dreharbeiten überhaupt. Angepasst an den engen Terminkalender, den die mittlerweile sehr an die Serie True Blood gebundene Darstellerin hat, musste man diese Storyline isoliert drehen. Im Anschluss stellte man fest, dass man sich von diesem Teil zugunsten eine kürzere Laufzeit am leichtesten trennen konnte, ohne den Film selbst massiv verändern zu müssen. Lediglich einige Szenen mussten neu gedreht werden, in denen Ellen Page an die Stelle von Anna Paquin „gesetzt“ werden musste. Regisseur Bryan Singer gab damals zu Protokoll, dass er während des Schnitts bemerkte, dass die Sequenz für den Film „irrelevant“ wäre, lediglich eine „Verbeugung vor dem Möglichen“ und sie deshalb gehen musste. Er kündigte aber damals schon an, dass sie für eine Zweitauswertung den Weg eventuell wieder zurückfinden würde. Ganze 17 Minuten länger ist X-Men: Zukunft ist Vergangenheit – Rogue Cut im Vergleich zur Kinofassung nun. Eine Viertelstunde, die schon während des Aufeinandertreffens zwischen Xaviers und Kittys Gruppe in Kapitel drei ein paar Erweiterungen erfährt. So sieht man beispielsweise Warpath, wie er eine Kerze anzündet und ein kleines Gebet spricht. Auch Wolverines Kampf mit den Eindringlingen im Zimmer ist länger und etwas brutaler geraten. Gleiches gilt für ein etwas erweitertes Gespräch zwischen Wolverine und Xavier bei deren ersten Aufeinandertreffen in der Vergangenheit sowie einen (etwas müden) Internetwitz des Krallen-Mutanten. Bizarr wird’s, wenn in Kapitel 22 Präsident Nixon ein „Fuck Me“ (dt. Synchro: „Verfluchte Scheiße“) sagen darf – ein Satz, an dem sich die US-Zensurbehörte MPAA störte und der deshalb aus der Kinofassung entfernt wurde. Ab Kapitel 28 wird es dann ernst mit dem angesprochenen veränderten Storyverlauf, der endlich Anna Paquin als Rogue in Szene setzt. Wer sich die Spannung erhalten möchte, der klickt jetzt nicht den Spoiler-Bereich an:

Rogue Cut Spoiler
X-Men Zukunft ist Vergangenheit - Rogue Cut Blu-ray Review Szene 5
Rogue übernimmt!

Ist X-Men: Zukunft ist Vergangenheit – Rogue Cut nun die bessere Fassung? Dazu muss sich letztlich jeder sein eigenes Bild machen, was allerdings hervorragend funktioniert, denn auf der Blu-ray sind beide Versionen enthalten. Im Großen und Ganzen sind ein paar der kleineren Erweiterungen eher nutzlos und nur bedingt witzig oder hilfreich. Die Tatsache, dass Rogue nicht nur mit einem Cameo abgespeist wird, sondern einen relevanten Storyanteil liefert, bzw. der Geschichte im Finale einen zusätzlichen Aspekt verleiht, ist gerade für Fans der Figur eine große Freude. Dass Kitty dadurch zum (etwas) weinerlichen Schwächling degradiert wird, wird jedoch diejenigen stören, die gerade Ellen Page mögen. Allerdings müssen selbst diese attestieren, dass es noch einmal einen ziemlich gelungenen zusätzlichen Auftritt der Sentinels gibt, um den es wirklich schade gewesen wäre.

Bild- und Tonqualität

X-Men Zukunft ist Vergangenheit - Rogue Cut Blu-ray Review Szene 2
Wird flügge: Eric Lensherr alias Magneto

Die Bildqualität von X-Men: Zukunft ist Vergangenheit – Rogue Cut entspricht trotz der zwei Filmfassungen auf einer Disk absolut der des bisherigen Veröffentlichung. Das heißt: Knackige Schwarzwerte, jederzeit gut aufgelöste Details und eine absolut hervorrgende Schärfe. Gerade Ravens Schuppenhaut ist sensationell vielfältig und in Sir Ian McKellens Gesicht offenbart sich jede Falte. Was sich ebenfalls nicht vom Output des letzten Jahres unterscheidet, sind die teils als solche zu erkennenden visuellen Effekte. Die neu hinzugekommenen Szenen des Rogue Cut fallen in der Qualität dagegen zu keiner Zeit ab und fügen sich perfekt ins Bild ein.
Umgekehrte Vorzeichen beim Sound von X-Men: Zukunft ist Vergangenheit – Rogue Cut: Musste der bisherige Kino-Schnitt mit einer regulären dts-Spur für den deutschen Ton auskommen, während die US-Version in dts-HD-Master daherkam, ist’s jetzt genau umgekehrt – und zwar in beiden enthaltenen Filmfassungen. Das freut den Fan der deutschen Synchronisation und könnte den Freund der Originalsprache stören. Allerdings muss Letzterer sich nicht grämen, denn wie schon bei der bisherigen Veröffentlichung, deren deutsche dts-Spur beinahe ebenbürtig gut klang, wie die HD-Variante des Originaltons, ist es nun auch andersherum. Man mag ein Quäntchen mehr Dynamik sowie etwas feiner aufgelöste Effekte wahrnehmen und damit der Synchronfassung eine Nasenlänge Vorsprung geben, doch die Qualität ist nahezu identisch. Sämtliche Actionszenen sind absolut packend vetont und liefern akustische Extraklasse. Es liegt die Vermutung nahe, dass aufgrund der zwei vorhandenen Filmfassungen nicht genug Platz auf der Disk war, um beide Tonfassungen in HD auf die Scheibe zu pressen.

Bonusmaterial

X-Men Zukunft ist Vergangenheit - Rogue Cut Blu-ray Review Szene 3
Er wird noch eine gewichtige Rolle spielen

Beim Rogue Cut von X-Men: Zukunft ist Vergangenheit unterscheidet sich nicht nur die Filmversion, es wurden dankenswerterweise auch neue Extras hinzugefügt. So gelangte auf die Filmdisk ein Audiokommentar für jeweils die Rogue- wie auch die Kinofassung. Die Second-Screen-App ist das einzige vom bisherigen Cut bekannte Bonusmaterial. Auf der zweiten Scheibe warten neben einer Bildergalerie, die sich in drei Bereiche aufteilt, sowie einer Sneak Peek für das neue Fantastic-Four-Franchise die beiden Featurettes: „Mutant vs. Machine“ sowie „X-Men: Unguarded“. Ersteres läuft gut 52 Minuten und ist ein umfangreiches Making-of, das in neun Teile aufgesplittet wurde. Man wird zwar den Eindruck nicht ganz los, dass man seitens des Verleihs genau dieses Feature auf dem ursprünglichen Release beiseite ließ und für diese extended Fassung aufsparte, doch da man jetzt in den Genuss kommt, darf man sich darüber freuen, wirklich umfassend informiert zu werden. Von der Entstehung der Geschichte, über die Probleme der Zeitreisegeschichte bis hin zu den zugrundeliegenden Comic-Storylines und deren Veränderungen für den Film wird fast jeder Bereich abgedeckt. Auch über die Optik des Films wird erzählt und man erhält einen Ausblick auf den nächsten Film der Reihe: X-Men: Apocalypse. In diesem wird der Zuschauer in die 80er katapultiert und sieht die Entstehung von Xaviers Mutantenschule. Außerdem wird er Zeuge eines neuen, fast überdimensionalen Gegners. Das zweite Feature, „X-Men: Unguarded“ ist ein halbstündiges und ziemlich lässiges Sit-in mit den Hauptdarstellern des Films. Sie unterhalten sich entspannt darüber, wofür das X-Men-Universum steht und dass sie allesamt stolz darauf sind, Teil eines Franchise zu sein, dass sich vornehmlich um die Rechte und den Respekt gegenüber Außenseitern widmet. Witzige Anekdote am Rande: Hugh Jackman kommt zu spät zur Talkrunde. Da sich das Bonusmaterial zu keiner Zeit mit dem der ersten Veröffentlichung von X-Men: Zukunft ist Vergangenheit doppelt, lohnt es sich hier definitiv, beide Fassung zu Hause zu haben.

Fazit

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit – Rogue Cut bietet nicht nur 17 Minuten mehr an Film, sondern entwickelt am Ende eine deutlich erweiterte Storyline mit einer zusätzlichen Sichtweise auf den Film. Da ohnehin beide Versionen auf der Blu-ray sind und das Bonusmaterial vollkommen neu und reichhaltig ist, sollte der Fan des Franchise nicht lange überlegen, sondern zuschlagen! Leider gibt’s den Rogue Cut nicht inklusive der 3D-Fassung – noch nicht …
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 85%
Tonqualität (dt. Fassung): 90%
Tonqualität (Originalversion): 90%
Bonusmaterial: 80%
Film: 85%

Anbieter: 20th Century Fox
Land/Jahr: USA 2014
Regie: Bryan Singer
Darsteller: Hugh Jackman, Sir Patrick Stewart, James McAvoy, Sir Ian McKellen, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Halle Berry, Anna Paquin, Ellen Page, Peter Dinklage, Omar Sy, Nicholas Hoult, January Jones
Tonformate (Rogue Cut & Kinofassung): dts HD-Master 5.1: de // dts 5.1: en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 132/149
Codec: AVC
FSK: 12

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