Zombie Priest

Blu-ray Review

Zombie Priest Blu-ray Review Cover
Edel, seit 29.01.2016

OT: Zombie Resurrection

 


Nach der Epidemie

Großbritannien mischt mit im Zombie-Film-Subgenre.

Inhalt

Zombie Priest Blu-ray Review Szenenbild 1
Der Major findet auch in der hässlichsten Situation noch einen Grund für ein zynisches Lächeln

450 Tage sind vergangen, seit eine Zombieapokalypse einen großen Ahufen der Menschheit vernichtet hat. Eine kleine Gruppe rund um zwei Soldaten, zwei Pärchen, einen Doktor in Ketten und eine seltsam religiöse Schwangere schlägt sich durchs Dickicht des Waldes – immer auf der Hut vor umhertorkelnden Untoten. Als sie eine verlassene Schule erreichen, steigern sich die Dynamiken zwischen den Einzelnen der Gruppe und die Situation droht zu eskalieren. Hat der gefesselte Doktor eventuell die Lösung gegen die Zombieplage?

Zombie Priest Blu-ray Review Szenenbild 4
Da wimmelt es nur so vor Zombies und dann tritt er in eine Bärenfalle – dumm gelaufen

Hip fängt er an, der Zombie Priest, der im Original passender Zombie Resurrection heißt. Mit 3D-Game-Ego-Shooter-Kamera begleiten wir einen Soldaten durch den Wald und werden Zeuge, wie er einen Gegner hinterrücks ersticht. Fast hat man das Gefühl, man befände sich inmitten eines Computerspiels. Allerdings verlässt der Film vom Regieduo Hawkins und Phelps diese Optik danach und folgt einigen Überlebenden auf ihrem Weg durch den Wald zu einem verlassenen Schulgebäude. Man muss Zombie Priest zugute halten, dass er sich nicht wirklich ernst nimmt und in Sachen Humor ein wenig auf den Spuren von Shaun of the Dead zu wandeln versucht. Natürlich erreicht das hemmungslos spaßige B-Movie dessen Qualität zu keiner Zeit, doch man merkt den Beteiligten an, dass sie echte Freude an ihrer Arbeit hatten. Freude bereiten auch die Make-up-Effekte, in die offensichtlich am meisten Geld geflossen ist. Mal abgesehen von einer Bärenfalle, die sichtbar nicht zugeschnappt hat, überzeugen die Gore-Situationen durchaus. Darstellerisch hat man auch schon Schlechteres gesehen. Zwar agieren ein paar der Protagonisten am Rande des Overacting, doch die schön stereotypen Figuren sind immerhin sauber voneinander abgegrenzt und haben ihre individuellen Merkmale. Wer dem Rat in der Kritik für Bild- und Tonqualität folgt und den englischen O-Ton wählt, der bekommt sogar den vorhandenen Wortwitz sowie die teils harten Dialekte mit. Man kann Zombie Priest sicherlich als miesen Film bezeichnen – vor allem im Vergleich zu . Man kann ihn aber auch einfach als das nehmen, was er ist: Ein spaßiges Filmchen von Fans für Fans – mithin genau das Richtige für eine Horror-Trashfilm-Party.

Bild- und Tonqualität

Zombie Priest Blu-ray Review Szenenbild 3
Der unbeschreibliche Schmelz-Zombie

Das Bild von Zombie Priest präsentiert sich völlig krass gefiltert und bearbeitet. Die Kontraste sind brutal überrissen, verhindern, dass auf hellen Flächen auch nur irgendein bisschen Durchzeichnung durchkommt und Bewegungen verwischen die Schärfe extrem. Aufnahmen vom blättrigen Waldboden sind extrem überschärft, während Nahaufnahmen zum Teil wachsartig weiche Gesichter präsentieren – stärker bearbeitet war schon lange kein Blu-ray-Bild mehr.
Akustisch ist der günstig produzierte Zombie Priest für den deutschen Markt auf 5.1 aufgeblasen worden und präsentiert sich bisweilen sogar recht effektvoll – zumindest sind zahlreiche Informationen auf die Rearspeaker abgelegt worden. Allerdings lässt sich die deutsche Spur aufgrund der gruselig schlechten Synchronisation kaum ertragen, weshalb die 2.0-Stereo-Spur im Original die bedeutend bessere Wahl ist.

Bonusmaterial

Zombie Priest Blu-ray Review Szenenbild 2
Einer gegen Alle

Das 34-minütige Making-of im Bonusmaterial von Zombie Priest stellt nach und nach sämtliche Darsteller vor und zeigt, dass alle Beteiligten eine Menge Spaß während der Dreharbeiten hatten. Natürlich zeigt man und auch die praktischen (Blut)effekte und zwei Filmemacher, die wahlweise barfuß oder mit den buntesten Socken, die man je gesehen hat, vor der Kamera sitzen.

 Fazit

Zombie Priest ist ein für günstiges Geld mit viel Herz- und Kunstblut angerichtetes B-Movie-Horror-Werk mit ansehnlichen Effekten, halbwegs guten Darstellern und verhältnismäßig dichter Atmosphäre im Finale – kann man machen, selbst wenn’s nur für besagte Trashfilmparty reicht.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 40%
Tonqualität (dt. Fassung): 45%
Tonqualität (Originalversion): 55%
Bonusmaterial: 60%
Film: 50%

Anbieter: Edel
Land/Jahr: GB 20014
Regie: Jake Hawkins, Andy Phelps
Darsteller: Eric Colvin, Jim Sweeney, Danny Brown, Simon Burbage, Jade Colucci, Joe Rainbow, Rachel Nottingham, Shamiso Mushambi
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de // dts HD-Master 2.0: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 83
Codec: AVC
FSK: 18 (uncut)