2001 – Odyssee im Weltraum 4K UHD

Blu-ray Review

2001 odyssee im weltraum 4K uhd blu-ray review cover
Warner Home Video, 08.11.2018

OT: 2001: a space odyssey

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Also sprach Zarathrustra

Der legendärste Sci-Fi-Film aller Zeiten erreicht das Heimkino in 4k.

Inhalt

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Der Monolith des Anstoßes

Wir schreiben das Jahr 2001: Die USA haben die ultramoderne Raumfähre Discovery One entwickelt und zur Vollendung gebracht. Mit dieser soll sich eine Crew auf den Weg zum Jupiter machen, um dort wissenschaftliche Untersuchungen anzustellen. Die Discovery One hat aber nicht nur Kosmonauten an Bord, sondern auch einen Supercomputer, der auf die Bezeichnung HAL 9000 hört. Ausgestattet mit einer artifiziellen Intelligenz kann HAL das Schiff selbstständig steuern. Während der Reise beginnt der Supercomputer plötzlich immer unberechenbarer zu werden. Deshalb beschließen die Crew-Mitglieder Frank Poole und Dave Bowman, HAL abzuschalten. Doch der Rechner denkt gar nicht daran, sich deaktivieren zu lassen und beginnt wortwörtlich damit, um sein Leben zu kämpfen. Für die Besatzung bedeutet das echte Gefahr für Leib und Leben …

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Vom Sammler zum Jäger

Fragt man heute einen beliebigen Regisseur von Sci-Fi-Filmen, wird man von kaum einem hören, dass 2001 – Odyssee im Weltraum nicht das prägende und hauptsächliche Vorbild bei der eigenen Arbeit war. Von Spielberg bis Burton reicht die Riege der Fans von Kubricks Meilenstein. Nicht umsonst steht 2001 auf vielen Bestenlisten des Genres an vorderster Stelle.
Die obige Inhaltsbeschreibung umreißt dann auch nur äußerst grob, was eigentlich in den gut zweieinhalb Stunden geschieht und zu sehen ist. Was der britische Kult-Direktor 1968, also vier Jahre nach seiner Kriegs-Satire Dr. Seltsam, auf die Leinwand bannte, war in vielerlei Hinsicht neu, bahnbrechend, innovativ und absolut ungewöhnlich. Welcher Regisseur begann bis zu diesem Zeitpunkt schon mal einen Film mit einem komplett schwarzen Bild, das nur von orchestraler Musik begleitet wird?
Noch nicht ungewöhnlich genug? Dann aber vielleicht die Tatsache, dass in der sich daran anschließenden Viertelstunde nicht ein Dialog zu hören ist, während auf der Leinwand eine Gruppe Primaten zu sehen ist, deren Verhalten sich nach dem Berühren eines schwarzen Monolithen schlagartig verändert?

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Mehrere Jahrtausende später

Überhaupt, der Monolith: Kubrick lässt keinen Zweifel daran, dass der schwarze Brocken von Außerirdischen stammt. Fasziniert vom Gedanken an außerirdisches Leben hatte der Regisseur aus dieser Faszination heraus überhaupt erst den Film auf den Weg gebracht.
So könnte der Monolith möglicherweise von einer Rasse sein, die schon vor Millionen von Jahren in der Lage war, durch den Raum zu reisen.
Als Ausgangspunkt der Geschichte bildet der Monolith die Projektion für zahlreiche Interpretationen. Zumeist beschreibt man ihn als Symbol für den Übergang. So überwinden die Primaten zu Beginn ihre Zeit als Sammler und werden zu Jägern. Im Finale wiederum zeigt sich der Übergang des Menschen (in Person von Dave) in einen neuen, transzendentalen Zustand.
Arthur C. Clarke beschreibt den (bzw. die) Monolithen in seinen Buchvorlagen als Maschinen. Als unzerstörbare Computer scheinen sie entweder (Interpretationsmöglichkeit eins) Einfluss zu nehmen auf das Handeln der Menschen oder (Interpretationsmöglichkeit zwei) reine Beobachter zu sein, die hernach ihr Urteil über die Menschheit fällen.

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Die Stühle sehen zwar nicht sonderlich bequem aus, aber cool sind sie allemal. Nur günstig sind die Designerstücke beleibe nicht: Klick

Das Schöne an 2001 – Odyssee im Weltraum: Man kann, darf und soll interpretieren.
Und es gibt dabei nicht den EINEN Weg. Vielmehr lassen Kubrick und sein Autor Clarke genug Spielraum, damit jeder seine eigene Variante der Geschehnisse deutet.
Dass man dafür Zeit mitbringen muss, ist klar. 2001 ist die Antithese zu Star Wars. Wenn in Lucas‘ Weltraum-Seifenoper geschossen und gelichtschwertet wird, schaut man in Kubricks Opus einer Dame mit Tablett zu, wie sie (fast) minutenlang (die Schwerkraft scheinbar überwindend) in einer Zentrifuge läuft, um ins Cockpit zu gelangen.
Dazu gibt es durchweg klassische Musik von Komponisten wie Johann und Richard Strauss oder auch des zeitgenössischen György Ligeti. Ohnehin hört man über die Laufzeit von gut 140 Minuten nur etwa in einem Drittel der Zeit auch Dialoge. Ansonsten herrschen Stille, Filmmusik oder schlicht Geräusche. Action sieht anders aus, so viel ist klar. Und wer sich heute nicht auf die Langsamkeit eines Kubrick einlassen kann, der ist mit 2001 denkbar schlecht bedient.
Alle anderen freuen sich darauf, das Meisterwerk zum x-ten Mal anschauen zu können; darauf, die ballettartigen Bildkompositionen, die von Perfektionist Kubrick bis aufs Kleinste durchchoreografiert wurden, mal wieder zu sehen und darauf, handgemachte Spezialeffekte zu bestaunen, die auch unglaubliche 50! Jahre später noch Maßstäbe setzen können.

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Die Discovery One – vielleicht eins der schönsten Raumschiffe, die je fürs Kino designet wurden

Bild- und Tonqualität BD

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Nein, das ist kein Rhönrad

Die in der 3-Disk-Box enthaltene Blu-ray von 2001 – Odyssee im Weltraum profitiert bereits schon von der 4K-Restauration und basiert ebenso auf dieser wie die UHD selbst. Mehr zum technischen Prozess des Remasters dann im nächsten Kapitel.
Eins dabei vorweg: Ja, die alte Blu-ray hatte satteres Schwarz und deshalb mehr Kontrastumfang. Ja, die alte BD ist in den allermeisten Szenen farbiger.
Jetzt weiß man natürlich: Wo ein „Ja“ steht, kommt meist auch ein „Aber“. Und in der Tat: Ja, aber …
Denn die neue, auf dem remasterten 4K-Transfer basierende, BD macht ausgenommen den Schwarzwert nahezu alles besser. Fangen wir zunächst bei der Komprimierung an: Schon allein der alte VC-1-Codec der bisherigen Blu-ray sorgte dafür, dass die Datenkompression eher stark und die Datenrate damit eher schwach war. Die neue BD liefert rein für den Film mehr als die anderthalbfache Datenmenge.
Bei den rein objektiven Parametern fällt dann auch sofort auf, um wie viel besser die Auflösung der 4K-Abtastung ist, auf der auch die BD basiert. Details sind plötzlich erkennbar, wo die alte BD matschig war. Das gilt für Schriften auf Monitoren wie auch für Gesichts-Texturen oder die Feinheiten an der Discovery One. Schon erstaunlich, wie viel man hier aus 50 Jahre altem Material herausgeholt hat.

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Kubricks Vision von 1968: Flachbildschirm und Video-Telefonie. Im Zeitalter von Skype und LCD/OLED Wirklichkeit geworden

Bei der Farbgebung neutralisierte man vornehmlich. So sind die orangeroten Himmel zu Beginn nicht mehr so kräftig wie zuvor. Das mag man vermissen, wenn dort eher ein leichter Grüngelb-Ton hinzu kommt, doch spätestens, wenn man das rosafarbene Kostüm der Dame zu Beginn von Kapitel sieben anschaut, wird man sich freuen, dass es nun rosa ist und nicht mehr lila-magenta. Auch übertrieben rötliche Hauttöne sind nun reduziert und wirken natürlicher, wobei sie etwas ins Bläuliche tendieren. Gut zu erkennen ist der Unterschied auch bei den roten Djinn Chairs. Diese wirken nun roter und nicht mehr (analog zum Kleid der Dame) so magentafarben.
Interessanterweise gibt es aber auch Szenen, die ganz bewusst farbiger auf neutralen Flächen gestaltet wurden. So geschehen bei 72’11, wenn wir unseren Kosmonauten durch die Lichtröhre spazieren gehen sehen. Dort war die bisherige BD erstaunlich neutral, während die neue Farbgebung hier eine deutliche Tendenz ins Orangerote zeigt (siehe Bildvergleich unten). Da man sich aber wohl am originalen Color-Grading orientierte, muss man vermuten, dass es so eben richtiger war. An den meisten anderen Stellen werden neutralere Flächen ein wenig grünbläulicher dargestellt. Auch Schwarztöne tendieren dorthin.
Kommen wir zum oben angesprochenen Manko: Schwarzwert/Kontrast.
Die neue BD ist in den Weltraumszenen und auch bei den Primaten zu Beginn grauer und fader. Das All ist lange nicht so schwarz wie bisher über die alte Blu-ray. Schade drum und für Kontrastfans ärgerlich. Dennoch überwiegen die positiven Eigenschaften der Auflösung und der neuen, in weiten Teilen besseren und natürlicheren Farbgebung.
Übrigens: Auch die Blu-ray hat schon das leicht veränderte Bildformat – im Vergleich zur bisherigen Fassung. Dazu im nächste Kapitel mehr.

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Konversation mit IBM … ähm … HAL 9000

Beim Sound von 2001 – Odyssee im Weltraum liefert die Blu-ray (wie auch die UHD) fürs Deutsche lediglich die altbekannte Dolby-Digital-Fassung. Für den englischen Sound gibt’s hingegen zwei dts-HD-Master-Varianten, die der hiesigen Version dann doch vehement überlegen sind. Zum einen findet man beim O-Ton eine „restored-and-re-mixed“-Variante und zum anderen eine „original-1968-theatrical-audio“-Version
Vergleicht man die deutsche DD-Fassung mit der englischen „restored“, fällt sofort auf, dass das Orchester bei „Also sprach Zarathrustra“ viel weniger Raum einnimmt. Die Original-Spur stellt es wesentlich breiter auf die Bühne und gibt ihm viel mehr Raum. Höhen klingen differenzierter und präsenter, dazu gibt’s viel mehr Dynamik. Hier muss die deutsche DD-Fassung den Kürzeren ziehen.
Gleichermaßen geht es weiter, wenn man sich die leisen Geräusche zu Beginn der Tierszenen und Natur-Momente anhört. Das Grillen der Zirpen und das Säuseln des Windes klingt beides eher bedeckt, während der O-Ton es kräftiger und auch raumfüllender darstellt. Das zieht sich dann bei Musikstücken und Effekten stringent so durch den ganzen Film. Ebenfalls sehr deutlich wird der qualitative Vorsprung der englischen Fassung bei den Szenen, in denen sich Bowman innerhalb eines Raumanzugs befindet und man nur sein Atmen hört. Zwar ist das schon über die deutsche DD-Version recht räumlich, aber kein Vergleich zum extrem weiträumigen Sound des O-Tons. Bei Letzterem fühlt man sich als befinde man sich selbst in diesem Helm und atmet schwer mit, während die Synchronspur doch sehr vordergründig bleibt.
Vergleicht man die beiden englischen Fassungen miteinander, so ist der „restored“ Re-Mix sicherlich die aktuellere, weil sauberere und definiertere Tonspur. In Sachen Lautstärke und auch während der leiseren Sequenzen unterscheiden sie sich nicht vehement. Aber wenn das Orchester aufspielt, fühlt man sich beim Re-Mix dann doch in einem größeren Raum und alles wirkt lebendiger. Das „original theatrical audio“ klingt dennoch sehr gut. Nicht, dass man hier denken würde, man hört krasse Schwankungen oder Drop-outs.

Bild- und Tonqualität UHD

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Die beiden Kosmonauten wollen etwas vor HAL verheimlichen

Kubrick ließ 2001 – Odyssee im Weltraum seinerzeit auf 70mm Film drehen – NATÜRLICH könnte man meinen. Denn nichts wird einem epischen Film wie diesem Meisterwerk mehr gerecht als das breite Filmformat. Doch sieht man sich die Liste von auf 70mm produzierten Filmen an, ist diese so unüberschaubar lang nicht. Es ist also durchaus noch erwähnenswert. Und eine sehr gute Voraussetzung für eine fantastische 4K-Umsetzung. Denn wenn der Filmstreifen derart groß ist, liefert er natürlich auch eine extreme Dichte an Detailgrad.
Da man für die 2018er Restaurierung vom sphärischen Original 70mm Filmmaterial scannte, zeigt sich das Bild-Seitenverhältnis nun entsprechend im ursprünglichen Verhältnis von 2,20:1. Zwar war das auch das Format, das auf die vorherige Blu-ray von 2007 gelangte, doch Letztere basierte auf anamorphem 35mm Material, nicht auf dem Ursprungs-Negativ. Ein Resultat ist nun ein geringfügig geringer Bildinhalt, der daraus resultiert, dass die anamorphe Vorlage für die alte Blu-ray schlicht etwas mehr an den Bildrändern lieferte als ursprünglich vorgesehen. Man sieht deshalb links und rechts etwas weniger und tatsächlich sind Objekte auch dezent breiter. Das bisherige anamorphe Master hatte eine leichte horizontale Stauchung zur Folge.

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Wiedergeburt

Um das Orginal-Negativ möglichst sauber scannen zu können, wurde (im Übrigen unter Aufsicht/Mitarbeit von Christopher Nolan) in den FotoKem Laboren in Burbank ein gut sechsmonatiger Restaurationsprozess abgeschlossen. Jeder Frame wurde analysiert, gesäubert und einige nicht sonderlich gute Reparatur-Klebungen wurden entfernt. Gleichzeitig wurde das Color Timing an die ursprünglichen Aufzeichnungen angepasst, um so exakt wie möglich an die eigentliche Vision Kubricks heran zu kommen. Hier sind dementsprechend durchaus sichtbare Veränderungen anzunehmen – ausgehend von der bisherigen Blu-ray. Aber auch ausgehend von der neuen Blu-ray, wie sich herausstellen sollte.
Nach diesem fotochemischen Prozess wurde dann in 4K gescannt und dem nun digitalen Material die höhere Bilddynamik (hier HDR10 und Dolby Vision) sowie ein erweiterter Farbraum im Rahmen von Rec.2020 verpasst.
Fangen wir beim größten Problem der neuen Blu-ray an, dem geringeren Schwarzwert. Das ist über die UHD wieder Geschichte. Sowohl per HDR10 als auch bei DV-Wiedergabe ist das All wieder knackig und der Schleier auf dem dunklen Fell der Primaten ist wieder behoben. Dolby Vision erweist sich hier im direkten Vergleich mit HDR10 fast durchweg als dynamischere Variante mit noch satterem Schwarz und kontraststärkeren Farben.
Apropos Farben: Die Farbgebung zwischen Dolby Vision und HDR10 ist zum Teil sichtbar unterschiedlich. Vor allem die Leuchtkraft bspw. der roten Djinn-Sessel ist per DV wesentlich kräftiger. Aber auch Hauttöne bekommen innerhalb einer Dolby-Vision-Kette etwas mehr Rotanteil zurück, was sie etwas rosiger wirken lässt. Das gilt auch für das rosafarbene Dress der bereits angesprochenen Hostess in Kapitel 7. Es wirkt wieder etwas kräftiger als über die sehr reduzierte Blu-ray.
Bei der Auflösung und Detailtiefe holt die UHD gegenüber der bereits hervorragenden neuen BD nicht mehr sonderlich viel heraus – immerhin basiert Letztere ja auch schon auf der 4K-Abtastung. Hier und da lassen sich noch etwas klarer abgegrenzte Einzelheiten erkennen und Objekte wirken weniger von einem Schimmer umgeben. Beide Disks sind aber für ihr Alter absolut hervorragend – gerade im Vergleich mit der bisherigen Blu-ray. Sämtliche Leucht-Knöpfe und Schriften reißen nun nicht mehr unschön aus, sondern sind klarer umrissen. Die hellen Buchstaben auf den Flat-Screens strahlen, ohne es mit Helligkeit zu übertreiben und auszureißen. Details wie der flauschige Bademantel nach etwas über einer Stunde lassen das Material fast dreidimensional erscheinen, wo es vorher matschig war – eine wirklich tolle Auflösung.
Dass die Körnung dabei sogar eher in den Hintergrund gerückt ist, ist umso schöner. Dennoch wurde hier nicht gesoftet, was Freunde von analogem Filmlook freuen wird.

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(4’44) Blu-ray 2007: Zunächst einmal wirkt die alte Blu-ray bei „Dawn of Man“ noch beeindruckend mit den kräftigen Orange-Tönen im Sonnen-Aufgang.
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Blu-ray 2018: Das neue Color Grading reduziert teils deutlich die Rotorange-Anteile, ist damit aber angeblich näher am anlogen Film-Original.
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UHD (HDR10): Die UHD lässt die Gelbtöne noch kräftiger erscheinen und liegt farblich ein wenig zwischen der neuen und der alten BD.
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(25’43) Blu-ray 2007: Der vermeintlich schöne und kräftige Farbanteil während der „Dawn of Man“-Sequenz verkehrt sich spätestens mit Auftritt der ersten Menschen ins Gegenteil. Selbst ohne direkten Vergleich einer Alternative kann man hier erkennen, wie magenta-lila farben das Kleid und wie deutlich blau der neutrale Hintergrund ist.
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Blu-ray 2018: Man darf darüber streiten, ob die leichte Tendenz ins Grün bei der neuen Blu-ray jedermanns Geschmack trifft. Der Unterschied zur alten BD ist hier aber eklatant und das Kleid wirkt trotz leichter Grüntendenz realistischer.
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UHD HDR10: Die UHD per HDR10 neutralisiert das Grün wieder, gibt mehr Punch aufs Schwarz und zeigt ein sehr natürliches Rosa sowie gesunde und realistische Hauttöne.
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UHD Dolby Vision: Per Dolby Vision kommt wieder etwas mehr Farbkraft hinzu. Auch Schwarz ist noch kräftiger und insgesamt liefert DV den besten Kompromiss aus Neutralität und Kraft.
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(72’11) Blu-ray 2007: Dass es auch exakt anders herum geht, zeigt diese Sequenz. Sie gehört zu den wenigen Szenen, in denen die alte Blu-ray komplettt neutrale Weißflächen darstellt. Offenbar scheint das aber nicht dem Original zu entsprechen, denn …
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Blu-ray 2018: … die neue BD (und auch die UHD unten) zeigen ein im Vergleich stark rötliches Weiß. Glaubt man der Aussage des Mastering-Studios, ist das der Original-Look. Offenbar haben wir den Film über ein Jahrzehnt lang mit anderen Augen gesehen.
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UHD HDR10: Die UHD nimmt den ganz leichten Grünton der BD (oben) wieder weg und lässt den Anzug kräftiger strahlen. Zwischen HDR10 und DV gibt’s in dieser Szene kaum Unterschiede.
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(29’29) Blu-ray 2007: Eine der klassischsten Szenen des Films. Über die alte BD mit Stuhlfarben, die jenen eines großen Telekommunikations-Konzerns gleichen. Außerdem ist Weiß nicht wirklich neutral.
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Blu-ray 2018: Die Stühle sind nun Rot nicht mehr Magenta. Das Weiß allerdings erhält eine sichtbare Grüntendenz.
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UHD HDR10: Erst die UHD macht dann praktisch alles richtig. Die Stühle haben eine kräftige Rotfarbe, die weißen Flächen sind neutral.
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UHD Dolby Vision: DV hingegen lässt die Designer-Sitzmöbel wieder etwas stärker strahlen. Weiß ist aber immer noch neutral und die dunklen Randbereiche sind am besten durchzeichnet.
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(63’56) Blu-ray 2007: Die bisherige BD zeigt – mal abgesehen von der deutlichen anderen Farbgestaltung – die sichtbar verwaschenen Texturen.
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Der Auflösungs- und Detailvorsprung ist ohne Weiteres schon beim vollen Frame auf 55“ TVs erkennbar. Wenn man sich die feinen Linien im Rumpf unterhalb des Antriebs anschaut, kommt die alte Blu-ray hier nicht mit

 

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(137’58) Blu-ray 2007: Noch ein weiteres Beispiel für die Unterschiede im Color Grading. Die alte BD erschien in allen Farben massiv übersättigt – eher im Stil der bunten 70er Jahre. Natürlich ist anders.
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Blu-ray 2018: Die neue Blu-ray wirkt alles in allem vielleicht eine Spur zu fahl, was aber auch daran liegt, dass sie im Schwarzwert eher schwach ist. Dafür sind Farben wesentlich natürlicher und nicht so überdramatisch
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UHD HDR10: Die UHD liefert per HDR10 ähnlich reduzierte Farben wie die neue BD, intensiviert aber den Kontrastumfang
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Dolby Vision: Per Dolby Vision wiedergegeben werden die Farben wieder etwas dramatischer – vielleicht der beste Kompromiss aus Neutralität und dem quietschig bunten der alten Blu-ray.
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Blu-ray 2018: Man möge aufzeigen, wenn man das Längsmuster des Sportsockens am linken Bein erkennen kann.
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Die neue 4K-Abtastung macht eben das möglich. Man sieht deutlich schon auf dem rechten Socken die klarere Struktur und kann sie auch auf dem Linken erkennen.
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(22’24) Blu-ray 2007: Auch beim plüschigen Schuh der Raumfahrt-Stewardess fällt es schwer, die komplette Oberflächen-Struktur zu erkennen.
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UHD: Ganz anders bei der UHD. Sie zeigt deutlich die lederartige Oberfläche und auch die Struktur der Hose. Dazu ist das Airline-Symbol klarer und die Schrift besser abgegrenzt.
Akustisch bleibt alles bei dem schon von der Blu-ray bekannten Tonspuren. Hier ändert sich auf der UHD nichts.

Bonusmaterial

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Psychedelische Bilder wie aus einem Pink Floyd Video

Das Bonusmaterial enthält auf der UHD den Audiokommentar der beiden Hauptdarsteller Keir Dullea und Gary Lockwood. Der ist natürlich auch auf der Blu-ray selbst enthalten. Obendrauf gibt’s eine dritte Disk mit Bonusmaterial und insgesamt sieben Featurettes. Deren Inhalt ist von der bisherigen Fassung bekannt und enthält Folgendes:
In „Making of a Myth“ werden wir eine Dreiviertelstunde lang in die Entstehung des Films sowie dessen Einfluss auf die Filmhistorie entführt. „The Legacy of 2001“ läuft gut 20 Minuten und lässt auch Steven Spielberg und George Lucas zu Wort kommen. Beide geben preis, was Kubrick mit seinem Film bei ihnen bewirkt hat. „The Prophecy of 2001″ stellt die damaligen Zukunfts“visionen“ der heutigen Realität gegenüber – vieles war gar nicht so weit hergeholt. „A Look Behind the Future“ zeigt vor allem ältere Interviews der Beteiligten. „What is Out There?“ ist dann eher der philosophische Part der Extras, der darüber sinniert, was wohl „da draußen“ sein könnte. In „FX and Conceptual Artwork“ kommt Douglas Trumbull zu Wort, der damals als Special Effects Supervisor für den Film zuständig war. „Look: Stanley Kubrick!“ zeigt die eher unbekanntere Arbeit Kubricks als Magazin-Fotograf. Abschließend gibt’s ein gut 76-minütiges Audio-Interview zwischen dem theoretischen Physiker Jeremy Bernstein und Stanley Kubrick von 1966.

Fazit

2001 – Odyssee im Weltraum ist und bleibt ein absolutes Meisterwerk. Für Freunde heutiger Sehgewohnheiten sicherlich ein gähnender Langweiler. Aber für Cineasten immer noch ein absoluter Hochgenuss. In Sachen Ausstattung, Tricktechnik und visionärer Vorschau noch immer unerreicht.
Die UHD liefert das bisher mit Abstand schärfste Bild des Films, dessen neues Color Grading in den allermeisten Fällen überzeugt und nur selten etwas gewöhnungsbedürftig ist – ein ganz klares Upgrade zur bisherigen Blu-ray. Schade, dass es beim deutschen Ton nicht zu einer neuen und unkomprimierten Fassung gereicht hat.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD (2007): 65% (im Rahmen von vergleichbaren Filmen aus der Zeit)
Bildqualität BD (2018): 85% 
(im Rahmen von vergleichbaren Filmen aus der Zeit)
Bildqualität UHD (HDR10): 85% 
(im Rahmen von vergleichbaren Filmen aus der Zeit)
Bildqualität UHD (Dolby Vision): 90% 
(im Rahmen von vergleichbaren Filmen aus der Zeit)

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 65%
Tonqualität BD/UHD (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 90%
Film: 100%

Anbieter: Warner Home Video
Land/Jahr: GB 1968
Regie: Stanley Kubrick
Darsteller: Keir Dullea, Gary Lockwood, William Sylvester, Daniel Richter, Leonard Rossiter, Margaret Tyzack, Robert Beatty, Sean Gregory Sullivan, Alan Gifford
Tonformate BD/UHD: dts-HD-Master 5.1: en // Dolby Digital 5.1: de
Bildformat: 2,20:1
Laufzeit: 149
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und Screenshots liegt bei Anbieter: Warner Home Video)

Trailer zu 2001 – Odyssee im Weltraum

2001 ODYSSEE IM WELTRAUM Trailer Deutsch|German (1968) | HD

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