24 Hours to Live

Blu-ray Review

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Universum Film, 11.05.2018

OT: 24 Hours to Live

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Der 2-Mio.-Dollar-Mann

Da schau her: Ethan Hawke kann ja doch Action!

Inhalt

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Travis kann den Tod seiner Familie immer noch nicht verwinden

Travis Conrad war mal Elitesoldat, verlor aber vor einiger Zeit seine Familie. Seitdem ertränkt er seine Trauer in Alkohol und Drogen. Als ein alter Freund ihn darum bittet, jemanden für ihn zu beseitigen, lehnt er ab – bis der alte Freund ihm 1,5 Mio. Dollar bietet, um den Job zu erfüllen. Pro Tag, wohlgemerkt. Der Haken: Die Zielperson soll als Whistleblower für die Interpol aussagen. Die internationale Kriminalpolizei schütz ihn entsprechend und hat seine beste Agentin dafür abgestellt: Die Asiatin Lin. Mit der bandelt Travis dann kurzerhand an, um an die Daten für den Aufenthaltsort der Zielperson heranzukommen. Doch Lin lässt sich nicht einfach so aushorchen und in einem offenen Schlagabtausch schaltet sie ihn aus. Zu seinem Erstaunen wacht Travis kurz darauf von den Toten wieder auf. Eine experimentelle Droge seiner Auftraggeber hat dafür gesorgt. Immerhin will man immer noch die Zielperson ausschalten und braucht die Informationen aus Travis Kopf. Nachdem er sein Wissen ausgespuckt hat, braucht man ihn nicht mehr und will ihn „abschalten“. Doch Travis hat noch 24 Stunden Lebenszeit – und die will er nutzen, um für sein Leben zu kämpfen …

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Gerade hat er erfahren, dass er nur noch 24 Stunden Zeit auf dieser Welt verbringen wird.

Stuntman und -Koordinator Brian Smrz nimmt sich in seinem zweiten eigenen Film nach Hero Wanted eine Rachestory, die Elemente von Crank beimischt und vor allem einen ungewohnten Darsteller in der Hauptrolle präsentiert: Ethan Hawke. Der hat zwar schon mal in Thriller mitgespielt, aber echte Action fand bisher maximal hinter dem Steuer eines Fahrzeugs statt (im unsäglichen Getaway). Nun darf der Charakterdarsteller einen Mix aus John Wick, Paul Kersey und Chev Chelios geben, wenn er nur aufgrund einer Droge noch 24 Stunden zu leben hat, um die Verantwortlichen auszuschalten. Dabei geht er alles andere als zimperlich zu, was in ziemlich blutigen und ruppigen Shoot-outs zelebriert wird. Die 16er-Freigabe ist hier durchaus an der Grenze dessen, was man dafür sonst zu sehen bekommt.
24 Hours to Live nimmt sich zu Beginn allerdings durchaus Zeit, um seine Figuren ein wenig einzuführen und lässt die beiden Kontrahenten direkt zu Beginn ein kleines Verhältnis anfangen, auf dass sich der Zuschauer mit beiden identifizieren kann. Mit einem Paukenschlag nach einer zwar kurzen, aber grandios choreografierten Actioneinlage wendet sich dann das Blatt und die 24 Stunden „Restzeit“ beginnen.

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Lin kämpft wie ein Bär

Von da an lösen sich Actionszenen fast im Minutentakt ab und 24 Hours to Live spielt mühelos in der Kategorie genannter Vorbild-Filme mit. Zumal sämtliche Darsteller ihren Job gut machen – gerade auch der von Paul Anderson gespielte Antagonist. Oft scheitert es ja gerade an den Bösewichten, die nicht fies genug sind.
Dass sich die Geschichte relativ überraschungsfrei vorwärts treibt, mag man kritisieren, doch dafür funktioniert der Schauplatz Südafrika hervorragend und sorgt für eine Menge Atmosphäre. Zudem gibt’s noch eine politische Konnotation, wenn klar wird, welche Experimente hier gemacht wurden – und vor allem an wem man sie durchgeführt hat. Das funktioniert trotz aller Action des Films und bekommt sogar eine extrem wirkungsvolle Note, wenn nach knapp 60 Minuten eine Konfrontation zwischen Gut und Böse in Zeitlupe exerziert wird. Smrz zeigt, dass er in den zahlreichen Filmen, für die er als Stunt-Koordinator gearbeitet hat, seine Hausaufgaben wirklich gemacht hat – Choreographie der Fahrzeugaction, der Shoot-outs und der 1:1-Kämpfe sind wirklich vorzüglich. Fast könnte man sich fragen, warum es dieser Film nicht zu einer Kino-Auswertung gebracht hat. Umso besser für die Heimkino-Fans, denn die bekommen nur selten so knallige Videopremieren, die durchweg unterhalten und nicht ständig über Klischees, dämliche Darsteller oder Logkilöcher stolpern.

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Travis will seinen letzten Tag auf der Erde sinnvoll nutzen und was Gutes tun

Bild- und Tonqualität

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Jim gibt sich nicht mit kleinen Kalibern ab

Mit sichtbar warm gefiltertem Bild zeigt sich 24 Hours to Live von Beginn an farblich sehr angenehm und stimmig. Die Bildruhe ist beständig hoch und Korn wird nur ganz dezent eingesetzt. Selbst uniforme Flächen in dunklen Bereichen beginnen nicht wuselig zu werden. Herausragend gut ist der Schwarzwert, der bis in die tiefsten Bereiche hinuntergeht und dennoch gut durchzeichnet. Das schwarze Haar und die Jacke von Lins kleinem Sohn kommt wirklich prächtig rüber (18’00). Sehr gut ist auch die Auflösung, die Vogelperspektiven von Kapstadt genauso fein wiedergibt wie sie Close-ups von Gesichtern scharf präsentiert. Randunschärfen gibt es keine.
Es dauert keine vier Minuten in 24 Hours to Live und das Heimkino brennt lichterloh. in einem knapp zweiminütigen Scharmützel setzt es gezielte Effekte während eines äußerst dynamischen Schusswechsels zwischen Pistolen, MPs und Gewehren. Auch das Treiben am Flughafen nach zwanzig Minuten kommt sehr atmosphärisch und authentisch rüber: Das Gemurmel im Restaurant, klirrendes Besteck auf Tellern im Hintergrund – das alles macht einen sehr realistischen Eindruck. Wuchtig und präzise kommt dann der kurze Schusswechsel zwischen Travis und Lin über sämtliche Speaker. Richtig fetzig wird’s, wenn Jim mit seiner Scharfschützen-Gewehr Kaliber 12,7 x 99 auf das Verhörgebäude feuert und die Getroffenen gleich meterweit fliegen. Dialoge bleiben dazu jederzeit sehr gut verständlich und werden von der Action nicht übertönt. Lediglich während des Showdowns fehlt es ein wenig an Differenzierung. Hier splittert Glas ein bisschen zu vermatscht, während die Kugeln fliegen und der Score es mit Lautstärke etwas übertreibt.

Bonusmaterial

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Die Medikamente erzeugen Halluzinationen

Die Originaltrailer sowie Programmtipps stehen über das Menü als Bonusmaterial von 24 Hours to Live zur Verfügung.

Fazit

24 Hours to Live macht im Prinzip alles richtig. Von der Action über die Darsteller bis zu den Schauplätzen passt hier alles. Selten wurde man mit einer Videopremiere so gut unterhalten, wenn man auf durchaus handgreifliche und blutige Action steht. Ethan Hawke hat sich somit von seinem albernen letzten Versuch, in einem Actionfilm zu überzeugen rehabilitiert. Den gruselig schwachen Getaway hat man nach diesen 90 Minuten jedenfalls schnell vergessen.
Technisch bekommt man eins der besten Bilder der letzten Monate sowie einen äußerst lebhaften Ton.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 90%
Tonqualität (dt. Fassung): 85%
Tonqualität (Originalversion): 85%
Bonusmaterial: 10%
Film: 80%

Anbieter: Universum Film
Land/Jahr: Südafrika/China/USA 2017
Regie: Brian Smrz
Darsteller: Ethan Hawke, Xu Qing, Paul Anderson, Liam Cunningham, Rutger Hauer
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 93
Codec: AVC
FSK: 16

Trailer zu 24 Hours to Live

24 HOURS TO LIVE Trailer Deutsch German (2018)

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