Abyss – Abgrund des Todes 4K UHD

Blu-ray Review

Walt Disney Studios, 26.04.2024

OT: The Abyss

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Operation Selbor

James Cameron auf dem Höhenpunkt seiner kreativen Schaffenskraft.
Danke an Leser Christoph fürs Organisieren der ABYSS 4K-Disk.

Inhalt

Was Bud liebt: Die Arbeit auf der Unterwasserbohrplattform

Januar 1994: Die USS Montana stößt auf ein nicht identifiziertes Objekt unter Wasser und sinkt kurz darauf in der Nähe des Kaimangrabens. Daraufhin rücken zum einen sowjetische Schiffe an, um das U-Boot zu bergen. Zum anderen schickt die US-Regierung ein SEAL-Team zu Deepcore, einer Unterwasserbohrplattform in der Nähe des Grabens. Deepcore ist tauchfähig und soll als Basis für eine Operation dienen, im Wrack des U-Boots nach Überlebenden zu suchen. Dr. Lindsey Brigman, Konstrukteurin der Plattform, besteht darauf, das SEAL-Team zu begleiten. Während der ersten Untersuchungen im U-Boot, bei der man die Abschusscodes für die nuklearen Sprengköpfe sichern möchte, fällt die Elektrik aus und ein Crewmitglied der Bohrinsel verfällt nach einer Begegnung mit einem Licht ins Koma. Währenddessen nimmt ein Sturm an der Meeresoberfläche zu und der zunehmend unzurechnungsfähige Kommandant der SEALs schnappt sich eines der Mini-U-Boote, um einen Nuklearsprengkopf zu bergen – eine Aktion, die eine Kettenreaktion hervorruft, an deren Ende mehrere Mitglieder der Crew tot sind. Doch das rückt in den Hintergrund, als man in der Tiefe immer wieder auf die Anwesenheit einer scheinbar nicht terrestrischen Entität stößt …

Was Bud nicht (mehr) liebt: Lindsay Brigman

James Cameron hatte nach Terminator und dem Drehbuch zu Rambo II das Engagement erhalten, Aliens – Die Rückkehr zu inszenieren. Dessen Produktion war zwar mehr als holprig, wie ihr im entsprechenden Review lesen könnt, aber natürlich brachte der Erfolg im Kino und die Anerkennung der Kritiker den Regisseur einen weiteren Schritt nach vorn. Im Anschluss an den Mix aus SciFi, Action und Horror, nahm sich Cameron eine Geschichte vor, dessen Grundidee er schon mit 17 Jahren hatte. Seinerzeit besuchte er in der Highschool einen Vortrag über Francis J. Falejczyk, der während einiger Experimente in den 70ern als erster Mensch mit Sauerstoff angereicherte Flüssigkeit durch seine Lungen geatmet hatte (auch wenn ihn das mit einer Lungenentzündung zurückließ). Dies inspirierte Cameron zu einer Kurzgeschichte über einige Wissenschaftler, die auf dem Grund des Ozeans in einem Labor arbeiteten. Viel später, während seiner Dreharbeiten zu Aliens sah der Regisseur einen Film des National Geographic über ferngesteuerte U-Boote, die weit unten im Atlantik arbeiteten. Das erinnerte ihn an seine Kurzgeschichte und der Wunsch, als Nächstes auf Basis dieser ein Drehbuch zu schreiben und es als The Abyss zu verfilmen, war geboren.

Die Deepcore in voller Beleuchtung

Und mit The Abyss begründete sich auch Camerons Faszination für die Unterwasserwelt, die er vor allem nach Titanic zu seiner Passion machte. Was Abyss aber bis heute so faszinierend macht, ist der vier Jahre nach der Kinofassung erschienene, knapp 30 Minuten längere Cut, der inhaltlich und thematisch eine vollkommen neue Perspektive eröffnete. Bis heute gibt es nur wenige Filme, deren längere Fassungen sich so maßgeblich von der Kinoversion unterscheiden, wie es hier der Fall ist. Man konnte schon bei Aliens erkennen, dass Cameron eine kritische Haltung gegenüber dem Militär einnimmt. In der Langfassung von Abyss geht er erstmalig in eine Richtung, die er in der Folge vor allem mit den Avatar-Filmen sehr deutlich intensivierte. 1989 waren es vor allem die noch frischen Eindrücke des Kalten Krieges, die zwar durch Perestroika/Glasnost eine positive Wendung erfuhren, die aber dennoch die Angst vor einer nuklearen Konfrontation der Supermächte noch nicht ganz hatten beseitigen können. Cameron verwendet das Motiv der Aliens als friedliche und beobachtende Rasse mit großer Macht, um die Menschen mit ihrer selbstzerstörerischen Natur zu konfrontieren. In einer tricktechnisch phänomenalen Sequenz kumuliert der Film in einer Szene, die ebenso dramatisch wie hoffnungsvoll, aber (sorry) auch ziemlich kitschig gerät.

Hören sich an, was man zum Einsatz der SEALs zu sagen hat

Dennoch darf man Cameron zu Abyss beglückwünschen, weil er sich zum damaligen Zeitpunkt wirklich etwas getraut hat. Die Kinozuschauer belohnten das seinerzeit erstaunlicherweise kaum. Bei einem Budget von (je nach Quelle) 47-70 Mio. Dollar spielte der Film lediglich 90 Mio. Dollar ein. Das reichte vermutlich, um die Kosten reinzuholen, nicht aber, um große Gewinne einzufahren. Hätte es The Abyss aber nicht gegeben, wäre Camerons Folgefilm, Terminator II, vermutlich nicht zu dem geworden, was er heute ist. Denn mit seinem Unterwasserfilm revolutionierte er die Tricktechnik. Morphing, fotorealistische CGIs und Unterwasser Bluescreens gab es vor The Abyss im Kino noch nicht. Bis heute sehen die fluiden Wasser-Tricks absolut überzeugend aus. Auf der Habenseite stehen auch die beiden Protagonisten. Die Chemie zwischen einem glänzend aufgelegten Ed Harris und Mary Elizabeth Mastrantonio als seine Ex-Ehefrau ist hervorragend und gibt die aus dem Drehbuch vorgeschriebene Dynamik wirklich gut wieder. Das lässt auch darüber hinwegsehen, dass Michael Biehn als Lt. Coffey hier den Overacting-Part von Bill Paxton aus Aliens übernimmt. Während der zahlreichen und extrem spannungsgeladenen Sequenzen bleibt einem ohnehin nicht selten die Spucke weg und die Interaktion zwischen den Crewmitgliedern und dem fremdartigen Wesen ist mitunter wunderschön. Wie kein anderer Cameronfilm vor ihm bewegt und rührt Abyss den Zuschauer, was den Weg für die folgenden, teils deutlich emotionaler gehaltenen Filme des Regisseurs ebnete.

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(Stand von: 2024/05/21 12:27 am - Details
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Format: Blu-ray
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Erscheinungstermin: Fri, 26 Apr 2024
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Bild- und Tonqualität BD

Ein Sturm zieht auf

The Abyss gehört zu den Titeln, deren Veröffentlichung auf Blu-ray jahrelang sehnlichst herbei gewünscht wurde. Für die Fans des Films war es stets unverständlich, dass Fox ihm nie eine HD-Veröffentlichung spendiert hatte. Entsprechend reicht die letzte verfügbare Heimkino-Fassung des Films in die Zeit der DVD zurück. Diese datiert (meines Wissens nach) aus dem Jahr 2000, ist also fast ein Vierteljahrhundert! alt. Das größte Ärgernis dieser Disk: Sie war nicht anamorph abgelegt. Bedeutet: Ohne aktivierte Zooms hat man es an allen vier Seiten mit schwarzen Balken zu tun. Das sieht nicht nur auf den großen Displays der heutigen Zeit oder auf Beamern doof aus, sondern ist schlicht damals schon ein No-Go gewesen. Abgesehen davon ist das Bild aber auch grundsätzlich mangelhaft. Die Schärfe ist bisweilen grausam schlecht, Farben wirken nicht selten ausgewaschen, wenn sie nicht in krasses Magenta getaucht sind und das Encoding offenbart gruselige Blockartefakte. Natürlich schaut man das aus heutiger Sicht, in der Blu-rays der Standard und UHD Blu-rays das Bestmögliche liefern. Aber eigentlich kann man sich das nicht mehr antun, geschweige denn genießen. Die Szenen des Extended Cuts wirken noch einmal etwas schwächer und speziell zum Ende hin gibt’s auch mal sehr unschöne kammartefaktartige Probleme zu sehen (164’35). Bildqualität kann man diese augenkrebsverursachenden Eindrücke leider nicht nennen.

… wird ihm noch das Leben retten

Die neue, bzw. erste Blu-ray basiert auf der gleichen Grundlage wie die UHD Blu-ray und revidiert vor allem eins: die Farben. Wo die DVD nahezu sämtliche Aufnahmen magentastichig präsentierte, verfolgt die Blu-ray von The Abyss einen anderen Weg. Während Hautfarben neutraler gestaltet sind, ist der grundsätzliche Look von Grün- und Blautönen dominiert. Das Wasser sieht dadurch nach hübschem Swimmingpool aus, was im Grund passender erscheint, allerdings durchaus deutlich ausfällt – vor allem, wenn man das im direkten Vergleich mit der DVD sieht. Deutlicher könnten sich Farben von einem Master zum anderen kaum unterscheiden. Natürlich schlägt die Full-HD-Scheibe die DVD in Sachen Auflösung sehr deutlich. Wo vorher eigentlich nichts zu erkennen war, sieht man jetzt zahlreiche Details. Ob das Gitterstrukturen sind, Versorgungsschläuche, die man nun voneinander differenzieren kann oder die Struktur eines Seils. Auch hier ist der Unterschied riesig. Und natürlich gibt’s das Bild jetzt im Original-Format und anamorph. Das letzte Bisschen an Auflösung fehlt allerdings und man erkennt auch hier, dass Cameron die Bildbearbeitungsautomatik angeworfen hat. Körnung ist, wenn überhaupt, nur sehr dezent vorhanden. Das ganze Bild ist sehr clean, wirkt auf Gesichtern immer mal wieder soft und etwas wachsig (11’08 oder bei 22’50 und 26’00). Stirnfalten sehen deshalb bisweilen ähnlich aus wie bei Aliens. Außerdem gibt’s aufgrund der langen Laufzeit und dementsprechendem Platzmangel hier und da Banding in den Blauverläufen des Wassers zu sehen. Nicht extrem und nicht immer, aber eben hin und wieder. Das Encoding dürfte zudem auch hier besser sein. Dennoch: Im Heimkino konnte man The Abyss bisher nicht in halbwegs vernünftiger Qualität sehen, sodass der Fortschritt gegenüber der DVD doch sehr deutlich ausfällt.
In der Folge auch hier eine stattliche Anzahl an Screenshotvergleichen, die nicht alle kommentiert werden (müssen).

DVD (5’15): (Slider ganz nach rechts): Die Außenszenen nach fünf Minuten sind qualitativ ohnehin nicht der Oberknaller. Über die alte DVD war hier aber wenig mehr als trübe Nebelsuppe zu erkennen.
Blu-ray (Slider ganz nach links): Die Blu-ray beginnt aus dem Ganzen tatsächlich so etwas wie ein Bild zu machen.

DVD (5’23): (Slider ganz nach rechts): Auffallend, wie matschig und magentastichig die DVD war.
Blu-ray (Slider ganz nach links): Auch hier differenziert die UHD Blu-ray besser.

DVD (5’23): (Slider ganz nach rechts): Geht man näher ran, erkennt man über die DVD genau NICHTS.
Blu-ray (Slider ganz nach links): Doch für ein angebliches 4K-Master liefert die Blu-ray hier auch zu wenig Details.

DVD (12’58): (Slider ganz nach rechts): Ja, im Bewegtbild erkennt man hier ein Boot. Im Screenshot sieht man graue Maus auf grauem Hintergrund.
Blu-ray (Slider ganz nach links): Die Blu-ray lässt das Boot nicht mehr nur erahnen.

DVD (15’52): (Slider ganz nach rechts): In der Tiefe wird dann überdeutlich …
Blu-ray (Slider ganz nach links): … wie viel besser die Blu-ray differenziert.

DVD (17’02): (Slider ganz nach rechts): als zöge man …
Blu-ray (Slider ganz nach links): … einen Grauschleier vom Bild.

DVD (17’02): (Slider ganz nach rechts): Die Unterschiede in der Auflösung und Durchzeichnung …
Blu-ray (Slider ganz nach links): … sind überdeutlich.

DVD (24’19): (Slider ganz nach rechts):
Blu-ray (Slider ganz nach links):

DVD (24’19): (Slider ganz nach rechts): Pinker Teint gegenüber …
Blu-ray (Slider ganz nach links): … leicht grünlichem Einschlag. Geschmackssache?

DVD (24’19): (Slider ganz nach rechts): Keine Geschmackssache:
Blu-ray (Slider ganz nach links): Der Unterschied in der Auflösung bei Gurt und Gesichtsdetails. Dennoch auch hier: Ein 4K-Master erscheint mir unwahrscheinlich.

DVD (43’56): (Slider ganz nach rechts): Es gibt Szenen, in denen der Rot-/Magentaeinschlag Sinn macht. So wie hier, als das pink leuchtende Alien am Mini-U-Boot vorbeischaut.
Blu-ray (Slider ganz nach links): Die Blu-ray bleibt hier im neutralen / leicht blau-grünlichen Bereich.

DVD (45’05): (Slider ganz nach rechts): Im Inneren von Deepcore macht das Magenta allerdings keinen Sinn.
Blu-ray (Slider ganz nach links):

DVD (45’05): (Slider ganz nach rechts): Ja, die alte DVD hatte kaum Auflösung.
Blu-ray (Slider ganz nach links): Die Blu-ray allerdings ist hier sehr deutlich nachbehandelt und von jedem Korn befreit worden.

DVD (50’40): (Slider ganz nach rechts): Der Unterschied in Farbe, Auflösung und Kontrast …
Blu-ray (Slider ganz nach links): … ist überdeutlich.

DVD (50’40): (Slider ganz nach rechts):
Blu-ray (Slider ganz nach links):

DVD (55’45): (Slider ganz nach rechts): Auch hier zeigen sich die Unterschiede massiv
Blu-ray (Slider ganz nach links):

DVD (55’45): (Slider ganz nach rechts): Dennoch und zum dritten Mal:
Blu-ray (Slider ganz nach links): … nach 4K-Basismaster sieht das nicht aus.

Gefährliche Ware

Akustisch lieferte die alte DVD fürs Deutsche eine Dolby-Digital-Spur in 5.1, während der englische Ton lediglich in Dolby Surround vorlag. Das Schlechte vorweg: Die deutschen Dialoge sind relativ dünn und während der Actionszenen zu leise eingepegelt. Hervorragend allerdings ist die Räumlichkeit der Tonspur. Schon bei der Havarie des U-Boots zu Beginn rumpelt, kracht, knallt und zischt es aus allen Speakern. Die Actionmomente bleiben dauerhaft sehr effektvoll, wirken bei den dynamischeren Sounds aber immer mal etwas artefaktbehaftet. Gelegentlich scheint es kurze Aussetzer zu geben, wenn unter Wasser Geröllmassen in Bewegung geraten. Auch die dynamisch aufbrandende Musik während des Katastrophenszenarios des Ext. Cuts zum Ende hin übersteuert und dröhnt unangenehm (146’20). Das klingt gar nicht gut. Die englische Fassung ist während dieser Szenen hörbar souveräner. Hier kann man nur hoffen, dass man beim Ton für die Blu-ray/UHD Blu-ray noch mal Hand angelegt hat – und ob man die Tonhöhe angepasst hat. Denn die Szenen der Langfassung sind hörbar anders und meinem Empfinden nach tiefer. Die erstmalig verfügbare Blu-ray liefert nun DTS-HD-High-Resolution-Tonspuren fürs Deutsche und die Szenen der Langfassung sind zumindest in Teilen anders. Denn schon bei Bendix‘ „Hippie gib‘ mir mal Bud“ nach 6’50, das er über die DVD dort noch sagte, spricht er nun nur noch von „Hippie gib‘ mir Bud“. Das „mal“ fehlt und die Stimme klingt dort auch ebenso tief wie beim vorherigen Satz, der nur in der Langfassung vorkommt. Dazu ist die Stelle nach 46’30, als der Reporter die Lage vor Ort erklärt, mit der nun korrekten Nachsynchro der Special Edition vertont, was bei der DVD noch nicht der Fall war. Und zu Beginn ist die Stimme von Hubertus Bengsch beim Nietzsche-Zitat unterlegt, was der DVD ebenfalls fehlt. Leider bin ich in puncto Tonhöhe nicht allzu empfindlich, sodass es mir schwerfällt, zu beurteilen, ob die Stimmen gegenüber der Kinofassung einfach grundsätzlich tiefer laufen. Apropos „tief“: Die Tonspur ist rund 3 dB leiser eingepegelt als die alte der DVD. Hebt man die Lautstärke an, so wirken in den dynamischeren Szenen (rauschendes Wasser zu Beginn von Kapitel 21) die lauten Geräusche zwar etwas gedämpfter, dafür lenkt der Bass aber sicht- und spürbar mehr aus. Wir haben also eine ganz leichte Dynamikveränderung bei gleichzeitig mehr Tiefbass. Auf der anderen Seite sind die Surrounds weniger aktiv und gefühlt auch weniger dynamisch. In der Szene zu Beginn von Kapitel 21 setzt das Wasserrauschen auch später ein und der Schrei des Crewmitglieds, der von dem Etagenbett umgerempelt wird, bleibt aus. Die vorgenommenen Änderungen der deutschen Tonspur weisen demnach Licht und Schatten auf. Die übersteuernden Sounds bei der Riesenwelle sind indes geblieben. Wer das sauber hören möchte, muss auf den O-Ton wechseln.

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Bild- und Tonqualität UHD

Begegnung der dritten Art

The Abyss wurde 1989 natürlich analog aufgezeichnet. Zum Einsatz kamen ARRIFLEX-35-Varianten sowie Kameras von Panavision. Ausgehend davon wurde laut offiziellen Aussagen von Cameron und 20th Century Studios ein 4K-Remaster angefertigt. Geht man von irgendwann mal Geschriebenen aus, basiert dieses 4K-Remaster auf einem 4K-Scan, der irgendwann nach 2011 im Zuge der Lowry-Prozessierung vorgenommen wurde (Quelle). Im Grunde liegt also ein ähnlicher Prozess zugrunde wie bei Titanic zuvor. Und im Grunde wurde bereits damals ein De-Graining (also eine Minderung des originalen Filmkorns) vorgenommen. In einem Interview, das Cameron Ende 2021 gegeben hat, sprach er davon, dass der Transfer nun fertiggestellt sei und er ihn selbst betreuen wollte, da sein Kameramann Mikael Salomon so wunderbare Arbeit geleistet hatte, die er bestmöglich dargestellt haben wollte (Quelle). Das HDR Grading und die neue Farbgebung kam deutlich nach dem 2011er-Scan hinzu und die Disk gibt dies jetzt mit HDR10 und Dolby Vision inkl. eines im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraums wieder. Schaut man sich das Ganze über die fertige Disk an, bleibt von einem angeblichen 4K-Scan als Basis nicht rasend viel übrig. Die Unterschiede in der Auflösung zur Blu-ray sind marginal bis nicht vorhanden. Ein Hauch feinere Details auf der Haut, was alleine durch Upscale und nachträgliche Prozessierung locker zu erreichen ist/wäre, ist erkennbar. Ansonsten gibt’s weder bei den Details der Außenszenen noch bei Feinheiten im Inneren der Deepcore wirklich mehr Auflösung. Und auch wenn das im Vergleich zur alten DVD wirklich Welten an Unterschied sind, kann man aus 4K-Scans von 35-mm-Filmmaterial (selbst wenn hier nicht anamorph aufgenommen wurde) noch mehr herausholen, als es hier der Fall ist. Und damit meine ich nicht die sichtbar soften Gesichter, die durch Rauschfilterung und AI-Einsatz entstanden sind, sondern Details wie Schriften oder Bedienelemente im Hintergrund, die gegenüber der Blu-ray nicht schärfer oder besser aufgelöst sind. Möglich durchaus, dass das vorhandene Filmmaterial nicht mehr hergegeben hat, aber der Auflösungsvorteil 4K-Disk gegenüber der Blu-ray fällt arg gering aus. Was den befürchteten AI-Upscale-Rauschminderungs-Nachschärfungslook angeht, so fällt dieser von den bisher durch Cameron nachträglich veröffentlichten 4K-Disks am geringsten aus. Ja, einige Einstellungen weisen auch hier unschön artifiziellen und leicht wachsigen Look auf, aber insgesamt ist das weniger auffällig als bei Titanic oder Aliens (und natürlich kein Vergleich zum Wachsmalstift-Bild von Avatar). Gegenüber der Blu-ray hat die HDR-Scheibe erneut das bessere Encoding voraus, was hier und da sogar eine dezente Filmkörnung zulässt (ob nun künstlich nachträglich hinzugefügt oder vom ursächlichen Material lässt sich kaum beantworten). Insgesamt wirkt das Bild aber etwas harmonischer und weniger glatt. Farblich tut sich gegenüber der Blu-ray kaum etwas. Ebenso wie diese zeigt die UHD Blu-ray die Aufnahmen nun nicht mehr vornehmlich magentafarbig, sondern grünblau. Cyan ist hier schon ein mitunter dominanter Farbton, den nicht jeder mag. Und er entfernt sich doch sehr deutlich vom ursprünglichen Grading der Kopien, die im Kino liefen. Allerdings war’s bei der DVD vorher mit dem krassen Magentalook eben auch nicht wirklich hübsch. Vor allem die Einstellungen in der Kammer, in der das Mini-U-Boot auf seinen Einsatz wartet, weisen nun eine deutliche Cyanrichtung auf. Hautfarben sind meist wesentlich natürlicher geraten, tendieren hin und wieder aber sichtbar ins Grüne. Aufgrund der etwas (aber nur etwas) dunkleren Abstimmung ist Schwarz etwas satter als über die Blu-ray. Was offenbar filmbedingt ist, sind die deutlichen Unschärfen von Bud in der Luftkammer bei den Aliens im Finale. Hier geht’s oft mit Doppelkonturen einher. Dafür ist ein gewisser Bildsprung, der bei der DVD noch auffällig war, nun (wenn überhaupt) kaum mehr zu erkennen (Hippy fragt One Night, wie man eine 300 Meter hohe Flutwelle stoppt).
Auch hier gibt’s wieder eine gewisse Menge an Screenshotvergleichen, sodass ich nicht alle kommentiert habe. Oft gibt’s auch nur wenig Differenz zur Blu-ray zu beobachten.

Blu-ray (5’15): (Slider ganz nach rechts): Gegenüber der Blu-ray …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … kommt die UHD Blu-ray nur einen Hauch dunkler zum Betrachter.

Blu-ray (5’23): (Slider ganz nach rechts):
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

Blu-ray (5’23): (Slider ganz nach rechts): Wer hier relevant mehr Details gegenüber der Blu-ray sieht …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … der hebe die Hand. Die Außenszenen sind zwar ohnehin nicht von sehr guter Qualität, aber wenn hier wirklich ein 4K-Scan zugrunde läge, müsste man mehr Details gegenüber der BD erkennen können.

Blu-ray (5’45): (Slider ganz nach rechts):
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

Blu-ray (5’49): (Slider ganz nach rechts): Im Close-up von diesem Bild folgt noch mal ein Vergleich der Auflösung.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Siehe nächster Screenshotvergleich.

Blu-ray (5’49): (Slider ganz nach rechts): Weder sind die Schriften noch der Zaun gegenüber der Blu-ray …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … über die UHD Blu-ray relevant detailreicher. Meiner Meinung nach liegt hier kein 4K-Scan zugrunde.

Blu-ray (12’58): (Slider ganz nach rechts):
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

Blu-ray 15’52): (Slider ganz nach rechts): Gegenüber der Blu-ray …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist schwarz etwas satter und die Kontraste wirken dynamischer in der Tiefe des Wassers.

Blu-ray (17’02): (Slider ganz nach rechts): Auch dieses Bild kommt hier zum Vergleich für die Auflösung.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

Blu-ray (17’02): (Slider ganz nach rechts): Was man gegenüber der Blu-ray erkennen kann …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist das bessere Encoding, das mit der Restkörnung souveräner umgeht. Aber ansonsten gibt’s hier nicht mehr Auflösung.

Blu-ray (18’15): (Slider ganz nach rechts): Zur Veranschaulichung mal ein Gesichts-Detailvergleich.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

Blu-ray (18’15): (Slider ganz nach rechts): Ja, man sieht ein wenig krispere Hautunebenheiten über die UHD Blu-ray …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … allerdings sind das Nuancen, die auch über das Hochskalieren, das bessere Encoding und die vielleicht noch etwas deutlicher Nachschärfung geschehen können. Zumal das nicht nach wirklich echter Auflösung aussieht, sondern nach künstlicher Hochrechnung, da auch die Highlights etwas überstrahlen.

Blu-ray (24’19): (Slider ganz nach rechts):
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

Blu-ray (24’19): (Slider ganz nach rechts):
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

Blu-ray (24’19): (Slider ganz nach rechts): Und noch einmal der Punkt Auflösung:
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Auch hier wirkt das für mich nicht wie ein originäres 4K-basiertes Bild, sondern wie eine durch besseres Encoding sauberere Darstellung des Materials. Die Körnung ist homogener, aber wirklich mehr Details von originaler Struktur sieht man nicht.

Blu-ray (43’56): (Slider ganz nach rechts):
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

Blu-ray (45’05): (Slider ganz nach rechts):
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

Blu-ray (45’05): (Slider ganz nach rechts): Schön zu erkennen über beide Disks:
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Einige Aufnahmen sind massiv rauschbefreit und wirken wachsglatt. Wenn man sich das Close-up von Mastrantonio bei 18’15 ansieht, hat sie dort nicht ansatzweise so ein glattes Gesicht. Hier schlug der Algorithmus der nachträglichen Rauschentfernung doch etwas zu stark zu.

Blu-ray (55’45): (Slider ganz nach rechts):
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

Blu-ray (55’45): (Slider ganz nach rechts): Unscharf bleibt unscharf…
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … da reißt die UHD Blu-ray überhaupt nicht mehr aus der Vorlage. Ed Harris ist alles andere als scharf abgebildet.

Cameron lieferte damals in puncto Spezialeffekte richtig ab

Die UHD Blu-ray von The Abyss liefert, wie bei Aliens auch, eine Dolby-Atmos-Tonspur fürs Englische, während der deutsche Ton bei DTS-HD-High-Resolution verharrt. Die Atmos-Vertonung des O-Tons ist allerdings unglaublich toll geworden. Zum einen liefert sie von Beginn an in den relevanten Szenen Bass satt (U-Boot direkt zu Begin). Dazu kommen wunderbare Surroundeffekte, eine hohe generelle Räumlichkeit und eine bisweilen wirklich tolle Dynamik. Die Stimmverständlichkeit des O-Tons ist hervorragend – selbst, wenn das Wasser in der Deepcore immer höher steigt. Wenn wir uns auf die Heights konzentrieren, so kommt schon der Chor der Filmmusik von oben und auch die Fanfaren vor dem Brabbeln des U-Boot-Motors oder das Blubbern nach fünf Minuten. Auch die Marschmusik bei der Landung der Helis ist von oben zu hören – allerdings keine Rotoren zunächst. Erst nach 5’55 hört man diese kurz flappen. Klasse allerdings die Geräusche von Deepcore nach etwas über 10 Minuten, die schönes Unterwasser-Feeling aufkommen lassen. Drei Minuten später röhrt es sehr gut hörbar von oben und immer wieder gibt’s Geräusche der Unterwassergefährte (33’55). Außerdem wird in den dramatischen Sequenzen der Score teils dynamisch hinzugefügt. Wird im Raum mit dem Mini-U-Boot herumgeschrien oder auch in engen Räumen (Kommandobrücke des Mutterschiffs), so hört man auch das über die Heights. Interessanterweise wird’s danach in Sachen 3D-Sounds erstaunlich still. Längere Zeit hört man lediglich nur noch die Filmmusik und keine surrenden oder rauschenden Mini-U-Boote mehr – und das, obwohl sie auf ähnliche Weise zu sehen sind wie zuvor, als man ihnen noch 3D-Sounds gönnte. Ein wenig macht es den Eindruck, als wäre der Tontechniker auf halber Strecke am Pult eingeschlafen.

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Bonusmaterial

Das Bonusmaterial befindet sich komplett auf der dritten Disk und enthält zunächst mit „Eintauchen: Ein Gespräch mit James Cameron“ ein halbstündiges, relativ junges Featurette, in dem der Regisseur noch einmal den Ursprung der Geschichte verrät. In „Das Vermächtnis von The Abyss“, einem ebenfalls neuen Featurette, geht’s darum, wie gut der Film gealtert ist und was er für Cameron als Karrieresprungbrett bedeutete. „Unter Druck“ ist hingegen das altbekannte, gut einstündige Making-of.

Fazit

The Abyss gehört zu meinen Cameron-Lieblingsfilmen. Ich mag Unterwasser-Szenarien und die Spannung, die hier mitunter entsteht, lässt mich auch heute noch nägelkauend zurück. Außerdem bin ich großer Ed-Harris-Fan und mag die Figurenzeichnung hier wesentlich mehr als in anderen Cameron-Werken. Dass man die alte DVD nun endlich beiseitelegen (oder schlicht fortschmeißen) kann, ist ein Gewinn der 4K UHD Blu-ray, die im Combo-Pack mit der Blu-ray kommt. Von allen Cameron-UHD-Blu-rays der letzten anderthalb Jahre (Avatar: Way of Water ausgenommen) bietet sie auch die am wenigsten auffällig prozessierte Bildqualität. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch hier Fans einer Restaurierung des ursprünglichen Filmlooks verärgert sein werden – zumal auch das Color Grading sehr weit vom ursprünglichen Look entfernt ist. Dennoch ist sie auf dem Heimkino-Markt alternativlos.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität DVD: 30%
Bildqualität BD: 70%
Bildqualität UHD: 70%

Tonqualität DVD (dt. Fassung): 65%
Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 60%

Tonqualität BD (Originalversion): 80%
Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 85%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 70%
Film: 80%

Anbieter: Walt Disney Studios
Land/Jahr: USA 1989
Regie: James Cameron
Darsteller: Ed Harris, Mary Elizabeth Mastrantonio, Michael Biehn, Leo Burmester, Kimberley Scott, J. C. Quinn
Tonformate DVD: Dolby Digital 5.1: de, en
Tonformate BD neu: dts-HD-Master 5.1: en // dts-HD-High-Resolution 5.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts-HD-High-Resolution 5.1: de
Untertitel: de, en
Bildformat DVD: (nicht anamorph)
Bildformat BD/UHD: 2,39:1
Laufzeit: 140/171
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: angeblich Ja (4K-DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: keine Angabe
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: 20th Century Fox)
*Affiliate-Links sind mit * gekennzeichnet. Für Einkäufe über diese Affiliate-Links erhalten wir eine Provision. Für den Käufer entstehen keine Mehrkosten. Infos zum Datenschutz findet ihr hier.


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

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73 Kommentare
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Wassilis

Die UHD präsentiert sich nicht mal lippensyncron. Absoluter Fehlkauf für mich. Der Film kann mich auch nicht mehr begeistern. In den 80igern war das noch einmal eine andere Nummer. Schade drum.

Helmut

Mein erster Eindruck nach erster Sichtung ist erstmal: prinzipiell gut anschaubar und nichts, was mich jetzt völlig rausreißt, aber sicher keine Referenz und eben manchmal auch sichtbare Diskrepanz zwischen der geringen Detailauflösung bei etwas überschärften Kanten. Am meisten ist mir aber aufgefallen, daß bei den Unterwasseraufnahmen die blauen Flächen zu unform sind. Wasser hat aber eigentlich Struktur, kleine Partikel, Luftbläschen die sich im Gegenlicht zeigen etc. Beim aktuellen Vergleich jetzt auf caps meine ich, beim HDTV Stream neben der prominenteren Konstruktur auch solche Elemente wieder sehen zu können, die definitiv kein Filmkorn sind, obwohl das Bild sonst schlechter und Unschärfen aussieht, keine Frage. Meine Vermutung: im Gegensatz zum menschlichen Auge (bzw. Gehirn) ist die künstliche „Intelligenz “ nicht in der Lage, zwischen dem von Einzelbild zu Einzelbild wechselndem Filmkorn und sich natürlich im Wasser bewegenden Kleindetails zu unterscheiden

Helmut

Uniform, nicht unform

Stefan

Ich bin schon immer wieder positiv überrascht, wieviel besser, fachlich versierter und tiefgängiger die Reviews auf dieser Seite sind, als auf vergleichbaren Portalen.

Abyss habe ich mir erstmal nur im 4k-Stream gegönnt und muss sagen, obwohl die Bildqualität schon insgesamt gut war und der Film natürlich auch gelungen ist, kam irgendwie kein echtes „4k-Feeling“ bei mir auf. Sah nach guter Blu ray aus, aber viel mehr leider meist nicht. Glaube auch nicht, dass die bessere Qualität auf Disk das noch rausreißen kann…

Heiko

Vielen Dank für die Rezension, lieber Timo!

Heute habe ich die Special Edition auf UHD BR in OV geschaut: Bild und Ton fand ich super – habe auch ein paar Mal pausiert: Konnte da auf meinem OLED immer organisch wirkendes Filmkorn erkennen, ob nun künstlich hinzugefügt oder nicht.

Jedenfalls: Habe heute wieder gemerkt, dass mir die Kinoversion wesentlich besser gefällt. Allein die Welle am Ende und das Katastrophenszenario passt – m. E. – visuell/tricktechnisch und dramaturgisch nicht zum Rest des Films. Hat mich irgendwie an die Special Editions der Star Wars Filme erinnert.

Ansonsten ist die Kinofassung der Hammer und mein zweitliebster Cameron-Film nach Aliens!

Hans-Ingo Trompeter

Da kann man mal sehen, wie unterschiedlich die Dinge doch aufgefasst werden. Aus meiner Sicht ist die Kinofassung ein unfertiger Film und erst die Special Edition ergibt filmisch überhaupt erst Sinn. Ich kenne eigentlich keinen Film, bei dem ein Director‘s Cut soviel verbessert wie wie bei The Abyss. Aber es ist ja schön, dass beide Fassungen verfügbar sind. Was mich an der Special Edition etwas stört, sind die klanglich anders abgemischen Synchronstimmen in den zusätzlichen Szenen.

Heiko

Ich bin da vermutlich auch in der Minderheit, aber ich finde die Kinofassung zudem atmosphärisch dichter und spannender.
Habe gestern im O-Ton geschaut, aber wurde Mastrantonio in der Special Edition nicht sogar von jemand gänzlich Anderes synchronisiert?
Ich finde, dass die längere Fassung von Batman V. Superman den Film erheblich verbessert. Aber generell bin ich kein Fan von verlängerten Fassungen, auch nicht von Aliens.
Aber wie von Dir angedeutet: Gut, dass man wählen kann.

Frank

Hallo Timo,

danke für die klasse Rezension!!

Ich lese schon seit einiger Zeit hier mit und bin immer wieder begeistert von deinen Filmbesprechungen voller Herzblut für das Kino und deinen sehr differenzierten technischen Kritiken zu Bild und Ton. Das ist in dieser Qualität und mit dieser Hingabe schon außergewöhnlich, wie ich finde. Es hat mir auch schon so manchen Fehlkauf erspart und auch mein Interesse an so einigen Filmen erst geweckt. Ein ganz herzliches Danke dafür!!

The Abyss gehört seit dem Kinobesuch (und erst recht seit dem Erscheinen der Special Edition) damals zu meinen persönlichen Lieblingsfilmen, war atmosphärisch und in seiner ganzen Art schon immer etwas Besonderes für mich. Die (nach einer gefühlten Ewigkeit nun tatsächlich die DVD ablösende) gerade erschienene UHD ist jetzt ein guter Anlass, mich auch einmal zu Wort zu melden und Danke zu sagen, zumal mir der Umgang miteinander hier sehr gefällt.

Liebe Grüße
Frank

Cpt. Kerk

Hallo zusammen,

ich habe den Film jetzt in der Special Edition mit meinem Sony VW590, Panasonic UB9004 auf 3m Leinwand mit 2,5m Sitzabstand gesehen. Ich finde das Bild absolut hervorragend. Vielleicht kann der Beamer die letzten Details nicht so herausarbeiten wie ein OLED, aber ich war begeistert. Auch der englische Atmos Ton war super atmosphärisch und extrem detailliert. Ich höre auf Marantz AV10. Also technisch für mich top. Story finde ich eh extrem gut. Für mich rundum eine 9/10

Hans-Ingo Trompeter

So isses. Habe die Disc gestern auch gesehen und stimme Deinen Ausführungen zum Bild völlig zu. Der deutsche Ton ist gut (auch mit AV10 gehört), Vergleiche mit der DVD habe ich mir erspart und die Laserdisc mit PCM 2.0 Ton besitze ich nicht mehr.
Ob übrigens das Bild von einer 2K Quelle kommt oder einem nativen 4K Scan entstammt, wage ich visuell nicht zu beurteilen. Ist auch müßig, es sieht toll aus und der Film macht immer noch enorm viel Spass! Cameron’s bestes Werk.

Last edited 19 Tage zuvor by Hans-Ingo Trompeter
David Z.

Schaue den Film zum allerersten Mal komplett. Und ich finde den Unterschied von den Tonhöhen her sehr heftig auffallend – teilweise sogar störend. Auf dem Kopf habe ich die Audio Technica ATH M50x.

Auf DVD war das Bild aber so schlecht, dass ich abbrechen musste nach ca. drei Minuten. 😀

Aber der Film gefällt mir so gut – da werde ich mit den Film auch im O-Ton nochmal anschauen.

Danke für die Rezension!

Christian

Gestern angeschaut und der Film ist nach wie vor toll! Moderner Look hin- oder her, die Bildqualität war für mich nicht ablenkend und ich hatte Spaß.

Björn

Was mich am Release von The Abyss etwas stört, sind die kleinen Tonfehler die bisher entdeckt wurden in der deutschen Sprachfassung. So ist in der Kinofassung bei Kapitel 10 bei Minute 18:41 eine Wortdopplung beim Wort „festsitzt“. In der Special Edition Version ist dieser Fehler nicht vorhanden. Und der Ton für das Wasser zu Beginn von Kapitel 21 in der Special Edition kommt zu spät. Beides dinge die vielleicht nicht besonders stark ins Gewicht fallen, aber dennoch ärgerlich sind. Vielleicht bietet Leonine ja noch einen Austausch der Disks an.

Björn

PS: Ich habe jetzt Leonine mal angeschrieben wegen der vorhandenen Tonfehler, ob hier evtl. noch eine korrigierte Auflage mit Möglichkeit eines Austausches angedacht ist. Mal schauen ob man überhaupt eine Rückmeldung bekommt.

Björn

Rückmeldung von Leonine:

„Guten Tag Herr XXXXXXXXX,
Sie sind der Erste, der diese Probleme hat. Schon etwas komisch.
Deswegen werden wir hausintern unsere Muster einmal überprüfen/testen.
Sie lesen auf jeden Fall wieder in den nächsten Tagen von uns !
Bitten hier um etwas Geduld & Verständnis !
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen“

Norbert.s

Nach dem Stream habe ich nun auch gestern Abend die UHD-Blu-ray angeschaut. Ich kann mit dem Loock einigermaßen leben, davon abgesehen, dass es sowieso keine brauchbare Alternative gibt.

Der Look ist ein wenig glatt, aber das war zu erwarten. Ich kenne jede Menge toller Restaurierungen alter 35-mm-Filme, welche deutlich authentischer herüberkommen. Da wirkt Abyss ein wenig wie in „unfreiwillig die Zukunft katapultiert“ – quasi wie mit digitaler Kamera aufgenommen mit nachträglich minimal hinzugefügtem Rauschen.

Aber der Film ist eben ein Muss. Für mich einfach nur legendär, wie von oben der Kran herunterkommt und dann auch noch die Station mitreißt. Diese Sequenz zählt für mich zu einer der spannendsten Inszenierungen, die ich kenne.
Die reißt mich immer wieder aus dem Sessel, obwohl ich natürlich schon weiß, was alles passiert. 🙂

Servus

Last edited 22 Tage zuvor by Norbert.s
Bernd

Ich habe den Film damals im Kino gesehen .Bildtechnisch ist die 4k Version um längen besser.

Helmut

Ja, an die abgenudelten Kopien der Xten Generation in den Stadtkinos der 80er vor der Multiplexära erinnere ich mich auch noch. Nicht wirklich schwer zu toppen.

Bernd

Ja und das war nun mal so.

Helmut

Das wünscht sich ja auch keiner zurück. Mit dem Wunsch nach einem authentischen Filmlook ist auch nicht gemeint, daß es wieder so aussehen soll wie eine schlechte Kinokopie, bei der dann noch vergessen wurde den Projektor scharf zu stellen

Bernd

Ich muß sagen für mich hat der Film in Bezug auf Bildqualität mit HDR und in Dolby Vision 100% verdient ,manche neuere Filme sehen nicht so gut aus wie jetzt The Abyss.

Helmut

Und jetzt wieder ein aktuelles Review online auf einer bekannten Seite, zu dem ich mir einen Kommentar nicht verkneifen kann. Es wird korrekt auf die stärkere Körnigkeit des Filmmaterials hingewiesen und daß bei einem 4k Scan diese noch stärker zutage tritt durch die höhere Auflösung, dann aber geschlussfolgert, dass das stärker sichtbare Korn die URSACHE dafür ist, daß der Zuwachs an Detailauflösung gegenüber der Blu-ray ausbleibt oder gering ist, nicht die generell niedrigere Auflösung des verwendeten Filmmaterials( wie Hans-Ingo ja schon mehrfach zum Thema Super 35 geschrieben hat), als ob der Scan quasi Korn addiert als Überlagerung von sonst sichtbaren Details, die dann nach Entfernung wieder freigelegt werden(ich meine hier jetzt ausdrücklich nicht künstlich hinzugefügtes Korn). Dabei hat man durch die bessere Kompression in der Regel eher trotz mehr Korn auch mehr Details- es sei denn eben das Ausgangsmaterial gibt nicht mehr her. Alles andere ist digitale Nachbearbeitung und subjektiver Eindruck.

Marv

Hab ich auch grad gelesen und musste direkt hier nochmal reingucken… so ein stuss manchmal.

Kann mich aber noch gut an ein anderes Review erinnern, in dem da geschrieben wurde (sinngemäß) „Körnung erfolgreich behoben“. Von daher *facepalm*

Christian

Versandbenachrichtigung seitens Amazon erhalten und morgen wird die Lieferung voraussichtlich da sein. Es gibt wohl keinen Engpass hierzulande. Freu mich aufs Wochenende und The Abyss.

Björn

Ich würde mir Veröffentlichungen wünschen, bei denen groß auf dem Cover steht: Unverfälschter 4K-Scan – so wie im Kino gelaufen! Lediglich von Bildfehlern bereinigt. Im Grunde das, was mir Fans gerade mit den 4K-Scans der originalen Star-Wars-Filme beschert haben. Solche Discs wären für Sammler sicher Gold wert. Kein HDR. Kein erweiterter Farbraum. Keine hinzugefügten Szenen oder neues Color-Grading. Vor allem kein AI, kein Weichzeichner, keine Wachsfiguren. Leider gibt es von so vielen tollen Filmen im Heimbereich nur verfälschte, verschlimmbesserte Versionen. Herr der Ringe kann ich in 4K nicht gucken, die Cameron-Filme auch fast alle nicht. Gerade ist mir von Disneys Robin Hood-Zeichentrick ein Original-Print unter die Finger gekommen und im Vergleich sieht die Version bei Disney+ und BluRay gruselig aus. Auch da wurden Farben und Bildformat verändert und Weichzeichner draufgekloppt. Ich verstehe diesen Irrsinn nicht. Da hat man so ein tolles Format mit so viel Speicherplatz und könnte die bestmöglichen Heimversionen erstellen – aber wenn sogar die Filmemacher selbst nicht mehr vor Verschlimmerungen zurückschrecken, sind die Originale wohl verloren.

Simon

Könntest du dir vorstellen, dass sich die Produzenten NICHT hingesetzt haben und vorgenommen „Kommt, lasst uns das Ding mal so richtig schlecht machen, damit wir möglichst viele Leute vergraulen!“? 😉

DC_Cinema

Das mit Sicherheit nicht. Allerdings verlieren sie offensichtlich den Blick für Ihre damalige Vision oder dergleichen. Eigentlich wollen sie alles besser machen, wobei die Fans doch nur unverfälschtes Material haben möchten.

Simon

Ich bin mir da nicht so sicher, dass „ …die Fans doch nur unverfälschtes Material sehen wollen …“. Kann gut sein, dass dieser Eindruck nur entsteht, wenn wir hier in unserer „Blase“ leben. Andere – erst recht, wenn man es weltweit betrachtet- wollen vielleicht WIRKLICH lieber ein Bild ohne Filmkorn, mit den knalligstmöglichen Farben, den krassesten Kanten,…

Wenn ich mich in meinem „normalen“‘ (nicht heimkinoverrückten) Umfeld umsehe, ist da keiner, der bei einem authentischen 80er-Filmbild einen Woweffekt erlebt. Die empfinden das dann als „unscharf“ und äußern eher, dass 4K und der ganze Aufwand sich anscheinend nicht lohnen – von einem „mitreiß-„ oder gar „Protzfaktor“ ganz zu schweigen.

Und wie Chinesen, Japaner, Koreaner, Afrikaner, Australier,… ticken, weiß ich überhaupt nicht.

Kurz: Ich bin immer vorsichtig, meine Maßstäbe zu verallgemeinern.
(Nicht selten ein guter Ansatz 😉 )

k-ulf

Wenn du einen Film so sehen willst, wie er damals im Kino gelaufen ist, brauchst du aber HDR und den erweiterten Farbraum.

Heiko

Sehe ich ganz genau so: Zum Beispiel die alte Star Wars Trilogie in den Ur-Kinofassungen mit Filmkorn – da würde ich richtig Geld hinlegen (man darf ja noch träumen) …

dc_coder_84

Also als gelernter Metzger würde ich sagen Timo kann sich das Review zu True Lies sparen. Es wird eine ähnliche technische Bewertung kriegen wie Abyss und Aliens.

Florian

Richtig wie im Review geschrieben wurde das Master von Lowry Digital 2010-2011 erstellt. Entweder basiert das resultierte 2K DI auf einem 4K scan oder auch auf einem 2K scan. Für die 4K Blu-Ray und Blu-Ray wurde also kein neuer 4K scan vorgenommen. Es wurde einfach wie bei Aliens das alte 2K DI genommen und mithilfe von KI ein 4K DI erstellt.

Hans-Ingo Trompeter

Nein. Timo hat, durchaus richtig, geschrieben und so wurde es auch von Lightstorm bestätigt, dass ein „recent“ (Zitat von Bill Hunt aus dessen Review) 4K Scan die Basis für ein neues 4K DI bildet, welches für die UHD und die BD verwendet wurde. Ob das Ergebnis subjektiv nach 4K oder 2K aussieht, ist pure Spekulation und geht an den derzeit bekannten Fakten vorbei. Eine von einem 4K Scan abgeleitete BD ist subjektiv einer UHD nämlich kaum unterlegen und viele weitere Faktoren (Filmstock, photochemische Prozesse und zu guter letzt das Super35 Format) nehmen Einfluss auf das finale Resultat.

Helmut

Bill Hunt ist ja auch nicht immer die fehlerfreiste Quelle, s. Herr der Ringe, auch wenn hier seine Reviews wenigstens etwas differenzierter sind als die von RAH im hometheaterforum. Dort wird mittlerweile jeder vorsichtig kritische Widerspruch von den treuen Jüngern zum Schweigen gebracht, man solle doch seiner Eminenz vertrauen

Hans-Ingo Trompeter

Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass ich Blu Rays immer vom Lumagen Radiance Pro auf die 4K Auflösung des JVC NZ8 hochskalieren lasse (und der macht dann noch 8K daraus..). Der Lumagen ist ein so verdammt guter Skalierer, da kommt kein Player, AV-Verstärker oder Display mit. Das relativiert die Unterschiede zw. BDs und UHDs teils so deutlich, dass man bei einer BD gerne mal an eine UHD denkt, insbesondere eben bei 4K-generierten BDs. Je nach Bildmaterial sieht man natürlich trotzdem feine Unterschiede, da hast Du natürlich recht.
True Lies ist übrigens auch im Super 35 Verfahren aufgenommen, insofern scheidet dies als Erklärung hier aus. Ich würde auf Filmstock oder Linsen tippen, James Cameron wird es wissen…. Geniessen wir einfach die Filme und freuen uns, dass ihre DVD-Zeiten hinter uns liegen.

Last edited 1 Monat zuvor by Hans-Ingo Trompeter
Marius R.

Wenn das doch immer so laufen könnte, wie bei den David Lynch 4K’s zum Besipiel. Man kann natürlich den Willen des Regisseurs respektieren, aber nachvolziehen kann ich es nicht.
Peter Jackson ist ja auch so ein Kandidat. Schade einfach. Danke für das ausführliche Review btw.

David Z.

Was ich nicht verstehe: Ed Harris wird in einem Screenshot als unscharf beschrieben. Er soll es in dieser Szene doch auch sein?! Der Fokus liegt doch definitiv auf der andere Person. Der Ausschnitt ist unscharf, well die Blende eben einfach niedrig war und die Tiefenunschärfe folglich halt mehr zum Tragen kommt. Oder sehe ich das falsch?

Die Disc wurde auf jeden Fall geordert. Freue mich drauf. Hab den Film hier seit Jahren liegen, aber ich traue mich nicht, eine DVD in den Player zu legen. Folglich habe ich den Film noch nie gesehen. Bin echt gespannt!

Stefan B.

Erstmal vielen Dank für Deine Rezensionen lieber Timo.
Sowohl bei Aliens und jetzt hier bei Abyss hast Du, sicherlich unter sehr sehr großem Zeitdruck, Deinen Lesern eine große Freude bereitet und noch vor Veröffentlichung Deine Anmerkungen und Analysen zur Verfügung gestellt. Toller Job!

Für die mangelhafte Umsetzung ist dann aber wieder das Studio verantwortlich und ich bin offen gesagt nicht wirklich enttäuscht, denn damit war zu rechnen. Schade, dass wieder die Chance vergeben wurde so beliebte Klassiker aufzuwerten, aber der Trend setzt sich da eben fort.

Filmfans in Zusammenhang mit „unserer“ technikaffinen Ausrichtung leiden dann einfach etwas weiter – der Mehrzahl der Käufer wird das aber wohl relativ wurscht sein. So is’ es eben.

Ich habe Aliens und auch Abyss als Erstaufführung im Kino gesehen und war ob der Machart der beiden sehr beeindruckt, wobei mich schon 1986 die Marines in Aliens echt genervt haben. Bei Abyss haben die Wassertanks (ich meinte die standen in Rom) ganze Arbeit geleistet – Handwerk schlägt immer CGI. Ich hatte – natüüürlich – die VHS und später dann die DVD – dabei wird es aber jetzt auch bleiben. Vielleicht mal irgendwann im Stream, wenn ich mal gar nichts anderes vorhabe – verschlimmbesserte Versionen mit dem Wissen, dass da mehr möglich ist (4K Scan bei Aliens, Filmkorn etc.)- achnöö.

Aber, mal eine Frage an die Profis hier: Warum sehen meine DVDs (ich habe noch viel zu viele) über die alte Playstation 4 nicht ganz so schlimm auf meinem OLED aus, wie über den UHD Player? Banding, Encoding sind zum Teil echt übel….

Danke vorab und Kopf hoch! Nach Abyss ist vor Dune 2!

Norbert.s

„Warum sehen meine DVDs (ich habe noch viel zu viele) über die alte Playstation 4 nicht ganz so schlimm auf meinem OLED aus, wie über den UHD Player?“

Es gibt gute und weniger gute Scaler und De-Interlacer.
Und mancher Player hat noch zusätzliche Filter in der Pipeline.
So kommen dann leicht unterschiedliche optische Ergebnisse zustande, je nach dem wer die Arbeit macht – Player 1, Player 2 oder Fernseher oder gar gemischt.

Servus

Stefan B.

Danke Dir Norbert. Ich nahm an, dass der UHD Player hier eigentlich besser sein sollte, da neuer, aber im Grunde nachvollziehbar was Du meinst. Vielleicht spende ich auch einfach meine DVD Sammlung an eine Bibliothek oder wer immer Interesse daran hat… bin auch so so extrem verwöhnt, mit meinen Sehgewohnheiten ;o)

Norbert.s

Eventuell ist ja der UHD-Blu-ray-Player „zu gut“ und arbeitet alle Ecken und Kanten vom Medium heraus, während die Playstation 4 eher den Mantel des Schweigens über die Ecken und Kanten legt (oder einfach einen zusätzlichen Filter). 😉

Mir sind solche Fälle schon untergekommen, wenn es um das im Medium enthaltene Color Banding und Macro Blocking geht. Ausgehend davon, dass der Zuspieler die ganze Arbeit macht (Scaling und De-Interlacing) und der TV die Füße stillhält.

Man könnte es aber auch so interpretieren, dass manche UHD-Blu-ray-Player inzwischen bereits herablassend auf die DVD schauen und dieses Medium verächtlich behandeln.
Sprich – dass die Chip-Hersteller für die Player in ihren SoCs die niedrig auflösenden Medien nachlässig behandeln oder/und die Player-Hersteller die Möglichkeiten des verwendeten SoCs nicht voll ausschöpfen.

Servus

Last edited 1 Monat zuvor by Norbert.s
Stefan B.

… ich bin fest von der herablassenden Art des Panasonic überzeugt! Der skaliert übrigens auch. Der Oled skaliert dann wiederum bei der PlayStation… naja, bei manchen DVD‘s sieht es trotzdem noch ok aus… Vielen Dank nochmals für Deine hilfreichen Anmerkungen. Liebe Grüße.

Last edited 1 Monat zuvor by Stefan B.
Maestro

Playstation 4? Ist das dein ernst oder machst du nur Witze? Versuche mal einen UHD Player ab 1000€ dann kann deine Playsi aber mehr als deutlich einpacken!

Norbert.s

Ich habe keine PS4. Ich habe in meinem Beitrag Stefan B. erklärt, wie optische Unterschiede zwischen verschiedenen Playern zustande kommen.

Last edited 28 Tage zuvor by Norbert.s
Stefan B.

.. ich bin der mit der Playstation 4! Zu meiner Frage hatte Norbert netterweise geantwortet. Ich besitze, wie Du meinem Text entnehmen kannst, auch einen UHD Player – der übrigens sehr gut auf keiner Leinwand mit 1,20 m abspielt :o)

Marv

„Filmfans in Zusammenhang mit „unserer“ technikaffinen Ausrichtung leiden dann einfach etwas weiter – der Mehrzahl der Käufer wird das aber wohl relativ wurscht sein. So is’ es eben.“

Aber genau diese Mehrzahl an Käufern ist doch nicht die Zielgruppe der UHD-BD, oder? Selbst DVDs werden ja noch in großen Zahlen verkauft, woran man den allgemeinen Anspruch an die Wiedergabe ja stückweit ablesen kann. Und der Großteil der UHDs wird doch wohl eher von den Verrückten wie uns hier gekauft, die auch das nötige (klein-)Geld in die Hand nehmen, um eine ordentliche HK-Erfahrung zu haben. Und eben diese Stößt man mit solchen und anderen/ähnlichen Veröffentlichungen doch total vor den Kopf…

Oder bin ich mit dieser Annahme so auf dem Holzweg?

„Nach Abyss ist vor Dune 2!“ !!!!!

Stefan B.

Du bist überhaupt nicht auf dem Holzweg damit. Der einfache Weg (Streaming) bzw. Film- und Serienkonsum ohne zusätzliches Equipment wie UHD Player, Verstärker und Boxen, Beamer etc. etc. ist immer die Masse. Und damit kommen wir zum Dilemma – die Verkaufszahlen bei der von uns präferierten Wiedergabe, UHD, HDR usw. sind deutlich geringer – da lohnt sich dann nicht immer die Auflage – gerade bei älteren Filmen die nicht in 4K vorliegen. Natürlich kann man trotzdem Geld damit verdienen, siehe z.B. Turbine, aber, die großen Studios und Hersteller sitzen in den USA, und dort sind kleine Umsätze und Gewinne traditionell nicht ausreichend und damit der Mühe oftmals nicht wert. Da hilft im Grunde nur noch ein reichlicher Lottogewinn um die Rechte eines Films selbst zu erwerben oder die Akzeptanz, dass wir uns in einer Nische bewegen, die immer kleiner wird.
Also, nach Abyss ist vor Dune 2!

Norbert.s

Nachdem ich mir kürzlich Aliens als Stream in UHD/HDR angeschaut habe, habe ich nun nicht widerstehen können und mir auch Abyss als Stream in UHD/HDR angeschaut.
So wie hier berichtet, ist der Look von Abyss auch für mich „filmischer“ mit deutlich weniger aggressiven Wachsgesichtern. Nicht perfekt – aber Aliens hat mich quasi „entsetzt“, während Abyss nur ein klein wenig „ärgerlich“ für mich ist.
Mangels Alternative ist Abyss sowieso für mich als UHD-Blu-ray ein Muss.

Servus

Last edited 1 Monat zuvor by Norbert.s
Helmut

Bei den Closeups wirkt zumindest in den eingezoomten Screenshots die UHD schon wieder fast unangenehm überschärft, so dass eigentlich nur noch die Atmos-Spur und das bessere Encoding für die 4k spricht. Gott sei Dank müssen wir uns mangels reinem Blu ray Release (zumindest aktuell) gar nicht entscheiden, Mr. Cameron nimmt uns auch hier alles ab und wir müssen nur noch das Sparschwein zücken. Vielleicht bereitet er uns schon so auf eine Zukunft vor, in der die KI alles entscheidet. Dann hab ich seine Terminator -Filme wohl missverstanden.

Hans-Ingo Trompeter

In Sachen Auflösung sollte man im Hinterkopf haben, dass der Film in Super 35 flat, also NICHT anamorph aufgenommen wurde. Das per se kostet Auflösung im 35mm Format im Vergleich zu 35mm anamorph. Bei den 4:3 Versionen von Abyss waren die CGI sogar ins 2,35:1 Frame hinein gerendert und fehlten oben und unten im 4:3 Bild….
Die Bildsprünge resutlieren von den Jump Cuts, den Übergängen von Kinofassung zu Director’s Cut und zurück, da beim Hineinschneiden der zusätzlichen Szenen des Director’s Cuts jeweils ein Frame beim Schnitt verloren ging. Schön, dass dies eventuell jetzt behoben ist.

Eine kleine Meckerei noch: weder bei Blu Rays noch bei UHD Discs gibt es „anamorphe“ Formate, im Gegensatz zur DVD die 4:3 Flat war oder 16:9 vertikal auf 4:3 hochgezogen und am 16:9 Display wieder auf das korrekte Format gestaucht wurde. Bei 4:3 Fernsehern konnte das der DVD Player machen, aber nicht immer ganz geometrie-richtig, was der Grund war, warum Cameron seine DVDs gerne in 4:3 ausführte (Abyss und Titanic). Geometrie war ihm wichtiger als Horizontalauflösung. Ärgerlich, damals.

Last edited 1 Monat zuvor by Hans-Ingo Trompeter
Stefan B.

Vielen Dank für Deine Anmerkungen. Wieder etwas gelernt.

Helmut

Ich fand die grundsätzlich eher antimilitaristische Haltung auch schon bei Aliens erkennbar( nur unter mehr Geballer versteckt)deswegen auch eigentlich hier nichht überraschend . Und Michael muss als paranoiden Russenhasser nach der Darstellung von Hicks ja definitiv Vielseitigkeit attestieren

Helmut

Ergänzung .Michael Biehn

DC_Cinema

Schade das es offenbar kein wirklicher 4k Scan ist, aber ich bin wirklich froh das der Film zumindest endlich mal in annehmbarer Qualität verfügbar ist. DVDs sind auf meiner Leinwand (120zoll) eh schon eine Qual, Auflösungsreduzierte nicht-Anamorphe DVDs sind schlichtweg nicht anschaubar.
Wirklich schade finde ich allerdings auch das Color-Grading. Natürlich passt cyan besser zum Unterwasser-Gefühl, allerdings leuchten die Aliens doch schon sichtbar Magenta. Schade das dies entfernt wurde. Generell kann ich diesen Teal&Orange Look bald nicht mehr sehen. Aber sei es drum. Hauptsache endlich verfügbar. Leider wird auch genau das ein falsches Bild erwecken, da sich zwar viele über die Verunstaltung von Cameron ärgern, aber dennoch gekauft wird. Liegt halt einfach an der nicht vorhandenen Verfügbarkeit, und nicht daran das Cameron so tolle arbeit geleistet hat.
Ach, wirklich schön finde ich allerdings das es wohl konsequent Atmos Mischungen gibt, auch wenn es schade ist das wohl über halbe Strecke (in diesem fall) geschlafen wurde.

DC_Cinema

Was ich vergessen hatte zu erwähnen, Bud ist auf dem einen Bild natürlich nicht Scharf dargestellt da der Fokus auf Lindsey liegt.

Stefan

Ja das revisionistische Color Grading ist ein großes Problem. Wenn man sich hier einige restaurierte 35 mm Trailer ansieht, bekommt man einen guten Eindruck wie toll diese Filme früher mal aussahen.

Arno Nym

Kann natürlich ein Digital Intermediate in 2K gemacht worden sein, das als Basis für die 4K herhalten musste. Die ist dann ein Upscale vom DI. Warum ich das erwähne? In dem Fall sehen BD und UHD quasi gleich aus, obwohl der Rohscan vielleicht doch in 4K oder höher vorliegt.

Wolfgang

Danke für das – wie immer – tolle Review. Auf den freue ich mich von den anstehenden bzw. kürzlichen Cameron-Veröffentlichungen am allermeisten, da er ähnlich wie bei Dir zu meinen Lieblingsfilmen von Cameron gehört. Demzufolge freut es mich natürlich, dass das Bild immerhin einigermaßen solide ist und die englische Atmos Spur zumindest auch zu gefallen vermag.

Kann es sein, dass die Scans von 2011 einfach nicht besser waren und demzufolge halt einfach bei 4K auch nicht mehr Details liefern. Was schade wäre. Wie phänomenal analoge Filme aussehen könnten, sieht man ja z.B. an Lawrence of Arabia – keine Ahnung, wann der digitalisiert wurde.

Aufgrund der nicht anamorphen DVD habe ich The Abyss aber auch schon bestimmt zehn, fünfzehn Jahre oder länger nicht mehr gesehen. Deswegen freue ich mich auf Ende April, wenn die 4K Disc endlich in meinem Player landet.
Die US-DVD kam übrigens seinerzeit mit englischen Dolby Digital 5.1 daher. Cameron hatte zu den Anfgangszeiten der DVD eine echt seltsame Art bei seinen Veröffentlichungen – imho hatte er schon damals viel mitzureden. Die länderspezifische/lokalisierte Sprache der Veröffentlichung war meist DD5.1, der O-Ton dann nur in Dolby Surrond (oder eben in US/UK in 5.1). Nicht anamorph waren die Discs auch immer. Dafür war der Preis mit 70 Mark (~36€) damals schon gesalzen! Dass das nicht zwangsläufig an 20th Century Fox lag, sieht man bei DVD-Veröffentlichungen im gleichen Zeitraum, die oft anamorph und mit DD5.1 für alle Tonspuren daher kamen.

Bernd Scholz

Na so perfekt ist Lawrence auch nicht, gerade das blau des Himmels ist manchmal etwas verrauscht

Hans-Ingo Trompeter

Lawrence ist auch in 70mm flat (2,20:1) gefilmt, da ist schon auf dem Negativ ungleich mehr Auflösung / Information als auf 35mm flat wie bei The Abyss. Daher auch das deutlich feinere Rauschen der Lawrence-UHD.

Markus_K

Dass Super 35 Filme nicht unbedingt eine Bombenschärfe haben müssen, sieht man gut bei der 4K Scheibe von Star Trek 6. aber wenigstens haben sie dort das Filmkorn gelassen. Ist sicher schwer zu sagen, was vom Filmmaterial, was vom Bearbeiten und Rauschfiltern und was vom damaligen Scan kommt.

Aber immerhin gibt es den Film jetzt in einer guten Qualität! Ich hoffe, der deutsche Ton ist dann auch etwas verbessert.

Danke dir Timo, für dieses, wie immer, super Review 🙂

PS: Ich bin schon Mega gespannt, wie True Lies abschneiden wird 😉

Last edited 1 Monat zuvor by Markus_K
Wolfgang

> PS: Ich bin schon Mega gespannt, wie True Lies abschneiden wird

Dito. True Lies ist neben The Abyss die Version auf die ich mich am sehnlichsten freue.

Jacob

Spoiler:
Ist mit Abstand die schlimmste Disk.

Hans-Ingo Trompeter

Das steht nach den bisherigen Infos und Reviews auch zu befürchten (obwohl bestätigter 4K Scan). Ich werde daher ergänzend bei Amazon in Spanien die dortige BD mit deutschem Ton holen. Ist zwar ein Bootleg aber was solls. Bei Amazon.de ist sie übrigens auch kaufbar aber doppelt so teuer.
Dann kann ich schön vergleichen, bin gespannt.

Helmut

Erzähl dann mal

Stefan

Die alten 4K Scans waren von sehr guter Qualität, Lowry Digital nutzte hier Imagica Scanner.

Der 4K Scan des Final Cuts von Blade Runner wurde um 2006/2007 von Warner erstellt und später als Grundlage für die Ultra HD Blu-ray Disc verwendet. Wenn der Scanner und das verwendete Quellmaterial gut waren, sind also alte Scans kein Problem.

Das Problem liegt hier in der Verwending der AI Tools begründet, die Filmkorn (und damit feine Bildetails und Schärfe) entfernten und was noch übrig blieb künstlich nachschärften. Im Grunde ist dies mit den Problemen der ersten Blu-rays vergleichbar, siehe Gladiator oder die Ultimate Hunter Edition von Predator.

Es ist eine Schande, das wir die Reliance Mediaworks 4K Restaurierungen nie unbehandelt zu Gesicht bekamen und Park Road diese nun zusätzlich bearbeitete mit ihren AI Tools.

Wolfgang

Danke euch für die Infos bzgl. den Scans und den verwendeten Filmen und der Qualität diesbezüglich. Das ist alles sehr interessant.