An American Werewolf in London – Ultimate Edition 4K UHD

Blu-ray Review

Turbine Medien, 13.11.2020

OT: An American Werewolf in London

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Klopf, klopf

John Landis‘ Kult-Horrorstreifen erfährt seine 4K-Restaurierung und kommt mit reichlich Bonusmaterial im limitierten Mediabook.

Inhalt

David und Jack begegnen etwas Mörderischem

David und Jack sind aus den USA auf Europareise. Sie freuen sich auf Italien, sind nun aber erst einmal im schottischen Hochmoor gelandet. Nach einem Tierangriff des Nachts wacht David im Krankenhaus auf. Dort erfährt er von Jacks Tod, kann sich aber an nichts mehr erinnern. Krankenschwester Alex kümmert sich um rührend um den Amerikaner und die beiden verlieben sich schneller als sie gucken können. Da David ja ohne Bleibe ist, nimmt sie ihn für den Moment bei sich auf. Doch es mehren sich seltsame Vorfälle. David wacht Morgens nackt im Zoo auf und kann sich an nichts erinnern. Gleichzeitig hört man von grässlichen Morden. Mehr und mehr vermutet David, dass er mit den Tötungen zu tun hat. Auch deshalb, weil ihm Jack immer wieder erscheint und ihm davon erzählt, dass er in der letzten gemeinsamen Nacht zum Werwolf verwandelt wurde …

Im Krankenhaus kann sich David an nichts erinnern

Mit manchen älteren Filmen ist das ja so, dass man sich exakt erinnert, wie man ihnen das erste Mal begegnete. Im Fall von American Werewolf in London hatte ich mal ausschnittsweise Elemente im Fernsehen gesehen – allerdings im ungeeigneten Alter und nur bis die Mutter zum Programmwechsel aufrief.
Dann folgte der 18. Geburtstag und damit einhergehend die Möglichkeit, sich die furchtbarsten Filme in Videotheken (und noch furchtbarere in jenen des benachbarten Auslands) zu leihen und seinen Videorekorder damit zu malträtieren. Es gab noch kein Internet. Man empfahl sich noch Filme gegenseitig oder las von ihnen in Magazinen. Bei American Werewolf in London waren meine Informationen spärlich. Wie ein zerstückeltes Telefongespräch, das durch schlechte Verbindung nur Fetzen lieferte: … legendär … heftige Masken … krasser Horror.
Das klang fein. Das klang nach etwas, das ich unbedingt sehen musste. Aber: Es war auch die Zeit, in der ich mich durch kruden und gewaltvollen Kram wie Men Behind the Sun oder Story of Ricky gesehen hatte (wie gesagt: Die holländische Videothek war in erreichbarer Nähe). Wer jetzt genau aufgepasst hat, weiß, dass gut zehn Jahre seit der Premiere von John Landis‘ American Werewolf vergangen waren, bevor ich in seinen Genuss kam. Und durch die „Fetzen“ an Information hatte ich eine vollkommen falsche Erwartungshaltung. Ich ging von einem übel brutalen und blutigen Film aus, der mir die Angst in die Socken treiben sollte.John Landis erneuerte das Horrorgenre, indem er sich von alten Mustern abwandte und moderne Bilder zur mythischen Story inszenierte, die vom Alltag in England erzählen und bei allem schwarzen Humor Sympathie für den Wolf heischen. Das Finale vor und im Kino ist Anthologie-Stück. Die sensationellen Szenen der Metamorphose stammen von Rick Baker, der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde und sie in Neil Jordans „Zeit der Wölfe“ variierte. Die Alex spielt Jenny Agutter, die mit „Logan’s Run“ zum britischen Star geworden war.

Alex kümmert sich rührend um David

Und was soll ich sagen: Ich wurde enttäuscht. Da lief er nun, dieser Mix aus Werwolf-Horror und (vor allem in der deutschen Synchro) Komödie mit der locker agierenden Synchronstimme von Magnum für Hauptdarsteller David Naughton. Ich befand mich irgendwo zwischen verwirrt und sauer.
Tja, so sind sie, die Erwartungshaltungen. Und so ist es, wenn man der stillen Post glaubt, die über drei Ecken etwas von Horror-Kultfilm mit Schockfaktor faselte.
Und so verging die Zeit. In etwa sechs Jahre. Als während eines Umzugs die Kisten mal wieder durchgestöbert wurden, fiel mir die VHS-Kassette des Films wieder in die Hand. Und in der Zwischenzeit war man natürlich besser informiert. Hatte den Film komplett neu einsortiert und oft mit Gleichgesinnten über ihn gesprochen. Stets wollte ich ihm eine zweite Chance geben und hatte nie Zeit. Doch dann kam der Tag. Und mit dem entsprechenden Abstand und einer anderen Erwartungshaltung kam auch die Begeisterung.
Denn was John Landis, der ehemalige Kurzzeit-Stuntmann, da knapp ein Jahr nach seinem Kultfilm Blues Brothers erschaffen hatte, hat nicht weniger als das gleiche Wort verdient. American Werewolf fügte dem Genre eine komplett neue Note hinzu, indem er den Schrecken mit einer humoristischen Note kombinierte.

Der Werwolf schlägt zu

Zwar wurde dies – wie oben erwähnt – mit der flapsigen deutschen Synchro noch betont, doch auch im Original gibt’s genug hintergründigen Witz sowie ein bisschen Slapstick (vor allem in Person von Sergeant MacManus). Man sollte American Werwolf aber eben nicht unterschätzen. Denn wenn er will, schlägt er ziemlich erbarmungslos zu. Die Szenen mit dem langsam immer weiter zerfallenden Jack sind für einen Teenager der 80er durchaus grenzwertig gewesen. Und die Verwandlung Davids zur reißenden Bestie sind selbst heute noch ziemlich großartig gemacht. Selbst wenn das heute per CGI überzeugender geht; und selbst wenn man unzweifelhaft die Prothesen erkennt, ist es dennoch absolut erstaunlich, wie Rick Baker das seinerzeit realisiert hat. Den Oscar dafür gab’s vollkommen zu Recht.
Der Schauplatz London tut sein Übriges zur Stimmung hinzu. Denn wenn der Wolf in den engen Schläuchen der U-Bahn auf Jagd geht, steigt die Panik auch im Zuschauer hoch. Und das britische Schmuddelwetter sorgt für den nötigen Düsternis-Faktor. Dass die Liebesbeziehung zwischen David und Schwester Alex hin und wieder etwas holprig inszeniert ist und die deutschen Dialoge mitunter ziemlich chauvinistisch sind, verbuchen wir mal unter 80er-Jahre-Zeitgeist. Denn davon abgesehen hat American Werewolf die Zeit überraschend gut überstanden. Umso schöner, dass Turbine Medien nun für eine ultimative Edition mit remastertem 4K-Bild sorgt.

Preis: 129,00 €
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Format: Blu-ray
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Bild- und Tonqualität BD 2009

David hat fiese Alpträume

Die bisher in Deutschland erhältliche Blu-ray datierte aus dem Jahr 2009 und war noch im alten VC-1-Codec. Die 2016er Restored-Edition fand als Blu-ray nie den (offiziellen) Weg zu uns.
Die VC-1-kodierte BD war aber vor allem eins: Körnig. Und das wirklich sehr. Leider aber nicht ausschließlich filmisch, sondern vor allem in den hellen Anfangsszenen im Moor insektenschwarmartig. Außerdem sieht man im Hintergrund die Körnung immer wieder als dunkleren Schatten, der sich etwas zu bewegen scheint. Während der Szenen im Slaughtered Lamb wird es zwar etwas ruhiger, was das Ganze allerdings irgendwie inkonsistent wirken lässt.
Dass die Körnung aber so auffällig ist, liegt auch, bzw. vor allem an der ärgerlichsten Tatsache der alten Blu-ray: Sie wurde für ein knackiges subjektives Erlebnis drastisch nachgeschärft. Reflexionen in den Augen überreißen oft, Randbereiche von Lichtquellen oder Haaren und Jacken vor hellem Hintergrund zeigen mitunter deutliche Doppelkonturen, die als helle Ränder auffällig werden. Das mag subjektiv scharf aussehen, ist technisch-objektiv aber Detailverlust. Farben sind oft wenig natürlich. Gerade Hauttöne haben zu viel Orange-Anteil und was in uniformen auf Hintergründen für Farbartefakte wuseln, ist alles andere als schön. Nein, das war/ist wirklich keine gute Blu-ray.

Die neu remasterte BD stand mir zum Vergleich leider nicht zur Verfügung!

Oscarprämiertes Masken-Make-up

Die damalige Blu-ray nutzte eine datenreduzierte dts Spur in 2.0 Mono. Und die ist wirklich nicht gut. Sie klingt dünn, aufgeregt und wenig homogen. Manchmal sogar schmerzhaft – beispielsweise, wenn der Zug bei 66’26 einfährt. Auch die legendäre Ganzkörperverwandlung beginnt mit einem unangenehm spitz kreischenden Schrei Davids und die MP-Schüsse der Wehrmachts-Zombies sind ebenfalls ziemlich dünn. Immerhin sind die Stimmen während der weniger aufgeregten Dialoge gut verständlich.
Apropos Dialoge: Da seinerzeit eine bis dato entfernte Szene neu in den Film integriert wurde (David telefoniert bei 79’15 mit Rachel in einer Telefonzelle), diese aber ursprünglich nie synchronisiert wurde, musste mit Pascal Breuer eine neue Stimme gefunden werden. Davids damaliger Sprecher Norbert Langer stand seinerzeit nicht zur Verfügung. Das fällt im Film natürlich hörbar auf, auch wenn Breuer das Telefonat tonal gut einspricht. Oben drauf gibt’s bei 81’12 auch noch einen Tonfehler, da das Einhängen des Hörers nicht im Moment seines Aufhängens, sondern erst vier Sekunden später vernehmbar ist.
Abgesehen davon leidet sie mitunter an sichtbaren Problemen in der Lippensynchronität. Beispielsweise, wenn der behandelnde Arzt seine Unterredung mit den Herren von Scotland Yard hat (ab 22’34). Einige seiner Worte passen einfach nicht auf die Lippenbewegungen. Allerdings könnte das auch der Übersetzung selbst geschuldet sein.
Der englische Original-Mix liegt in 5.1 dts-HD-Master vor und klingt für eine fast 40 Jahre alte Vorlage erstaunlich räumlich. Druck und Dynamik fehlen ihm zwar auch weitgehend, aber die zahlreichen Gewitter-Grollereien zwischen 48’40 und 53’30 hören sich überraschend bedrohlich an.

Auch hier gilt: Die frisch remasterte BD aus dem Turbine-Mediabook stand mir zum Vergleich leider nicht zur Verfügung!

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Bild- und Tonqualität UHD

Die Wehrmacht-Zombies schlagen zu

American Werewolf in London wurde damals mit der Arriflex 35 auf entsprechendem 35-mm-Filmmaterial aufgezeichnet. Davon ausgehend wurde 2018 von Universal vom Original-Negativ ein 4K Scan mit Remastering vorgenommen. Turbine Medien hat dieses 4K-Material nun in Lizenz bekommen und für die HDR-Realisierung der UHD-Blu-ray genutzt. Leider war es mir nicht möglich, an Informationen zu kommen, wer für das HDR-Grading verantwortlich war und wo es gemacht wurde. Da diese Fakten aber eh nur graue Theorie sind, soll es erst einmal um das praktische Bild gehen.
Und, wow: Wie drastisch nachgeschärft und unnatürlich kontrastiert die alte Blu-ray ist, sieht man direkt nach dem Einlegen der UHD-BD von American Werewolf. Der Prozess des Remasterings hat sich derart gelohnt, dass man sich zunächst ungläubig die Augen reibt. Im direkten Nachgang nach dem Schauen der BD meint man gar, die UHD-BD sei unscharf. Was sie nicht ist. Im Gegenteil. Sie ist wirklich hervorragend aufgelöst. Ja, die Körnung ist sichtbar. Und ja, man muss filmischen Look mögen. Aber wenn es darum geht, das Original Kinobild bestmöglich zu reproduzieren, hat man hier wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Die Anfangsszene bis zur Verabschiedung vom Farmer wirkt so feinkörnig, so filmisch und homogen, dass man es eigentlich nicht für möglich gehalten hätte. Und man sieht anhand der Cordjacke des Herren, dass die Detailauflösung wirklich vorzüglich ist. Wechselt die Kamera dann auf die beiden Freunde und filmt sie von vorne, ist der Look etwas gröber, die Kontraste etwas weniger harmonisch. Hier ist aber das Ausgangsmaterial schuld, nicht das Mastering der UHD-BD. Denn die ersten Sequenzen (im Prinzip bis zum Eintritt ins geschlachtete Lamm) waren immer schon etwas schwankend.

Besuch vom nicht mehr ganz taufrischen Jack

Davon abgesehen bleibt es in der Folge qualitativ wirklich erstaunlich hochwertig. Ab und an hat man mal den Eindruck, die Körnung wäre etwas gefiltert worden – etwas. Ob das der Fall ist oder in diesen Szenen das Ursprungskorn sehr gering war, ist aber kaum relevant. Denn ein softweicher Eindruck, über den man sich ärgern würde, entsteht eigentlich nicht. Dazu kommen die wesentlich authentischeren Farben. Hauttöne sind nun nicht mehr orangegelb, sondern natürlich und gesund. Es gibt keine durch Überschärfung überstrahlenden Weißanteile in Augen mehr, keine deutlichen Doppelkonturen in Schriften. Dass aufgrund der nicht mehr vorgenommenen Schärfung Kontraste etwas weniger dynamisch wirken, ist kein Schaden der UHD-BD, sondern ein Vorteil. Denn Farben sind nun zwar kräftig, aber nicht mehr übertrieben. Davids Jacke ist immer noch kräftig rot, aber dafür auch homogener gezeichnet. Anteile in dunklen Bildbereichen sind ebenfalls besser durchzeichnet und versumpfen nicht (mehr). Dass der vermeintlich weniger scharfe Eindruck ein subjektiver Trugschluss der überschärften BD ist, sieht man, wenn man sich die Detailtiefe mal genau ansieht. Egal, ob Schriften, Oberflächen-Details auf Gebäuden etc. Alles wird wirklich deutlich besser les- oder erkennbar abgebildet, wenn man die UHD-BD anschaut.

Blu-ray 2009 (7’21): (Slider ganz nach rechts): Durch das deutliche Nachschärfen bei der alten Blu-ray trat die Körnung teils sehr unhomogen auf. Artefakte rund um Jacks Haare sind ebenfalls Resultat der Überschärfung.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Wesentlich homogener und feiner ist die Körnung bei der UHD-BD. Davids Jacke ist intensiver rot und verliert glücklicherweise die Orange-Tendenz der Blu-ray.

Blu-ray 2009 (19’34): (Slider ganz nach rechts): Was die Größe der Screenshots kaum wiedergeben kann, ist, wie deutlich sich die Nachschärfung negativ auf den Gesamtbildeindruck der alten BD auswirkt. Man kann die teils farbigen Rauschartefakte im Hintergrund aber erahnen. Dazu hatte die alte BD noch reichlich Schmutz und Blitzer im Material (siehe Pfeile).

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Gesäubert und ohne Bildfehler kommt die UHD-BD, deren Körnung auch hier viel feiner und gleichmäßiger ist. Was subjektiv weniger scharf wirkt, ist es gar nicht. Die Überschärfung der BD lässt es im direkten Vergleich nur so wirken.

Blu-ray 2009 (21’21): (Slider ganz nach rechts): Gehen wir innerhalb eines Bildes mal etwas näher ran. Die alte BD zeigt, wie deutlich Überschärfungen zu Detailverlust führt. Man beachte die Locken, die links vor der Tapete überstrahlen. Man beachte das Muster innerhalb der Schwesternmütze, das vor dem hellen Hintergrund sämtliche Details vermissen lässt, weil es nur noch überstrahlt.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Und dann beachte man, wie souverän die UHD-BD all dies darstellt.

Blu-ray 2009 (21’21): (Slider ganz nach rechts): Gehen wir noch weiter ins Detail dieser Szene, wird dann wirklich deutlich, wie heftig die alte BD nachbearbeitet wurde. Artefakte noch und nöcher rund um Alex‘ Namen auf dem Schild und ein Uhrenband, das die Kontrastierung deutlich übertreibt.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD zeigt den Namen wieder lesbar und ohne Artefaktkränze. Auch das Uhrenband ist homogen kontrastiert – auch wenn das Encoding noch eine Spur besser hätte komprimieren können.

Hier das Bild in seiner Totalen – aufgenommen von der UHD-BD.
Blu-ray 2009 (59’30): (Slider ganz nach rechts): Die übertriebene Schärfe und Kontrastierung der alten BD lässt die Werwolfshand noch unrealistischer erscheinen.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD leidet nicht unter farbigen Rauschartefakten auf der Wand links und stellt die Hand natürlicher dar.

Blu-ray 2009 (59’34): (Slider ganz nach rechts): Wer denkt, dass Brusthaare derart scharf sind, lebt in der Hyperrealität. Auch die Orangeanteile der Hautfarben stören.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Natürlicher gefärbt, wenngleich in dieser Szene vielleicht eine ganz kleine Spur zu soft: Die UHD-BD. Es ist allerdings davon auszugehen, dass auch das Ursprungsfilmmaterial nicht zwingend das allerschärfste gewesen ist.

Blu-ray 2009 (21’09): (Slider ganz nach rechts): Ein schönes Close-up (fast) zum Schluss der Vergleiche. Man kann zum einen kaum etwas lesen, zum anderen sind die farbigen Kornanteile zu matschigen Klumpen geworden.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Ein himmelweiter Unterschied bei der UHD-BD.

Das Bild zum obigen Close-up in voller Größe (basierend auf dem Screenshot der UHD-BD)
Blu-ray 2009 (81’49): (Slider ganz nach rechts): Ähnliches bei diesem Close-up. Die Oberflächenstruktur und die Schriften werden von der Nachschärfung förmlich eliminiert

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD restauriert den filmischen und gut aufgelösten Look wieder.

 

Auch hier zur Veranschaulichung das Bild in Originalgröße
Neu synchronisierter Ton mit alter Synchronstimme: Die Telefonzellen-Szene

Wie schon bei der neuen, remasterten Blu-ray, die mir (wie oben erwähnt) zum Review nicht zur Verfügung stand, enthält auch die UHD-Blu-ray neben der 2.0-Monofassung für beide Sprachen auch noch einen jeweiligen 5.1-Mix in DTS-HD-Master-Kodierung. Der restaurierte englische Monoton war auf der alten BD noch nicht vorhanden.
Beide deutschen Fassungen wurden insofern verändert, dass die seinerzeit eingefügte Telefonzellen-Szene neu vertont wurde. Man konnte tatsächlich Norbert Langer noch mal organisieren, so dass der Original-Synchronsprecher von David diese Szenen nun auch eingesprochen hat. Man hört zwar durchaus, dass dessen Stimme ein paar Jahrzehnte reifer ist und das fällt schon auch akustisch etwas aus dem Rahmen, aber eigentlich ist es so charmant und berührend, dass Fans des Films einen kleinen Kloß im Hals haben dürften.
Gleichzeitig hängt David den Telefonhörer nun auch wieder akustisch korrekt auf die Gabel, was bei der alten BD ja noch um vier Sekunden nach hinten versetzt geschah. Auch hier hat man bei Turbine also aufgepasst. Leben muss man indes weiter mit den nicht ganz passenden deutschen Dialogen auf die Lippenbewegungen vom Doktor während der Unterredung mit den beiden Herren von Scotland Yard. Diese sind analog zur alten BD teils – sagen wir mal: unglücklich.
Der 5.1-Sound bietet dann tatsächlich dedizierte Surroundeffekte, wie beispielsweise die krächzende Krähe nach etwas über sechs Minuten. Auch die Atmosphäre auf den Londoner Straßen wird recht räumlich dargestellt. Gegenüber der 5.1-Fassung des O-Tons sind aber gerade die Actionszenen noch etwas dünner und haben (noch) etwas weniger Fundament. Wenn nach 32 Minuten die Wehrmachts-Werwolf-Zombies in Davids Traum die Familie massakrieren, kommen die Salven aus den MPs weniger kräftig und in den Obertönen auch nicht so differenziert. Ab und an nutzt die deutsche Fassung aber auch den O-Ton. Beispielsweise während der Musik, die der Dusch- und Sexszene zwischen David und Alex unterlegt ist. Auch der intensive und kraftvolle Donner (48’39) kommt hörbar vom O-Ton, da beim Eintritt des Doktors durch die Tür (und damit wieder dem Wechsel auf die dt. Fassung) die Tonalität dann wieder eine andere ist.
Dennoch ist die 5.1-Version tonal gegenüber dem 2.0-Monosound die bessere Wahl. Schon alleine, weil die Dialoge wärmer und homogener sowie weniger hysterisch klingen, nicht so gepresst und eng. Beispielsweise kann man sich Davids Wutanfall nach 86 Minuten über die 5.1-Fassung viel besser anhören.

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Bonusmaterial

Jack hat schon bessere Tage gesehen

Das Bonusmaterial der limitierten und bereits ausverkauften Ultimate Edition addiert zu einigen bekannten alten Featurettes noch eine Fülle neuen Materials hinzu.
So gibt es mit „Das Vermächtnis der Bestie“ ein gut 77-minütiges Featurette mit John Landis, David Naughton, Joe Dante und einigen anderen. Dazu kommen sechs weitere, etwas kürzere Featurettes, die teils auch die damaligen Drehorte zur heutigen Zeit besuchen. Ein Storyboard-Filmvergleich der Verwandlung gesellt sich ebenfalls hinzu und erstmalig wurde auch der Original-Soundtrack des Films auf einer Audio-CD hinzugepackt. Das 100-seitige Booklet „Man or Monster“ zur Filmgeschichte erfreut den Sammler ebenso. Ob’s die Bierdeckel gebraucht hätte, sei mal dahingestellt. Aber die Sticker, Artcards und das Poster erfreuen das Fanherz.

Fazit

American Werewolf in London lebt – und wie! Vergesst die alte, überschärfte und gefilterte Blu-ray. Werft sie aus dem Fenster. Zwar ist die UHD-BD mit der neu remasterten Blu-ray im Gespann derzeit ausverkauft, doch es ist durchaus möglich, dass Universal spätestens zum 40. Jubiläum eine eigene UHD mit diesem Bildmaster bringen wird. Vielleicht gibt’s auch vorher schon ein Keep-Case von Turbine selbst. Schade zwar um die limitierte Sammlerbox, die wohl nur noch zu teuren Fanpreisen gehandelt werden wird, aber das tut dem Film und seiner hervorragenden 4K-Umsetzung keinen Abbruch.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD (2009): 60%
Bildqualität UHD: 85%

Tonqualität BD/UHD (2.0) (dt. Fassung): 60%
Tonqualität BD/UHD (5.1) (dt. Fassung): 75%
Tonqualität BD/UHD (2.0) (Originalversion): 65%
Tonqualität BD/UHD (5.1) (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 100%
Film: 80%

Anbieter: Turbine Medien
Land/Jahr: GB 1981
Regie: John Landis
Darsteller: David Naughton, Jenny Agutter, Griffin Dunne, John Woodvine, Frank Oz, Anne-Marie Davies
Tonformate BD/UHD: dts-HD-Master 5.1: de, en // dts-HD-Master 2.0 (Mono): de, en
Bildformat: 1,85:1
Laufzeit: 97’31
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke: 1000 Nit
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Turbine Medien / Universal Pictures)
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Trailer zu American Werewolf in London

An American Werewolf in London (1981) - US-Trailer

2 thoughts on “An American Werewolf in London – Ultimate Edition 4K UHD

  1. Avatar Simon

    Ohjaaa!!

    Ich scheine dann doch etwas älter zu sein als Timo, denn ich habe den Film damals direkt 1982 im Kino gesehen – und einen Tag später „Das Ding aus einer anderen Welt“ – als 13jähriger. 😀 😀 😀
    Waren wilde Zeiten.
    Beides sind für mich bis heute Kultfilme, die ich mir in jedem Format kaufen muss.
    Die UHD werde ich mir garantiert auch mal zulegen … allerdings nicht in einer Super-Duper-Mega-Verpackung (mit entsprechendem Preis), da mir sowas ziemlich unwichtig ist.
    Aber die Vorfreude ist durch das Review schonmal sehr groß.

    P.S.: „…Davids damaliger Sprecher Norbert Langer stand seinerzeit zur Verfügung…“ – da fehlt wohl ein „nicht“. 😉

  2. Avatar Gerd

    Ich liebe den Film, aber die Ultimate Edition ist mir zu teuer.
    Weiß jemand, wann evtl. eine reguläre Version in 4K folgen wird?

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