Aufbruch zum Mond 4K UHD

Blu-ray Review

aufbruch zum mond 4k uhd blu-ray review cover
Universal Pictures, 14.03.2019
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Universal Pictures, 14.03.2019

OT: First Man

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Fußabdrücke

Das Biopic über Neil Armstrong zeigt erneut, wie sehr Damien Chazelle das Filmemachen verinnerlicht hat.

Inhalt

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Nicht immer herrscht traute Eintracht zwischen Neil und seiner Frau Janet

Der Luftfahrttechniker und Testpilot Neil Armstrong hat vor Kurzem seine erst zweijährige Tochter an einen frühen Krebstod verloren. Tief getroffen von dem Schicksalsschlag, den er mit strategischer Planung und der Suche nach Heilung hatte verhindern wollen, versucht er, seinen Schmerz durch zielstrebige Arbeit zu kompensieren. Er bewirbt sich beim NASA-Projekt Gemini und wird 1962 in die zweite Gruppe aufgenommen. Dort ist er zunächst für die Simulatoren zuständig, übernimmt drei Jahre später aber das Kommando für die Gemini-8-Mission. Deren primäre Aufgabe erfüllt er mit Co-Pilot Scott erfolgreich, selbst wenn die Mission vorzeitig abgebrochen werden muss, da die Raumfähre ins Trudeln gerät. Zwar wird er in der Folge nicht für die erste Apollo-Mission vorgesehen, bei der drei seiner Kollegen während eines Feuers bei einem Launch-Test ums Leben kommen, doch für den dritten Apollo-Flug wählt man ihn aus. Nun ist seine Mission klar: Er soll als erster Mensch auf dem Mond landen …

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Nach dem Tod seiner Tochter sucht Neil Ablenkung in der Arbeit

Damien Chazelle ist gerade einmal 34 Jahre alt und hat vier Filme gedreht. Sein zweites Werk, Whiplash war bereits ein meisterlicher Film und mit seiner dritten Arbeit, La La Land gewann er als jüngster Regisseur aller Zeiten den Oscar. Für sein jüngstes Epos griff er sich erneut Hauptdarsteller Ryan Gosling und nahm sich nicht weniger vor als die Lebensgeschichte eines großen amerikanischen Helden: Neil Armstrong.
Basierend auf der Biografie First Man: The Life of Neil A. Armstrong entwickelte Chazelle nach einem Drehbuch von Josh Singer eine Geschichte, die sich vollkommen auf Armstrong konzentriert. Hier geht es nicht ausschließlich um die Apollo-11-Mission und die finale Mondlandung, sondern darum, wie der Mann, der als erstes seine Füße auf den Mond setzen sollte, den Weg dorthin beschritt. Die Buchvorlage und somit auch der Film porträtieren Armstrong als einen Mann, der vor allem Einzelkämpfer war. Ein einsamer Wolf, dessen Pflichterfüllung legendär ist, der sich aber auch nach dem Krebstod der kleinen Tochter gegenüber anderen und auch der Familie isolierte. Seine Trauer und sein Trauma sucht Armstrong darin zu verarbeiten, dass die Mondmissionen zu seinen eigenen Bestimmung werden. Anfänglich nur ins Ersatzteam aufgenommen, arbeitet er sich hoch, bis er ein erstes Kommando bekommt und später als Kopf der Drei-Mann-Apollo-11-Mission legendär werden wird.

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Armstrongs Arbeit für die NASA ruft ein großes Medien-Echo hervor

In einer Schlüsselszene von Aufbruch zum Mond merkt man dennoch, dass er gegenüber seiner Familie Schwierigkeiten hat, dieses gefährliche Abenteuer zu rechtfertigen. So wirkt es beinahe wie eine Erklärung an die Presse, wenn er seinen beiden Söhnen erklärt, dass er möglicherweise nicht zurückkehren wird.
Einsamkeit scheint ein großes Thema für Armstrong gewesen zu sein. Denn Chazelle porträtiert die finale Landung als Metapher auf das vorherige Leben Neils. Ebenso alleine wie er als erste Mensch auf dem Mond ist, war er zuvor innerhalb einer selbst auferlegten emotionalen Isolation. Innerlich verwundbar und verletzlich kaschierte er diese Dämonen mit seinem nach außen hin sicheren und zielstrebigen Verhalten. Gosling porträtiert Armstrong dabei mit einem Höchstmaß an Sensibilität. Seiner Darstellung und der Regie von Chazelle ist es zu verdanken, dass der Zuschauer die Welt mit den Augen des Astronauten sieht. Wer also vornehmlich einen Science-Fiction-Film erwartet, ist bei Aufbruch zum Mond falsch – zumal wir hier ja nicht von Fiktion, sondern von der Realität sprechen. Die korrektere Bezeichnung wäre damit eher Science-Realism. Und realistisch fühlt sich der Film an. Auch (und dort sogar herausragend) während der Actionszenen. Wenn die Kamera im engen Cockpit eines Raketenflugzeugs Platz nimmt, das kurz darauf eher holprig und mit massiver Unruhe auf Rekordflug geht, fühlt man sich als Zuschauer ebenso durchgeschüttelt wie Armstrong selbst.

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Graue Theorie will auch gebüffelt werden

Man ahnt, was für eine beengte und technisch rudimentäre Zigarrenkiste dieses Teil war und fühlt sich, als müsse man ein Stoßgebet zum Himmel schicken, um gesund wieder aus diesem Fluggerät aus zu steigen. Noch packender gerät der Flug in der Gemini-8-Kapsel, der durch ein Sounddesign unterstützt wird, das Maßstäbe setzt. Chazelle ist dabei so unmittelbar bei den beiden Piloten, dass einem etwas schwindelig werden kann. Gleichzeitig lugt die Optik aus den winzigen Fenstern und zeigt, was die beiden Raumfahrer damals sahen – praktisch nichts. Man spürt am eigenen Leib, wie ausgeliefert die sie in ihrer festgeschnallten Position waren und wie sehr sie auf das vertrauen mussten, was die automatische Kursbestimmung und der Antrieb ihnen vorgaben. Gosling demonstriert Armstrongs Vertrauen und die Kamera ist oft extrem nahe bei ihm. Überlebensgroß wie der Mythos Armstrongs selbst erscheint die Darstellung des Astonauten. Und dennoch läuft Aufbruch zum Mond zu keiner Zeit Gefahr, sich in flachem und vorhersehbaren Patriotismus zu suhlen. Ganz im Gegenteil: Aufgrund des Hervorhebens der ganzen Verluste, die Armstrong durch den Tod seiner Tochter und zahlreicher Kollegen hinnehmen muss, wird stets deutlich, welche Opfer gebracht werden musste, damit eine Mission letztlich erfolgreich ist. Und da schien es Chazelle (sehr zum Leidwesen vieler US-Kritiker und -Politiker) unangebracht, am Ende die US-Flagge in das Mondgestein zu dreschen.

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Es geht los

Bild- und Tonqualität BD

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Der Test mit dem Mondlandungs-Modul geht in Flammen auf

Freunde digitaler Filmtechnik und glatter Texturen, ihr müsst jetzt ganz stark sein!
Aufbruch zum Mond wurde ausschließlich analog gefilmt und bisweilen gar mit 16mm-Kameras. Ja, richtig: Mit dem Format, in dem unter anderem auch The Walking Dead produziert wird. Und die Zombieserie ist vor allem eins: Körnig.
Und das ist auch Chazelles vierter Film. Zwar unterscheiden sich die Aufnahmen bisweilen stark (es kamen auch 35mm- und 65mm-Kameras zum Einsatz), doch das Grobkörnige dominiert vor allem sämtliche Szenen in den Raumfähren. Das kann man jetzt kritisieren, weil es nicht so hübsch aussieht. Allerdings wäre alles andere irgendwie weniger authentisch geworden. Der Entschluss mit analoger Filmtechnik und bisweilen gar in 16mm zu drehen, lag schließlich auf der Hand. Denn wenn man so nahe wie möglich an der Zeit bleiben, so realistisch wie möglich inszenieren wollte, dann musste man eben jene Technik verwenden, die auch seinerzeit vorherrschte. Und das gelingt der Blu-ray herausragend gut. Sie reproduziert die 60er Jahre so unmittelbar wie möglich und gibt das Korn ebenso detailliert wieder wie die Details in Gesichtern bei Close-ups. Denn scharf geht es hier trotz Körnung zu, wie man exemplarisch gut an der aufgebrochenen Mojave-Wüste sehen kann (6’02). Ab und an lässt die Auflösung nach, was aber oft an bewusst gesetzten Unschärfepunkten der Kamera liegt. Vielfach spielt Sandgren mit dem Stilmittel des Rein- und Raus-Zoomens.
Gleichzeitig sind Farben sichtbar gefiltert und Hauttöne erhalten eine deutlich Orange-Note. Das passt ebenfalls gut zur Zeit, in der der Film spielt und hinterlässt ein wenig den Look einer TV-Serie aus der damaligen Zeit. Erstaunlich knackig gestalten sich die Kontraste. Schwarztöne sind satt und die Durchzeichnung in dunklen Szenen ist sehr gut.
Während der IMAX-Aufnahmen (ab 120’40) öffnet sich das Bild dann (wie bspw. bei The Dark Knight) auf ein Format von 1,78:1 und man sieht die Mondoberfläche in kristallklarer Auflösung. Die IMAX-Szenen sind durchweg klarer, schärfer und detailreicher als die 35mm- oder gar 16mm-Aufnahmen. Und sie sind noch schwärzer. Vermutlich hat man zuletzt kein satteres Schwarz mehr gesehen als in diesen Szenen. Selbst wenn es im Hintergrund auch hier etwas wuselt (123’50), ist Armstrongs Fußabdruck dermaßen detailliert, dass man einen Abdruck vom TV machen könnte.
Kleines Detail am Rande: Um das helle Licht der Sonne während der Mond-Szenen zu erreichen, wurde extra eine 200-KW-Lampe entwickelt – das sind 200.000 Watt! Das Ding war so heiß, dass die Erste von Zweien direkt platzte und ihr Ersatz nur durch eine dauerhafte Kühlung mit massiven Ventilatoren stabil gehalten werden konnte.

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Pressekonferenzen sind nicht Armstrongs Ding

Universal macht mal wieder alles richtig und präsentiert schon die Blu-ray mit einer Dolby-Atmos-Kodierung für beide Sprachen.
Und was liefert die für einen phänomenalen Beginn. Wenn Armstrong in seinem Raketen-Flugzeug über die Wolken prescht, knarzt, rumpelt und ächzt es nach Belieben. Man hört seinen Atem so unmittelbar, als wäre er direkt vor einem und die Windgeräusche umschwirren den Zuschauer. Dabei greift schon die reguläre Ebene dermaßen packend zu, dass es eine (Referenz)Freude ist. Gleichzeitig übernehmen die Höhen-Speaker zahlreiche Sounds und gliedern sich hervorragend an die reguläre Ebene an. Vor allem die pfeifenden Windgeräusche kommen von oben und erweitern das Spektrum fesselnd. Zum zweiten Mal greifen die Heights hörbar ein, wenn die Wusch-Geräusche des Zentrifugal-Simulators rund um Armstrong und seine Kollegen auch akustisch demonstrieren, dass einem in so einem Apparat nur schlecht werden kann. Dialoge kommen übrigens durchweg sauber und gut verständlich aus dem Center, sind jederzeit harmonisch eingebettet.
Wirklich klasse gerät das komplette Sounddesign während der Vorbereitungen zur Gemini-8-Mission: Die Neonröhren wackeln hörbar über den Köpfen, das entfernte Spratzeln der startenden Rakete klingt sensationell (40’46) und die ganzen Quietsch- und Knarzgeräusche, die Armstrong und sein Co-Pilot vor dem Start im gedämpften Umfeld ihrer Kapsel hören, übertragen bis zum markerschütterenden Start die Stimmung perfekt auf den Zuschauer. Absolut nicht verwunderlich, dass Aufbruch zum Mond eine Oscar-Nominierung für den besten Ton und Tonschnitt bekam. Verdient wäre auch der Gewinn gewesen. Alleine diese Szenen wird in Zukunft in zahlreichen Heimkinos als Demonstrations-Material herhalten müssen – das sind gut sieben Minuten Referenz-Sound aus allen Speakern, bis die Kapsel endlich lautlos in der Stratosphäre gleitet.

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In Houston hält man den Atem an

Wenn man Kritik üben möchte, dann vielleicht daran, dass man das heulende Geräusch während der Rotation der Kapsel noch etwas stärker auf die Heights hätte legen können. Da die Kamera sich im Prinzip auf zentraler Ebene befindet, könnte der Sound auch rundherum kommen. Dafür gibt’s aber kurz darauf einen coolen Bass-Sweep zum Finale hin (63’19) sowie dieses dauerhaft geniale Ächzen, pfeifen, Dampf ablassen und scheppern aus dem Inneren des Fluggeräts. Gleichermaßen Spaß macht Armstrongs Absturz mit der Mondlandefähre, wenngleich man auch hier noch mehr Geflatter vom Fallschirm auf den hinteren Heights hätte erwarten dürfen. Aktiver wird es dann wieder beim Start von Apollo 11. Wer hier um seine Lautsprecher fürchtet, weil diese vom Feuer praktisch verbrutzelt zu werden scheinen, dem sei gesagt: Alles gewollt. Diese fetzige Spratzeln und Kratzen vermittelt die ungemeine Energieleistung, die für den Start notwendig ist, eindrucksvoll. Dazu schwillt der Score mehr und mehr an und die Turbinen-Geräusche im Inneren erreichen in Zusammenarbeit mit dem Klappern und Knattern in der Kapsel eine Kakophonie aus Sounds, die erst abschwillt, wenn die Erdatmosphäre verlassen wird. Es bleibt das leise Status-Piepen und hier und da ein wenig Antriebs-Ausstoß aus den Brennkammern. Autthentischerweise hat man darauf geachtet, das All weitgehend geräuschfrei zu halten. Aber auch das beherrscht der Ton hervorragend. Grandios auch dann, wenn Armstrong die Mondoberfläche betritt und außer seinem Atem im Helm praktisch nichts anderes zu hören ist – absolute Stille, die nur von Funkstimmen unterbrochen wird.

Bild- und Tonqualität UHD

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Touchdown

Wie schon bei La La Land arbeitete Damien Chazelle erneut mit Kameramann Linus Sandgren zusammen. Und, wie oben schon erwähnt, experimentierten beide mit einer Vielzahl an Kameras und Aufnahmetechniken. Insgesamt sieben Filmkameras und drei unterschiedliche analoge Filmmaterialien kamen zum Einsatz. Während die intimen Innenraumszenen und jene, die sich um die Darsteller drehen, zum allergrößten Teil mit drei verschiedenen 16mm-Filmkameras unterschiedlicher Hersteller aufgezeichnet wurden, sind die meisten Sequenzen auf dem NASA-Gelände und in Armstongs Haus auf 35mm-Film gedreht worden. Für die finalen Szenen auf dem Mond kam dann die Mutter aller Filmkameras zum Einsatz, die IMAX MSM 9802, die auf 65mm Film aufnahm. Viel unterschiedlicher könnte Ausgangsmaterial nicht sein.
Von diesen ganzen analog aufgezeichneten Bildern wurde allerdings nur ein 2K Digital Intermediate gezogen – vermutlich, da vom 16mm-Material ohnehin nicht viel mehr Auflösung drin gewesen wäre, wenn man es in 4K gescannt hätte.
Abgesehen von der Aufnahmetechnik integrierte man dann noch einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum sowie die höhere Bilddynamik – und zwar in HDR10 und Dolby Vision.
In der Praxis stellt sich das Bild der UHD durchweg kontrastreicher und mit wärmerer Farbastimmung dar. Graue Oberflächen sind neutraler, tendieren etwas weniger ins Bläuliche und Hauttöne sind nicht mehr so orange. Gerade helle Szenen profitieren von einer besseren Durchzeichnung und überstrahlen zu keiner Zeit. Das Korn wird allerdings in den meisten Einstellungen noch etwas präsenter dargestellt. Dafür ist die Spiegelung auf Armstrongs Visier einfach fantastisch klar, scharf und kontrastreich (126’14). Zwischen HDR10 und Dolby Vision gibt es dieses Mal nur geringfügige Unterschiede. DV sorgt hier und da für eine noch mal ganz leichte Entfernung eines dezenten Grauschleiers, während Gesichter in dunkler Umgebung schon mal etwas absaufen oder farblich überkontrastieren. Allerdings fallen die echten Differenzen sehr gering aus.

Blu-ray (91’22): (Slider ganz nach rechts): Bei den hell ausgeleuchteten Szenen liefert die Blu-ray weniger Zeichnung und Kontrast.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD bietet das sattere Braun im Vordergrund und den besser durchzeichneten Himmel.

Blu-ray (91’22): (Slider ganz nach rechts): Ein wenig orangelastig erscheinen die Gesichter über die Blu-ray. Außerdem ist die Dreidimensionalität noch verbesserungswürdig.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD (hier HDR10) zeigt harmonischere und natürlichere Farben sowie sichtbar mehr Kontrast.

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Dolby Vision sorgt für verstärkte Licht-/Schatten-Bereiche gegenüber HDR10
Blu-ray (99’41): (Slider ganz nach rechts): Während der neutralweißen und -grauen Bildinhalte schlägt sich die Blu-ray bis auf etwas verbesserungswürdige Durchzeichnung auf den hellen Anzügen sehr gut.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD dunkelt etwas ab und zeichnet etwas besser durch.

UHD HDR10 (99’41): (Slider ganz nach rechts): Die Differenzen zwischen HDR10 und Dolby Vision fallen relativ gering aus.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): Dolby Vision dunkelt noch etwas mehr ab, nimmt einen ganz leichten Schleier vom Geschehen – allerdings ist das im laufenden Bild nur geringfügig bemerkbar.

Blu-ray (124’08): (Slider ganz nach rechts): Auf dem Mond sind die Unterschiede zwischen Blu-ray und UHD relativ gering. Die BD ist einen Hauch bläulicher und ein wenig schwächer durchzeichnet auf dem Overall am Schienbein.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): Die UHD (hier Dolby Vision) ist etwas satter, neutraler und überstrahlt nicht auf dem Overall.

Blu-ray (126’14): (Slider ganz nach rechts): Sieht schon über die Blu-ray beeindruckend aus: Die IMAX-Szenen auf dem Mond mit ihren harten Kontrasten und der goldenen Spiegelung auf dem Visier.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Per UHD wirkt’s dennoch etwas satter, spiegelnder und kontraststärker.

Blu-ray (91’22): (Slider ganz nach rechts): Schaut man sich einen Detailausschnitt des obigen Screenshots an, wirkt die BD durchaus etwas weicher, weniger kontrastreich und deshalb auch etwas schwächer detailliert.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD wirkt trotz „nur“ 2K-DI feiner und offenbart mehr Details in den Poren. Das ist sicher auch ein Zusammenspiel aus gut auf 4K hochskaliertem Material und dem höheren Kontrastumfang, der das Licht-/Schatten-Verhältnis besser herausarbeitet. So sieht Gosling über die UHD beispielsweise weniger sauber rasiert aus als über die BD.

Keine Veränderung beim Ton. Die UHD kommt mit den identischen Dolby-Atmos-Spuren der Blu-ray.

Bonusmaterial

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Ein Mann, der zur Legende wurde

Das reichhaltige Bonusmaterial von Aufbruch zum Mond macht den Beginn mit zwei unveröffentlichten Szenen. Weiter geht’s mit insgesamt acht Featurettes. In „Der Griff nach dem Mond“ geht es vornehmlich um die Entwicklung der Story und darum, wie der Regisseur zu diesem Film kam. In „Bereitmachen zum Start“ fokussiert man sich dann schon mal etwas mehr auf Armstrong selbst. „Ein gewaltiger Sprung in einem kleinen Schritt“ lässt Armstrongs Söhne zu Wort kommen, die ebenfalls ein bisschen über den Papa plaudern. „Eine schiefgegangene Mission“ erzählt kurz davon, dass Armstrong sich einige Male beinahe selbst umgebracht hat, was dem Filmteam die Möglichkeit gab, einige authentische Actionszenen einzufangen. „Im Sitz sitzen“ konzentriert sich dann schon mal etwas mehr auf die Raumfahrt-Elemente selbst und „Die Nachbildung der Mondlandung“ muss man sicher nicht näher beschreiben. „Der Dreh bei der NASA“ gibt drei Minuten Einblicke in die Szenen, die man mit der Unterstützung der Weltraumbehörde verwirklichte. Und „Astronauten-Training“ zeigt, wie Gosling und seine Kollegen vor Ort Nachforschungen anstellten, mit damaligen Raumfahrern sprachen und das Schwerelosigkeits-Training absolvierten. Sämtliche Featurettes sind eher kurz geraten, aber durchaus informativ. Der Audiokommentar von Regisseur Damien Chazelle, Drehbuchautor Josh Singer und Cutter Tom Cross beschließt das Extramaterial, das sich auf der Blu-ray befindet. Dazu gibt es noch eine Bonus-DVD mit einigen weiteren Featurettes.

Fazit

Aufbruch zum Mond ist kein weiterer Sci-Fi-Film im Zuge einer wahren SF-Welle der letzten Jahre. Jeder, der das erwartet hatte, konnte nur enttäuscht werden. Das Biopic über Neil Armstrong hat zwar äußerst packende Raumfahrer-Sequenzen, bleibt ansonsten allerdings zum größten Teil auf dem Boden. Und dort wird viel geredet, viel diskutiert und noch mehr Schmerzbewältigung betrieben. Man muss und sollte sich also bewusst sein, dass es hier um ein Lebensporträt geht, nicht um das Raumfahren an sich. Oder, anders gesagt: Aufbruch zum Mond ist mehr Der Stoff aus dem die Helden sind als Gravity oder gar Life. Leider ist er trotz der starken Darsteller ungefähr 20 Minuten zu lang geraten, was mitunter das Tempo arg verschleppt. Um die Beziehungen innerhalb von Armstrongs Familie oder jene mit den Kollegen intensiv zu schildern, hätte es nicht alle Alltags-Situationen gebraucht.
Technisch gefällt vor allem der Atmos-Sound. Zwar liefert der keine pausenlose Action von oben, erweitert das Geschehen aber in den Raumkapsel-Sequenzen hörbar und ist über die reguläre Ebene absolut referenzwürdig. Das Bild der UHD punktet überdies durchweg mit satteren Kontrasten und kräftigeren Farben.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD (HDR10/Dolby Vision): 85%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 95%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 80%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 95%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 70%
Film: 85%

Anbieter: Universal Pictures
Land/Jahr: USA 2018
Regie: Damien Chazelle
Darsteller: Ryan Gosling, Claire Foy, Corey Stoll, Jason Clarke, Kyle Chandler, Patrick Fugit, Christopher Abbott, Ciarán Hinds,
Tonformate BD/UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de, en
Bildformat: 1,78:1/2,39:1
Laufzeit: 141
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Universal Pictures)

Trailer zu Aufbruch zum Mond

Aufbruch zum Mond – Trailer deutsch/german HD

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7 thoughts on “Aufbruch zum Mond 4K UHD

  1. Avatar Thomas Loer

    Der Bildvergleich mit dem Slider ist wirklich superklasse ! Gratulation für die Idee und Danke für den Aufwand !

  2. Avatar Inter73

    Vielen Dank für die interessante Rezension.
    Kosmonaut sollte allerdings mit Astronaut ersetzt werden.

    • Das ist aber sowas von korrekt – der Verfasser wurde dazu verdonnert seinen nächsten Urlaub in Moskau zu verbringen un das Kosmonautenmuseum zu besuchen. 😉

  3. Avatar Denis

    Danke für den Artikel.
    Habe den Film gleich am Freitag auf iTunes geholt (und übersehen, dass für 14,99 ein Bundle mit „Apollo 13“ angeboten wird) und am Wochenende geschaut, dabei ist mir erst durch Ihren Artikel bewußt geworden, dass die Szene auf dem Mond im typischen IMAX-Bildverhältnis war, der Übergang war sehr flüssig (wie in Fallout beim Halo-Sprung).

    Was den Ton ageht: Die deutschen iTunes-Käufer bekommen malwieder nur DD 5.1 (nur Englisch ist auch in Dolby Atmos).
    Interessant wäre ein tonmäßiger Vergleich zwischen gestreamten Atmos und Dolby Atmos auf Datenträgern.

  4. Avatar Daniel

    Wirklich interessante Rezension. Ob das Thema so ankommt, naja, die Kritiken sind eher durchwachsen.

    Der Begriff Kosmonaut aus dem Russischen (eigentlich sowas wie Raumfahrer) gefällt mir mehr, Astronaut bei den Amis als „Sternenbesucher“ passt hier sogar, auch wenn der Mond kein Stern ist ;). Aber ist ja auch wurscht.

    Timo, wirklich top hier, ich guck täglich rein, um zu checken, welche UHD sich lohnt!

    • Avatar Rüdiger Petersen

      Man sollte sich schon für die Raumfahrt interessieren dann macht der Film schon Spass. Ist auch über ein paar Strecken etwas langatmig. Aber die Bilder die man zu sehen bekommt sind wirklich top und sehen sehr realistisch aus.

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