Blu-ray Review



OT: Avatar



Drei Monate Zeit
Der erfolgreichste Film aller Zeiten erhält ein visuelles Update auf Blu-ray und 4K UHD Blu-ray. Und es kann nur heißen: Finger weg!
Update weiter unten im Kapitel Bildqualität UHD: Collector’s Edition mit Dolby Vision.
Inhalt

Jake Sully, war überrascht, als man ihm, dem nach einem Kampfeinsatz querschnittsgelähmten Ex-US-Marine auswählte, um an einer Mission auf dem erdähnlichen Mond Pandora im Alpha-Centauri-System teilzunehmen. Vor Ort soll er in einem künstlich hergestellten Körper Kontakt zu den Na’vi aufnehmen, den deutlich größeren, aber menschenähnlichen Ureinwohnern von Pandora, die durch ihre blaue Hautfarbe auffallen. Sully soll dafür sorgen, dass die Menschen unter Leitung der Resources Development Administration (RDA) vor Ort ungehindert den begehrten Rohstoff Unobtainium abbauen können. Denn die Erde ist im Jahre 2154 ein sterbender Planet, dessen Ressourcen vollständig zur Neige gehen. Nachdem sein Bewusstsein in den Körper des Avatars übertragen wird, kann er die ersten Schritte mit seinem neuen Körper unternehmen – ein ebenso befremdliches wie befreiendes Gefühl für den hüftabwärts bewegungsunfähigen Sully. Unterstellt ist er einem Team von Wissenschaftlern, die dem Militär prinzipiell skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen. Allen voran Dr. Grace Augustine. Kein Wunder, dass die kaum erbaut darüber ist, dass Sully im Auftrag des militärischen Leiters der Basis, Colonel Miles Quaritch, auch Informationen über die Verteidigung und vermeintliche Schwachstellen bei den Na’vi berichten soll. Doch als Sully dem indigenen Volk begegnet und sich bald in eine von ihnen verliebt, kommt ohnehin alles ganz anders …

Als James Cameron 1997 erstmals gewohnte SciFi-Gefilde verließ und eine Liebesromanze vor dem Hintergrund der Titanic-Tragödie ins Kino brachte, rieben sich Filmkritiker verwundert die Augen. Und nicht nur die. Auch die Augen der Zuschauer gerieten in den Fokus des Films. Kaum ein Film des ausgehenden 20. Jahrhunderts konnte einen ähnlichen Umsatz an Zellstofftüchern für sich verbuchen. Vermutlich ging die Jahreswende 1997/’98 als Rekordjahr für die Taschentuch-Industrie in die Geschichte ein. Und natürlich! heulten ausnahmslos Frauen. Keiner der anwesenden Männer (waren überhaupt welche im Kino) verdrückte auch nur eine Träne. NICHT!
Aber ich schweife ab. Das Unterfangen Titanic war mit hohem Risiko verbunden. Noch während der Produktionsphase stand zur Debatte, Cameron zu feuern, da er das Budget deutlich überzog. Ein paar Monate später war man schlauer und Cameron sah sich in dem bestärkt, was er am besten kann: Kino für die Massen. Titanic spielte sich schnell bis über die Grenze von zwei Mrd. Dollar Einspiel und lag damit bei einer Verdopplung gegenüber dem seinerzeit zweiterfolgreichsten Film, Jurassic Park. Letzterer ist heute bis auf Platz 41 durchgereicht worden, während Camerons Schmonzette immer noch auf Rang vier verweilt. Doch ich schweife schon wieder ab. Vermutlich, um mich um die Rezension zu Avatar – Aufbruch nach Pandora zu drücken. Satte 12 Jahre ließ sich der Regisseur nach Titanic Zeit. Ein Dutzend Jahre, in denen er sich der Unterwasserforschung widmete und ein paar Serien auf den Weg brachte. Rund um das Jahr 2007 herum allerdings war er bereits mitten in den Arbeiten für diesen bahnbrechenden Film. Vornehmlich produzierte er in Neuseeland und nutzte die Kollegen von Weta Digital, die schon Der Herr der Ringe so revolutionär umgesetzt hatten. Ein Grund übrigens, warum der Verfasser dieser Zeilen während eines damaligen NZ-Trips nicht durch die Hallen von Weta geführt werden konnte – was offensichtlich kein Problem gewesen wäre, wäre da nicht ein gewisser “Herr Cameron” (O-Ton der netten Dame am Empfang) gewesen, der das Areal zur Top-Secret-Area erklären ließ.

Nicht ahnend, was gut zwei Jahre später die Kinos erblickte, sorgte das bei mir für einen etwas geknickten Tag. Vielleicht auch ein Grund, warum ich damals nicht sonderlich aufgeschlossen an meinen ersten Kinobesuch von Avatar ging. Raus kam ich dann mit ambivalenten Gefühlen. Durchaus geflasht von dem, was da technisch auf mich eingeprasselt war (und bis heute einer von drei Filmen, denen ich das 3D-Design abnahm und bei denen ich es als geglückt empfinde), empfinde ich die Story als wahllos aus unterschiedlichen Motiven zusammengeklaut und mit einem Holzhammer-Öko-Siegel versehen, das permanent mit dem erhobenen Zeigefinger wedelt – subtil geht anders. Aber subtil war auch nie eine Eigenschaft des Regisseurs, der lieber mit den ganz großen Emotionen und Motiven kommt, als den Zuschauer mal zwischen den Zeilen lesen zu lassen. Dennoch gibt es Dinge, die fesseln konnten – abseits von all dem technischen Firlefanz und dem Bombast. So geht die Liebesgeschichte zwischen Sully und Neytiri trotz aller Klischeehaftigkeit zu Herzen und natürlich schafft es Cameron, den Zuschauer derart zu emotionalisieren, dass man sich ohne jeden Vorbehalt auf die Seite der Na’vi stellt, um ideologisch gegen den Kriegstreiber Quaritch mobil zu machen. Wirklich gut ist Avatar – Aufbruch nach Pandora aber in seinen ruhigeren Momenten. In den eher spirituell angelegten Szenen, in denen die Verbundenheit der Na’vi mit der Natur deutlich wird. Wenn Sully plötzlich eine Schönheit entdeckt, die es auf der Erde (vermutlich) nicht mehr gibt, dann gelingen Cameron eindringliche Momente – zwar immer hart entlang des Kitsches, aber visuell eben wunderschön flankiert. Da ist es fast ein bisschen schade, dass er im finalen Showdown seine Geschichte erwartungsgemäß in Action ersäuft. Auch das ist spektakulär anzusehen, aber die zuvor so prominent etablierten Motive gehen dabei mehr und mehr unter – vom zweifelsohne vorhandenen White-Savior-Gehabe aus der Mottenkiste der US-Western, -Sport- und Gerichtsfilme mal ganz abgesehen.

![Avatar: Aufbruch nach Pandora [4K Ultra HD]](https://m.media-amazon.com/images/I/41-vYndaSML._SL500_.jpg)
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Bild- und Tonqualität BD

Da auch die im Set enthaltene Blu-ray von Avatar – Aufbruch nach Pandora eine Überarbeitung erhielt, zunächst ein paar Worte zur Blu-ray von 2010. Diese galt damals als Referenzscheibe, die den Film kontrastreich und farbkräftig wiedergegeben hat. Vor 13 Jahren gab es nicht schrecklich viele Scheiben, die einen besseren Eindruck hinterließen. Und die bewusst vielleicht nicht ganz scharfen Bilder der Realfiguren sind auch ein wenig an die CGIs angepasst worden, die noch nicht mit der Detailvielfalt erzeugt werden konnten wie heute. Möchte man an der alten Blu-ray etwas aussetzen, dann vielleicht, dass sie knackigeres Schwarz präsentieren könnte. Wechselt man auf die neue Blu-ray, gibt’s einen ziemlich Aha-Effekt. Allerdings mit der dahinter schlummernden Frage, ob es ein positiver oder negativer ist. Faktisch hat man das Gefühl, dass man von der alten Disk eine Art Grauschleier gezogen hat. Die Leuchtkraft der Farben, die Kontrastdynamik, die Detailtiefe und die Intensität der Farbkontraste zeigen sich deutlich verändert. Und für den ersten Moment denkt man sich, dass hier jemand offenbar kleinere Wunder bewirkt hat. Doch wenn man mal kurz innehält und sich vor Augen führt, dass damals nur mit 1080p aufgenommen wurde, stellt sich die Frage, woher es kommen soll. Die Antwort ist klar, wenn man wirklich mal genauer hinschaut: Doppelkonturen, sehr unschön artifiziell wirkende Gesichtsoberflächen und vor dem digitalen Hintergrund “ausgeschnitten” wirkende Darsteller. Die Antwort liegt offensichtlich auf der Hand. Hier wurde deutlich digital per Nachschärfung und Kontrastanhebung nachgeholfen. Und das nicht sonderlich subtil. Keine Frage: Vielen wird das (besser) gefallen als die alte Blu-ray. Viele werden sich denken, dass die Welt von Pandora im ersten Film noch nie dermaßen plastisch aussah.

Doch der Zugewinn an Kontrastdynamik und vordergründiger Schärfe wird mit Halos, Doppelkonturen, Wachsfiguren und einem alles andere als schönen Encoding erkauft. Liest Sigourney Weaver erstmalig Parker die Leviten, nachdem dieser soeben einen Golfball in seine Tasse versenkt hat, wirkt sie vor dem digitalen Monitor-Hintergrund extrem eingefügt. Besonders gruselig maskenhaft sieht das dort aus, wo schon die alte Blu-ray sehr digital erschien und darunter zu leiden hatte, dass die Digitalkameras von 2007 noch nicht auf dem heutigen Stand waren. Stephen Lang beispielsweise schaut bei 49’23 über die neue BD aus, als wäre er nicht selbst vor Ort, sondern eine Version seiner Selbst aus Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett. Noch schlimmer sind nur noch die Darsteller im Hintergrund während Sullys Ankunft am Hauptquartier. Sämtliche Details von der Bildmitte nach hinten sehen aus wie ein Aquarellbild (6’17). Und wenn man glaubt, es kommt nicht noch schlimmer, zeigen sich massive Treppenkanten auf dem ohnehin schon wachsigen Look von Sigourney Weaver bei 51’24. Selbst in der Bewegung erkennt man vertikale Streifenbildung auf ihrer Nase und im Gesicht generell. Und schaut man sich die unwirklich scharfen Details auf Worthingtons Gesicht bei 127’32 an, darf man wohl von der deutlichsten Überschärfung seit langer Zeit reden. Das ist in Summe so gruselig, dass die 4K-Fassungen von Der Herr der Ringe mit ihren vereinzelten! Wachs-Szenen wie eine Referenzarbeit erscheinen. Der vordergründige Zugewinn an Farbkontrast-Dynamik und scheinbarer Plastizität wird mit deutlichen, teils drastischen digitalen Artefakten erkauft. Und am Ende weiß man: Artifizielle Intelligenz irgendwelcher Bildbearbeitungsprozessoren ersetzt gutes Ausgangsmaterial zu keiner Zeit. Über die Screenshots kann man das ganz gut erahnen, es kommt aber noch nicht annähernd so schlimm rüber wie beim Live-Bild auf dem Fernseher. Das einzig Positive: Die CGI-Szenen sehen in Summe nicht so katastrophal aus wie die real gefilmten Shots.
Die Blu-ray im Set der Collector’s Edition enthält jetzt ebenfalls alle drei Filmfassungen im Seamless-Branching-Verfahren. Das knabbert ein wenig an der Daterate und wenn man mit Argusaugen hinschaut, erkennt man hier und da etwas weniger Sicherheit beim Encoding. Das allerdings sind Dinge, die im laufenden Bild nur den allerwenigsten auffallen werden.
Blu-ray (2023) (Slider ganz nach links): vordergründig noch beeindruckend(er) aussieht …
Blu-ray (2023) (Slider ganz nach links): … Plastizität im Bild …
Blu-ray (2023) (Slider ganz nach links): … bereits deutliche Überschärfungen an feinen Linien.
Blu-ray (2023) (Slider ganz nach links): Sie wirkt über die neue BD vordergründig dreidimensionaler …
Blu-ray (2023) (Slider ganz nach links): … aber über eine deutliche Filterung und Nachschärfung erreicht wurde, die Oberflächen wachsig werden lässt und Objekte unnatürlich aus dem Hintergrund löst.
Blu-ray (2023) (Slider ganz nach links): … wirkt über die neue Blu-ray sehr unnatürlich und auffällig ausgeschnitten. Hinzu kommen starke Artefakte in den feinen Rauschmustern auf den Displays.
Blu-ray (2023) (Slider ganz nach links): Die Artefakte werden im Close-up sichtbar.
Blu-ray (2023) (Slider ganz nach links): … doch die neue addiert Treppenstufen und starke Artefaktbildung am Rand hinzu.
Blu-ray (2023) (Slider ganz nach links): Doch die Kontrastanhebung/Nachschärfung der neuen BD macht aus Stephen Lang eine Wachsfigur.
Blu-ray (2023) (Slider ganz nach links): Nasenhöhlenabgrenzung, Haare, Narben, Mundabgrenzung – das sieht aus wie ein gemaltes Bild, nicht wie eine Filmaufnahme. Und im laufenden Bild fällt das leider noch stärker auf.
Blu-ray (2023) (Slider ganz nach links): … starke vertikale Stufenbildung aufweist.
Blu-ray (2023) (Slider ganz nach links): Zu diesen Abstufungen gesellt sich das teigig wirkende Hemd, die wachsigen Lippen und überhaupt ist das ein furchtbares Bild.
Blu-ray (2023) (Slider ganz nach links): … bekommt durch die Nachschärfung einen unrealistischen hyperscharfen Touch. Auch hier: Im Live-Bild kann man sich das kaum ansehen.

Beim Ton von Avatar – Aufbruch nach Pandora gibt’s die nächste Veränderung. Während die Blu-ray damals mit einem deutschen DTS-Mix ausgeliefert wurde, bekommt man nun für die neue Blu-ray Dolby Digital. Rein von der Datenrate her ein kleines Downgrade. Nicht, dass die Dolby-Digital-Spur so gruselig dynamikkomprimiert klingen würde wie die Disney-/Marvel-Titel der letzten Jahre, aber der DTS-Mix ist bis heute eine Referenztonspur, sodass die Fußspuren für den DD-Mix groß sind. Die Dolby-Digital-Abmischung ist zunächst einmal rund 2-3 dB leiser eingepegelt. Das bekommt man natürlich recht leicht angeglichen. Nimmt man sich aber exemplarisch den Beschuss und das Fallen des Baumes ab 102’40, so geht der Tiefbass bei der alten DTS-Tonspur aggressiver und kräftiger zu Werke – ähnlich der DTS-HD-Master-Fassung, die hier erneut für den O-Ton genutzt wurde. Noch mal: Die DD-Tonspur klingt für sich genommen in Ordnung. Sie ist räumlich und während der Actionszenen auch angenehm druckvoll. So schlagen beispielsweise die Flügel der Ikran recht wuchtig und auch die Helis bieten kräftige Rotoren. Doch im Vergleich reicht die DD-Version nicht an die Referenz-Tonspur von 2010 heran. Und im Übrigen auch nicht an die identisch kodierte Vertonung von Avatar: The Way of Water.

![Avatar: Aufbruch nach Pandora [4K Ultra HD]](https://m.media-amazon.com/images/I/41-vYndaSML._SL500_.jpg)
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Bild- und Tonqualität UHD inkl. Dolby Vision

Wie oben bereits erwähnt, hat Cameron Avatar damals auf digitalen Kameras mit 1080p-Auflösung eingefangen. Für eine 4K-Scheibe war also von vornherein klar, dass hier hochskaliert werden musste. Man beließ es aber ganz offenbar nicht bei einem simplen Upscaling, sondern legte auch noch mal Hand an, was visuelle Parameter wie Farbkontraste und Schärfe angeht. Auf Basis dieses neuen 4K-DIs gab’s für die Disk noch HDR10, während der D+-Stream auch noch Dolby Vision bietet. Schon im Text für die Bildqualität der neuen Blu-ray ist von den digitalen Artefakten zu lesen, die aufgrund einer teils deutlichen Nachschärfung, Filterung und Kontrastanhebung zu sehen sind. Die UHD Blu-ray macht da erst einmal keine Ausnahme, da die Blu-ray praktisch auf deren Material basiert. Gegenüber der neuen BD zeigt sich die HDR-Scheibe (ähnliche wie beim zweiten Teil) nur ein wenig dunkler eingepegelt. HDR hilft hier allerdings dennoch nicht, überstrahlende Bereiche wieder etwas mehr Durchzeichnung zu geben (Antennen auf dem Dach des Headquarters bei 6’17). Und das Hochskalieren auf 4K bringt leider noch weitere Probleme mit sich. Denn hier und da zeigen sich deutliche Abstufungen, die der neuen Blu-ray noch fremd sind (Augen- und Nasenpartie von Sully bei 20’00). Auch der Wachseffekt und die Artefakte sind noch deutlicher. Eine durch und durch misslungene UHD Blu-ray, was die meisten Parameter betrifft. Zwei bis zweieinhalb Vorteile hat die UHD Blu-ray gegenüber der Blu-ray: Spitzlichter sind prägnanter und stechen dynamischer hervor. Außerdem sind Farben noch etwas kräftiger und intensiver. Der halbe Punkt geht ans bessere Encoding, das mit dem Digitalrauschen ein wenig homogener umgeht. Allerdings auch das nur in Maßen, da hier nun mal gefiltert wurde. Dennoch gibt’s weniger unschöne Clusteransammlungen des Rauschens als bei der neuen Blu-ray. Und so muss man leider schließen: Weder die neue Blu-ray, noch die UHD Blu-ray sind aus technischer Sicht gelungen. Gefallen wird das nur solchen Käufern, die auf maximal künstliche CGI-Ästhetik stehen.
UPDATE Dolby Vision der Collector’s Edition:
James Cameron ist Freund von Dolby Vision Gradings. Und als solcher schafft er es tatsächlich, auch einen Konzern wie Disney davon zu überzeugen, seine Filme in Dolby Vision auf Disk zu veröffentlichen, wo das Mausstudio DV ansonsten für die Streaming-Varianten reserviert. Als bekannt wurde, dass man die 4K-Fassung von Avatar noch einmal als Collector’s Edition mit Dolby Vision veröffentlicht, war die Hoffnung dezent vorhanden, dass es etwas am artifiziellen und prozessierten Look verändern würde. Das tat es aber nicht. Die nun vorliegende Disk der Coll. Ed. zeigt sich hier unverändert wachsig auf den Gesichtern der Realfilmszenen und überschärft in vielen CGI-Aufnahmen. Die einzige Änderung betrifft die Farben und bisweilen die Kontrastdynamik. Da Avatar nun in den drei unterschiedlichen Fassungen vorliegt, diese aber im Seamless-Branching-Verfahren auf die Scheibe gelangten, ist der Platzbedarf etwas höher. Die Datenrate ist im Vergleich deshalb etwas verändert, was aber nicht wirklich auffällt. Je nach Charakteristik des Dolby-Vision-Wiedergabegerätes erscheint Avatar mit leicht geändertem Look. Mein G3 hat gegenüber HDR10 im Dolby-Vision-Modus (der in der Kalibrierung nicht bis ins Letzte anpassbar ist) eine leichte Tendenz ins Grün. Das kann aber auf anderen Displays wieder sehr anders aussehen, weshalb Dolby-Vision-Bewertungen mittlerweile mit Vorsicht zu sehen sind. Ein leichter Vorteil zeigt sich in der Dynamik bei dunkleren Szenen. Aber dafür muss man eigentlich zwei identische Displays nebeneinander stehen haben. Subjektiv wirkt die DV-Variante aber etwas knackiger als die HDR10-Scheibe.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD BD dunkelt etwas ab und hat etwas kräftigere Farben.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die Durchzeichnung auf hellen Bereichen ist nicht besser.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wird die Wachsigkeit bei der HDR-Disk noch deutlicher. Der Herr im Hintergrund links hat völlig seltsame und detaillose Wachsarme. Sämtliche Oberflächen wirken wie ein Aquarellbild.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist auch Quaritch noch etwas wachsiger, da die Oberflächen noch mehr glänzen. Im Live-Bild sieht seine Frisur aus wie gemalt. Man beachte auch die unnatürliche Reflexion im Weiß des Auges vom Herrn rechts im Bild.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die HDR-Scheibe zeigt das Hemd noch künstlicher. Im laufenden Bild kann man sich das fast nicht anschauen.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wird sehen, wie furchtbar die Artefakte sind und wie gruselig die Oberflächen aussehen.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … noch mehr Glanz auf der Stirn bei der UHD Blu-ray
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … sogar noch Extra-Artefakte. Hier im Gesicht von Worthington. Übrigens sehen im Live-Bild schon die Hände auf der Gel-Matte furchtbar wachsig und künstlich aus.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … zeigt die 4K-Disk hier sichtbare Artefakte.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … Was hier aus Tarnfleckmuster und Ohr gemacht wird, ist gruselig.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Wer das in dem kleinen Vergleichsbild auf Handy, Tablet oder Laptop nicht erkennt: Einfach mal beide Bilder per Rechtsklick in einem neuen Tab öffnen und auf einem größeren Monitor anschauen. Auch die Abgrenzung des Riemens am Hinterkopf ist visuell furchtbar.
Und weil’s so schön-schrecklich ist, noch mal zwei Szenenbilder-Screecaps aus der UHD Blu-ray mit ein paar Zooms aus denselben:






Während der deutsche Ton von Avatar auf der UHD Blu-ray bei Dolby Digital verharrt, kommt der O-Ton jetzt mit einer Dolby Atmos Fassung. Und die leidet nicht! unter dem Disney-Syndrom der Dynamik-Komprimierung. Sie klingt auf der regulären Ebene ebenfalls fantastisch, druckvoll und dynamisch – ganz so wie es die DTS-HD-MA-Version der Blu-ray tut. Wenn die Helis den Baum per Dauerbeschuss fällen, wird, das immer noch extrem imposant und wuchtig transportiert. Hier darf also Entwarnung geben werden. Die Addition der Höhen-Ebene fällt in Summe etwas konservativer aus als beim zweiten Teil, der noch recht aktiv 3D-Sounds integriert hatte. Den ersten echten Höhen-Anteil erhält man bei der Landung des Transporters nach 4’43. Auch der Robo-Anzug kurz darauf offenbart Sounds über der Kamera. Nach einer Viertelstunde hört man dann röhrende Geräusche und Wusch-Sounds, während Sully in der Kammer zu seinem Avatar übertragen wird. Ähnliches später noch mal, wenn er in die Röhre geschoben wird. Richtig heftig und druckvoll wird’s bei den Rotoren der Helis ab 24’35. Was hingegen etwas fehlt, ist Dschungelatmosphäre. Zwar kommen vereinzelt Sounds der gefährlicheren Tiere von oben, aber das Leben der zahlreichen Bewohner wird nicht wirklich über die Height präsentiert. Die Unterwassergeräusche nach etwas über 31 Minuten hingegen schon. Und bei 42’19 fliegt dann mal ein Pfeil so präsent über die Köpfe, dass man sich ducken mag. Interessant, dass offenbar zwei unterschiedliche Menschen für die Atmos-Mixe von Teil I und Teil II zuständig waren. Denn Filmmusik, die bei Way of Water noch häufig auf die Deckenspeaker erweitert wird, findet hier gar nicht statt. In der Höhle nach 67 Minuten gibt es dafür Hall, kurz danach auch Wasserfall-Geräusche und das Schreien der Toruks. Während des Flugs auf den Vierflüglern rauscht dann auch mal der Wind hörbar von oben. Wird es nach 102 Minuten wirklich ernst, hört man erneut die Rotoren und auch mal eine abgefeuerte Rakete. Während des finalen Showdowns werden auch die Kämpfe zwischen den Toruks und den C21-Helis mit dynamischen Sounds beliefert und der Absturz bei 145’15 lässt die Äste der Bäume wunderbar krachen. In Summe hätte zwar etwas mehr los sein dürfen, auf den Heights. Aber immerhin hat man mit den vorhandenen Geräuschen sinnvoll unterstützt.

![Avatar: Aufbruch nach Pandora [4K Ultra HD]](https://m.media-amazon.com/images/I/41-vYndaSML._SL500_.jpg)
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- Limitiertes Steelbook, Dolby Vision Update, 3-Disc-Set mit mehr als 3 Stunden Bonusmaterial
- Dieser Artikel hat Deutsche Sprache und Untertitel.
Bonusmaterial

Auf der Bonusdisk, die als dritter Silberling dem Paket beiliegt, sind insgesamt drei Featurettes sowie die bereits bekannten Making-of-Clips (insgesamt 92 Minuten Laufzeit) enthalten. Den Anfang macht mit “Erinnerungen an …” ein Gespräch mit Worthington, Saldana, Weaver und Lang, die 20 Minuten lang auf die Produktion zurückblicken. geht’s mit “Ein Blick zurück”, das rund zehn Minuten läuft und in dem Cameron selbst zu Wort kommt. Die Beteiligten schauen auf die Dreharbeiten zurück und ordnen ein, was der Film am Ende für eine Bedeutung für die Filmwelt hatte. “Die Entstehung von …” ist ein vierteiliges Featurette mit einer Laufzeit von 98 Minuten, das bereits auf der Extended Coll. Edition zu finden war und auch dort das Kernstück der Extras darstellte. Die Coll. Ed. enthält nun eine weitere Extra-Disk, die aber nicht schrecklich viel neues Material zur Verfügung stellt.
Fazit
Die neue Blu-ray und UHD Blu-ray von Avatar liefern ein Bild wie ein Gemälde – und das ist alles andere als positiv gemeint. Der Versuch, den Film vom Look her an den zweiten Teil (dessen Bild wirklich gut geworden ist) anzupassen, darf als “mit Schmackes in die Hose gegangen” bezeichnet werden. Schlimmer sah ein Upscale im Zeitalter der UHD Blu-ray bisher noch nicht aus. Und die neue Blu-ray ist innerhalb ihrer Parameter genauso schlecht. Wenn James Cameron diesen Murks abgesegnet hat, dann fällt die Vorfreude auf die Blu-ray Veröffentlichungen von Abyss und True Lies verhalten aus. Hoffen wir, dass die analoge Herkunft dieser Filme Cameron davor bewahrt, ein digitales Massaker zu erstellen. Was Avatar anbelangt: Haltet die alte(n) Blu-ray(s) des Films in Ehren. Einziger Lichtblick der UHD Blu-ray ist der englische Atmos-Sound, der nach wie vor wuchtig und dynamisch ist, dazu jetzt einige nette 3D-Sounds liefert. Das “Upgrade” auf Dolby Vision hat nur wenig Veränderung gebracht. Der artifizielle Look bleibt unangetastet. Dafür gibt’s nun alle drei Filmfassungen in 4K, was sicherlich das Haupt-Kaufargument sein dürfte. Im Kontrast ist Dolby Vision einen Hauch dynamischer, sodass die DV-Scheibe nun die bestmögliche Art darstellt, den Film in seiner 4K-Variante zu schauen. Das ändert nichts daran, dass Fans des ursprünglichen Looks, die mit der artifiziellen Schärfeanhebung und Prozessierung nichts anfangen können, immer noch mit der alten Blu-ray am besten beraten sind.
Timo Wolters
Bewertung
Bildqualität BD (2010): 85%
Bildqualität BD (2023): 50%
Bildqualität UHD: 45%
Tonqualität BD (2010) (dt. Fassung): 100%
Tonqualität BD (2023) (dt. Fassung): 70%
Tonqualität UHD (dt. Fassung): 70%
Tonqualität BD (Originalversion): 100%
Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 100%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 95%
Film: 75%
Anbieter: 20th Century Studios
Land/Jahr: USA 2009
Regie: James Cameron
Darsteller: Sam Worthington, Zoe Saldaña, Sigourney Weaver, Stephen Lang, Giovanni Ribisi,
Tonformate BD: DTS HD-Master 7.1: en // Dolby Digital: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital: de
Untertitel: de, en
Laufzeit: 162
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision (Coll. Edition)
Maximale Lichtstärke: keine Angabe
FSK: 12
(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: © 2009 20th Century Fox. All Rights Reserved)
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So testet Blu-ray-rezensionen.net
Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.
Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:
- Mainspeaker: 2 x Canton Reference 5.2 DC
- Center: Canton Vento 858.2
- Surroundspeaker: 2 x Canton Vento 890.2 DC
- Subwoofer: 2 x Canton Sub 12 R
- Heights: 4 x Canton Plus X.3
- AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
- AV-Receiver: Pioneer SC-LX59
- Mini-DSP 2x4HD Boxed
Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern” zu verfälschen.
