Avengers: Age of Ultron 4K UHD

Blu-ray Review

avengers age of ultron 4k uhd blu-ray review cover
Marvel/Disney, 06.09.2018

OT: Avengers: Age of Ultron

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Ich bin, der ich bin

Im Zuge des dritten Teils erfährt auch Age of Ultron eine Wiederbelebung in 4K – wie gut ist die Disk?

Inhalt

Tony Stark wird als Iron Man erstmals richtig lädiert aus den Kämpfen hervorgehen ©Marvel 2015

Bei der Bergungsaktion von Lokis Zepter aus einer Hydra-Festung im verschneiten Sokovia sichern die Avengers nicht nur das Artefakt, sondern auch eine darin enthaltene künstliche Intelligenz, die, nach erster Analyse durch Stark, Banner und Jarvis dazu in der Lage sein soll, ewigen Weltfrieden herzustellen. Da Thor mit dem Zepter nach Asgard zurück will, bleiben Tony und Bruce nur wenige Tage, um dieses kostbare Gut ohne Absprache mit den Anderen in Starks Ultron-Programm zu überführen – ein Programm, das zunächst für die weltweite Sicherheit entwickelt worden war. Doch die künstliche Intelligenz entwickelt viel zu viel Eifer und agiert scheinbar feindselig. Erstes Opfer wird Jarvis, in dessen Neutronenverbindung sie eindringt. Nachdem sich die KI in einem ziemlich kaputten Roboter aus Starks Garage eingenistet hat, erklärt sie den Avengers direkt mal ihre Fassung von Frieden und die sieht zunächst mal die Vernichtung der Superhelden vor. Ultron ist nun also nicht ganz so, wie Stark sich das gedacht hatte und zudem noch auf der Flucht. In den Zwillingen Pietro und Wanda Maximoff hat er zwei mächtige Gefährten, die mit ganz speziellen Superkräften ausgestattet sind und ohnehin noch eine Rechnung mit Stark zu begleichen haben. Aufgrund dieser versammelten Macht ist guter Rat teuer, denn Ultron ist praktisch an jedem Ort zu jeder Zeit und noch dazu kurz davor, die gesamte Menschheit zu vernichten – frei nach dem Prinzip, dass man erstmal große Unordnung verursachen muss, um eine neue Ordnung herzustellen …

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Captain America wird bald mit den Avengers an die Grenzen des Machbaren stoßen ©Marvel 2015

Joss Whedon will es in seinem Sequel wissen und legt mit dem phänomenalen Angriff auf die Hydra-Station in Sokovia vom Start weg mächtig los. Er beschert uns eine zehnminütige Sequenz, die schon fast einem kleinen Krieg gleichkommt und alle bekannten Figuren inklusive ihrer Eigenschaften perfekt vorstellt. Aber nicht nur dass, sehen wir auch direkt zwei neue Figuren, die das Universum in Avengers: Age of Ultron bereichern werden: Pietro und Wanda Maximoff, die Zwillinge mit ganz speziellen Eigenschaften. Pietro sorgt als „Quicksilver“ für Geschwindigkeit und Wanda übernimmt als „Scarlet Witch“ die psychologische Seite. Sie kann ihre Opfer mit Telekinese beeinflussen. Beide haben eine ganz persönliche Rechnung mit Stark zu begleichen und sorgen mit ihren Fähigkeiten durchaus für eine gewisse Verwirrung unter den Avengers.
Wo wir aber gerade bei neuen Figuren sind: Ultron, der Gegenspieler im zweiten Avengers-Abenteuer, ist leider der schwächste Punkt in Whedons Film – und das nicht nur, weil er im Anzug eines Roboters von Stark steckt und somit wenig individuell aussieht. Man sagt nicht ganz ohne Grund, dass ein Film mit Helden immer nur so gut ist, wie der entsprechende Gegenspieler. Während Whedon nicht (wie bspw. die zwei Fortsetzungen des ersten Spider-Man-Franchise) den Fehler begeht, zu viele Bösewichte zu integrieren, ist Ultron als Counterpart zu oberflächlich und bisweilen vor allem zu albern. Immerhin geht’s der hyperintelligenten künstlichen Intelligenz um die Vernichtung der Menschheit und die Etablierung einer neuen Rasse nach seinem eigenen Abbild, da kann man als Zuschauer schon erwarten, dass diese KI sich die Zeit nicht mit plumpen Witzchen vertreibt. Solche Momente nehmen der Figur tatsächlich den Schrecken und so richtig Angst hat man eigentlich nie, dass es die versammelten Avengers eventuell nicht schaffen könnten. Das war beim Vorgänger durchaus noch der Fall, wenngleich auch vor drei Jahren Witz und Ironie einen großen Anteil am hohen Unterhaltungswert des Films hatten.

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Man sollte ihn nicht wütend machen ©Marvel 2015

Natürlich gibt’s aber auch in Age of Ultron gut funktionierenden Humor, der eine erste Duftmarke setzt, wenn die anderen Avengers versuchen, Thors Hammer empor zu heben. Ist es schon witzig, wenn man die gestandenen Herren beim vergeblichen Versuch beobachtet, steigert Whedon die Situation noch einmal, wenn es Steve Rogers zumindest gelingt, das Schlaggerät kurz zu verrücken – der Gesichtsausdruck von Thor in dem Moment: Unbezahlbar.
Ohnehin ist es immer wieder die Arroganz der Menschen/Helden, die genutzt wird, um für Auflockerung zu sorgen – eine Analogie zur Geschichte an sich, denn das Böse in Avengers: Age of Ultron entwickelt sich aus der Überheblichkeit derer, die meinen, sie könnten mit ihren technischen Raffinessen, ihrem überlegenen Intellekt und ihrer Kraft alle Probleme dauerhaft lösen. Immer wieder (vor allem in den großartigen Rückblenden der Figuren unter dem telekinetischen Einfluss Wandas) wird deutlich, dass die Avengers nicht immer nur die Lösung, sondern auch Teil des Problems sind.
Whedon thematisiert dabei ähnliche Motive wie sie in den Filmen des X-Men-Franchise immer wieder offenbar werden: Soll man den Helden mit den Superkräften vertrauen oder ist man ohne sie besser dran? Sicherlich wird das hier nicht überstrapaziert und gerät auch nicht zum politischen Diskurs über Ressentiments, dennoch sind die Heldenfilme aus dem Marvel-Universum tiefgründig genug, um nicht als bloße SciFi-Unterhaltung im Stile der hohlen Transformers-Hüllen zu verkommen. Die kontroverseste Szene in diesem Zusammenhang ist dann auch gleich der erste große Höhepunkt von Age of Ultron: Wenn im Zuge des großartigen Fights zwischen Hulk und Iron Man ein Hochhaus einstürzt und die Menschen auf den Straßen verstört durch Staub und fallende Asche wandeln, könnte die Symbolkraft für die Gefährlichkeit, die von den Avengers vermeintlich auch ausgeht, kaum größer sein – immerhin malt Whedon hier ein Bild, das seinen Ursprung bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hat. Schade, dass der Film daraufhin dann zügig wieder zum nächsten Action-Höhepunkt rast, ohne dieses Misstrauen, das man den Helden entgegenbringt, weiter zu thematisieren – hier wirkt Age of Ultron tatsächlich gehetzt. Bei aller Optik hätte es durchaus die Zeit gegeben, einige Reaktionen der Menschen und/oder der verantwortlichen Staatsträger zu zeigen.

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Haben nach wie vor eine starke Verbindung: Black Widow und der Hulk ©Marvel 2015

Womit wir bei den Schauwerten von Avengers: Age of Ultron wären, die wahrlich beeindruckend sind. Jeder der einzelnen Kämpfe ist spektakulär, ja atemberaubend und gegen Ende lässt Whedon einfach mal eine ganze Stadt entwurzeln, um sie durch die Gegend schweben zu lassen. Auch die sensationellen Zeitlupen-Sequenzen von Quicksilver machen richtig Spaß. Allerdings fehlt zum einen eine Szene, die vergleichbar wäre mit dem Abheben des Helicarriers im Vorgänger (wenngleich das gute Luftschiff ein kurzes Gastspiel hat) und zum anderen bedient sich der Regisseur durchaus deutlich bei einigen anderen Vorbildern. Man wird das Gefühl nicht ganz los, viele der versammelten Actionszenen so oder so ähnlich schon mal gesehen zu haben – gerade die Figur des Quicksilver, bzw. dessen Aktionen leiden (trotz der zugegebenermaßen großartig visualisierten Szenen) darunter etwas. Gegenüber anderen Vertretern des Sci-Fi-Genres hat aber auch der zweite Teil des Avengers-Universums den Kollegen ein entscheidendes Merkmal voraus: Wie schon im Vorgänger gelingt es Whedon beeindruckend, jeder einzelnen Figur Raum zu geben und sie vor allem während der Actionszenen extrem fließend Hand in Hand arbeiten zu lassen. Und so hat Avengers: Age of Ultron etwas, das vielen anderen Sci-Fi-Filmen abgeht: Seele.

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Ultron möchte nicht weniger als die ganze Menschheit vernichten ©Marvel 2015

Bild- und Tonqualität BD

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Iron Man und War Machine kämpfen Seite an Seite ©Marvel 2015

Das Bild von Avengers: Age of Ultron hinterlässt über die Blu-ray einen etwas zwiespältigen Eindruck: Die Close-ups von Robert Downey jr. hinter dem HUD des Iron-Man-Anzugs sind bestechend scharf und extrem dreidimensional sogar in 2D. Einige der dunkleren Sequenzen sowie die flaue Anfangssequenz im Schnee hätten allerdings durchaus etwas mehr Kontrast vertragen – hier ist schwarz eher gräulich und gerade die groß angelegten Übersichts-Szenen lassen Detailtiefe vermissen. Sind Sequenzen vollständig im Rechner entstanden, wird der Eindruck zudem etwas softer. Herausragend hingegen ist in den besseren Szenen die Raumtiefe, denn wenn Whedon es drauf anlegt, kann man bspw. in der Kommandozentrale jedes Detail noch im Hintergrund ausmachen. Auch die Reflexionen auf Banners Brille sind klasse. Wer Brillenträger ist, weiß, wie schwer es ist, seine Gläser dermaßen sauber zu halten, dass sie so kristallklar wirken. Farben sind zudem äußerst kräftig, werden allerdings je nach Schauplatz unterschiedlich gefiltert. Mal herrschen Brauntöne vor, mal geht’s bläulich-kühler zu.

Neue Gimmicks aus der Trickkiste von Tony Stark ©Marvel 2015

Akustisch muss sich Avengers: Age of Ultron noch mehr Kritik gefallen lassen: Schon die Eröffnungssequenz präsentiert einen deutlich unterrepräsentierten mittleren und hohen Frequenzbereich. Es poltert, kracht und brummelt, wenn Iron Man seine Energiewellen aussendet, doch irgendwie klingt’s muffig und dumpf. Noch dazu scheinen Signale zu fehlen, wo eigentlich welche zu sein hätten. Wenn der grüne Wüterich ins Geschehen eingreift, zerpflückt er sichtbar zwei, drei gegnerische Schergen. Hören hingegen tut man davon nichts. Jetzt könnte man den deutschen Ton dafür verantwortlich machen, der (typisch Disney) wieder im leicht abgespeckten dts-HD-High-Resolution vorliegt, während die Orignalfassung in dts-HD-Master abgemischt wurde, doch die klingt in diesen Szenen sogar noch etwas flacher und leiser. Zwar wartet sie dafür mit zwei weiteren Kanälen auf (7.1 gegenüber 5.1 bei der synchronisierten Version), doch wer sich zwei-, dreimal die Titelsequenz anschaut, wird den Unterschied deutlich merken.
Die dt. Fassung liefert noch dazu eine dauerhaft nicht perfekte Stimmwiedergabe über den Center. Insgesamt bleibt hier ein Trend zu bemängeln, den Disney auch bei folgenden Marvel-Titeln vollzogen hat und der echte Heimkinofans auf die Palme brachte.
Immerhin gibt es vehementen Subwoofereinsatz wenn Thor mit seinem Hammer den Boden zum Beben bringt oder Hulk den kleinen MG-Bunker stürmt. Da sowohl das Bild als auch der Ton im weiteren Verlauf etwas besser werden, wird man nicht ganz den Eindruck los, als wäre die Eröffnungsszene beim Mastering etwas stiefmütterlich behandelt worden. Denn schon der erste kurze Schaulauf von Ultron gegen unsere Superhelden klingt bedeutend ausgewogener und in der Sequenz auf dem verlassenen Schiff rattern die Maschinengewehre wieder mit erstaunlich präsentem Mittelfrequenzbereich. Absolut beeindruckend und ein regelrechter Basskiller ist beispielsweise der Subsonic-Sweep, nachdem Stark den Hulk in den Rohbau eines Hochhauses gerammt hat (58’12).

Bild- und Tonqualität UHD

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Vision könnte einst den Schlüssel zur Rettung der Menschheit in sich tragen ©Marvel 2015

Nicht weniger als neun! verschiedene Kameras kamen beim Dreh von Avengers: Age of Ultron zum Einsatz. Von der GoPro bis hin zur Arri Alexa XT Plus waren es allesamt digitale Geräte. An deren Ausgängen lag eine Auflösung zwischen 1080p und 6K an, wovon letztlich ein 2K Digital Intermediate angefertigt wurde.
Wir haben es also nicht mit einer nativen 4K-Scheibe zu tun, wobei das ohnehin nicht ganz korrekt gewesen wäre, selbst wenn das DI in 4K gemastert worden wäre. Denn selbst die Hauptkamera (Alexa XT Plus) lieferte „nur“ 3.4K am Ausgang.
Natürlich integrierte man aber einen erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020 sowie eine höhere Bilddynamik – und zwar nach Standard-HDR10.
In der Praxis fallen die Unterschiede zwischen BD und UHD allerdings verhältnismäßig gering aus. Das Color Grading beispielsweise wurde nur dezent verändert. So haben Schwarztöne nun eine etwas neutralere, vielleicht ganz leicht grünliche Tönung, wo sie über die BD etwas kühler erschienen.
Der höhere Kontrastumfang nach HDR10-Standard bewirkt allerdings dann doch eine sichtbare Veränderung. So sind die über die BD sehr soft-gräulichen Szenen des Openers zwar immer noch nicht herausragend plastisch, liefern allerdings das kräftigere Grün und die kontrastreichere Darstellung von Caps blau-rotem Anzug und Schild. Außerdem sind Hauttöne durchweg etwas wärmer und kräftiger und die leuchtenden Hologramme, die Jarvis für Stark und Banner projiziert, haben dann doch deutlich mehr Punch, kräftigere Spitzlichter und eine bessere Durchzeichnung. Lediglich Gesichter in dunklen Szenen kommen etwas zu solariumsgebräunt rüber (Kapitel 3, Party bei Tony).
Bei der Auflösung selbst muss man allerdings sehr genau hinschauen, um eine Differenz zur BD zu erkennen. Meist erscheint die etwas bessere Detailzeichnung eher aus dem höheren Kontrastumfang und den damit verbundenen, stärkeren Licht-/Schattenspielen zu resultieren.
Da sich die UHD aber ansonsten keine Fehler leistet und (wenn auch nicht viel) durchweg angenehmer und kräftiger ist als die BD, lohnt es sich am Ende doch (wenn man die Blu-ray noch nicht hat).

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(13’14): Während der Szenen im Gleiter nach dem Kampf in Sokovia zeigen sich Farben und Kontraste kräftiger als in der Eröffnungsszene. Hier wirkt die BD dann auch bereits glücklicher über mehr Farbanteil und satteres Schwarz.
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Die UHD intensiviert Hauttöne etwas und dunkelt die Haare noch etwas ab. Sie wirken nun nicht mehr ganz so rostrot. Insgesamt ist der Unterschied aber nicht immens groß.
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(8’36): Im Opener sind die Kontraste, wie oben erwähnt, eher flach und Farben wirken etwas entsättigt.
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Hier punktet die UHD tatsächlich mit mehr Farb- und Schattierungsdetails. Gut sichtbar bspw. auf Hulks linker Schulter.
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(18’26): Wenn strahlende Farben hinzu kommen, wird es für die Blu-ray mit der Differenzierung schwierig. Das blaue Hologramm ist nicht sehr klar abgegrenzt, wirkt milchig und hat diesen haloartigen Schein.
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Hier kann die UHD ihre Kontrastvorzüge und die höhere Farbtiefe voll ausspielen. Das linke Hologramm leuchtet kräftig(er) in Orange und das Blaue reißt nicht so aus, ist klarer definiert.
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(112’18): Auf Jacksons Haut lassen sich die Unterschiede zwischen BD und UHD recht gut erkennen. Die BD zeigt sie zwar bereits mit einem kräftigen Braun …
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Die UHD ist dennoch satter, ohne es jedoch zu übertreiben. Die Schwarzdarstellung wechselt ein kleinwenig von einem dezenten Blau in ein ebenso unauffälliges Grün.
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(102’30): Während der Tony-Stark-im-Helm-Szenen liefert die BD mitunter die besten Schärfewerte. Etwas mehr Kontrast wäre aber noch drin.
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Und dieses etwas MEHR an Kontrast liefert dann die UHD. Alles wirkt ein bisschen strahlender und kräftiger. Die Tatsache, dass die Schatten an den Seiten des Gesichts stärker betont sind, hebt die Front von Downeys Antlitz noch deutlicher hervor.
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Nimmt man sich einen Bildausschnitt aus der obigen Szene, wirken die Partien um die Nasenspitze und die Ränder der Augen mit den Wimpern etwas weicher.
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Wenngleich der Unterschied nur gering ausfällt, zeigt sich die UHD (auch bedingt durch den besseren Kontrast) mit etwas mehr Zeichnung auf Gesicht und Augenpartien. Auch die Spiegelung in der Pupille wirkt glänzender, das Auge klarer.
Ulysses Klaue soll Ultron Vibranium beschaffen ©Marvel 2015

Beim Ton der UHD gibt’s für beide Sprachen eine Änderung. Während der Englische sozusagen ein Upgrade erhält, geht’s dem deutschen Ton (leider) noch schlechter als jenem der BD.
Denn der wird vom bereits datenreduzierten dts-HD-HR der Blu-ray auf ein Dolby-Digital-Plus heruntergestuft. DD-Plus läuft hier mit festen 1Mbps, während die dts-HD-HR-Spur der BD mit der doppelten Datenrate unterwegs ist. In der Praxis klingen beide allerdings nahezu identisch. Hier ernsthaft Unterschiede auszumachen, artet in Kleinstarbeit aus. Da beide leider gleichermaßen schwach differenziert sind, muffig klingen und die Vehemenz des optischen Geschehens vermissen lassen, ist die UHD von Avengers: Age of Ultron für Fans von Synchronspuren leider kein Fortschritt.
Wohl aber für die Fans vom Originalton. Obwohl die Tatsache, dass hier Dolby Atmos integriert wurde, noch keine Qualitäts-Aussage beinhaltet, ist der True-HD-Kern tatsächlich hörbar besser als die dts-HD-Master-Variante der Blu-ray. Während Letztere der deutschen dts-HD-HR-Spur sehr ähnelt und diese wiederum fast identisch ist mit der DD+-Spur der UHD, ist der Unterschied zwischen der deutschen DD+- und der True-HD-Variante des O-Tons selbst für ungeübte Ohren hörbar.
Nimmt man beispielsweise Thors Schlag auf den Boden bei Minute 6’09, bebt der Boden wesentlich kräftiger und auch länger als über die dt. Fassung. Auch das „Wusch“ von der Rückkehr von Caps Schild kurz zuvor hat viel mehr Präsenz und Druck. Das macht die True-HD-Fassung zwar immer noch nicht zur Referenz und die Muffigkeit ist ebenfalls noch nicht beseitigt, aber es geht durchaus in die richtige Richtung. Und dies bleibt im Verlaufe des Films auch so, was die True-HD-/Atmos-Version des Originaltons der UHD zur bestmöglichen Wahl werden lässt.

Tony wird seinen schlimmsten Fehler noch bereuen ©Marvel 2015

Wenn es um die Erweiterung nach oben geht, funktioniert die Atmos-Spur überdies recht ordentlich. Die Durchsage direkt zu Beginn kommt deutlich aus den Heights und während der Fights im Schnee setzten die Höhen-Lautsprecher immer wieder Akzente. Ob das Thor ist, der von oben herunterschwebt oder der Hulk, der ein komplettes Fahrzeug über die Kamera schleudert. Auch die Energie-Geschosse zischen immer wieder über die Köpfe hinweg – selbst wenn die Sounds nicht brutal laut sind, sind sie durchaus korrekt verortet. Auch der Hall in Struckers Bunker klingt authentisch und sorgt für ein immersives Erlebnis.
Cool wäre es indes auch noch gewesen, wenn man Stark innerhalb seines Helmes mit Jarvis hätte von oben sprechen hören – immerhin fängt so ein Helm die Stimmen ja rundherum ein. Brachial wird’s erstmalig, wenn Stark in der von Wanda hervorgerufenen Vision die außerirdischen Raumschiffe sieht und diese ultralaut über den Köpfen wegschweben (10’37). Ebenso cool sind die Effekte in Starks Entwicklungsbereichen und hier spricht Jarvis dann tatsächlich immer aus den Heights, wenn er gerufen wird. Absolut sensationell ist dann der Dialog zwischen Jarvis und Ultron, als dieser zum Leben erwacht. Hier findet das Gespräch so unmittelbar auch aus den Heights statt, dass man eine Gänsehaut bekommt (21’40).
Ebenfalls nett gemacht sind die Sounds, die man für Quicksilver und dessen ultraschnelle Bewegungen bereit hielt. Während der Gefechte gibt es dann immer wieder dedizierte Geräusche von oben, was vor allem die ohnehin schon sehr gute Räumlichkeit des Films noch einmal verbessert.
Ganz klar: Diese Atmos-Spur ist auf der regulären UND auf der Höhenebene ein Gewinn.

Bonusmaterial

Black Widow kümmert sich um Bruce/Hulk ©Marvel 2015

Das Bonusmaterial der Blu-ray von Avengers: Age of Ultron gestaltet sich im Menü zunächst übersichtlich. Neben dem Audiokommentar von Joss Whedon und einigen Gags vom Dreh warten noch vier zusätzliche, bzw. erweiterte Szenen auf den Zuschauer, die wahlweise von Whedon kommentiert angeschaut werden können. Kernbereich sind jedoch die drei Featurettes, die sich in ein Making-of sowie die zwei Hintergrundberichte „Die sechs Infinity Steine“ und „Ein globales Abenteuer“ aufteilen. Das Feature über die Infinity Steine stellt dar, dass man von Beginn der Marvel-Verfilmungen an darauf abzielte, die Geschichten rund um die sechs legendären und mächtigen Steine aufzubauen. In knapp sieben Minuten wird noch einmal aufgerollt, wie diese in den bisherigen Filmen integriert wurden. Drei Minuten indes müssen reichen, um im „globalen Abenteuer“ von Whedon vermittel zu bekommen, das man dieses Mal praktisch weltweit unterwegs war und stolz darauf war, an echten Drehorten unterwegs gewesen zu sein. Von Italien über Seoul und London bis Südafrika ging die Reise. Das eigentliche Making-of ist zwar kurzweilig und zeigt erneut einen extrem sympathischen Joss Whedon, doch es hat gerade mal 20 Minuten Laufzeit, was für einen dermaßen erfolgreichen Film dann doch enttäuschend ist. Aufgrund der langen Laufzeit des Films hätte vermutlich nicht bedeutend mehr auf die Disk gepasst.
Die UHD ist im Übrigen vollkommen frei von Bonusmaterial. Selbst der Regiekommentar fehlt.

Fazit

Als großer Fan des ersten Avengers bin ich vom zweiten Teil ein kleines bisschen enttäuscht – allerdings auf hohem Niveau. Joss Whedon ist aber auch ein zu talentierter und vor allem zu leidenschaftlich dem Thema verbundener Regisseur, um durch bloßes Mega-Entertainment seine Figuren aus den Augen zu verlieren. Nach wie vor ist der Buffy-Schöpfer der richtige Mann, um das Franchise der Superheldengruppe weiterzuführen. Avengers: Age of Ultron ist dann auch nach wie vor herausragendes Blockbusterkino mit viel Humor, grandiosen Spezialeffekten und als solches bedeutend besser als bspw. der zweite Iron Man. Beim nächsten Film des Franchise einfach wieder ein wenig mehr Konzentration auf einen charismatischen Bösewicht (ein kleiner Hinweis auf diesen gibt’s, wie gewohnt, während des Abspanns) und dann werden die für 2018/’19 geplanten Teile unter dem Titel Avengers: Infinity Wars auch wieder rundum perfekt.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD: 85%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 75%
Tonqualität BD (Originalversion): 75%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 85%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 80%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 85%

Bonusmaterial: 40%
Film: 80%

Anbieter: Walt Disney Company/Marvel Studios
Land/Jahr: USA 2015
Regie: Joss Whedon
Darsteller: Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Chris Evans, Scarlett Johansson, Jeremy Renner, Don Cheadle, Aaron Taylor-Johnson, Elizabeth Olsen, Paul Bettany, Cobie Smulders, Stellan Skarsgård, Samuel L. Jackson, Anthony Mackie, Hayley Atwell, Idris Elba, Thomas Kretschmann, Andy Serkis
Tonformate BD: dts HD-Master 7.1: en // dts HD-High-Resolution 5.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital Plus: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 141
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: Marvel Studios)

Trailer zu Avengers: Age of Ultron

AVENGERS: AGE OF ULTRON – Offizieller Trailer deutsch | German – MARVEL HD

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