Avengers: Infinity War 4K UHD

Blu-ray Review

OT: Avengers: Infinity War

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©Walt Disney Company, 06.09.2018
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©Walt Disney Company, 06.09.2018
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Gnade

Der erste Teil des Kampfes um das Universum erreicht das Heimkino.

Inhalt

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Peter und Gamora sind überrascht, wer ihnen da auf die Windschutzscheibe ihres Gleiters geknallt ist   ©Marvel Studios 2018

Kaum ist Thors Welt zerstört, wird das Raumschiff, in das er sich mit Bruce Banner, Heimdall und Loki geflüchtet hat, von der Sanctuary II angegriffen. An Bord ist Thanos, ein Bösewicht vom Planeten Titan. Thanos ist hinter den sechs Infinity-Steinen her, von denen er bereits einen hat. Der zweite Stein ist im Tesserakt, den Loki ihm aushändigt, um den Tod seines Bruders Thor zu verhindern. Heimdall gelingt es gleichzeitig mit letzter Kraft, Bruce Banner zur Erde zu schicken. Dort informiert er gemeinsam mit Dr. Strange Tony Stark über die Bedrohung durch Thanos. Stark reagiert zwar überheblich wie immer, muss aber bald einsehen, dass ihr Gegner von einem ganz anderen Kaliber ist als alle bisherigen. Strange wiederum trägt den dritten Stein und wird unmittelbar zum nächsten Ziel. Nach und nach gelingt es Thanos, die Infinitys zu sammeln, um seinem Ziel, die Hälfte aller Lebewesen im gesamten Universum auszulöschen, näher zu kommen. Doch dafür braucht er alle sechs. Und um dies zu verhindern, müssen die Avengers gleich an mehreren Schauplätzen Kriege gegen Thanos und seine Armee führen …

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Thanos will das halbe Universum auslöschen

Was für ein Kino-Winter/-Frühling für Marvel/Disney. Da legte man mit Black Panther den ersten (fast) rein afroamerikanischen Film des MCU vor und spielte aus dem Stand weg 700 Mio. Dollar alleine in den USA ein (1,347 Mrd. weltweit) – Platz drei der ewigen Bestenliste in Amerika. Damit konnte niemand rechnen.
Sehr wohl rechnete man damit, dass der April ein neues Highlight bringen würde, wenn die dritte Superhelden-Zusammenkunft anlaufen würde.
Mit Avengers – Infinity War trieb man das MCU erstmals auf die größtmögliche Spitze – und wurde dafür genauso be- und entlohnt. Zwar landete der Film der Russo-Brüder nach Black Panther „nur“ auf Rang vier der erfolgreichsten Filme in den USA (~679 Mio. Dollar Einspiel), überzeugte aber genauso im Rest der Welt (2,046 Mrd. Dollar).
Gut, bei über 300 Mio. Dollar Produktionskosten (von denen sicherlich das meiste Geld für das illustre Star-Ensemble fällig wurde) sollte die Einspiel-Milliarde auch erreicht werden, um in die schwarzen Zahlen zu kommen.
Man kann natürlich ewig so weitermachen und die Erfolgsmaschinerie Marvel/Disney mit Zahlen und Fakten hymnenhaft ehren, doch wir sind ja hier nicht auf einem Statistik-Blog, sondern auf einem, bei dem die künstlerischen Aspekte fokussiert werden.

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Vision trägt einen der Infinity-Steine   ©Marvel Studios 2018

Bei Avengers – Infinity War sollte vor allem eins im Vordergrund stehen: Der Anspruch, den bisher spannendsten, dramatischsten und rasantesten Film des MCU zu verwirklichen. Um das zu bewerkstelligen, setzte man bei Marvel nicht mehr auf Joss Whedon, der Avengers und Avengers: Age of Ultron, realisierte, sondern inthronisierte die Brüder Anthony und Joe Russo. Die hatten sich schon mit The Return of the First Avenger und First Avenger: Civil War ihre MCU-Sporen verdient und schienen perfekt, um das vollkommen unübersichtliche Ensemble möglichst homogen zusammen zu führen. Eine große Herausforderung, hatte man durch die 18 vorherigen Filme des Marvel-Universums doch insgesamt rund 25 Haupt- und Nebenfiguren etabliert.
Man verrät nicht zuviel, wenn man sagt: Experiment geglückt. Und das vor allem, weil der Film nicht den Fehler begeht, alle Charaktere auf einem Haufen zu „verheizen“. Vielmehr teilen sich die Avengers auf, um die verschiedenen Steine zu beschützen. Es tun sich also mehrere Schauplätze (und Kämpfe) auf, die jeweils mit den entsprechenden Rächern aufwarten. So kämpft Cap mit Black Panther gemeinsam in Wakanda und Iron Man und Spider-Man schlagen eine Schlacht mit den Guardians auf Titan. Für zahlreiche Gänsehaut-Effekte sorgt dabei das jeweilige Auftreten der kleinen Grüppchen oder Einzelhelden: Immer dann, wenn einer der Kollegen in Bedrängnis gerät, tauchen Superhelden-Freunde auf und helfen aus. Das ist flüssig und emotional geschickt gemacht.
Und es ist visuell atemberaubend. Schon alleine das Setdesign der galaktischen Schmiede Nidavellir ist großartig und hätte fast einen eigenen Film verdient. Außerdem gelingt es den beiden Russos, die Spannung von dem Moment an, da der Krieg auf Wakanda ausbricht, meisterlich zu steigern. Die Massenszenen in der Stadt von Black Panther sind dabei schon eine absolute Augenweide, werden aber von Thors Aktivität auf Nidavellir und dem Kampf gegen Thanos auf Titan ebenso sensationell und packend flankiert.

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Eigentlich hatte sich Peter ein paar Kröten für seinen Rettungseinsatz erhofft. Doch das Universum zu retten, ist ja auch okay   ©Marvel Studios 2018

Fast noch wichtiger aber als die Verzahnung der zahlreichen Superhelden und die Erschaffung visueller Überwältigung war der Auftrag, einen furchteinflößenden Schurken zu etablieren – mithin der größte Schwachpunkt des Vorgängers Age of Ultron. Denn die künstliche Intelligenz, die sich im zweiten Avengers in einem Roboter manifestierte, war bisweilen zu albern, um Angst zu verbreiten.
Es braucht allerdings nur wenige Momente mit Thanos, um zu wissen, dass die Russos diesen Fehler nicht noch einmal begangen haben. Josh Brolin verkörpert diesen Fels vom Titan mit einer Charaktertiefe, die eine Motion-Capturing-Figur seit Gollum aus Der Herr der Ringe nicht mehr besaß. Und er lässt aber auch absolut keinen Zweifel daran, dass er praktisch unbesiegbar ist. Mit riesigen Pranken hält er Thors Kopf in einer Hand und müsste nur zudrücken. Den Hulk besiegt er als wäre es eine Frühsport-Übung und zwei weitere Götter erledigt er im Vorbeigehen – nein, dieser Thanos ist nicht nur IRGENDEIN Gegner, er ist DER Gegner.
Außerdem wird dieser Antagonist vor allem deshalb so stark, weil er eben nicht nur ein tumber „bin-böse-weil-beleidigt“- oder „haue-drauf-weil-ich’s-kann“-Typ ist, sondern einer, dessen Ziel man durchaus nachvollziehen kann – wenngleich seine Methoden drastisch und moralisch nicht zu entschuldigen sind. Aber grundsätzlich ist der Identifikationsfaktor mit diesem Bösewicht aufgrund diverser tragischer Elemente durchweg höher als bei vielen anderen (auch des MCU). Vielleicht ist es sogar der beste Antagonist, der per CGI jemals zum Leben erweckt wurde.

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Tony Stark muss einsehen, dass dieser Gegner sogar für ihn alleine zu groß ist   ©Marvel Studios 2018

Eine weitere große Herausforderung für Infinity War bestand darin, die ganzen bisher bereits gesponnenen Story-Fäden, die teilweise noch lose herum hingen, zusammen zu führen. So war die Rede von den Infinity-Steinen zuvor bereits in First Avenger, Thor – Dark Kingdom, Age of Ultron, Dr. Strange und Guardians of the Galaxy. Es fehlte erzählerisch also nur noch ein Stein, um dem Kinn-Monster vom Planeten Titan am Ende die größtmögliche Macht zu verleihen. Thanos selbst kam schon in der Mid-Credit-Scene von Age of Ultron vor, war er doch derjenige, der den Krieg in New York angezettelt hatte und nun schwor „es selbst zu erledigen“, während er seinen Handschuh überstreifte.
Gleichzeitig ist Infinity War eine indirekte Fortsetzung zu First Avenger: Civil War. Denn die „Rächer“ sind nach wie vor gesplittet und zerstritten. Ihre Differenzen müssen sie für den gemeinsamen Kampf gegen den ultimativen Bösewicht nun bündeln und für den Moment begraben.
Man darf durchaus Respekt haben vor der Leistung der beiden Drehbuchautoren Christopher Markus und Stephen McFeely. Denn schon beim Lesen der Inhaltsangabe droht man die Übersicht zu verlieren. Und tatsächlich gilt es, Einzelheiten aus 18 Filmen stringent und logisch zu verknüpfen. Leidenschaftliche Logikfehler-Sucher oder Goofs-Spotter werden sicher Kritik finden – aber als halbwegs objektiver Betrachter muss man vor den Russos wirklich den Hut ziehen. Selbst wenn man sich zwischendurch fragt, warum die unfassbare Macht, die Dr. Strange mit den Portalen erzeugen kann, nicht genutzt wird, um … na gut, lassen wir das.
Trotz der vielleicht bisher düstersten Geschichte gibt es natürlich auch wieder den typischen Humor. Und der ist so gelungen wie eh und je. Wenn sich Star-Lord durch Thors Anwesenheit immer wieder in Eifersüchteleien und Hahnenkämpfen verliert oder Rocket am liebsten sämtliche coolen Gadgets aller Helden kaufen würde; wenn Dr. Strange Thanos‘ Reden mit sarkastischen Kommentaren begegnet oder wenn Stark Peter Parker per Ritterschlag zum Avenger macht. Dann macht das durchweg Spaß und unterscheidet sich eben typisch von den Kollegen aus dem DC-Universum.
Dass das Ende zum schmerzhaftesten Cliffhanger der MCU-Filme wird und unerwartet viele Opfer fordert, lässt den Zuschauer dann doch ein bisschen schockiert zurück. Doch wer weiß, was Dr. Strange meinte, als er davon sprach, es wäre die einzige Möglichkeit gewesen, Thanos den Zeit-Stein zu überlassen …

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Die Spinne macht mal wieder alles das, was man ihr eigentlich verboten hat   ©Marvel Studios 2018

Bild- und Tonqualität BD

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Cap hofft, dass man in Wakanda den Stein aus Visions Kopf extrahieren kann  ©Marvel Studios 2018

Die Blu-ray von Avengers: Infinity War präsentiert sich nahezu perfekt. Die Bildruhe ist extrem hoch und offenbart keinerlei Körnung. Figuren schälen sich plastisch und fast dreidimensional aus 2D-Bild heraus. Farben sind nur ganz selten mal etwas blasser. Bspw. wenn Pepper und Tony zu Beginn von Kapitel II im Park unterwegs sind. Dafür reißt es die Schärfe wieder heraus. Denn Nahaufnahmen der beiden zeigen dermaßen viele Details, Strukturen und Fältchen, dass man sogar der bezaubernden Gwyneth Paltrow ihre 45 Jahre ansieht. Natürlich macht sie das nur noch attraktiver und charmanter.
Die Auflösung bleibt allerdings auch auch während der dunkleren Szenen vorzüglich. Hier geht nichts in die Knie, keine Unruhen kommen dazu und keine Zeichnung geht verloren. Außerdem ist die Schärfe über den kompletten Bildschirm perfekt verteilt. Sehr gut gelingt auch der flüssige Übergang von Realszenen und Visual-Effects-Momenten. Zwar sind Letztere immer noch eine Spur weicher, doch das hat man schon wesentlich schwächer gesehen.
Beim Ton von Avengers: Infinity War geht Disney leider den zuletzt beständig beschrittenen Weg, die deutsche Fassung nur mit einem Dolby-Digital-Plus zu beliefern. Diese Kodierung ist statisch auf 0.8Mbps festgelegt und lässt es an Feinauflösung etwas vermissen.

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Natasha wird mal so richtig wütend    ©Marvel Studios 2018

Doch zunächst mal das Positive: Während der großen Schlachtszenen darf man durchaus erfreut sein über die zahlreichen direktionalen Effekte. Allerdings gibt’s hier schon die erste Kritik. Denn viele Effektsituationen sind erstaunlich vordergründig und spielen sich oft vornehmlich auf der Front ab.
Ebenfalls nur mittelmäßig ist die Einbettung der deutschen Stimmen. Gerade während der lauten Kampfszenen wirken sie dumpf und alles andere als klar und akzentuiert.
Noch ärgerlicher ist aber die wie bei Black Panther erneut zu Wünschen übrig lassende Dynamik sowie der unterforderte LFE. Schon das landende Raumschiff von Ebony Maw und Cull Obsidian lässt den Subwoofer seltsam unbeschäftigt, obwohl die Sounds geradezu einladend wären für mächtige Sweeps. Noch schlimmer wird’s dann im Kampf zwischen Stark und Dr. Strange auf der einen und den beiden „Botschaftern“ auf der anderen Seite. Wenn Iron Man seine neue Nanotechnologie einsetzt und den Cull wegschleudert, kracht es mehr oder weniger auf einem Frequenzbereich ohne große Höhen und Tiefen. Da darf man sich schon mal fragen, was die Soundmix-Abteilung bei Disney/Marvel reitet, ihre Filme derart undifferenziert und ohne dynamische Spreizung zu mastern. Ohnehin muss man das Volumen im Verhältnis zu Blu-rays anderer Anbieter deutlich anheben, um die gleiche Lautstärke zu erhalten. Glücklicherweise gilt das aber schon für das Menü. Denn wenn das so laut wäre wie der Disney-Vorspann VOR dem Menü, gäbe es ein jähes Erwachen, wenn der Film zwischendurch ins Menü zurückgebracht wird oder nach dem Ende dorthin zurückkehrt.
Dass wir uns nicht falsch verstehen: Die englische dts-HD-Master-Fassung macht das trotz Lossless-Kodierung nicht besser. Tatsächlich ist sie sogar noch eine Spur leiser und auch nicht dynamischer.
Positiv sei hervorzuheben, dass – wenn man die Lautstärke deutlich anhebt – die wenigen Szenen mit relativ gutem Bassvolumen dann recht eindrucksvoll klingen. Beispielsweise, wenn sich Thanos den Infinity-Stein aus dem Tesserakt einverleibt oder zuvor dem Hulk zeigt, wer die Hosen anhat. Immer wieder gibt es vereinzelte Szenen, die entsprechend wuchtig erscheinen. So auch wenn Bruce Banner bei Dr. Strange ein Loch in die Treppe donnert. Schön trocken klingt auch der Bass in Kombination mit der Bass-Drum von The Spinners „Rubber Man“ und wenn Thor am Ende durch die Gegner fegt, macht das (fast wieder) Spaß.
Insgesamt ist Avengers: Infinity War also durchaus etwas besser als Black Panther – dennoch: Gerade in den großen Schlachten im Finale bleibt der Sound seltsam einheitsbreiig und lässt echte Spitzen im Frequenzband vermissen.

Bild- und Tonqualität UHD

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Kämpft ausnahmsweise an der Seite Wakandas: M’Baku      ©Marvel Studios 2018

Avengers: Infinity War wurde (neben wenigen RED-Weapon-Kamera-Szenen) hauptsächlich mit der noch jungen Arri-Alexa-IMAX-Kamera aufgenommen. Die volldigitale Kamera, mit der die beiden Russos schon in den zwei letzten First-Avenger-Filmen experimentierten, zeichnet mit 6,5K auf, was nach mehrfach widersprüchlichen Aussagen fürs Digital Intermediate nun doch auf 2K runterskaliert wurde, womit man es für die 4K-Scheibe wieder hochrechnen musste. Wer zudem gehofft hatte, dass die Vollformat-IMAX-Szenen im Film enthalten sind, wird enttäuscht – hier gibt’s durchgängig Breitbild in 2,39:1.
Leider geht Disney auch in Sachen HDR einen Schritt zurück, nachdem zuletzt Black Panther oder auch Star Wars: Die letzten Jedi mit Dolby Vision ausgestattet wurden, gibt’s für Infinity War nur das übliche HDR10. Ebenfalls enthalten ist natürlich ein erweiterter Farbraum im Rahmen von Rec.2020.
In der Praxis setzt es zunächst mal eine Überraschung. Denn HDR10 sorgt zwar für das (typischerweise) etwas dunklere Bild und satteres Schwarz, doch gerade die Farben-Vielfalt im All ähnelt jener der Blu-ray durchaus. Selbst Rot und Grün zeigen sich nur minimal intensiver. Aufgrund der intensiveren Dynamik werden allerdings viele Spitzlichter differenzierter dargestellt und überstrahlen nicht im selben Maße (siehe Vergleichsbilder des zweiten Screenshots).
Bei den Hautfarben profitiert die UHD von einer etwas neutraleren Note bei den hellhäutigen Darstellern. Schauspieler mit afroamerikanischem Hintergrund wirken noch dunkler und haben nicht den auf der Blu-ray zu beobachtenden, leichten Rotanteil. Vor allem die hellen Szenen in Wakanda zeigen hier teils deutliche Unterschiede zur Blu-ray. Insgesamt aber bewegt sich die UHD mit nur ganz leichten Kontrastvorteilen auf dem Niveau der Blu-ray.
Bei der Auflösung allerdings sieht man sogar bei Komplettbildern Vorteile auf Seiten der UHD. Manchmal bezweifelt man hier, ob es sich (nach langem hin und her in den Daten-Aufzeichnungen) tatsächlich um ein 2K-Upscale oder doch um eine native 4K-Scheibe handelt. Denn für ein 2K-Upscale sieht die UHD wirklich vorzüglich aufgelöst aus.

Avengers Infinity War BD vs UHD Szene 1
(29’02) Blu-ray: Bereits die Blu-ray liefert prächtige Farben und hervorragende Kontraste. Eigentlich gibt’s nur wenig, was man hier bemängeln kann.
Avengers Infinity War BD vs UHD Szene 2
UHD: Das All ist hier zwar noch ein wenig schwärzer und die Trümmerteile am oberen Rand wirken durch den höheren Kontrastumfang etwas plastischer. Doch insgesamt sind die Farben nur geringfügig kräftiger. Der Look der UHD wird in dieser Szene eher gehalten, denn übertroffen.
Avengers Infinity War BD vs UHD Szene 5
(47’11): Auch hier ist die Blu-ray farblich wirklich gelungen. Auch der Kontrastumfang ist sehr gut.
Avengers Infinity War BD vs UHD Szene 6
Die UHD macht’s ein bisschen düsterer, was nicht ungewöhnlich ist. Dadurch bleibt das Gelb in den helleren Bereichen etwas besser durchzeichnet. Das Objekt wird durch die knackigeren Kontraste etwas dreidimensionaler.
Avengers Infinity War BD vs UHD Szene 7
(54’12): Bei Hauttönen (gerade bei den afrikanischstämmigen Darstellern) ist die Blu-ray eine Spur rötlich.
Avengers Infinity War BD vs UHD Szene 8
Die UHD korrigiert diesen leichten Rot-Teint etwas und mischt mehr Grün hinein. Don Cheadle wirkt dadurch noch etwas dunkler.
Avengers Infinity War BD vs UHD Szene 11
(115’00) Blu-ray: Eine der Szenen, die am deutlichsten Unterschiede zwischen beiden Disks darstellt: Okoye vor dem Himmel Wakandas. Ihr rotes Kostüm ist ein wenig oranger und ihre Hautfarbe ist noch deutlicher rot als bei Cheadle oben.
Avengers Infinity War BD vs UHD Szene 12
UHD: Interessanterweise ist die UHD hier farblich nicht intensiver, sondern eher etwas schwächer. Dafür allerdings nicht so betont orangerot. Okoyes Hautfarbe ist allerdings deutlich dunkler und weniger rötlich. Mehr sichtbaren Unterschied gibt’s ansonsten zwischen der BD und UHD in anderen Szenen nicht. Was einem besser gefällt, bleibt jedem selbst überlassen.
Avengers Infinity War BD vs UHD Szene 3
(12’26) Die Blu-ray ist zu Beginn des zweiten Kapitels ein wenig blass. Hautfarben dürften etwas kräftiger sein.
Avengers Infinity War BD vs UHD Szene 4
Die UHD sieht schon auf den ersten Blick plastischer, griffiger und schärfer aus – und nicht nur auf den ersten Blick.
Gwyneth 2
Auch auf den zweiten Blick ist die Blu-ray der UHD hier in der Auflösung unterlegen. Paltrows Gesicht zeigt im Gegensatz zur 4K-Scheibe doch deutlich weniger Tiefe und Details.
Gwyneth 1
Die Ultra-HD zeigt (undankbarerweise) mehr Fältchen, mehr Hautvertiefungen und feinere Härchen. Ob nun ein 2K-Upscale oder doch eine native 4K-Umsetzung vorliegt (die Angaben schwankten hier in der Vergangenheit leider oft): Die UHD löst besser auf – und zwar sichtbar.
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Nebula hat eine Rechnung mit Thanos offen     ©Marvel Studios 2018

Beim Ton tut sich was. Zumindest für den Freund der Originalsprache. Denn für den hält die UHD eine Dolby-Atmos-Spur (True-HD-Kern) bereit, während die deutsche Fassung weiterhin bei Dolby-Digital-Plus bleibt.
Die englische Atmos-Version, so viel sei vorweg gesagt, klingt auf der regulären Ebene kaum anders als ihr dts-HD-MA-Pendant. Also auch nicht sonderlich dynamisch oder differenziert. Natürlich addiert sie aber eine Höhen-Ebene hinzu. Der erste direktionale Effekt ist das Knarzen und Krachen im Raumschiff, nachdem Thanos den Stein aus dem Tesserakt eingesetzt hat. Auch der Hulk bricht effektvoll durchs Dach und der kurze Zeit später fallende Baum landet beinahe auf dem Zuschauer (22’10). Nett auch, wenn sich Peter von oben auf den Zuschauer herabspinnt und das mit einem schicken Soundeffekt begleitet wird (79’00). Während die Filmmusik in den dramatischeren Szenen fast pausenlos von oben mitspielt, sind es aber vor allem die Wusch-Effekte des Energiestrahls, der Protagonisten in die Raumschiffe des Feindes hochzieht (41’35). Ansonsten muss man leider attestieren, dass viele Möglichkeiten ungenutzt bleiben. Da hört man hier mal ein kurzes Klicken, wenn Peter sein Netz oberhalb des Zuhörers spinnt oder der Iron Man saust mal über den Köpfen vorbei. Viele optisch sehr eindrucksvolle Effekte, die auf einer höheren Ebene stattfinden wie bspw. der Angriff auf Gamoras Heimatplaneten durch die organischen Raumschiffe oder auch die zentrifugalen Geräusche bei der Reaktivierung der Schmiede hätten durchaus auch auf die Heigths gehört. Da ist es dann schon fast überraschend, wenn Falcon und War Machine mal von hinten über die Köpfe hinwegfegen. Fallen dann aber (fast direkt) im Anschluss die Aliens aus den Raumschiffen direkt von oben auf die Kamera … bleibt’s still. Auch die Angriffe der Viecher, ihre Versuche durch den Schild zu dringen, liefern immer wieder Bilder auf einer Höhe oberhalb der Kamera – Geräusche bleiben aus.Cool wäre auch gewesen, wenn man die Stimmen von Rhodes, Stark oder Banner in ihren Anzügen rundherum (also auch von oben) gehört hätte – immerhin fängt sich die Stimme ja in den Helmen. Trotz einiger (weniger) cooler Effekte – hier passiert für einen solchen Film schlicht zu wenig in Sachen 3D-Sound.

Bonusmaterial

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Wird Thanos sein Ziel erreichen, alle Steine zu sammeln?   ©Marvel Studios 2018

Das Bonusmaterial von Aventers: Infinity War liegt bis auf den Audiokommentar zum Film, der auch auf der UHD zu finden ist, komplett auf der Blu-ray.
Zunächst gibt’s optional ein Intro der Regisseure Joe und Anthony Russo vor dem Start des Films. Die unvermeidlichen Pannen vom Dreh eröffnen dann den Featurette-Bereich und gehen über insgesamt vier zusätzliche Szenen weiter zu insgesamt vier echten Hintergrundberichten.
In „Neue Teams“ geht’s fünf Minuten lang um die Zusammenführung aller Charaktere aus den bisherigen Filmen des MCU; wie man sie kollaborieren und in eine gemeinsame Schlacht ziehen ließ.
„Der wahnsinnige Titan“ kümmert sich dann etwa sieben Minuten um den Antagonisten Thanos und um dessen Motivation.
Dazu gibt es dann noch zwei Featurettes über die Schlacht auf Titan und in Wakanda. Hier wird vor allem die Planung und die Arbeit an den CGIs sowie am Setdesign herausgestellt. Die Kombination aus Soundstage, visuellen Effekten, digital eingefügten Hintergründen und Josh Brolins Thanos, der vollkommen isoliert per Motion Capturing agieren musste, ist schon beeindruckend. Beide Hintergrundberichte laufen zusammen knapp 20 Minuten. Insgesamt ist das etwas über eine halbe Stunde an Bonus, was ein bisschen dünn wirkt für einen derart erfolgreichen Film.

Fazit

Ja, Avengers: Infinity War hat in der Überlegenheit von Thanos und der Macht der Infinity-Steine durchaus Logiklöcher. Lässt man das aber beiseite, ist den Russo-Brüdern ein unglaublich unterhaltsamer, rasanter, visuell fantastischer MCU-Beitrag gelungen, der vor allem in puncto Bösewicht und dessen Schergen überzeugen kann. Die Dramatik des Finales ist bisher einzigartig im Marvel-Universum und macht extrem viel Lust auf den abschließenden vierten Avengers-Film.
Die UHD bringt das Geschehen gegenüber der Blu-ray noch etwas plastischer und schärfer rüber, muss sich innerhalb einer UHD-Bewertung aber mit einer etwas geringen Prozentzahl zufrieden geben als ihr BD-Pendant. Denn das liefert innerhalb vergleichbarer Blu-rays fast optische Perfektion ab.
Leider ist erneut ein Disney-/Marvel-Titel mit einem zwar sehr effektvollen, aber wenig differenzierten Ton ausgestattet. Den Bombast der Bilder kann er nicht in dem Maße wiedergeben, wie man es sich wünschen würde. Auch die Atmos-Fassung der Originalsprache auf der UHD lässt Potenzial liegen und dürfte deutlich öfter ins Geschehen eingreifen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 95% (im Rahmen einer Blu-ray-Bewertung)
Bildqualität UHD: 90% (im Rahmen einer UHD-Bewertung)

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 80%
Tonqualität BD (Originalversion): 80%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 80%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 50%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 70%

Bonusmaterial: 70%
Film: 90%

Anbieter: Walt Disney Company/Marvel Studios
Land/Jahr: USA 2017
Regie: Anthony & Joe Russo
Darsteller: Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Chris Evans, Scarlett Johansson, Josh Brolin, Don Cheadle, Benedict Cumberbatch, Elizabeth Olsen, Zoe Saldana, Tom Holland, Cobie Smulders, Samuel L. Jackson, Anthony Mackie, Hayley Atwell, Idris Elba, Idris Elba, Sebastian Stan, Tom Hiddleston, Karen Gillan, Dave Bautista, Chris Pratt
Tonformate BD: dts-HD-Master 7.1: en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 149
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10
FSK: 12

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter: Marvel Studios)
(Die Rechte für die vergleichenden Screenshots im Kapitel „Bildqualität UHD“ liegen beim Betreiber der Seite)

Trailer zu Avengers: Infinity War

Avengers Infinity War // Ab 6. September auf Blu-ray™, DVD, 4K UHD Blu-ray | Marvel HD

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10 thoughts on “Avengers: Infinity War 4K UHD

  1. Phil

    Wieder nur DD Plus als deutsche Tonspur auf der UHD – Was stimmt denn bei Disney nicht?!
    Normal müsste man sowas boykottieren – Das was Warner auf der Blu ray machte mit normalen DD, macht jetzt Disney bei der UHD oder was.
    Es ist ja nicht so das der O-Ton in einem unkomprimiertem Format vorliegt. Es müsste doch lediglich die englische Sprache entfern und die deutsche Synchro darüber gebügelt werden…

  2. Jetfat

    Ja stimme meinem Vorredner zu. Die deutsche Tonspur ist für einen Blockbuster des Jahres 2018 eine Frechheit! Die Tonspur hat für einen Actionfilm kaum Dynamiksprünge und von tonalen Feinheiten oder Räumlichkeit, wie es beispielsweise die UHD von Ready Player one zeigt, gar nicht zu reden.
    Shame on you Disney!

  3. Simon2

    Danke für die tolle Rezension!
    Ich hoffe, heute abend dazu zu kommen.

    Machst du noch Rezis zu den „alten Avengers“-UHDs? Sind ja auch gerade raus und ich spielen mit upgrade-Gedanken. 😀

    „….Shame on you Disney!…“
    Leider passt die Tonspur zum gesamten Disneytrend des „sonic down toning“, das sich anscheinend auch hier wieder zeigt – und damit meine ich weniger konkrete Tonformate als die enttäuschend undynamischen Mixes, an denen auch Atmos mit HD-Kern nichts ändern kann 🙁

    • Die Rezis zu den beiden ersten AVENGERS-UHDs müssen aktuell noch hinten anstehen. Muss sie erst einmal besorgen und dann sind da ja noch die aktuellen Titel… Man schenke mir mehr Zeit 😉

      • Simon2

        Alles klar. Ich freue mich über JEDES Review von dir.

        Danke

  4. Phil

    Das komische ist nur, dass zB Star Wars Ep 7 und auch Rogue One, DTS HD MA für die deutschen Spuren verwendet wurde.

    • Jetfat

      Ja so ist es und die haben auch deutlch dynamischer geklungen! Insofern hat das schon mit dem verwendeten codec zu tun, lossless ist nun mal lossless….

      • Wobei man hier vorsichtig sein muss: Die englische Fassung von INFINITY WAR ist losless und klingt auch nicht besser. Hat also im Falle der deutschen Fassung nicht zwingend was mit der Komprimierung zu tun, sondern eher mit einer generellen Einstellung bei Marvel/Disney-Filmen.

  5. Alex

    Ehrlich gesagt verstehe ich die Bewertung vom Sound mit 8/10 („80%“) nicht. Was Disney mit ihren Releases anstellt ist eine Frechheit (bzgl. Lossless OV-Atmos, von den deutschen Tonspuren ganz zu schweigen). Der Atmos O-Ton bei allen drei Avengers 4k-Filmen, Black Panther und anderen Kandiaten ist so dermaßen lustlos, der Subwoofer dümpelt wortwörtlich da nur so vor sich hin. Das gehört mMn abgestraft mit 5/10 und nicht mit 8/10.

    • Besten Dank für deinen Kommentar.
      Die Atmos-Bewertung ist ja mit 50% für die Quantität und 70% für die Qualität noch mal schwächer eingestuft als die Bewertung für die reguläre Ebene.
      Am Ende werden Filme/Tonspuren/Bildqualität immer im Verhältnis zu anderen Filmen ähnlicher Machart einkategorisiert. Und da AVENGERS zwar ärgerliche Schwächen, aber letztlich keine echten „Fehler“ hat, sind die 80% eine realistische Einstufung innerhalb ähnlich thematischer Filme. Es ist ja nicht so, dass der Sound unhörbar ist, tonal falsche Frequenzen liefert oder unsynchron ist. Solche wahren Fehler würden zu objektiven Abwertungen führen. DASS die Tonspuren ärgerlich komprimiert und wenig dynamisch klingen, steht ausgiebig im Text. Und der ist mir persönlich wichtiger als die Prozente, die am Ende unten in der Bewertung aufgeführt werden. Dort wird auch detailliert beschrieben, warum man schon Besseres gehört hat. Nur aus dem subjektiven Ärger heraus zwei Prozentpunkte weiter nach unten zu greifen, wäre hier nicht angebracht. Auch wenn es persönlich nachempfindbar wäre.

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