Backtrace

Blu-ray Review

Constantin Film/Highlight Communications, 21.03.2019

OT: Backtrace

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Wo ist das Geld?

Zwei altverdiente Stars als Gegenspieler in einem klassischen Thriller.

Inhalt

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Sykes wird zum Ort der Morde berufen

Donovan MacDonald ist eine Legende in Sachen Diebstahl und Bankraub. Soeben hat er mit zwei Komplizen eine Großbank um 20 Mio. Dollar erleichtert. Bei der Übergabe des versprochenen Anteils an die Auftraggeber kommt es allerdings zu einer Schießerei. MacDonalds Komplizen werden getötet, er selbst wird schwer verletzt. Erinnern kann er sich jedoch an nichts. Sieben Jahre später hat sich nichts daran geändert – außer, dass er nun von der Psychiatrie in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht werden soll. Genau das möchten ein paar Unbekannte aber gerne verhindern. Denn dann kämen sie kaum an die verschollenen Millionen heran, die MacDonald seinerzeit irgendwo verbuddelt hat. Während der Räuber also befreit wird, gefällt das einem gewissen Sykes überhaupt nicht. Der Cop war seinerzeit der leitende Ermittelnde und hätte gerne sowohl den Befreiten als auch die Rest-Kohle wieder sicher gestellt sowie die Morde von damals aufgeklärt …

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Sieben Jahre später kann sich MacDonald an nichts erinnern

Zu Allererst eine Nachricht an die deutschen Sylvester-Stallone-Fans: Ihr müsst jetzt ganz stark sein. Da Thomas Danneberg schwer erkrankt ist, stand er (wie schon bei Creed II) nicht für die Synchronisation zur Verfügung. Eingesprungen ist hier allerdings nicht (wie bei Creed 2) Jürgen Prochnow, sondern Axel Lutter. Die Stimme von Starscream aus Transformers, die man auch schon als Jean Reno hörte, macht seine Aufgabe natürlich professionell und sehr ordentlich. Dennoch wird man die Irritation dann doch nur schwer los. Unabhängig davon gehen von hier aus natürlich sämtliche möglichen Genesungswünsche an Danneberg.
Doch zum Film selbst: Backtrace ist ein klassischer Cop-Thriller mit Heist-Elementen – selbst wenn er mit einer Action-Einlage beginnt. Die allerdings ist nicht gerade die Stärke des Films. Denn obwohl hier gefühlt 2000 Patronen verschossen werden, wirken die Szenen-Abfolgen ermüdend und die gesamte Szenerie erinnert eher an eine Wochenend-Schießübung unter US-Waffennarren. Und zwar an welche, die es mit dem Zielen nicht so richtig drauf haben. Das Verhältnis abgegebener Schüsse zu entsprechenden Wirktreffern ist jedenfalls ziemlich gering. Ohnehin macht die Video-Produktion ein wenig allzu offensichtlich auf Dramatik, wo eigentlich noch nichts wirklich Dramatisches passiert – mal ganz zu schweigen von der unfassbar unpassend-pathetischen Filmmusik während der finalen Szenen.

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Detective Carter ist Sykes Ohr und Auge auf der Straße

Relativ ungewöhnlich ist die Besetzung Stallones als Cop und nicht als einsamer Rächer. So seriös und in Staatsdiensten hat man ihn zuletzt in D-Tox gesehen – und das war im Jahre 2002. Sein Quasi-Gegenspieler ist Matthew Modine, der auch schon bessere Zeit gesehen hat als seine letzten Mitwirkungen in B-Movies vermuten ließen. Immerhin nimmt er die Rolle des unter Verlust des Langzeitgedächtnisses leidenden Räubers ernst und hat schauspielerisch gegenüber seinen jüngeren Kollegen doch eine Spur mehr drauf – selbst wenn seine schmerzhaften Momente der Erinnerung etwas aufgesetzt wirken.
Stallone, dessen treuer Dackelblick aus einem unvermeidlich älter werdenden Gesicht schaut, wirkt ab und an etwas neben der Spur. Aber das ist ja zunächst mal nichts Neues bei ihm. Was ein bisschen befremdlich wirkt: Seine Figur kommt überhaupt nicht zur Geltung. Während das geldgierige Trio mit MacDonald auf der Jagd nach dem Geld ist, lamentiert Sykes mit seinen Vorgesetzten und Kollegen endlos über das weitere Vorgehen. Dabei bewegen sie sich nicht einen Meter aus ihrem Büro heraus. Einzig ein junger Kollege von Sykes darf auf Streife gewisse Spuren verfolgen – alleine, wohlgemerkt. Ab und an hat man den Eindruck, dass Backtrace den Namen Stallone vor allem brauchte, um damit den geneigten Fan zu locken. Nach 75 Minuten darf er dann endlich in den Außen-Einsatz und im Finale mischt er sogar ein bisschen mit, wenn der (nicht so ganz) überraschende Schlusstwist vollzogen wird. Was man ihm hier zu Gute halten darf: Gegenüber einem sechs Jahre jüngeren Steven Seagal bewegt sich Sly noch äußerst agil und dynamisch. Selbst wesentlich jüngere Ex-Action-Stars können sich hier noch was abgucken.

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Shootout auf der Lichtung

Bild- und Tonqualität

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Sykes kommt mal raus aus dem Büro

Backtrace kommt mit einem etwas saft- und kraftlosen, tendenziell etwas zu gelben Bild im Format 1,85:1 daher. Der Kontrastumfang ist in hellen Außenaufnahmen ziemlich durchschnittlich und der Schwarzwert ist auch in Innenräumen nicht sonderlich gut. Schärfe und Auflösung sind in Close-ups recht gut, was vor allem offenbart, dass der mittlerweile 73-jährige Stallone nicht mehr so ganz taufrisch aussieht. Übrigens spielt Brian A. Miller ausgiebig mit Lens-Flare-Effekten – ein Stilmittel, das man mögen muss.
Obwohl der englische und der deutsche Ton von Backtrace „nur“ in dts-HD-High-Resolution vorliegen und damit gleichwertig kodiert sind, kommen die Schüsse (gerade in der Eröffnungs-Sequenz) hörbar kräftiger und satter rüber. Es knallt einfach mehr und auch die Querschläger fetzen wuchtiger um die Ecke. Um es gleichermaßen zu erleben, muss man die deutsche Fassung um einige Dezibel erhöhen. Dann hat man eine annähernde Dynamik innerhalb der Action-Szenen. Beiden Tonspuren gleich ist eine eher schwache Subwoofer-Unterstützung in den Schießereien, während der Filmscore in dramatischen Momenten schon mal kräftiger pumpt.

Bonusmaterial

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MacDonald erinnert sich endlich

Im Bonusmaterial von Backtrace findet sich neben den Originaltrailern und einigen Programmtipps noch ein etwa sechsminütiges Making-of. Hierin kommen der Regisseur und die etwas weniger bekannten Nebendarsteller zu Wort. Von Stallone sieht man hier leider nichts.

Fazit

Backtrace kümmert sich kaum um Story- oder gar Figuren-Hintergründe. Seine Geschichte bleibt überraschungsfrei und auf TV-Krimi-Niveau. Einzig die Darsteller heben es aus dem Durchschnitt etwas heraus. Für Stallone-Fans sicher einen Griff wert.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 65%
Tonqualität (dt. Fassung): 75%
Tonqualität (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 30%
Film: 55%

Anbieter: Constantin Film / Highlight Communications
Land/Jahr: USA/Kanada 2018
Regie: Brian A. Miller
Darsteller: Ryan Guzman, Sylvester Stallone, Matthew Modine, Meadow Williams,
Tonformate: dts HD-High-Resolution 5.1: de, en
Bildformat: 1,85:1
Laufzeit: 96
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Constantin Film)

Trailer zu Backtrace

BACKTRACE | Trailer German Deutsch (2019)

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2 thoughts on “Backtrace

  1. Avatar Rüdiger Petersen

    Na ja , vom Hocker haut diese Bewertung niemand. Auch die Parameter für Bild und Ton scheinen nur durchschnittlich zu sein. Ich war und bin grosser Stallone Fan , weswegen ich kein Streifen von und mit ihm stehen lassen kann. Der Trailer von Backtrace sieht an und für sich gut aus. Kurzum muss ich mich halt überraschen lassen.

  2. Avatar Rüdiger Petersen

    Leider ist der Film Schrott. Hat es Herr Stallone nötig in so einem Rohrkrepierer mitzumachen ? Schade , ich habe da mehr erwartet.

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