Black Panther 4K UHD

Blu-ray Review

OT: Black Panther

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Walt Disney, 19.07.2018
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Walt Disney, 19.07.2018
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Der wahre König

Der 18. Film aus dem Marvel Cinematic Universum sticht aus der Masse hervor …

Inhalt

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T’Challa holt seine Schwester verfrüht aus einer Mission   ©Marvel Studios 2018

Wakanda ist eines der ärmsten Länder der Welt – das jedenfalls glaubt der Rest der Welt. In Wahrheit könnte das Königreich kaum wohlhabender und fortschrittlicher sein. Denn vor Jahrhunderten stürzte ein Meteorit aus Vibranium auf das kleine Land in Afrika hinab. Dieses Vibranium beeinflusste die Pflanzenwelt, die sich daraufhin als Quell der fortschrittlichsten Technologien überhaupt entwickelte. Um dieses Geheimnis vor der Welt zu schützen, schworen sich die Völker Wakandas, lieber als armes Entwicklungsland aufzutreten als den zerstörerischen Mächten der Erde das Vibranium zugänglich zu machen. Als T’Chaka, der König Wakandas, bei einem Attentat auf die UN in Wien (vgl. The First Avenger: Civil War) getötet wird, soll die Krone an dessen Sohn T’Challa übergehen. Der muss sich zunächst in einem Kampfritus einem Kandidaten der verfeindeten Jabari stellen, der ebenfalls Anspruch auf den Thron geltend macht. Nach gewonnenem Kampf kann sich T’Challa allerdings nicht ausruhen. Denn er und seine Exfreundin Nakia erfahren vom Raub eines Vibranium-Artefakts aus einem Londoner Museum – durchgeführt von Ulysses Klaue, einem gnadenlosen Killer, der schon 25 Jahre zuvor an etwas von dem edlen Material herangekommen war und dabei über (Wakandas) Leichen ging. T’Challa muss nun sein Black-Panther-Outfit auspacken und alles daran setzen, seine Heimat zu schützen, gleichzeitig aber bekommt er es mit einem mächtigen Feind aus dem Inneren zu tun, mit dem keiner rechnen konnte …

General Okoye kämpft treu an Black Panthers Seite    ©Marvel Studios 2018

Die Black Panther Comics entstanden 1966 zu einer Zeit, in der Rassenunruhen in den USA an der Tagesordnung waren und die Civil-Rights-Movement immer mehr Anhänger bekam. Mitten in dieser (Comic)Zeit, die von weißen Superhelden dominiert wurde, schuf Stan Lee mit Jack Kirby einen Gegenentwurf und ließ diesen reichen, afrikanischen König mit Superkräften mal „eben“ eigenhändig die Fantastischen Vier besiegen. Das war frisch, das war revolutionär und ähnliches trifft nun auch für die Verfilmung Black Panther zu. Zwar schon in Captain America: Civil War eingeführt (auf den man sich hier natürlich bezieht), hatte er dort zunächst nur eine unterstützende Rolle. Nun bekommt Chadwick Bosman in der Figur des T’Challa seinen eigenen Film – und das in einer Zeit, in der die USA erneut unter zunehmenden Rassismus und einer generellen Zweiteilung des Landes leiden. Viele mögen sich gefragt haben, warum ausgerechnet diese Marvel-Verfilmung in den USA zum dritterfolgreichsten (Stand: 20. Juni 2018) Film aller Zeiten (nach Star Wars: Das Erwachen der Macht und Avatar) avancierte, während selbst die aktuelle und sensationell erfolgreiche Avengers-Episode (noch) nicht an diese Zahlen herankommt. Doch genau die oben genannten Details erklären dies. Kein anderer Superhelden-Film konnte bisher derart erfolgreich die sehr starke afroamerikanische Zielgruppe ins Kino locken wie Black Panther. Nur konsequent war es deshalb auch, ihn nicht nur vor-, sondern vor allem auch hinter der Kamera in den wichtigsten Rollen mit Filmemachern afroamerikanischer Abstammung zu besetzen.

Agent Ross verhört Ulysses Klaue    ©Marvel Studios 2018

Damit ist der Film natürlich auch gleichzeitig der erfolgreichste Film, der je von einem schwarzen Regisseur inszeniert wurde. Doch lassen wir die soziokulturellen Details beiseite und blicken mal auf die künstlerischen Aspekte. Vordergründig fällt da zunächst mal das Produktionsdesign auf, das schlicht sensationell geworden ist. Zugleich sticht es aus allen anderen Marvel-Filmen massiv heraus. Diese bunten Welten voller Hingucker. Die farbenfrohen Kostüme, das erdige der Sets, das geschäftige Treiben auf dem Markt und die fließenden Formen der aus dem Vibranium heraus entwickelten Gegenstände – alleine dafür lohnt sich die Investition in den Film und das Anschauen. Auch die Tatsache, dass die unterschiedlichen Regionen Wakandas einen eigenständigen Look haben, steigert die Atmosphäre. Dazu kommt die humorvolle und gleichsam effektvolle Art und Weise, mit der man traditionelle Kampf- und Verteidigungs-Accessoires mit modernster Technologie verknüpft hat. So wird aus einem „harmlosen“ Speer eben eine absolut todbringende Waffe, die auch ein 2 Tonnen schweres Fahrzeug aufhält als hätte Hellboy mit seiner steinernen Faust das „Stopp-Signal“ gegeben. Und wenn Shuri T’Challa die Bedeutung ihrer „Sneakers“ … ach, vergessen wir das. Tatsächlich zieht sich der Humor ja mittlerweile wie ein roter Faden durch die Marvel-Filme und auch Black Panther macht hier keine Ausnahme. Allerdings fügt er eben eine afroamerikanische Note hinzu, die hierzulande vielleicht etwas ungewohnter und exotischer, aber nicht minder interessant ist.

Black Panther in voller Montur   ©Marvel Studios 2018

Apropos hierzulande: Disney ist dafür bekannt, dass sie auch für die Synchronfassungen ihrer Filme sehr sorgfältig die jeweiligen Stimmen auswählen und absegnen. Im Falle von T’Challa/Black Panther muss man aber sagen, dass die Auswahl hätte glücklicher ausfallen dürfen – seine Stimme klingt zu weich und sanft. Das lässt ihn durchweg etwas unsouverän wirken. Zumal man den im Original für sämtliche Wakander genutzte Dialekt nicht übernommen hat – sowohl T’Challa als auch sein Gefolge und der ganze Staat sprechen lupenrein. Erstaunlich vor allem deshalb, weil Disney gerade in seinen Animations-Streifen die gruseligsten deutschen Dialekte ausgräbt, um entsprechende Sprach-Eigenheiten der Originalfassung zu imitieren.
Chadwick Boseman selbst ist zwar nicht so präsent wie in seinen bisherigen Kurzauftritten, macht es aber dann doch ganz gut. Sein T’Challa erweist sich als salomonischer Kerl, der abwägt, welche Mittel zum Erreichen des Ziels eingesetzt werden. Kein überheblicher Draufgänger wie Iron Man, kein Wüterich wie Hulk und kein naives Kerlchen wie Spider-Man. Und Boseman ist nicht alleine. Vor allem Danai Gurira als General Okoye überzeugt. Die Darstellerin, die man ansonsten mit Dreadlock-Mähne als Michonne in The Walking Dead kennt, gibt eine tolle Mischung aus Leaderfigur und sarkastischer Pragmatikerin. Und Andy Serkis als geifernder Klaue hat ohnehin sichtlich Spaß an seiner Rolle, wenngleich er HART am Rande eines Overacting agiert.
Noch herausragender allerdings als die Darsteller ist der Filmscore von Ludwig Göransson (Creed – Rocky’s Legacy), der auf sensationelle Weise die traditionellen Rhythmen in den Film zu integrieren weiß und damit stets den Ton und das Tempo des Films vorgibt – und das ist selbst dann noch geglückt, wenn sich Rap-Beats darunter mischen.

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Stolze Kriegerinnen im Dienste des Königs    ©Marvel Studios 2018

Für die Songs des Films ist übrigens Kendrick Lamar verantwortlich. Der unter dem Pseudonym K.Dot bekannte Rapper gilt als Fürsprecher von Bürgerrechten und unterstützt soziale Projekte – womit wir dann doch wieder bei der Politik des Films sind. Denn nicht nur bewies Marvel außerordentlichen Mut, den Film zu einer echten afroamerikanischen Produktion werden zu lassen, vermittelt Black Panther spätestens mit dem Auftritt von Erik Killmonger eine weitere politische Sub-Ebene. Ähnlich wie die Diskussion in Iron Man, stellt sich hier die Frage, ob man die Technologie nicht nutzen könne, um all die unterdrückten oder benachteiligten (meist afrikanischen) Völker der Erde zu unterstützen und sie aus ihrer Not zu befreien. Während T’Challa für die weitere Protektion seiner Welt, seines Königreiches eintritt, sieht seine Ex das beispielsweise anders. Killmonger steht dann für die Radikalen – für jene, die jahrhundertelanges Unrecht mit eben solchem vergelten wollen und die dafür auch das eigene Volk über die Klinge springen lassen würden.
Kombiniert mit den spirituellen Elementen, die in Black Panther ebenfalls einen gewissen Raum bekommen, nimmt der 18. Film innerhalb des MCU ähnlich wie Dr. Strange eine Sonderposition ein. Aber eben eine sehr unterhaltsame, vielleicht etwas exotische und visuell wirklich fantastische Sonderposition.

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Nicht die Bat-Höhle, sondern der Einflug ins Zentrum von Wakanda   ©Marvel Studios 2018

Bild- und Tonqualität BD

M’Baku wäre gerne selbst Black Panther geworden   ©Marvel Studios 2018

Eins muss man den Marvel-Verfilmungen fast durchweg lassen: Ihre Bildqualität überragt jene der meisten hochwertigen Produktionen anderer Filmfirmen bisweilen um Längen. Und das gilt auch für Black Panther. Schon über die Blu-ray ist das Bild erhaben und in vielerlei Hinsicht referenzwürdig. Die Bildruhe ist exemplarisch hoch und offenbart bei näherem Hinschauen eher ein leichtes Pixelrauschen des Anzeige-Geräts, denn eine Körnung des Materials selbst. Die Szenen auf Wakanda sind gerade während der Halbtotalen und Close-ups von Charakteren derart stark und kräftig, dass man vermuten könnte, man habe es mit einer 3D-Disk zu tun. Die genutzte Filterung präsentiert sämtliche Einstellungen in der Welt von T’Challa mit einer sichtbar warmen Stimmung und intensiviert auf diese Weise noch die ohnehin angenehm dunklen Hautfarben der Schauspieler. Selbst in dunkleren Einstellungen gesellt sich kein Rauschen hinzu und Close-ups offenbaren wirklich jedes Detail der Gesichter. Einzig die Weitwinkel-VFX-Shots fallen weicher aus und fallen damit ein wenig aus dem Rahmen (33’13). Wechselt die Szenerie aus Afrika in die westliche Welt, werden Farben neutraler dargestellt, was vor allem beim Raub im Londoner Museum für sehr authentische Stimmung sorgt. Auf diese Weise wechselt auch die Atmosphäre des Films ein wenig, was wirklich passend erscheint. Wie erwähnt bleibt der einzige Kritikpunkt das etwas weichere Bild während der visuellen Effekte sowie die arg dunkle erste Actionszene – ansonsten ist das hier wirklich Referenzmaterial.

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Shuri ist die „Q“ des Königsreichs Wakanda    ©Marvel Studios 2018

Beim Sound von Black Panther muss zumindest für die deutsche Fassung erst einmal Kritik geübt werden. Denn erneut schafft es Disney nicht, den deutschen Ton mit etwas hochwertigerem als einer Dolby-Digital-Plus-Spur auszuliefern – und die auch noch mit einer ziemlich niedrigen Datenrate von 0.8Mbps (gegenüber bis zu 1.5Mbps bei anderen Anbietern, die mit einer DD+-Spur kommen).
In der Praxis ist aber auch das Original in dts-HD-Master nicht überwältigend anders/dynamischer/besser. Denn alles in allem muss man beiden Tonspuren einen ziemlichen Mangel an Dynamik attestieren. Laut wird es durchaus zwischendurch. Aber laut bedeutet nicht dynamisch. Gerade die erste Actionszene nach knapp 10 Minuten dumpft ein bisschen vor sich hin. Alle Geräusche (egal, ob MP-Salven oder Fußtritte, herumschleudernde Menschen oder eingedelltes Blech) klingen irgendwie seltsam gleich. Da sind kaum Unterschiede in der Lautstärke-Spreizung wahrnehmbar und auch der Sub brummelt eher unmotiviert vor sich hin. Erst wenn die Szenerie nach Wakanda wechselt, darf der Gleiter für etwas mehr Dynamik sorgen und vor allem der Score von Kendrick Lamar erhält richtig Druck (13’35). Während des Kampfes um die Krone gibt’s dann auch ein paar Fußtritte, die voluminös rüberkommen. Aber auch hier hätte das Ganze mehr Differenziertheit vertragen, wirkt das Geschehen doch ein bisschen breiig.
Während der ruhigeren Szenen gelingt das besser. Denn wenn die perkussiven Instrumente nur dezent im Hintergrund erklingen, tönen Dialoge sauberer und griffiger. Ebenfalls gut gelingen die natürlichen Umgebungsgeräusche. Vögel, Zikaden – in Wakanda lebt die Umwelt und das überträgt sich auch auf die Lautsprecher.
Ein sehr cooler Bass-Sweep bei der Aktion von Panther und auch bei der späteren Nutzung von Klaues Vibranium-Faust lässt mal den Sub ins Geschehen eingreifen (51’29), doch die komplette Action-Sequenz an sich wirkt erneut zwar laut, aber nicht sonderlich dynamisch und etwas muffig.
Eine der luftigsten und damit besten Surround-Sound-Sequenzen ist das „Hoo Hoo“ der Jabari, wenn sie Agent Ross den Mund verbieten. Hier klingen die Speaker endlich mal so, wie sie es während der Actionszenen zuvor schon sollten (93’20). Im Finale mit all den trampelnden Nashörnern und dem vehementen Einsatz der Druckwellen geht’s dann noch mal richtig vorwärts, was für Dampf im Heimkino sorgt. Aber auch hier: Wirklich differenziert klingt das nicht, auch wenn’s zunächst beeindruckend erscheinen mag.

Bild- und Tonqualität UHD

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Im Anzug (fast) unschlagbar ©Marvel Studios 2018

Black Panther hat eine volldigitale Herkunft und wurde mit Arri-Alexa-XT-Plus-Kameras aufgenommen. An deren Ausgang lagen 3.4K an, die über ein 4K Digital Intermediate gemastert wurden. Entsprechend handelt es sich bei diesem Marvel-Titel um eine FAST native 4K-Scheibe, denn mit 3.4K im Arriraw-Format liegt die Auflösung immerhin bei ~7,5 Mio. Bildpunkten und damit gut 3,7x so hoch wie bei Full-HD-Material. Sehr gute Voraussetzungen also, um eine möglichst feine Detaildarstellung zu haben. Zusätzlich integrierte man selbstverständlich einen erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020 sowie einen höheren Kontrastumfang. Dieser liegt für Black Panther in Dolby Vision vor, was HDR10 mit einschließt. Dass man seitens des Anbieters nicht so recht was mit Dolby Vision anfangen kann, ist hingegen kein Geheimnis, denn auch hier fehlt der entsprechende Hinweis auf dem Cover der UHD.
Während des Films sind die Unterschiede zwischen UHD und Blu-ray nicht so auffällig wie bei vielen anderen Titeln. Das allerdings resultiert vornehmlich daraus, dass die BD schon so herausragend gut ist. Dennoch: Wer nach der Perfektion sucht, wird sie bei der UHD nahezu finden.
Denn das, was die BD schon sehr gut macht, macht die Ultra-HD eben noch eine Spur besser. Der generelle Kontrastumfang ist noch mal höher, Farben sind sichtbar kräftiger und viele Szenen wirken derart plastisch, dass man Details oder Figuren beinahe aus dem Bildschirm heraus picken kann. Vor allem die Szenen mit den Close-ups der afroamerikanischen Darsteller sind dermaßen knackscharf, dass man kaum etwas finden wird, was hier besser aussieht. Die oben bereits angesprochenen Momente, in denen Sequenzen arg dunkel rüberkommen, sind natürlich über die UHD nicht heller, sondern eher noch etwas dunkler. Das aber sind dann auch hier die einzigen Kritikpunkte eines ansonsten wirklich vorzüglichen Bildes.

Black Panther BD vs UHD 1
(33’11): Man kennt das mittlerweile von vielen Blu-ray-gegen-UHD-Vergleichen: Die BD ist zunächst mal heller und etwas weniger kontrastreich
Die UHD kommt kräftiger und mit satterem Schwarz rüber (hier HDR10)
Black Panther BD vs UHD 3
(28’37): Ebenfalls war zu erwarten, dass die über die BD durchaus schon intensiven Farben gegenüber der UHD etwas zurück bleiben
Black Panther BD vs UHD 4
Hierfür gibt’s ja den im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum, der vor allem Rot-Töne sehr viel intensiver wiedergeben kann
Black Panther BD vs UHD 5
(101’15): Bei sehr stark unterschiedlichen Helligkeiten punktet die Blu-ray mehr bei der Durchzeichnung von dunklen Bereichen, während sie die helleren Bildanteile ein wenig ausreißen lässt (obere Felskante)
Black Panther BD vs UHD 6
Die UHD verliert im Dunklen eine Spur an Durchzeichnung, bleibt dafür in den Spitzhelligkeiten souveräner
(56’23) Blu-ray: Die Blu-ray zeigt in dieser grünblauen Sequenz ganz leicht ausreißende Helligkeiten (Stirn von Martin Freeman), bleibt aber in der Farbgebung authentisch, denn die leichte Farbfilterung ist hier durchaus gewünscht
Black Panther BD vs UHD 10
HDR10: Per HDR10 wirken die Kontraste insgesamt am harmonischsten. So bleibt die Stirn schön durchzeichnet und der leichte Verlust auf dem dunklen Gesichtsbereich ist im Screenshot etwas stärker als im laufenden Bild
Black Panther BD vs UHD 10a
Dolby Vision: Wie schon öfter beobachtet, so übertreibt es Dolby Vision gerne man mit der Kontrast-Steigerung. In diesem Fall ist die Differenz zwischen Spitzhelligkeit und Schwarz zu gespreizt. Die helle Stirnhälfte Freemans überstrahlt, die dunklen Bereiche haben keinerlei Zeichnung mehr. In diesem Vergleich ist DV ist schlechteste Wahl
Black Panther BD vs UHD 20
(68’40) Blu-ray: Die Blu-ray macht es für sich genommen sehr gut. Farben sind bereits plastisch und der Kontrastumfang wirkt schon hoch. Vielleicht wäre im Gesicht noch etwas mehr Plastizität und Dynamik möglich
Black Panther BD vs UHD 21
HDR10: Gegenüber der Blu-ray intensiviert die UHD per HDR10-Wiedergabe die Farbe der Jacke deutlich und zeigt die wesentlich homogenere Kontrastdarstellung. Gerade im beleuchteten Block links ist Zeichnung drin, kann man noch Helligkeitsunterschiede sehen, die die Blu-ray (oben) verschweigt. Dabei saufen Details auf der dunklen Wand im Hintergrund nicht ab
Black Panther BD vs UHD 22
Dolby Vision: Auch hier stellt Dolby Vision die schlechteste Variante dar. Die hellen Bereiche des beleuchteten Elements links überstrahlen, die Details auf den dunklen Wänden im Hintergrund verschwinden fast völlig und auch das Gesicht ist auf der Schattenseite zu dunkel. Lediglich das Rot der Jacke wirkt noch kräftiger und gefälliger
Black Panther BD vs UHD 13
(15’24): Beim Bildausschnitt zeigt sich, dass die Blu-ray vornehmlich durch ihren geringeren Dynamikumfang unschärfer wirkt. Diagonale Linien zeigen indes keine kantigen Abstufungen und die feinen Linien wirken gut aufgelöst
Die UHD wirkt knackiger, weil ihre höhere Kontrast-Dynamik für schwärzere Schrift sorgt. Wirklich sichtbar schärfer ist sie nicht, was nicht verwundert, da auch die BD auf dem 3.4K-Master beruht und offenbar sehr hochwertig runterskaliert wurde
Shuri kann auch anders als nett    ©Marvel Studios 2018

Beim Ton von Black Panther tut sich was – zumindest für die englische Fassung. Denn während die hiesige Spur weiterhin mit Dolby-Digital-Plus auskommen muss, gibt’s für das Original eine Dolby-Atmos-Version mit True-HD-Kern. Die klingt auf der regulären Ebene zunächst einmal sehr ähnlich wie ihr dts-HD-MA-Pendan von der Blu-ray – hat also mit den gleichen Problemen zwar hoher Lautstärke, aber undifferenzierter Dynamik. asdfasölkjaölsjödf
Was aber passiert auf der Höhen-Ebene?
Nun, die spielt dauerhaft ein bisschen mit. Tatsächlich hat man eine Vielzahl an Geräuschen, die eigentlich nicht im oberen Bereich spielen, ganz dezent auf die Heights gelegt, um die Atmosphäre etwas zu erweitern. So hört man beispielsweise auch das Dribbeln mit dem Basketball ganz leise von oben mit, die erste Action-Sequenz lässt auch leichten Nachhall der MGs von oben mitspielen und der Filmscore sowie der traditionelle Gesang laufen ebenfalls beständig auch aus der Höhe.
Schön atmosphärisch und passend sind die windsäuselnden Geräusche der anfänglichen Sand-Animationen, als die Geschichte von Wakanda erzählt wird.
Den ersten echten 3D-Sound gibt’s dann, wenn der Gleiter über Wakanda ein- und durch den Schutzschild hindurch fliegt. Auch der Wasserfall rauscht beständig während des Kampfes zur Findung des neuen Königs.
Durch die Tatsache, dass viele grundsätzliche Geräusche auch auf die obere Ebene abgelegt wurden, hat es Black Panther allerdings leider schwer, mit dedizierten Höhen-Effekten zu punkten. Wenn mal so ein Gleiter oberhalb der Kamera unterwegs ist, hat man ihn vorher auch schon von oben gehört, obwohl er noch unterhalb der Kamera war. Wirklich ECHTE und aus dieser Masse herausragende 3D-Sounds muss man lange suchen. Gibt es dann mal optisch Anlass dazu (Black Panther reißt das Dach eines Autos auf 50’07), gibt’s erstaunlicherweise nur ein dezentes Geräusch, das nicht dem entspricht, was man auf dem TV/Beamer zu sehen bekommt. Immerhin spratzelt das Auto schön räumlich auseinander, nachdem Klaue diesen mit einem Energiestoß zerfetzt hat (52’02). Und auch der Nachhall der Schüsse auf dem Schrottplatz bietet Anlass für hübsche Höhen-Effekte – wenngleich auch hier die Zuordnung nicht ganz korrekt ist.
Absolut korrekt ist die Platzierung der Sounds in den Vibranium-Liefertunnels – hier wuscht es wunderbar von oben, während man dort auch das visuelle Gegenstück dazu hat (70’20). Dauerhaft aktiv bleiben die Heights übrigens beim Zweikampf mit Killmonger. Der Wasserfall plätschert beständig von oben und im Finale schwillt die Musik sehr deutlich an – auch das sorgt zwar für ein Rundum-Gefühl, ist visuell aber nur bedingt begründet.
Wirklich passend sind die Raumgleiter im Finale, die des Öfteren über die Köpfe hinwegschweben und auch von dort auf den Betrachter hinab schießen. Hier versucht der Film offenbar wieder etwas gut zu machen, was er vorher für über 100 Minuten vernachlässigt hat und lässt auch den Vibranium-Transportzug hübsch aus allen Speakern am Zuschauer vorbeirauschen.

Bonusmaterial

Panther und Killmonger – auf Leben und Tod   ©Marvel Studios 2018

Das Bonusmaterial von Black Panther liegt komplett auf der Blu-ray und beginnt mit Pannen vom Dreh und vier zusätzlichen Szenen sowie dem Audiokommentar, den Regisseur Coogler mit Produktionsdesignerin Hannah Beachler hält. Dazu findet sich noch eine Gesprächsrunde von 20 Minuten, in denen die Autoren (auch jene der Comics) gemeinsam über die Ursprünge der Figur reden und vor allem deren Progressivität betonen. „Marvel Studios: Die ersten zehn Jahre – Verbindungen“ führt noch einmal in kurzer Zusammenfassung vor, wie die ganzen Filme des MCU zusammenhängen. Ein kleiner Ausblick auf „The Ant-Man 2“ schließt diese Sektion ab.
Kernstück ist aber ein vierteiliger Featurette-Bereich, der insgesamt gut 25 Minuten läuft und sich mit verschiedenen Aspekten des Films beschäftigt – von der Vorstellung der Figur des Black Panther über einen Beitrag, der die Kriegerinnen von Wakanda vorstellt, bis hin zur Technologie, die in T’Challas Heimat genutzt werden und die auf Vibranium basieren – eben jenem Material, aus dem Caps Schild besteht.

Fazit

Black Panther ist der bisher vielleicht eigenständigste und eigenwilligste der Marvel-Filme. Vielleicht ist das der Grund, warum er hierzulande nicht durchweg auf Verständnis gestoßen ist. Das allerdings macht ihn nicht schlechter – ganz im Gegenteil: Gerade diese Erweiterung auch auf spirituell-traditioneller Ebene bringt frischen Wind in den Marvel-Kosmos, der mit seinen Mainstream-Elementen langsam auf der Stelle zu treten beginnt.
Technisch gesehen liefern Blu-ray und UHD ein referenzwürdiges Bild, schwächeln aber leider beim Ton. Der ist zwar durchaus laut und effektvoll, aber nicht differenziert und bisweilen etwas muffig. Der englische Atmos-Sound nutzt zudem die Höhen-Ebene maximal befriedigend.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 95%
Bildqualität UHD: 95%

Tonqualität BD (dt. Fassung): 80%
Tonqualität BD (Originalversion): 80%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 80%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 60%

Bonusmaterial: 70%
Film: 85%

Anbieter: Walt Disney
Land/Jahr: USA 2017
Regie: Ryan Coogler
Darsteller: Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong’o, Danai Jekesai Gurira, Martin Freeman, Daniel Kaluuya, Andy Serkis, Angela Bassett, Forest Whitaker,
Tonformate BD: dts-HD-Master 7.1: en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 135
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Jein (4K DI vom 3.4K-Master)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
FSK: 12

Trailer zu Black Panther

BLACK PANTHER – 2. Offizieller Trailer (OmU deutsch | german) | Marvel HD

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One thought on “Black Panther 4K UHD

  1. Simon

    „… alles in allem muss man beiden Tonspuren einen ziemlichen Mangel an Dynamik attestieren. Laut wird es durchaus zwischendurch. Aber laut bedeutet nicht dynamisch…“

    Sehr schön beschrieben!
    In meiner Bewertung habe ich dem Ton (En/Atmos) sogar nur 50% gegeben.
    Mir scheint das schon ein (sehr erschreckender) trend zu sein, dass bei Filmen, die „familientauglich“ sein sollen, so stark die Dynamik (sowohl bzgl der Lautstärke als auch der Räumlichkeit) beschnitten wird.
    Was mich ärgert: Für die Dynamikhasser gibt’s doch in jedem Player, AVR & TV ausreichend Begrenzer, die man einschalten kann – aber wenn der Mix mau ist, bekommt man sie nicht wieder zurück 🙁

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