Black Widow 4K UHD

Blu-ray Review

Walt Disney Company, 23.09.2021
Walt Disney Company, 23.09.2021

OT: Black Widow

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Viele schwarze Witwen

Nummer 24 im MCU bildet den Anfang der vierten Phase – nun auch im Heimkino.

Inhalt

Natasha hat’s immer noch drauf   ©Marvel Studios 2021. All Rights Reserved.

Ohio im Jahr 1995: Natasha ist 13 und lebt mit der 6-jährigen Yelena sowie den beiden Erwachsenen  Alexei Shostakov und Melina Vostokoff als Familie ohne Blutsverwandtschaft in den USA. Shostakov und Vostokoff sind russische Geheimagenten, die bei Bedarf aktiviert werden sollen. Doch dann müssen die vier vor den Agenten von S.H.I.E.L.D. fliehen und Natasha wird mit Yelena gemeinsam ins “Red-Room”-Programm berufen. Dort werden junge Mädchen zu russischen Geheimagentinnen, den sogenannten “Widows” ausgebildet – selbstredend mit der Lizenz zum Töten.
Zwei Jahrzehnte später befindet sich Natasha in einem Unterschlupf in Norwegen. Sie hatte vor Kurzem gemeinsam mit weiteren Avengers gegen das Sokovia-Abkommen verstoßen und floh vor dem US-Außenminister ins Exil. Dort erreicht sie ein Brief mit einem bestimmten Serum. Der Brief stammt von Yelena, die das Serum sicherstellen konnte, nachdem sie sich aus der psychischen Kontrolle des Red-Room-Programms befreien konnte. Doch auf dieses Mittel, das genau diese Abhängigkeit beenden kann, hat es auch jemand anderes abgesehen. Und der schickt eine Art Attentäter. Einen speziell ausgebildeten Kämpfer, der in Windeseile die Kampffähigkeiten seines Gegners adaptieren und ihm dadurch das Leben schwer machen kann. Natasha gelingt die Flucht. In Budapest trifft sie auf Yelena, die ihr etwas offenbart, womit Natasha niemals gerechnet hatte …

Die beiden “Schwester” sind vereint  ©Marvel Studios 2020

Eine ganz persönliche und höchst subjektive Meinung direkt zu Beginn dieser Rezension – SPOILER-Warnung inklusive:
Von allen Marvel-Superhelden und Superheldinnen war mir immer eine am liebsten: Natasha Romanoff alias Black Widow. Und so wie ich den Macher von The Walking Dead nie verziehen habe, Glenns Gehirn über den Waldboden zu verteilen, versetzte mich der —-> ACHTUNG SPOILER!! <—- Moment von Romanoffs Selbstopferung in Avengers: Endgame in einen emotionalen Schockzustand, den ich bis zum Schluss nicht verlor. Noch während dieser Szene am Abhang hoffte ich immer wieder, es würde Hawkeye (der mir eh nicht sonderlich sympathisch war) treffen.
Aber es kam, wie es vorgesehen war und für mich war das MCU damit eine Weile lang ein rotes Tuch – im Übrigen sehr ähnlich wie The Walking Dead, dessen Staffeln nach Glenns brutalem Dahinscheiden für mich nie mehr diese emotionale Spannung erzielten wie während seiner Anwesenheit.
Dass sich die Macher rund um Kevin Feige dazu entschlossen, der schwarzen Witwe einen Solofilm zu gönnen, kann ich deshalb hervorragend nachvollziehen. Diesen jedoch in die Phase IV zu schieben und NACH den Ereignissen zu Endgame zu veröffentlichen, ganz und gar nicht. Wie sollte ich meinen Groll über die Szenen aus Endgame zu den Akten legen und mich neu auf eine Story einlassen können, die die Zeit um Jahre zurückdreht und für das, was man bis zu dem Zeitpunkt gesehen hatte, maximal retrospektive Relevanz hat?

Die Black Widow – eine Poserin?   ©Marvel Studios 2020.

Vielleicht erging es vielen anderen MCU-Fans ebenso wie mir, was schon nicht die besten Bedingungen für Black Widow waren. Und dann kam auch noch Corona.
Ins Kino gelangte er dann zwar doch noch, aber erst am 09. Juli 2021 und dazu parallel als Premium-Bezahloption über Disney+. Dem waren gleich drei Terminverschiebungen vorausgegangen, da der ursprüngliche Kinostart Ende April 2020 natürlich nicht zu realisieren war.
Und kaum war der Film dann endlich gestartet, trat Hauptdarstellerin Scarlett Johansson eine Diskussion und Klage über ihre Gage los, die vertraglich an die Kinoeinspielergebnisse geknüpft war, welche sie aufgrund der zeitgleichen Auswertung über Disney+ ungerechtfertigt reduziert sah.
Wer auch immer hier im Recht ist. Ein guter Background für die Heimkino-Veröffentlichung ist das nicht wirklich. Und auch ich trat mit gemischten Gefühlen an den Film heran – selbst wenn “meine” Lieblingsfigur aus dem MCU noch einmal ihren verdienten Auftritt bekam. Und das nicht ganz ohne Grund. Denn so richtig vollumfänglich überzeugt Black Widow nicht. Vielleicht ist der Abstand zu den relevanten Teilen der Phase III zu groß, vielleicht wäre das alles stimmiger gewesen, wenn man ihn tatsächlich vor dem Doppel-Film-Abschluss ins Kino gebracht hätte. Denn irgendwie packt die emotionale Seite der Story nicht so wie es sein müsste. Es geht um das Familien-Element. Es geht um Selbstzweifel und Unsicherheiten. Alles Dinge, die rückwirkend erklären, warum sich Natasha zu der Tat in Endgame entschloss, die so emotional zurück ließ. Doch irgendwie lässt es seltsam kalt.

Yelena steht ihrer großen Schwester in nichts nach   ©Marvel Studios 2021. All Rights Reserved.

Aber es gibt natürlich auch wirklich gute Momente: So ist der erste Fight zwischen Natasha und dem Taskmaster absolut klasse inszeniert. Smart und mit dezentem Einsatz der Super-Slow-Motion verdeutlicht man, wie der fremdartige Kämpfer die Bewegungen der Black Widow analysiert und adaptiert, um sie sogleich zu kopieren und gegen sie einzusetzen. Es dauert keine zehn Sekunden und selbst der völlig unvorbereitete Zuschauer weiß, was man hier bezwecken wollte.
Apropos Fights: Die erste Zusammenkunft zwischen Natasha und Yelena wird auch über einen Kampf beschrieben, was für erstaunlich wuchtige und rohe Momente sorgt. Wenn die beiden “Schwestern” aufeinander treffen, ist die Eleganz der Romanoff plötzlich ein wenig Geschichte. Witzigerweise macht sich Yelena bald darauf über ihre große ehemalige Beschützerin lustig und wirft ihr “Poserei” vor. Nicht ganz zu Unrecht, wie man sagen muss – ein wirklich witziger selbstreferenzieller Gag, der auch von der von Sarkasmus geprägten Beziehung der beiden zeugt und den Yelena nach knapp 100 Minuten süffisant kommentieren darf. Florence Pugh, die man seit Fighting with my Family eigentlich nur lieb haben kann, ist übrigens eine klasse Besetzung an Johanssons Seite. Sie bringt das jugendlich Ungestüme in die Zweierbeziehung, während Natasha hier die Erfahrene geben darf. Gleichzeitig hat Yelena die bittereren Erlebnisse machen müssen, was ein gewisses melancholisches Element mit sich bringt. Trifft die Familie dann nach 70 Minuten zusammen, ist das Anlass für ein bisschen wehmütiges Zurückblicken, das von befreiendem Humor gekontert wird. Es ist schon witzig anzusehen, wie Alexei versucht, sich in seinen Red-Guardian-Anzug zu quetschen, auch wenn David Harbour in der Rolle die Nerven etwas arg strapaziert.

Familienausflug mit Helikopter   ©Marvel Studios 2021. All Rights Reserved.

Über ein paar logische Ungereimtheiten muss man zudem auch hier hinwegsehen. Wie kann bspw. dieses Serum sämtliche Kämpfe und Aktionen überleben, die bis zur endgültigen Sicherung über die Ampullen hinweg fegen? Und warum zum Red Guardian lässt sich dieser mit überlegener Physis ausgestattete Kerl zwei Jahrzehnte lang einsperren, wenn ihm der Ausbruch dann doch so einfach gelingt? Ein bisschen mehr Feingefühl und Timing und er hätte weder Natasha noch Yelena dafür gebraucht – ein paar hundert Kilometer Eiswüste hätte er dann sicher auch noch überwinden können.
Ein weiteres Manko hat Black Widow zudem, womit wir wieder bei den Gründen sind,  warum der Film am Ende emotional nicht so zupackt. Denn wir erfahren nicht, wie es Natashas Familie bis zu den Ereignissen von Endgame ergangen ist. Haben sie das Fingerschnipsen überlebt? Zerfielen alle zu Staub? Wie kamen sie zurück [wenn sie es (alle) taten]? Hätte das im Nachhinein nicht noch mehr Bindung geschaffen und Natashas Entscheidung noch einmal verstärkt?

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Studio:
Format: Blu-ray
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Erscheinungstermin: Thu, 23 Sep 2021
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Bild- und Tonqualität BD

Melina richtet Schweine ab   ©Marvel Studios 2021. All Rights Reserved.

Die Marvel-Filme waren bisher stets eine Bank, wenn’s um gut umgesetzte Bildqualität auf Blu-ray und auch auf der Ultra HD-Blu-ray ging. Und da bildet Black Widow keine Ausnahme. Der komplett digital gedrehte Film punktet mit wirklich tollen Kontrasten und einer extrem hohen Laufruhe. Lediglich bei den auch farblich etwas stilisierten Aufnahmen in der Titelsequenz nach 14 Minuten gesellt sich mal ein wenig Körnung hinzu, was aber auch bewusst eingesetzt sein könnte.
Famos sind (schon über die Blu-ray) die Close-ups, die von einer fantastischen Auflösung zeugen und absolut knackig erscheinen. Das kann ein Soldatenstiefel im Zelt in Kuba sein oder aber eine Naheinstellung von Natasha. Dass hier und da objektivbedingte Kameraunschärfen am unteren Rand auftauchen, muss man als gegeben hinnehmen. Es hält sich glücklicherweise aber einigermaßen in Grenzen. Und weil auch Totale in die Tiefe (beispielsweise während der tollen Übersichtsaufnahmen in Budapes(ch)t) wirklich klasse aufgelöst sind, gibt’s hier kaum was zu meckern. Farben werden recht natürlich wiedergegeben und bei einigen Szenen ist der Kontrastumfang wirklich klasse – hervorragende Schwarzwerte inklusive (53’01).

Der Taskmaster ist ein ziemlich gefährlicher Gegner ©Marvel Studios 2021. All Rights Reserved.

Disney lässt nicht davon ab: Dolby Digital Plus für die deutsche Tonspur, DTS HD-Master für die englische Fassung – beides in 7.1. Und beiden fehlt erneut das Krachbumm, das man sich von einem Film dieser Güte verspricht. Sowohl die deutsche als auch die englische Fassung sind im Tiefbass eher mau und lassen Dynamik vermissen. Das wird schon beim Score deutlich, wenn er nach etwas über fünf Minuten von der Dramatik der bevorstehenden Ereignisse verkündet. Noch deutlich wird’s bei der Fluchtsequenz mit der Einmotorigen. Zwar gibt’s mal ein bisschen Kitzeln des Subwoofers, aber so richtig dynamisch wird’s nicht. Das klingt letztlich zu gleichförmig und auf ähnlichem Lautstärke-Level.  Ein schwacher Trost, dass die englische DTS-HD-Master-Fassung sogar noch etwas leiser eingepegelt ist und noch eine Spur gleichförmiger klingt. Trotz “nur” DD+-Kodierung ist der deutsche Ton also hörbar besser. Spätestens bei der Explosion nach 26 Minuten kann man im direkten Vergleich deutlich wahrnehmen, dass die Synchro tonal und dynamisch besser klingt. Aber auch in der folgenden Kampfszene fehlt es letztlich an Lautstärke-Spreizung und echter Wucht. Immerhin ist die Räumlichkeit wirklich klasse. Von den Zeitlupenaufnahmen zu Beginn, die von einer sehr effektvollen Naturatmosphäre unterstützt werden, über die auf allen Lautsprechern präsente Filmmusik bis hin zu den akustisch sehr schön umgesetzten Kampfszenen macht das Rundum-Geschehen wirklich Spaß.
Außerdem gelingen Dialoge sehr harmonisch und mit einem angenehm warmen Timbre. Hier klingt nichts spitz oder dumpf.

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Bild- und Tonqualität UHD

Meister im Adaptieren: Der Taskmaster   ©Marvel Studios 2021. All Rights Reserved.

Black Widow wurde durchweg digital gefilmt. Zum Einsatz kamen allerdings gleich mehrere Kameras. Zum einen die Panavision Millennium DXL2, die mit dem RED-Monstro-Sensor in 8K arbeitet. Hinzu kam die RED Helium sowie die Sony CineAlta Venice und für die Superhighspeed-Aufnahmen die Phantom Flex 4K. Das gesammelte Material gelang dann über ein 4K DI auf die 4K-Scheibe, die noch mit HDR10 und erweitertem Farbraum im Rahmen von Rec.2020 ausgestattet ist. Auffällig ist gegenüber der Blu-ray vor allem zunächst, dass kaum etwas auffällt. Wie schon zuletzt bei Disney-Titeln sind Grading und Farbgebung sehr ähnlich. Aufgrund der bereits hohen Auflösungsqualität der Blu-ray kann sich die UHD-BD in Close-ups hier auch nicht entscheiden absetzen. Doch dann gibt’s ja noch die HDR-Momente, in denen dem Zuschauer beim Betrachten im direkten Vergleich die Kinnladen runterklappen würden. Wie zum Beispiel bei der spätnachmittäglichen Stimmung während der Totalen von Marokko nach 18’41. Während die Blu-ray die Sonne im Hintergrund überstrahlt und der Vordergrund eher kontrastschwach bleibt, gehen einem beim Wechsel auf die UHD Blu-ray wirklich die Augen auf. Die Sonne ist erkennbar am Himmel und vor allem auf der Spiegelung im Wasser, die Farben werden viel intensiver wiedergegeben und die Stimmung ist nun viel authentischer. Die Differenz ist in dieser Szene extrem deutlich. Ganz anders die eher kühlen Sequenzen in Norwegen, die kaum anders aussehen. Differenzen in der Schärfe und Auflösung sieht man insbesondere bei den vielen Totalen der unterschiedlichen Städte. Häuser erhalten mehr Feinzeichnung. Fenster sind besser erkennbar und Einzelheiten nuancierter. Hinzu kommt ein Vorteil bei Spitzlichtern – also bei punktuell-hellen Lichtquellen, die sichtbar mehr Punch haben. Insgesamt leistet sich die UHD-Blu-ray keine Schnitzer und ist die bessere Wahl – wenngleich in vielen Szenen mit sehr ähnlichem Grading und nur geringer Abweichung in der Kontrastdynamik.

Blu-ray (30’06): (Slider ganz nach rechts): Trotz weitgehend gleichwertigem Grading …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … erahnt man dennoch, dass die 4K-Scheibe mehr Kontrast bietet und im Hintergrund weniger diesig ist.

Blu-ray (67’46): (Slider ganz nach rechts): Auch erkennbar: Die BD ist dunkler.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD ist heller und strahlender.

Blu-ray (93’53): (Slider ganz nach rechts): Die Blu-ray ist wirklich gut.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD hebt die Kontrastdynamik dennoch noch etwas an.

Blu-ray (53’10): (Slider ganz nach rechts): Eine der Szenen mit etwas mehr sichtbarer Differenz.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Hier zeigt sich, dass die 4K-Scheibe mehr Sättigung in den Farben hat, das knackigere Schwarz liefert und das strahlender Bild erzeugt.

Blu-ray (18’41): (Slider ganz nach rechts): CLOSE-UP: Die Belichtung liegt bei diesem Screenshot ausschließlich auf dem hellen Bereich hinten. Die Blu-ray überkontrastiert und zeigt die Sonne und deren Spiegelung nicht. Dazu ist es sehr diesig.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Scheibe lässt per HDR das Herz aufgehen. Viel sattere Farben, die bessere Durchzeichnung und die authentischere Frühabendstimmung erfreuen das Auge.

Blu-ray (18’41): (Slider ganz nach rechts): Das gleiche Szenenbild an anderer Stelle.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die Spiegelung der Sonne auf dem Glas kommt wesentlich eindrucksvoller rüber. Im laufenden Bild ist das noch wesentlich beeindruckender als über den Screenshot, der die Dynamik hier nicht entsprechend liefern kann.

Im Kampfe vereint   ©Marvel Studios 2021. All Rights Reserved.

Wie bei Disney üblich, so bleibt auch bei der 4K-Scheibe der deutsche Ton bei DD+. Fürs Englische gibt’s dafür eine True-HD-kodierte Dolby-Atmos-Spur, die auf der regulären Ebene aber genauso beschnitten in ihrer Dynamik ist wie die DTS-HD-Master-Fassung der Blu-ray. Grundsätzlich sind die Unterschiede hier gering. Und auch hier grummelt vor allem der Tiefbass meist ziemlich unmotiviert und ohne jede Präzision vor sich hin. Konzentrieren wir uns also auf die Heights und deren Integration im Atmos-Gefüge. Und hören wir mal genau hin. Wir hören … hören … hören … nichts. Naja, fast nichts. Jedenfalls seltsamerweise nichts, wenn in der Introszene die Flucht per einmotoriger Maschine gelingt und es durchaus Anlass für 3D-Soundeffekte gegeben hätte. Am kubanischen Flughafen hört man dann nach 10’41 leise entfernt immerhin mal einen Helikopter. Während der Titelsequenz hört man dann mal ein paar kreischende Schreie von oben, was aber auch eher unmotiviert abgemischt wurde, da in diesen Momenten kurz auch der Titelsong auf die Heights überspricht, um dann direkt wieder dort zu verstummen, sobald keine Schreie mehr aus der Höhe hinzukommen müssen. Dass aber auch bei der Explosion und dem umherfliegenden Auto nichts von oben kommt, ist unverständlich (26’18). Und dann, bei 36’03 gibt’s tatsächlich den ersten, perfekt verorteten 3D-Sound, wenn man den Gegner im oberen Stockwerk laufen und die Decke durchbrechen hört. Das funktioniert in dem Moment wirklich gut und reißt den Zuschauer aus dem Atmos-Frust. Bei 40’15 gibt’s dann einen gut hörbaren Schuss und splitterndes Glas und im Gefängnis bei Alexei hört man die Lautsprecher-Durchsagen von oben. Ähnliches gilt dann auch für die Rettungssequenzen mit dem Helikopter. Aber auch hier wird man das Gefühl nicht los, dass mehr gegangen wäre. Immerhin sitzt man hier dann aber auch mal schön hörbar unter dem Rotor. Tatsächlich ist das die insgesamt aktivste Szene, da hier dann auch mal Querschläger und Raketengeschosse zu hören sind. Insgesamt eine der dauerhaftesten und schönsten Hubschrauber-3D-Sound-Sequenzen überhaupt. Das versöhnt dann auch etwas mit der zuvor so inaktiven Tonspur. Selbst wenn es im Finale trotz ein paar netter Effekte während des Kollapses der Himmelsbasis (104’40) wieder ein wenig zu ruhig von oben ist.

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Format: Blu-ray
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Bonusmaterial

Das erste Extra beginnt wahlweise direkt beim Start des Films, wenn man ihn mit einem Vorwort von Regisseurin Cate Shortland startet. Überdies hält das Bonusmaterial noch neun entfernte Szenen, Pannen vom Dreh und zwei Featurettes bereit. In “Die Schwestern machen das” geht’s für fünf Minuten kurz um die Familiengeschichte an sich. Und “Alles oder nichts” beleuchtet mit ein paar Interviews und Szenen vom Dreh garniert den Ansatz für die Story an sich. Alles in allem enttäuschend für einen großen Film aus dem MCU.

Fazit

Black Widow beendet eine lange MCU-Durststrecke, die coronabedingt die vierte Phase der Kinofilme hinauszögerte. Der ganz große Wurf ist’s aus emotionaler Hinsicht nicht geworden. Aber immer noch ein sehr guter Actionfilm, der sogar mit mehr Frauenpower aufwarten kann als Captain Marvel. Und wer will nicht noch einmal Scarlett Johansson im schwarzen (oder hier teilweise weißen) Dress der Black Widow sehen?
Das Bild der Blu-ray lässt bereits kaum Wünsche offen, da es kontrastreich, scharf und sehr laufruhig ist. Der deutsche Ton kann’s immerhin dynamischer als sein englisches DTS HD-Master-Pendant und ist in puncto Surroundeffekte wirklich klasse. Dennoch leidet auch er unter der typischen Disney-Dynamikmangel-Erscheinung. Die 4K UHD Blu-ray kann sich zwar nicht extrem von der BD absetzen, legt aber vor allem in der Durchzeichnung auf hellen Flächen noch nach und wirkt insgesamt noch homogener und plastischer. Der englische Atmos-Ton ist allerdings unterhalb dessen, was möglich ist.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 90%
Bildqualität UHD: 90%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 70%
Tonqualität BD (Originalversion): 60%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 60%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 50%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 60%

Bonusmaterial: 40%
Film: 70%

Anbieter: The Walt Disney Company (Germany)
Land/Jahr: USA 2020
Regie: Cate Shortland
Darsteller: Scarlett Johansson, Florence Pugh, David Harbour, Rachel Weisz, Ray Winstone, William Hurt, O.T. Fagbenle
Tonformate BD: dts-HD-Master 7.1: en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 134 min
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja/Nein (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke:
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: The Walt Disney Company (Germany))
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Trailer zu Black Widow

BLACK WIDOW | Ab 23. September auf DVD und Blu-ray sowie ab 6. Oktober auf Disney+


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern” zu verfälschen.

11 thoughts on “Black Widow 4K UHD

  1. Hans-Ingo Trompeter

    Pfff, gibt‘s bei Disney jetzt ein Embargo zur Veröffentlichung von Reviews der 4K Versionen?

    • Hans Georg

      Oder sie sparen sich ganz 4K Scheiben zu Rezensionszwecken rauszugeben.

    • Nein, ein Embargo gibt’s nicht. Aber dieses Mal war für mich in der Tat kein 4K-Rezimuster zu bekommen.
      Ergo muss ich auf meine eigens gekaufte Fassung warten, wollte aber die Gedanken zum Bild der Blu-ray und dem deutschen Ton (der ja auf der 4K-Scheibe identisch ist) bereits teilen. Gibt ja Leute, die “nur” an der Blu-ray interessiert sind.

      • Hans-Ingo Trompeter

        Ein Rezimuster für “The Thing” fände ich auch interessanter….

        • … ist gekommen 😉

          • Hans-Ingo Trompeter

            bei mir auch + die schwarze Witwe in weissen Klamotten auf dem Cover.

  2. Hans Georg

    Schade Disney.
    Nach der Sichtung auf Disney Plus, hatte ich wirklich stark gehofft, dass der Ton auf Blu-Ray deutlich besser ist.
    Mal schauen, ob die DSPs meines AVRs da noch ein bisschen was retten können.

  3. Oliver B.

    Dieses Review verdeutlicht einmal mehr das Dilemma von uns Heimkinofans…

    Eigentlich sollte man die 4K Version fast „boykottieren“, da die Mehrwerte für die 60-80% Mehrpreis (!) fast nicht existent sind.
    Aber dann werden Hersteller wie Disney noch zügiger die 4K Scheiben sterben lassen.

    Kaufen wir nun die 4K Version, dann ist es für Disney der Beweis mit 0 Aufwand deutlich höhere Erträge zu erzielen…

    Irgendwie tendiere ich schon seit Monaten dazu, nur von analog gefilmten Filmen die 4K zu kaufen – dort gibt es riesige Unterschiede und liebevolle „Remastered Editions“.
    Aber die digital gedrehten Filme scheinen mir oft durch automatisierte Prozesse einfach auf 4K gepresst und das war es…

    • k-ulf

      Bei analog gedrehten Filmen kommen die Studios leider zu oft auf die Idee, man müsste sie durch Rauschfilter in ein Wachsfigurenkabinett verwandeln.

  4. FrankIII

    Kommt das Fazit zur 4K Fassung noch ? Die UHD ist ja jetzt schon eine ganze Weile draussen :-).

    • Der Text zur Bild- und Tonqualität der UHD steht ja schon seit dem VÖ der Scheibe. Habe nur keinen Satz ins Fazit geschrieben und den dortigen dort nicht angepasst. Ist jetzt nachgeholt. Idealerweise aber bitte auch den Text unter dem Kapitel Bildqualität UHD anschauen 😉

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