Book of Monsters

Blu-ray Review

Tiberius Film, 02.01.2019

OT: Book of Monsters

Unterstützt die Arbeit an meinem Blog, indem ihr den Film bei Amazon kauft.

 


Partysmasher

Sophie wird ihren 18. Geburtstag nicht vergessen – in diesem Fun-Splatter mit 80er-Jahre-Wurzeln.

Inhalt

book of monsters blu-ray review szene 5
Der Papa meint’s nur gut. Doch das Buch hat eine böse Geschichte

Sophie wird 18. Anlass genug, eine ausufernde Party zu feiern und so lädt eine ihrer Freundinnen jede mehr oder weniger freundliche Klassenkameradin ein. Nicht alle wollen der zukünftig Volljährigen Gutes – immerhin ist Sophie anscheinend eher den Frauen zugeneigt, was Anlass für Spott der garstigen Mitschülerinnen ist. Außerdem sagt man Sophie einen Spleen nach, weil sie annimmt, dass ihre Mutter seinerzeit von Monstern gekillt wurde. Ein solches lädt sich nun auch auf die Geburtstagsparty ein. In Gestalt einer rassigen Rothaarigen bedient sich der Vamp an einem Buch, das Sophie von ihrem Vater bekommen hat und in dem von Monstern sowie deren Erweckung die Rede ist. Ein paar beschwörende Worte später läuft die Feier aus dem Ruder. Denn es dringen zahlreiche blutrünstige Killer-Wesen ins Haus ein, die erst Ruhe zu geben scheinen, wenn alle Gäste zerfleddert in der Ecke liegen …

Die Party wird zum blutigen Fest

Wenn die Farbe der Fingernägel auf wundersame Weise wechselt als die Vampirlady den etwas schüchternen Partygast verführt und wenn die Maske so dermaßen übertrieben mit Blut und Gummiprothesen um sich wirft, dann ist klar: wir haben es mit einem lupenreinen Fun-Film im Horror-Genre zu tun. Gedreht mit einem Anteil von gut 45.000 Pfund über die Kickstarter-Plattform hat sich Regisseur Stewart Sparke an den Gore-Highlights der 80er Jahre orientiert, dazu ein paar alte Lovecraft-Verfilmungen geschaut und einen echten Splatterstreifen alter Schule abgeliefert. Zu keiner Zeit nimmt er sich zu ernst, sondern zelebriert das Glitsch- und Glibberdesign seiner Schöpfungen und Körperteile mit Wonne.
Vom Shapeshifter über bösartige Gartenzwerge, die aus bezahnten Penissen zu schlüpfen scheinen und mit Vorliebe in selbige beißen, reicht das Repertoire der Mörderkreaturen; von abgetrennten Köpfen, Extremitäten und in der Mitte entzweiten Torsos reicht die Spannweite der kreativen Schlachtplatte.

Fantasievoll gestaltete Monsterkreaturen

Zeit zum Durchatmen lässt Sparke dem Zuschauer kaum, wenn er nach ab der 25 Minute loslegt und Köpfe fliegen lässt.
Selbst wenn er dabei nicht so talentiert vorgeht wie ein früher Peter Jackson, merkt man ihm zu jeder Zeit an, dass er selbst ein absoluter Film- und Genrefan ist. Und weil das mit so viel Lust an der eigenen Drehfreude vonstatten geht, sieht man auch über die Standard-Geschichte aus dem Horror-08/15-Regal sowie die – sagen wir – teiltalentierten Darsteller hinweg. Die meisten sind eh nur Futter für die Zugriffe der Dämonen und landen alsbald in der blutigen Ecke – vornehmlich übrigens die Männlichen. Denn Book of Monsters ist ganz deutlich ein Statement in Sachen Gleichberechtigung. Denn während die Herren der Schöpfung hier wahlweise zu Mimimi-Versagern oder grenzdebilen Opfern werden, dürfen die Mädels zeigen, wie sie an der Situation wachsen und sich zu Kampf-Amazonen entwickeln.
Klar, dass auch hier Klischees bedient werden. Denn von der schulischen Außenseiterin, über die (fast) alle lästern über das sexy Biest bis hin zur introvertierten Gothic-Dame mit Hang zum Morbiden ist hier jedes mögliche Klischee vertreten.
Aber sei’s drum: Wenn es so viel Spaß macht wie hier, kann man darüber nicht meckern. Nicht mal über die deutsche Synchro, die man bei so kleinen Horror-Werken auch schon schlechter gehört hat. Dennoch (und gerade weil aus britischer Produktion) macht der O-Ton mehr Spaß.

Killer-Gartenzwerge mit Vorliebe für bissfeste Männerhoden

Bild- und Tonqualität

Schlagkräftiges Trio contra die Monster

Book of Monsters kann seine digitale Herkunft nicht verleugnen. Die Bilder, die die Kamera produziert hat, sind hell, rauschfrei und wirken absolut glatt. Close-ups sind so gut aufgelöst, dass man das (teils dick aufgepampte) Make-up bestens erkennen kann. Allerdings sind die Kontrastflanken etwas harsch. Wirken Gesichter in den gut ausgeleuchteten Szenen schön hell, saufen Details in den dunklen Haaren und dunkleren Randbereichen etwas ab.
Akustisch bleibt das Geschehen durchweg frontbezogen. Die Rearspeaker werden nicht für Monster-/Soundeffekte genutzt, sondern geben lediglich den Score mit leichtem Widerhall wieder. Dialoge sind gut verständlich und der Tiefton bekommt hier und da ein bisschen brummeliges Eigenleben. Für echte Highlights fehlte hier mit Sicherheit die Finanzkraft.

Bonusmaterial

Trailer zum Film sowie Programmtipps – mehr gibt das Bonusmaterial von Book of Monsters nicht her.

Fazit

Book of Monsters feiert den 80er-Jahre-Monstersplatter mit zahlreichen Zitaten an Lovecraft oder auch das troma’sche Trashkino. Die praktischen Masken sind zwar nicht immer perfekt gelungen, zeugen aber von der Leidenschaft der Macher.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 80%
Tonqualität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität (Originalversion): 60%
Bonusmaterial: 10%
Film: 65%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: GB 2018
Regie: Stewart Sparke
Darsteller: Lyndsey Craine, Michaela Longden, Lizzie Aaryn-Stanton, Anna Dawson, Rose Muirhead, Daniel Thrace
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,20:1
Laufzeit: 81
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Tiberius Film)

Trailer zu Book of Monsters

Book of Monsters - HD Trailer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.